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TATSACHEN


Die Komm Puter
im ZDF

Wann und wo?
Die Sendung wurde 24mal zwischen 1989 bis 1990 im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) ausgestrahlt.
Zusammenarbeit mit Atari:
Für die inhaltliche Gestaltung hat Klaus Möller direkt mit Atari Deutschland und beispielsweise der Heidelberger Softwareschmiede Application Systems zusammengearbeitet.
Im Tal der kleinen Könige:
Diese Berichterstattung war ein Dreiteiler von Christian Spanik über das Silicon Valley der frühen 1990er Jahre.


 
Komm Puter - Die ultimative Computersendung im ZDF mit Max Babbelnase und Klaus Möller

TEXT UND BILDER: KLAUS MÖLLER
KATEGORIE: TV & FERNSEHEN
AUSGABE: DEZEMBER 2005
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Der Zeit zu weit voraus
Auch die von Klaus Krüsken moderierte Computerzeit in der ARD verschwand damals leider wieder vom Bildschirm wie auch Komm Puter wieder in den Annalen der Geschichte, wobei Ansatz, Idee und Konzeption durchaus eine weitaus längere und intensivere Bildschirmpräsenz zugelassen hätten.

Leider ist es auch in der heutigen Zeit immer noch so, dass Fernsehmacher sich an Akzeptanz und Quote orientieren müssen. Kurioserweise werden mit Computerspielen Millionen Euro umgesetzt und in fast jedem Kinderzimmer steht heute eine Spielkonsole oder ein PC, aber leider findet diese Entwicklung in keinem einzigen Fernsehsender eine entsprechende Darstellung. Entweder reduziert man den Umgang mit PCs auf Technisches oder hat nicht den Mut auch mal außergewöhnliche Sendeformate zu probieren. Das ZDF und 3sat tragen dieser Entwicklung mit Sendungen wie webcamnights, nightscreen und Neues - die Computershow in 3sat Rechnung. Aber meiner Meinung nach dürfte es durchaus etwas mehr an Computerthemen sein.

Nach 24 Sendungen mussten wir erkennen, dass wir einfach der Zeit ein wenig zu weit voraus waren und das Sendeformat - Erwachsene hielten damals noch Computer für überflüssig und das Internet war für viele Zeitgenossen ohnehin ein nicht ernst zu nehmender Schwachsinn, oder aber sie kannten es nicht einmal - keine Überlebenschance hatte.

Klaus Möller, (r.) begrüßt heute in der Computer-Corner Frau Spacey-Rennings, Vertreterin einer großen Computerdruckerfirma, die einen Laserdrucker vorstellt. Laserdrucker sind in der Lage in Verbindung mit einem Home- oder Personalcomputer druckreife Vorlagen zu erstellen und ein perfektes Schriftbild abzuliefern. Sendung Technik 2000 vom 26.10.1987. Copyright: ZDF und S.E.T.
Klaus Möller, (r.) begrüßt heute in der Computer-Corner Frau Spacey-Rennings, Vertreterin einer großen Computerdruckerfirma, die einen Laserdrucker vorstellt. Laserdrucker sind in der Lage in Verbindung mit einem Home- oder Personalcomputer druckreife Vorlagen zu erstellen und ein perfektes Schriftbild abzuliefern. Sendung Technik 2000 vom 26.10.1987. Copyright: ZDF und S.E.T.

Leider scheiterte damals auch meine Sendung Technik 2000 letztendlich an der Utopie-unfähigkeit des gesellschaftlichen Mainstreams. Mit ein wenig Wehmut sehe ich heute die aufblühenden Formate wie Wissen macht Ah! oder Galileo die offensichtlich alle gute Quoten und einen herausgehobenen Sendeplatz haben. So gesehen ist es eine tolle Sache, dass diese Sendereihen heute eine oft gute Einschaltquote haben und deren Überleben dadurch auch gesichert ist, denn WISSEN kann selten schaden und OFT nützen.

Wissen ist Macht
Aber zurück zu unserem Max Babbelnase. Dank der inhaltlichen und formalen Unterstützung durch Atari Deutschland konnten wir mit Komm Puter Akzente setzen und dem damaligen Flaggschiff von Atari dem damaligen ultimativen Home - und Kleinbusiness Computer ein Forum verschaffen, von dem wir dachten, dass dieses Gerät es verdient hatte.

Was steckt hinter dem Vermächtnis des geheimnisvollen Prof. Dr. Bytinius von Bitstein? Sendung Komm Puter vom 13.09.1990. Copyright: ZDF und Look Video & Film Wiesbaden.
Was steckt hinter dem Vermächtnis des geheimnisvollen Prof. Dr. Bytinius von Bitstein? Sendung Komm Puter vom 13.09.1990. Copyright: ZDF und Look Video & Film Wiesbaden.
  Denn neben dem Amiga von Commodore gab es noch was anderes - und das war nun mal der Atari, der für die damalige Zeit auch bereits sehr interessante Features vorhielt. Eine kleine Heidelberger Softwareschmiede (Application Systems) hatte seinerzeit tolle Programme für den Atari entwickelt, die ihn aus der Ecke des reinen Spielecomputers herausholte und ihm ein fähiges Gesicht auch für die Bürokommunikation gab. Hier konnten wir ansetzen und sowohl Erwachsene als auch Kinder für die neuen Technologien begeistern und dank der ausführlichen Recherche von Christian Spanik im Silicon Valley bei San Francisco auch ein wirklich historisches Highlight in der Berichterstattung setzen mit dem Dreiteiler Im Tal der kleinen Könige.

Wie auch immer - wir und das ZDF waren dabei in einer entscheidenden Phase der Computerentwicklung in Deutschland und hatten - zumindest in 24 Sendungen - die Möglichkeit Kindern und Jugendlichen ein Fenster geöffnet für die neuen Medien - und das in einem so großen Sender wie dem ZDF.

Darauf - und auf die gute Zusammenarbeit mit Hans Georg Mahler und seinem Max Babbelnase, dem Super Komm Puter aus Stoff und Pappe, bin ich heute noch stolz!



Mehr über Klaus Möller:
  • Geboren am 06.02.1952 in Frankfurt am Main
  • von 1972 bis 1974 beim Hessischen Rundfunk
  • seit 1974 beim ZDF in Mainz
  • ab 1975 Moderation der Jugendsendung Schüler-Express
  • 1985 bis 1989 Moderation von Computer Corner, gemeinsam mit Biggi Lechtermann
  • 1989 Moderation von Komm Puter
  • 1993 Kulturpreis der Stadt RODGAU für künstlerisches Gesamtwerk
  • 1993 bis 1996 Moderation der Spielecke in Neues - die Computershow in 3sat
  • 1995 Auszeichnung GOLDENER SPATZ der Kinderjury in Gera: Flop Show (ZDF)
  • seit 1998 Redakteur im Redaktionsgruppe Unterhaltung im Programmbereich Kinder und Jugend des ZDF
  • Arbeiten für den ZDF-Kinderkanal (z. B. Die Couchmanns) und das ZDF-Nachtprogramm (nightscreen) des ZDF
  • Darüber hinaus Verfasser verschiedener Gedichtbände wie Lastwagenlyrik, sowie Bücher (Beispiel: Verfluchter Computer!)
  • 2005 Popstar Nena engagiert und verantwortlicher Redakteur für die Synchronisation von Nenas Beitrag in TABALUGA TIVI am Children's Day of Broadcasting

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© 2005 KLAUS MÖLLER





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