Das Geheimnis des Mount Fuji
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Ein altes hartnäckiges Gerücht besagt, dass die Form des legendären Atari-Logo
ursprünglich den Mount Fuji in Japan darstellt. Diese Bedeutung findet sich bis
heute in vielen seriösen Artikeln. Für mich war diese Aussage schon immer recht
zweifelhaft und zeigt einmal mehr wie oft Medien falsche Informationen enthalten.
Warum sollte auch der Amerikaner Nolan Bushnell einen Berg in Japan als
Markenzeichen für seine Firma verwenden?
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Das Atari-Logo. Das ultimative Statussymbol der ersten Videospiele-Generation.
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Der Begriff
Atari stammt zwar aus dem asiatischen Brettspiel
Go welches
Bushnell gerne in seiner Studienzeit spielte, aber es existierte kein besonderer
Grund sein Logo ebenfalls an einem japanischen Wahrzeichen auszurichten.
Allan Alcorn, Mitbegründer von Atari und
Pong-Programmierer erzählte im Jahr 2007
über das berühmte Firmenzeichen:
„Was es bedeutet weiß ich nicht genau. Es wurde von vielen Leuten immer
für Japans höchsten Berg gehalten, aber wir hatten in der Firma niemals eine
Debatte darüber. Es war immer nur unser Logo; und ein verdammt gutes.“
— ALLAN ALCORN
Doch die wahre Geschichte über die Entstehung der drei weltberühmten Steifen
lüftete George Opperman 1983 in einem kleinen Interview der amerikanischen
Zeitschrift
Videogames:
„Es war 1972, George Ferraco fragte mich damals, ob ich ein paar Entwürfe
für ein passendes Atari-Firmenlogo machen könnte. Solche Symbole sind visuelle
Spitznamen der Unternehmen, die darin gerne ihren Anfangsbuchstaben verwenden.
In sechs Monaten fertigte ich dafür ungefähr 150 Vorschläge und Skizzen an.
Dabei versuchte ich immer irgendwie das
A von Atari zu präsentieren.
Jedenfalls sah ich mir eines Tages
Pong etwas genauer an, das bekannteste
Videospiel seiner Zeit.
Pong hatte in der Mitte diese markante Linie und der
Ball bewegte sich von jeder Seite kraftvoll darauf zu. So kam es letztendlich
zu dem finalen Logo, die Mittelinie und zwei äußeren Streifen die sich
symbolisch als Ball von unten nach oben auf das Zentrum zu bewegen.“
— GEORGE OPPERMAN
Ohne jeden Zweifel war dieses unscheinbare Symbol die brillanteste und
wertvollste Arbeit, die George Opperman je für Atari geleistet hat.
Abbildungen oben: November 1972, der Automat
Pong besaß noch nicht das
weltbekannte Firmenzeichen sondern zeigte nur einen schnöden Schriftzug.
George Opperman verstarb bereits 1985 im Alter von nur 50 Jahren, er gilt
heute als einer der Pioniere, die bunte elektronische Pixel erstmals in greifbare,
anschauliche Bilder verwandelten.
Obwohl daraus nach all den Jahren eine milliardenschwere Branche entstanden
ist, brauchen seine frühen Werke den Vergleich mit der heutigen Konkurrenz nicht
zu fürchten. Mittlerweile sind über drei Dekaden vergangen, unzählige Videospiele
erblickten das Licht der Welt, trotzdem haben es nur ganz wenige Titel in die
Hall of Fame geschafft. Die technische Evolution hat währenddessen ganze
Genres wieder aussterben lassen, fast schon erschreckend, wie wenige Bereiche
überhaupt noch existieren. Ego-Shooter, Echtzeit-Strategie, Fantasy-Rollenspiele,
Autorennen und Sportsimulationen sind die fundamentalen Eckpfeiler der
interaktiven Unterhaltungsindustrie, aber wo bleiben die großen Innovationen der Zukunft?
Bis es soweit ist, lohnt sich jedenfalls ein Blick zurück in unsere Vergangenheit,
dort wo brillante Spielideen, nostalgische Erinnerungen und historische
Hardware harmonisch aufeinander treffen.
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