Die Heimcomputer kommen
Das Jahr 1984 war aus Sicht der Computertechnik in vielerlei Hinsicht interessant. Der Siegeszug
der Heimcomputer in den privaten Haushalte war bereits in vollem Gange und verdrängte
den bisherigen Star des Wohnzimmers: die Videospielkonsole. Dieser Artikel
fasst das Jahr 1984 inhaltlich zusammen und stellt aktuelle Neuigkeiten, Spiele
und Heimcomputer vor. Ich war dreizehn Jahre alt und bereits ein begeisterter
Videospieler. Im Dezember 1984 bekam ich dann meinen ersten eigenen
Heimcomputer, einen Sinclair ZX81 der mich schon nach dem ersten Einschalten faszinierte,
zum Weihnachtsfest geschenkt. Ab sofort war ich regelmäßiger Leser der Zeitschrift
HC Mein Home-Computer, deren Informationen
diesem Artikel zu Grunde liegen.
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Das Philips G7400 mit BASIC-Interpreter und Kassettenrecorder. Erweiterungsmöglichkeiten
für die Spielkonsole.
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Eine der Neuigkeiten zu Beginn des Jahres war der BASIC-Interpreter
für das Philips-Videospiel G7400, den man für 398,00 DM
kaufen konnte. Das Modul verwandelte den Videopac-Boliden in einen
echten Heimcomputer mit einer Z80-CPU, 12 KByte RAM, acht Farben, neun Geräuschen
und 320 x 230 Pixeln Grafikauflösung.
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Als Speichermedium diente ein handelsüblicher Kassettenrecorder, der über das eingebaute
Microsoft-BASIC angesteuert werden konnte. Die Erweiterung wurde ähnlich
wie bei anderen Videospielkonsolen, beispielsweise beim CompuMate von
Spectravideo für den Atari 2600, in Form eines Spielmoduls
in die Konsole eingesteckt.
Ein Konkurrent von der Insel
Aus England kam der acorn electron auf den deutschen Heimcomputermarkt. Er war
sozusagen der kleine, aber vollständig kompatible Bruder des
BBC-Mikrocomputers und kostete ca. 200 englische Pfund.
Der acorn electron aus England. Echte Schreibmaschinentastatur und ein „Shorthand“-BASIC.
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Im electron arbeitete ein 6502A Prozessor mit 2 MHz Taktfrequenz und insgesamt
64 KByte, davon 32 KByte RAM, Speicher. Eine Besonderheit des Rechners war sein komfortables
„Shorthand“-BASIC. „Shorthand“ deshalb, weil durch einen einzigen
Tastendruck ganze BASIC-Befehle geschrieben werden konnten. Alternativ
konnte man den Befehl aber auch ausschreiben. Anders als der Sinclair Spectrum
besitzt der electron eine echte Schreibmaschinentastatur.
Pole Position weiterhin auf der Überholspur
Atari veröffentlichte sein Autorennspiel
Pole Position für den
Atari 400/800 und 600 XL und setzte damit einen neuen Standard für
Autorennspiele auf Heimcomputern. Für 149,00 DM konnte sich der
Spieler innerhalb von 73 Sekunden auf der schwierigen Strecke, für
den Grand Prix qualifizieren. Auf dem Bildschirm wurden dabei der
gewählte Gang, der Punktezähler, der Rundenzeitmesser, der
Geschwindigkeitsmesser und Wettrennmesser eingeblendet.
Die Top-Ten der Wunderkisten
Die Hitparade der Heimcomputer wurde am Anfang des Jahres deutlich vom
Commodore 64 angeführt. Atari folgte mit dem 600 XL auf dem zweiten Platz.
Den letzten Platz belegten die Computer von Spectravision.
- Commodore 64
- Atari 600 XL
- Commodore VC 20
- Colour Genie
- Dragon 32
- Sinclair ZX81
- Atari 400
- Atari 800 XL
- TI 99/4A
- Spectravideo SV-318/328
Spielerischer Exot aus Taiwan
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Mit der Titelzeile „Zum Spielen geboren“ wurde der BIT 90 beworben.
Der Taiwanese kam mit einer 3,85 MHz getakteten Z80A-CPU daher und
bot 18 KByte RAM die auf insgesamt 64 KByte RAM ausgebaut werden konnten.
Mit ca. 500,00 DM Anschaffunskosten lag er im Mittelfeld des Marktes,
zusammen mit dem ZX Spectrum, Atari 600 XL und VC 20.
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Der BIT 90 aus Taiwan war auch in der Lage Atari- und Colecovision-Software zu nutzen.
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Die guten Klangmöglichkeiten über drei Ton- und Rauschgeneratoren konnten seinen Programmierern
und Nutzern zu den vielfältigsten Geräuscheffekten verhelfen.
Außerdem war er in der Lage sämtliche Atari- und Colecovision-Software
zu verarbeiten. Dadurch erschloss sich dem BIT 90 eine umfangreiche
Sammlung an fantastischen Spielen. Die grafischen Qualitäten:
70 Symbole bei entwender 64 x 48 Pixel oder 256 x 192 Pixel und 16 Farben,
unterstützen den Spielspaß. Kaufen konnte man den BIT 90 bei
Conrad Eletronic in Hirschau.
Ein Klassiker unter den Joysticks wird geboren
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Der Competition Pro Joystick von Dynamic. Der Inbegriff des Joysticks.
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Dynamics Competition Pro-Joystick ermöglichte Videospielern
Zuhause die gleiche Qualität und Reaktionszeit wie in der Spielhalle.
Der Joystick wurde mit fast abnutzungsfreien Mikroschaltern ausgestattet,
was seinerzeit durchaus nicht üblich war. Durch die solide Technik
des Joysticks waren Spitzenrekorde bei Decathlon, Pole Position oder anderen
Hochleistungssportspielen möglich.
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Activision brachte
River Raid und
Kaboom! für
die Atari Homecomputer auf den Markt und setzte damit seine Serie
ausgezeichneter Steckmodule fort. Atari selbst lieferte die von den
Videospielkonsolen bekannten Hits ebenfalls ab sofort für die
eigenen Homecomputer aus.
Darunter befanden Klassiker wie
Donkey Kong,
Qix, Caverns of Mars
sowie
Dig Dug. Der Bann war gebrochen: nun stand das Spieleangebot
für Heimcomputer dem Angebot für Videospielkonsolen im nichts mehr nach.
Dennoch bedeutete dies nicht den Untergang der Konsolen.
Meilensteine der Videospiele
Synapse Software bot eine Sammlung verschiedener Spiele an,
die unter Ariolasoft vertrieben wurden. Die legendären Spiele
Blue Max, Fort Apocalypse,
Pharaoh's Curse,
Drelbs, Necromancer und
Shamus fanden ihren Weg in die Verkaufsregale.
Neue Spiele von Synapse Software - Eigentlich schon Spiele von morgen.
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Allesamt grossartige Titel, die die Spielewelt nachhaltig beeinflussen sollten.
In
Shamus (99,00 DM bei Ariolasoft)
musste der Spieler durch ein Labyrinth in die Höhle des Shadow
gelangen, um diesen dort zu vernichten. Der Weg dorthin führte
über unterschiedliche Etagen, von denen jede in 32 Räumen
aufgeteilt war. Als Verteidigung gegen Roboter-Androiden und
Schnapp-Springern dienten in
Shamus Ionenstrahlen die der Held in alle acht
Bewegungsrichtungen abfeuern konnte. Ausserdem gab es überall
im Labyrinth Fragezeichen, die bei Berührung angenehme oder
unangenehme Überraschungen feilboten.
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