Ein Event für alle Liebhaber klassischer Videospiele
Der Weg führte mich an diesem Samstagabend von Grimma nach Leipzig,
zur
1. Leipziger Retro Games Night. Eingeladen wurde ich, wie
die meisten Gäste, von der Besitzerin des Leipziger Retroladens
Jasmin Gerhardt und ihrem Mitarbeiter Bernhard Lautenbach, die
diese Veranstaltung gemeinsam ins Leben gerufen hatten.
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Von Grimma nach Leipzig ist es dank der Autobahn nur ein Katzensprung.
Und der Veranstaltungsort, ein Nachtverkauf im Leipziger Stadtteil Reudnitz,
war mit dem Navigationssystem auch schnell gefunden. Die Parkplatzsuche gestaltete
sich schon, wie in fast allen Leipzigern Altstadtvierteln, etwas schwieriger.
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Logo der 1. Leipziger Retro Games Night
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Nach kurzer Zeit fand ich aber doch noch einen akzeptablen Parkplatz
fast direkt vor dem Nachtverkauf. Ich hatte meinen Atari 800 XL, mitsamt einiger
Spielmodulen dabei, den ich nicht unnötig weit tragen wollte. Da ich schon
ein wenig spät war, spazierte ich direkt in den hell erleuchteten Nachtverkauf.
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Der Eingang des Nachtverkaufes "Sprutzbude" in der Holsteinstrasse in Leipzig
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Durch die Hintertür zu den 8-Bittern
Dort wusste man natürlich von der Retro-Night. Aber der Eingang zu den
Räumlichkeiten war auf der anderen Gebäudeseite, klärte man mich auf.
Ich durfte aber netterweise durch das Getränkelager des Ladens zu den
Veranstaltungsräumen gelangen. Dort erspähte ich dann auch schon
Bernhard den Organisator dieser Veranstaltung, der sich sichtlich
freute mich begrüßen zu dürfen. Eine handvoll Leute waren schon
da und saßen vor den aufgebauten Videospielen.
Gemütliches Retrogamen in Leipzig. Nintendo-, Sega- und Pong-Konsolen
bieten sich zum Spielen an.
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Die Retro-Night wurde im wesentlichen in zwei Räumen veranstaltet.
Als Highlight des Abends, war ein
Street Fighter-Wettbewerb geplant,
der in dem zweiten Raum ausgetragen werden sollte. Im Flur war
ein kleines Bistro aufgebaut, an dem man günstig Getränke und
auch kleinere Snacks kaufen konnte. In dem anderen Raum gab es die
Gelegenheit, in bequemen Sesseln mit alten Nintendo- und Sega-Konsolen
zu spielen. Sogar ein
Pong-Spiel lief auf einem der Fernseher.
Schon nach kurzer Zeit füllten sich die Räumlichkeiten
mit überwiegend jüngeren Leuten. Da ich mich für den
Street Fighter-Wettbewerb
eingetragen hatte, ergatterte ich schnell noch eine
der SNES-Konsolen, um noch ein wenig üben zu können.
Denn ich hatte bis zu diesem Tage noch nie Street Fighter gespielt.
Für den Street Fighter-Wettbewerb standen insgesamt fünf Super Nintendo Konsolen zur Verfügung
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Bernhard mit seinen SNES-Konsolen im Street Fighter Raum
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Vectrex und Donkey Kong erobert die Herzen
Schon nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass
Street Fighter gar nicht so einfach
zu spielen ist und ich hoffte nicht gegen einen Profi antreten zu müssen.
Nun war es an der Zeit meinen alten Atari 800 aufzubauen
und den Gästen den ersten Auftritt der wohl bekanntesten
Videospielfigur vorzuführen. Die Rede ist natürlich von Mario,
der sein Debüt bei
Donkey Kong
feiert und dort seine Freundin Pauline zu befreien hat.
Zu diesem Zeitpunkt kam aber als später Gast René Meyer,
Computer-Journalist und Eigentümer der größten Videospielsammlung der Welt.
Er stahl mir auch gleich mit seiner mitgebrachten
Vectrex
Mini-Arcade die Show. Jasmin wollte immer schon einmal an dieser seltenen Arcade
spielen und war erst einmal hin und weg. Weiteres Systeme vor Ort waren ein N64, sowie
ein Sega Master System 2. Neben
Street Fighter wurde auf dem N64 auch
Mario Kart,
und auf dem Master System
Sonic gespielt. Für das Vectrex hat René
verschiedene Spiele mitgebracht.
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Jasmin (rechts) konzentriert an der Vectrex-Konsole
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Street Fighter gegen einen Veteran
Nach interessanten Gesprächen mit den anwesenden Leuten wurde
zur Vorrunde des
Street Fighter-Wettbewerbes aufgerufen. Meine
Befürchtungen wurden bittere Realität. Ich durfte, wie sich
im Nachhinein rausstellte, gleich in der ersten Runde gegen einen
Street Fighter-Veteranen antreten. Leider war ich völlig chancenlos
und verlor haushoch.
Das Finale wurde über einen Video-Beamer ausgetragen.
So konnten alle Teilnehmer das Ereignis verfolgen.
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Aber es ging ja um den Spaß. Und der war an diesem Abend auf jeden Fall
vorhanden. Als dann kurz nach Mitternacht der Sieger feststand
und die Siegerehrung über die Bühne ging, lichteten sich auch
langsam die Reihen. Ein sehr gelungener Retro-Abend ging zu Ende
und ich verabschiedete mich dann auch gegen ein Uhr morgens von meinen Gastgebern.
Ich hatte ja noch einige Kilometer bis nach Hause zurückzulegen.
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Der Gewinner bekam von Bernhard einen "Super Nintendo Score Master" überreicht.
Den Traum aller Street Fighter-Profis.
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Interview mit Jasmin Gerhardt (Inhaberin des Leipziger Retroladens)
und Bernhard Lautenbach (Mitarbeiter und Organisator der 1. Leipziger Retro Games Night)
Torsten Othmer: Schön das ihr Zeit habt mir ein Interview zu geben.
Jasmin, Du betreibst in Leipzig den Retroladen, in dem du gebrauchte Videospiele
und Konsolen anbietest. Seit wann existiert Dein Laden?
Jasmin Gerhardt: Im Januar 2006 habe ich den Retroladen hier in Leipzig eröffnet.
Torsten Othmer: Hatten Ihr eine
Retro Games Night
wie diese schon einmal veranstaltet?
Jasmin Gerhardt: Jubiläumsfeiern wurden in der Vergangenheit
schon öfter direkt hier im Laden durchgeführt. Aber so ein Event
war etwas völlig neues für mich und meinen Mitarbeiter Bernhard,
der übrigens auch die Idee zur
Retro Games Night hatte.
Torsten Othmer: Bernhard, wie bist Du auf die Idee gekommen
die
1. Leipziger Retro Games Night durchzuführen?
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Bernhard Lautenbach im Retroladen
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Bernhard Lautenbach: Die Anregungen eine solches Event
zu veranstalten kam von den Kunden des Ladengeschäftes. Aber die Idee
zur Umsetzung hatte ich letztendlich selbst,
als ich mal einen ruhigen Moment in meinem Garten hatte.
Torsten Othmer: Woher habt ihr die ganzen Konsolen
und Fernseher für den Event bekommen?
Bernhard Lautenbach: Die Fernseher und Konsolen haben
wir selber aus dem Bestand des Ladens beigesteuert.
Die Spiele für den
Street Fighter-Wettbewerb mussten wir dazukaufen.
Das letzte Spiel kam gerade noch rechtzeitig am Freitag vor dem Event per Post.
Torsten Othmer: Wie lange habt ihr gebraucht um
alles zu organisieren und wie seid ihr auf die Räumlichkeiten gestoßen?
Bernhard Lautenbach: Freunde von uns haben vor drei Monaten
einen Nachtverkauf eröffnet und dort auch Räumlichkeiten
zum Ausrichten der Veranstaltung zu Verfügung, die aber
erst noch ein wenig hergerichtet werden mussten. Am Tag vor
der
Retro Games Night wurde noch fleißig gestrichen. Aber es ist
ja noch alles rechtzeitig fertig geworden. Von der Planung
über die Vorbereitungen vergingen schon einige Monate.
Torsten Othmer: Habt ihr auch Werbung für diesen Abend gemacht?
Jasmin Gerhardt: Werbung haben wir natürlich vorwiegend
hier im Laden gemacht. Aber auch im Internet, in meinen Blog
und mittels diverser E-Mails.
Torsten Othmer: Wart ihr zufrieden mit der Durchführung
und war der Event für euch ein Erfolg?
Bernhard Lautenbach: Wir und auch der Besitzer des
Nachtverkaufs waren insgesamt sehr zufrieden mit dem Zulauf an Leuten.
Und auch der Abend verlief zur unseren Zufriedenheit.
Zeitweise waren bis zu dreißig Leute anwesend. Das war schon
wirklich toll für unsere erste Veranstaltung. Die letzten Gäste
gingen erst so gegen vier Uhr morgens nach Hause.
Torsten Othmer: Gab es schon so kurz nach dem Abend
eine Resonanz von den Teilnehmern?
Bernhard Lautenbach: Auf der
Retro Games Night war
die Resonanz sehr positiv. Die Leute haben sich sehr über
den gelungenen Abend gefreut. Bis jetzt haben wir aber
noch wenig Feedback, was sich sicherlich in den
nächsten Wochen noch ändern wird.
Torsten Othmer: Plant ihr in Zukunft eine weitere
Veranstaltung dieser Art durchzuführen?
Bernhard Lautenbach: Aufgrund des positiven Verlaufs
der
Retro Games Night, werden wir so etwas in der Art sicher wiederholen.
Demnächst stehen aber erst einmal wieder kleinere Events bei uns im Laden an.
Torsten Othmer: Ich bedanke mich für das Interview
und wünsche euch bei euren zukünftigen Retro-Veranstaltungen
und natürlich auch mit eurem Retroladen weiterhin viel Erfolg.
© 2009
TORSTEN OTHMER