Startseite  
Artikel
Artikel
Kontakt
Kontakt
Über uns
Über uns
Verweise
Verweise
RetroReader
RetroReader


Artikel
Artikel

TATSACHEN


1984 - Die goldene Ära der Heimcomputer

Jungle Hunt:
Der legendäre Jungleforscher erobert die Atari-Heimcomputer.
Quantum Leap:
Die Firma Sinclair wollte mit dem neuen Heimcomputer QL den PC-Markt aufmischen.
Milton Bradley:
Die amerikanische Firma bringt mit dem Vectrex-System die Arkaden in die Kinderzimmer.
 
Rückblick auf das Jahr 1984 -
Die goldene Ära der Heimcomputer
TEXT UND BILDER: ANDRÉ EYMANN
KATEGORIE: ZEITGESCHEHEN
AUSGABE: DEZEMBER 2002
1 | 2 | 3 | DRUCKEN


Ein ZX81 mit Weichgummitasten
Kurios: der Power 3000 kam als Jedermann-Computer daher. Die ZX81-Kopie von Creon Enterprises aus Hongkong wurde für nur 38 US-Dollar angeboten und bot eine Weichgummitastatur die wesentlich besser zu bedienen war, als die Original-Folientastatur des ZX81. Er konnte sowohl mir dem Sinclair ZX-Printer als auch mit der 16 KByte-Erweiterung seines Vorbilds betrieben werden.

Der Power 3000 von Creon Enterprises. Ein ZX81 für 38 Dollar inklusive Monitoranschluß.
Der Power 3000 von Creon Enterprises. Ein ZX81 für 38 Dollar inklusive Monitoranschluß.

Zusätzlich bot der Power 3000 einige Neuerungen, die dem ZX 81 fehlen. Dazu gehörten beispielsweise:
  • Die Möglichkeit zum Anschließen eines Monitors.
  • Ein Anschluss für einen Atari-Joystick.
  • Akustische und zusätzlich durch Buchstaben gekennzeichnete Fehlermeldungen.
Nachteile: lange Lade- und Speicherzeiten mit dem Kassettenrecorder, keine Farbdarstellung und mangelhafte Grafikauflösung von ebenfalls nur 22 Zeilen mit jeweils 32 Zeichen.

Abenteuer und Südseeschönheiten
Woran denkt ihr bei Sätzen wie „Lianen im Urwald“ oder „Kannibalen und hübsche Mädchen“? Na klar: an Jungle Hunt natürlich! Nun hatte der bereits auf dem Atari 2600 berühmt gewordene Abenteurer endlich auch auf den Atari-Computern eine Heimat gefunden.

<i>Jungle Hunt</i> von Atari erobert die Herzen der Bildschirm-Abenteurer.
Jungle Hunt von Atari erobert die Herzen der Bildschirm-Abenteurer.
  Und so schwang er sich durch den Urwald, schwamm durch Schwärme von Krokodilen, hütete sich vor Steinlawinen und trickste am Ende die Speere der Kannibalen aus, um seine Liebste umarmen zu können. Für 99,00 DM konnte man sich, wenn man geschickt war, als Held im Jungle beweisen und bei seinen Freunden mit bestandenen Gefahren prahlen.

Sinclair-Messe in London
Im Frühling 1984 fand die 10. Sinclair ZX-Microfair-Messe in London statt. Die Hauptattraktionen waren eindeutig die Microdrives, Sinclairs neues Speichermedium, und der QL (engl. Quantum Leap) mit dem Sinclair den Personal-Computer-Markt erobern wollte. Die Sound-Box von Cheeta für ca. 30 englische Pfund brachte dem ZX81 oder dem ZX Spectrum das Sprechen bei.

Für 45 Pfund bot die Firma A. G. F. Hardware ein Interface plus Joystick für den Spectrum an, so daß endlich auch die Spielernaturen ihres Lieblings zufriedengestellt wurden. David Husband bot für 30 Pfund ein Forth-ROM für den ZX81 mit einer 16 KByte-Erweiterung an, daß dem kleinen Riesen zu einem neuen Leben verhalf. Mit dem Modul konnten ZX 81-Besitzer eine neue Programmiersprache erlernen.   Ein Stand auf der 10. Sinclair ZX-Microfair-Messe.
Ein Stand auf der 10. Sinclair ZX-Microfair-Messe.

Spielhalle für Zuhause
„Das Unterhaltungssystem Vectrex schafft die Atmosphäre eines Spielautomaten“. So wurde Milton Bradley's (MB) Vectrex in der Mai-Ausgabe der HC von 1984 vorgestellt.

Das Vectrex von Milton Bradley liefert Spielhallenfeeling nach Hause (1983).
Das Vectrex von Milton Bradley liefert Spielhallenfeeling nach Hause (1983).
  Und tatsächlich wurde die Konsole, seit ihrer Einführung auf der Nürnberger Spielwarenmesse 1983, sehr beliebt. Das Grundgerät war für ca. 300,00 DM zu haben und die bereits 24 vorhandenen Spielkassetten kosteten nur etwa 50,00 DM das Stück. Die Grafikdarstellung der Vectrex wurde über Vektoren vorgenommen, einer Technik die sich durch eine äußerst genaue Abbildung und hohe Bildauflösung auszeichnet. So waren echte 3D-, Zoom- und Dreheffekte möglich, die man sonst nur aus der Spielhalle kannte. Die Spiele der Vectrex umfassten alle Bereiche. So gab es typische Ballerspiele wie Bedlam, Scramble und Star Wars aber auch Berzerk, Soccer oder Pac-Man. In Deutschland wurde das System von der Grosshandelskette Metro vertrieben.

Atari holt auf
In der Mitte des Jahres stellte sich die Hitparade der Heimcomputer bereits etwas anders als zu Beginn dar. Der Atari 800 XL ist nun dicht auf den Fersen des Commodore 64.
  1. Commodore 64
  2. Atari 800 XL
  3. Atari 600 XL
  4. Commodore VC 20
  5. Laser 210
  6. Eaca Colour Genie
  7. ZX Spectrum
  8. VZ 200
  9. Spectravideo SV-318/328
  10. TI 99/4A

Zwischenbewertung: Atari konnte seine neuen Heimcomputer sichtbar auf dem Markt etablieren. Der Sinclair ZX81 wurde von seinem großen Bruder Spectrum abgelöst und Texas Instruments sowie Spectravideo bilden weiterhin das Schlusslicht.

Professionelle Steuerung für Jedermann
Profis wechselten vom Amateur-Joystick zur neuen Generation der Steuerknüppel, die das Gefühl der Spielhalle in den eigenen vier Wänden boten. Beim Arcade Professional von Emax wurden die Feuerknöpfe des Joysticks in eine 36 x 20 cm grosse Konsole integriert. Das lästige halten des Joysticks in der Hand entfiel somit und optimale Ergebnisse auf dem Bildschirm wurden möglich. Das Gerät konnte für 139,00 DM bei der Firma Eckard Begerow bezogen werden.

Arcade Professional von Emax Computing - Zocken wie in der Spielhalle.
Arcade Professional von Emax Computing -
Zocken wie in der Spielhalle.

Adventure-Spiele etablieren sich
Was auf dem Atari 2600 mit Adventure schon seit 1980 Realität war, nahm nun auch Einzug in die Heimcomputerwelt. Die sogenannten „Adventure games“ kamen und brachten neue Ausblicke für Computerspiele mit. Helden waren nicht mehr länger seelenlose Killer, sondern wandelten sich zu phantasievollen Kombinierern. Auf einmal ging es um ein flexibles Programmgeschehen, daß direkt vom Spieler beeinflusst wurde.

Das Spiel <i>Galahad</i> von Douglas Crockford. Phantasievolles Kombinieren ist gefragt.
Das Spiel Galahad von Douglas Crockford. Phantasievolles Kombinieren ist gefragt.
  Für 49,00 DM konnte man das Spiel Galahad - Schloss des Grauens von Douglas Crockford für seinen Atari-Homecomputer kaufen und in ein nahezu endloses Abenteuer stürzen. Es galt als Ritter Galahad den heiligen Gral in König Arthur's Mittelalter zu finden. Vier Burgen, die auf insgesamt 16 Bildschirmen verteilt waren, verbargen ein Geheimnis.

Dabei wechselte das Spiel zwischen Grafik- und Dialogdarstellung, mischte aber auch manche Momente. Im Englischen hieß das Spiel übrigens Galahad And The Holy Grail und war einer der größten Hits für den Atari 800 Serie im Jahr 1982.
mehr...