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Das Cover des Kultboy-Hefts vom Januar 2009 (Bild: René Achter)
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Vorwort von André Eymann
Internetseiten wie
Kultboy.com verdienen aus meiner Sicht mehr Beachtung,
als ihnen im Spielejournalismus zugeteilt wird. Denn sie tragen mit ihren vielfältigen Informationen
zu einer wesentlichen Erhaltung kulturellen Wissens über die Computer- und Videospielgeschichte bei.
Kultboy.com ist ein hervorragendes Beispiel hierfür. Nicht nur,
weil die Macher der Seite ungezählte wertvolle Details über die Systeme, die Spiele
und die Menschen der Branche festhalten und lebendig darüber diskutieren, vielmehr
noch, weil diese Internetseite von den Spielern selbst gestaltet wird
und somit einen unvergleichlichen Tiefgang aufweist. Wer könnte besser
über die gute alte Computerspielezeit berichten als die Spieler selbst?
In diesem Jahr wird
Kultboy.com bereits 8 Jahre alt. Grund genug,
ein kleines autobiografisches Portrait mit der Entwicklungsgeschichte der Seite zu veröffentlichen.
Michael Schmitzer, der Vater und Namensgeber von
Kultboy.com, fasst die letzten 8 Jahre für uns zusammen.
Die erste Begegnung mit Videospielen
Meine erste Berührung mit Computerspielen fand in einem Gasthaus statt,
in dem mehrere Videospielautomaten standen. An welchem Automaten ich damals genau spielte, weiß ich
heute leider nicht mehr, aber das Medium faszinierte mich sofort! Einige Jahre später
bekam ich ein Atari 2600 VCS (die erste Version mit dem Holzimitat) mit einigen Spielen geschenkt,
unter anderen waren
Pitfall! und
Asteroids dabei. Gerade
Asteroids
hatte es mir sehr angetan, da es für die damaligen Verhältnisse spielerisch beeindruckend war.
Ein wenig später kamen dann noch ein Commodore 64
und einen Amiga 500 hinzu. Aber gerade die Ära von Atari und Commodore hatte meine Kindheit und
Jugend geprägt und gerade deshalb liebe ich auch heute noch die alten Spiele.
Spiele hatten für mich schon immer eine große Bedeutung. Ich muss aber dazu sagen,
dass ich neueren Spielen gegenüber eher abgeneigt bin. Ich kann mit den heutigen Spielen
nicht mehr so viel anfangen wie mit den Klassikern. Die meisten
heutigen Spiele finde ich einfach langweilig, zu kurz oder schlecht durchdacht.
Ausnahmen gibt es natürlich dennoch, wie zum Beispiel
Geheimakte Tunguska 2 oder
Civilization IV.
Als meine Lieblings-Videospiele aller Zeiten würde ich
Asteroids,
Sim City, Civilization, Monkey Island und
Die Siedler bezeichnen.
Die Liebe zur Power Play (1990)
Meine erstes selbstgekauftes Spielemagazin war die legendäre Zeitschrift
Power Play im Dezember 1990.
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50 Schilling kostete damals die Power Play aus dem Markt & Technik Verlag.
Das war viel Geld für mich, da ich als 10-jähriger, keine 50 Schilling Taschengeld im Monat bekam.
Stundenlang betrachtete ich die Bilder im Heft und schwärmte von den tollen Spielen,
die ich noch nicht hatte. Ab diesem Zeitpunkt kaufte ich die Power Play monatlich.
Vereinzelt kaufte ich auch andere Magazine, wie die ASM oder Amiga-Joker.
Meine große Liebe aber galt damals uneingeschränkt der Power Play.
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Michael Schmitzer hat die Internseite Kultboy.com gegründet
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Neue Magazine und der Wechsel zur PC Games (1991-1996)
Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich das erste Mal die
ASM gekauft habe.
Ich bin wie immer mit dem Rad zur Trafik gefahren, um zu schauen, ob die neue
Ausgabe der
Power Play schon da ist und da entdeckte ich die
ASM Ausgabe Januar 1991.
Die
Power Play war leider noch nicht erschienen, dafür nahm ich die
ASM mit
und ich war auch von dieser Zeitschrift sofort begeistert. Besonders gefielen mir
der lockere Schreibstil und das Feedback. Von nun an kaufte
ich beide Magazine, die
Power Play und
ASM, regelmäßig.
Die
Amiga Joker nur sporadisch, die Zeitschrift sagte mir damals nicht so zu wie heute.
Drei Zeitschriften jeden Monat konnte ich mir auch nicht leisten.
Ab 1994 kaufte ich die
ASM nur noch von Zeit zu Zeit, da das Heft
von der Qualität stark nachgelassen hatte. Meine letzte
PowerPlay war
die Ausgabe vom Mai 1996. Die Zeitschrift hatte inhaltlich für mich
ihren Reiz verloren, da alle lieb gewonnenen Redakteure wie Heinrich Lenhardt,
Anatol Locker, Michael Hengst,
Boris Schneider, Martin Gaksch,
Winnie Forster und Volker Weitz
zu dieser Zeit
bereits ausgeschieden waren. So wechselte ich zur
PC Games,
die 1996, im Gegensatz zu heute, sehr gut gemacht war.
Die Herkunft des Kultboys (1998)
Ich war gerade 18 Jahre alt geworden, hatte mir ein neues ELSA Microlink 56k Modem gekauft,
um auch endlich einmal die Welt des Internet kennenzulernen, da ich soviel von Arbeitskollegen darüber gehört hatte.
Ich wollte schon immer einmal das Chatten ausprobieren, und so landete ich auch schnell
in einem sogenannten Chatroom. Da man dafür einen Nicknamen brauchte,
dachte ich mir einen Namen aus. In kürzester Zeit lernte ich dann
in meiner Umgebung jemanden kennen, die sich Kultgirl nannte. Zuerst als
Gag angedacht, nannte ich mich einfach
Kultboy. Das gefiel mir,
und so blieb auch der Name an mir für die Zukunft hängen.
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Das Banner von Kultboy.com
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Die Retro-Welle und die Geburt einer Idee (1999-2000)
Erst durch das Internet kam ich wieder in Berührung mit den alten Spieleklassikern.
Erste Versuche waren, WinUAE (ein Commodore Amiga Emulator) zu starten und diverse Spiele darauf zu spielen,
um meine alten Kindheitserinnerungen wieder aufzufrischen. Ziemlich schnell
landete ich damals im GAEB (German Amiga Emulation Board), um mich mit Gleichgesinnten
über die Spiele zu unterhalten. Ich kannte solche Foren natürlich noch nicht
und es faszinierte mich sofort! In diesem Moment kam bei mir der Wunsch auf,
dass ich etwas mit dem Internet machen will. Ich wollte das Internet nutzen
und verändern und nicht einfach nur benutzen. Nun fing meine Leidenschaft
zum Thema „Retro“ so richtig an.
Power Play- und
ASM-Magazine hatte ich mir ja schon als Kind gekauft und
zum Glück auch alle aufgehoben. Jahrelang in Kisten verpackt, wollte ich
dann wieder ein paar Ausgaben lesen und war auch gleich wieder von den
Heften fasziniert. Da konnten die aktuellen Zeitschriften nicht mithalten.
Ich verschlang also mehrere Ausgaben und dachte mir, vielleicht gibt es da
auch was im Internet darüber? Leider nicht wirklich. Nur da und dort ein
Wort oder spärliche Infos und das war es auch schon. Im GAEB gab es
zwar einige Diskussionen über die früheren Computerzeitschriften, aber das
war nicht das, was ich suchte. Und so stieß ich dann auf das deutschsprachige
Spielemuseum
TheLegacy.de. Das Museum faszinierte mich. So viele
wertvolle Informationen an einem Platz und man konnte sogar selber Daten
zu den Spielen eingeben! Genau das wollte ich. Und da kam mir dann die Idee,
ein Museum für „meine“ Zeitschriften und deren Inhalte zu machen. Wenn schon
Spiele gewürdigt werden, wieso dann nicht auch die Computer- und Videospielezeitschriften?
Wieso nicht Kultboy.com? (2001)
Ich wollte in meiner Domain unbedingt das Wort „Kult“ haben.
Und da ich ja schon länger als
Kultboy in diversen Foren unterwegs war,
dachte ich mir, wieso nicht einfach
Kultboy.com?
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Kultboy.de ging nicht, da ich in Österreich wohne und ich somit keine .de-Domain
registrieren konnte. Eine .at-Domain aber war mir damals einfach zu teuer.
Mittlerweile kosten Internet-Domains ja nicht mehr viel, damals musste man
da aber ca. 60 Euro pro Jahr für eine at-Domain bezahlen. Abgesehen davon, wollte ich sowieso
eine Domain haben, die universell ist und so entschied ich mich für Kultboy.com.
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Bruce Lee für den Commdore 64 von 1984
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Der Startschuss (März 2001)
An den Start ging meine Seite am 19. März 2001 und sie war ursprünglich eigentlich nicht
so geplant, wie sie jetzt ausschaut. Anfangs war angedacht, nur die schlechtesten
Testberichte online zu stellen. Die Idee funktionierte auch zu Beginn,
jedoch je bekannter die Seite wurde, desto lauter wurde der Ruf,
auch die Top-Spiele aufzunehmen. Ich bin mir nicht ganz sicher,
aber ich glaube, der erste Top-Spiele Testbericht war zu
Monkey Island 2 aus der
Power Play.
Die ersten Inhalte waren:
- Tests und Vorschauen:
Diese stammten anfangs nur aus der ASM und Power Play. Später kam noch die Amiga Games hinzu.
- Kult-Figuren-Bereich:
In diesem Bereich werden die Spielfiguren aus den liebgewonnenen Spielen vorgestellt.
- Mag vs. Mag:
In diesem Bereich werden Heft-Wertungen zu einem Spiel gelistet,
die stark auseinander gehen. So sieht man schnell, wie unterschiedlich manche
Spiele bewertet wurden, was einem früher gar nicht so aufgefallen ist.
- Kult-Covers:
Diese Rubrik war anfangs dafür angedacht, richtig gute Spiele-Cover online zu stellen.
Einige Spiele waren bereits mit dem dazugehörigen Cover gelistet.
Ich habe den Bereich aber ein Jahr später geschlossen, da ich der Meinung war, das passte nicht so richtig.
- Mailbox von Rossi:
Wer kennt sie nicht die Leserbrief-Antworten von Herrn Rosshirt?
Diesen Bereich wollte ich anfänglich auch stark forcieren, wurde von mir aber auch nach einem Jahr geschlossen.
Später kamen die Leserbriefe jedoch wieder zurück.
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Der Internetauftritt von Kultboy.com im April 2002
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Und das war es inhaltich eigentlich schon. Ein Gästebuch und ein Forum hatte ich natürlich
damals auch schon.
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