Vorwort von Guido Frank
Überarbeiteter Auszug aus dem
Atari Bundesliga-Magazin vom Februar 1984.
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Am Ende des Jahres 1983 hatte ich die Ehre bei einem Besuch der Firma Atari in
Hamburg zufällig auf Klaus Wolf zu treffen, der sich ebenfalls
gerade dort aufhielt. Diese günstige Gelegenheit wurde selbstverständlich
gleich dafür genutzt, um ein Interview zu machen, das in dem
darauffolgenden Atari Bundesliga-Magazin im Februar 1984 erscheinen sollte.
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Josef Strater, Klaus Wolf und Hans-Ueli Hasler (von links) bei der Centipede-Weltmeisterschaft 1983.
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Klaus Wolf war der doppelte Deutsche Juniorenmeister (Alter bis 25 Jahre)
der offiziellen Atari Weltmeisterschaften von 1982 in
Pac-Man
sowie 1983 in
Centipede. Somit also auch der deutsche Vertreter
bei den weiteren Wettkämpfen für die Weltmeisterschaft. Einen
deutschen Weltmeister gab es aber leider nur einmal, das war 1982
Johann Beiderbeck als
Pac-Man-Weltmeister in der Seniorenklasse
(Alter ab 25 Jahre).
Beachtlich war die Leistung, daß Klaus Wolf zwei Jahre
hintereinander der deutsche Favorit für die Atari-Weltmeisterschaft war, wenn
man bedenkt, wieviel deutsche Spieler damals an den beiden
Weltmeisterschaften zusammen teilnahmen!
Guido Frank: Wie alt bist Du und wo wohnst Du?
Klaus Wolf: Ich bin 16 Jahre alt und wohne in Neuwied. Das liegt ungefähr
15 km von Koblenz entfernt.
Guido Frank: Seit wann und woher kennst Du Atari?
Klaus Wolf: Ich kenne das VCS 2600 seit circa drei Jahren, wo ich es erstmals
in einem Spielwarengeschäft gesehen habe.
Guido Frank: Wie bist Du zur
Pac-Man-Weltmeisterschaft gekommen?
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Klaus Wolf trifft im Rahmen der Weltmeisterschaft auf den bekannten Fernsehmoderator Michael Schanze.
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Klaus Wolf: Als ich mir das Atari-Telespiel gekauft hatte, meldete ich mich
sofort im Atari-Club an und habe durch das
Clubmagazin erfahren,
daß es eine
Pac-Man-Weltmeisterschaft geben wird. Diese wurde
zuerst in den Fan-Clubs ausgetragen. Ich hatte inzwischen einen
solchen gegründet und mitgemacht. In meinem Club hatte ich
gewonnen und bin daraufhin von der Firma Atari nach Hamburg zur
Deutschen Meisterschaft eingeladen worden.
Dort kam ich als letzter an, wegen schlechter Zugverbindungen, habe mitgespielt
und knapp gewonnen. Daraufhin sollte ich zur Weltmeisterschaft nach Monaco.
Jedoch eine halbe Woche vor dem Start der Weltmeisterschaft starb dann Gracia Patricia
von Monaco und die Regierung setzte eine Woche
Staatstrauer an. Atari verlegte nun die Weltmeisterschaft innerhalb von zwei
Tagen nach Paris. Dort habe ich gegen insgesamt 15 Nationen
gespielt und den vierten Platz belegt.
Guido Frank: Welche der beiden Meisterschaften war besser organisiert?
Klaus Wolf: Die
Centipede-Meisterschaft war besser organisiert, denn bei der
Deutschen Meisterschaft hat jeder eine Urkunde erhalten, was
letztes Jahr bei der
Pac-Man-Meisterschaft nicht der Fall war.
Außerdem bekamen die Gewinner, das heißt Josef Strater und ich,
eine Medaille.
Guido Frank: Hast Du eigentlich schon 1981 bei der Asteroids
Weltmeisterschaft mitgemacht?
Klaus Wolf: Nein, damals hatte ich das Atari-Telespiel noch nicht.
Guido Frank: Wieso glaubst Du bist Du Deutscher Meister in
Pac-Man und
Centipede geworden?
Junge Videospieler unter dem Sternenhimmel. Impression von der Centipede-Weltmeisterschaft von 1983.
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Klaus Wolf: Weil ich meine Gegner überschätzte und dadurch sehr viel
geübt habe. Bei der
Centipede-Meisterschaft hatte ich schon so
viel Erfahrung durch die Computerspiele, denn bei der
Pac-Man-Meisterschaft
hatte ich einen Atari 800 Computer gewonnen. Durch die Routine am Joystick hatte ich keine Probleme zu gewinnen.
Guido Frank: Was waren Deine genauen Punktzahlen bei den Wettkämpfen?
Klaus Wolf:
- Pac-Man Deutsche Meisterschaft: um die 10.900 Punkte in 15 Minuten.
- Pac-Man-Weltmeisterschaft: 15.475 Punkte in 20 Minuten.
- Centipede Deutsche Meisterschaft: 254.061.5 Punkte (Vorrunde 15 Minuten + Endrunde 20 Minuten, durch 2).
- Centipede-Weltmeisterschaft: 297.517 Punkte in 20 Minuten.
Guido Frank: Wie waren die Weltmeisterschaften organisiert?
Klaus Wolf: Sie waren echt spitze organisiert. In Paris wohnte ich in
einem Vier-Sterne-Hotel und in München im Sheraton. Es gab zum
Beispiel auch eine Stadtrundfahrt durch München in einer
gemieteten Straßenbahn. Das Hotel und die Spesen übernahm
komplett Atari.
Guido Frank: Was ist Deine Meinung zum Atari VCS 2600?
Klaus Wolf: Seitdem ich den Atari 800 Computer habe, finde ich die VCS
Konsole nicht mehr gut, denn für meinen Computer gibt es viel
bessere Spiele. Aber für jemanden, der die Qualitäten des
Computers nicht kennt, ist es spitze.
Guido Frank: Wirst Du an weiteren Atari-Weltmeisterschaften noch teilnehmen?
Klaus Wolf: Natürlich werde ich bei den neuen Meisterschaften wieder
mitmachen. Anmerkung des Autors: Leider war die
Centipede-Weltmeisterschaft 1983 die letzte,
die von der Firma Atari ausgetragen wurde.
Guido Frank: Du warst eine Woche bei Atari zu Besuch, was kannst du davon
berichten?
Klaus Wolf: Dort habe ich ein wenig programmieren gelernt. Die
Arbeitsatmosphäre ist dort sehr locker. Außerdem sind die
Mitarbeiter dort sehr nett zu mir gewesen.
Guido Frank: Was ist Dein Lieblingsspiel für das VCS 2600?
Klaus Wolf: Es gibt da keine. Denn mir geht es so: wenn ich ein neues
Spiel habe, das mir gefällt, spiele ich einige Wochen lang und
dann hängt es mir zum Hals raus.
Guido Frank: Welche Aktivitäten finden in Deinem eigenen Atari-Club statt?
Klaus Wolf: Wir machen zwar keine Meisterschaften, spielen aber jeden
Tag zusammen. Meistens spielen wir gegeneinander, daß macht mehr
Spaß als alleine zu spielen.
Tschüss, Euer Klaus Wolf
© 2003
GUIDO FRANK