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Pharaoh's Curse

Laufen und Springen:
Pharaoh's Curse gehört zum Spiel-Genre der Jump and Run Adventures.
Erscheinungsdatum:
Das Original wurde 1983 veröffentlicht.
Programmierer:
Steve Coleman und Jason Hyatt.
Vertrieb:
Die kalifornische Firma Synapse Software.
 
Pharaoh's Curse für Atari und Commodore - Ein Klassiker von Synapse Software
TEXT UND BILDER: ANDRÉ EYMANN
KATEGORIE: VIDEOSPIELKLASSIKER
AUSGABE: JANUAR 2008
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Auf Tomb Raiders Spuren
Kennt ihr die Vorfahren von Lara Croft? Bereits 13 Jahre vor dem Welterfolg der Abenteuer-Amazone aus Tomb Raider wurde mit dem Spiel Pharaoh's Curse von Synapse Software ein wichtiger Grundstein der Action-Adventures gelegt. Helden wie Harry aus Pitfall!, Panama Joe aus Montezuma's Revenge oder Sir Dudly Dashly aus Jungle Hunt gesellten sich hinzu. Es war die Gründerzeit der Jump and Run Adventures, die heute ein fester Bestandteil der Spielebranche sind.

<i>Pharaohs Curse</i> für den Commodore 64 von 1983.
Pharaoh's Curse für den Commodore 64 von 1983.

Was also haben sich die beiden Synapse-Programmierer Steve Coleman und Jason Hyatt dabei gedacht, als sie 1983 in Berkeley, Kalifornien das Spiel Pharaoh's Curse für den Commodore 64 entwickelten? Waren sie sich ihres großen Wurfs bewusst? Oder hofften sie einfach, dass uns beim Anblick von Mumien und Pharaonen der Schrecken ins Gebein fahren würde? Untote, Mumien und Flüche aus der Zeit des antiken Ägyptens faszinieren seit jeher die Menschen. Und so fällt einem das Eintauchen in dieses Videospiel nicht schwer, will man doch all die Geheimnisse lüften, die in den verborgenen Schatzkammern auf einen warten.

Tatsächlich fallen wir als Spieler nach dem Drücken des Feuerknopfes symbolträchtig und konsequent durch eine Falltür in die Unterwelt. Und schon beginnt unsere Reise ins Ungewisse...

Hintergrund: Synapse Software und Brøderbund
Ebenso antik wie der geschichtliche Hintergrund von Pharaoh's Curse ist mittlerweile dessen damaliger Publisher Synapse Software. Die amerikanische Softwareschmiede wurde 1981 in Richmond, Kalifornien von Ken Grant und Ihor Wolosenko gegründet. Nur drei Jahre später wurde die Firma vom Softwarehaus Brøderbund, ebenfalls im Kalifornien ansässig, übernommen. Bis zur Schließung aus Finanznöten durch Brøderbund ein Jahr nach der Übernahme war Synapse mit mehreren Spielehits sehr erfolgreich.

So gehen unter anderen die legendären Titel Blue Max, Fort Apocalypse oder Zeppelin auf das Konto von Synapse. Die Firma beschäftigte im April 1983 ca. 40 Programmierer und entwickelte ihre Software für verschiedene Computersysteme. Darunter für Geräte der Firmen Commodore, Texas Instruments oder Apple.   Das Firmenlogo von Synapse Software.
Das Firmenlogo von Synapse Software.

In einem Interview von 1997 verrät Steve Hales, einer der Gründer von Synapse, den außerordentlichen Erfolg der Firma. Nach seiner Aussage war der Programmierer und Mitgründer Ihor Wolosenko der Schlüssel zur Qualität von Synapse. Er beschreibt den charismatischen Wolosenko als einen Steve Jobs der Videospielbranche zu jener Zeit.

Auf Schatzsuche im Höhlensystem (Commodore 64).
Auf Schatzsuche im Höhlensystem (Commodore 64).

Pharaoh's Curse ist definitiv ein Spiel, das Wolosenkos Handschrift trägt. Obwohl es auf den ersten Anschein nicht unbedingt spektakulärer als andere Labyrinthspiele aussieht, machte es seinerzeit den Weg frei für einen neuen Typ von Videospielen. Ein reines Jump and Run wie Jumpman von Randy Glover für Epyx (1983) wurde hier mit zusammenhängenden Aktionen verknüpft. Zudem gab es Ereignisse, die der Spieler nur bedingt beeinflussen konnte.

Das Abenteuer beginnt...
Also, rein die Diskette in das 1541er Floppylaufwerk von Commodore und ab in die Unterwelt. Zuerst werden wir in die Legende des Pharaohs eingeweiht. Hier erfahren wir, was es mit dem dreitausend Jahre alten Grab auf sich hat. Das Ziel ist natürlich das Aufspüren aller Schätze.

Die Legende von Pharaoh's Curse:

Die grafische und spielerische Ausstattung von Pharaoh's Curse läßt kaum Wünsche offen. So gibt es in den 18 (!) verschiedenen Räumen des Spiels Fahrstühle um Ebenen zu überwinden, Seile zum Klettern und gefährliche Feuer, die einen zu verbrennen drohen.

Mit Taktik zum Gold
Der Spieler muß taktisch und überlegt vorgehen, wenn er das Gold der alten Ägypter sein Eigen nennen wollte. Es gab umherirrende Mumien und Pharaonen, die oft unpassend den Weg versperren. Eine Berührung mit diesen Unwesen, bedeutete den Tod. Optisch liebevoll und abenteuerlich gestaltet, bietet das Spiel einen sehr eigenständigen Look. Schlüssel zum Öffnen versperrter Türen müssen gefunden werden. Todbringenden Mauern, die von der Decke zum Boden herabfahren, gilt es entkommen. Nur wer das richtige Feingefühl für den entscheidenden Moment aufbringt, kann dem Fluch des Pharaohs entgehen.   Auf der Jagd nach dem Gold der Pharaonen (Commodore 64).
Auf der Jagd nach dem Gold der Pharaonen (Commodore 64).

Sechs Leben stehen dem Helden zur Lösung der Rätsel zur Verfügung. Danach reiht auch er sich in die Liste seiner Ahnen ein.

Ägyptische Motive verzieren den Levelaufbau (Commodore 64).
Ägyptische Motive verzieren den Levelaufbau (Commodore 64).

Die Macht des geflügelten Rächers
Wer zu lange bewegungslos in den Kammern der Unterwelt verweilt, wird von einem Vogel entführt. Dem „Winged Avenger“. Er fliegt scheinbar unwillkürlich durch das Höhlensystem und "verschleppt" den Helden wohin er will.

Der „Winged Avenger“ entführt unseren Helden (Commodore 64).
Der „Winged Avenger“ entführt unseren Helden
(Commodore 64).
  So ist es sehr ärgerlich, wenn der Vogel einen kurz vor dem erhofften Grabraub in die Lüfte hebt und davon trägt. Nicht selten findet man sich danach auf der anderen Seite des Labyrinths wieder. Wolosenko selbst bezeichnete diese Idee in einem Interview von 1983 als einen „wichtigen psychologischen Effekt“ bei der Darstellung des Spielcharakters in Pharaoh's Curse.

Nach seinen Worten „lebt“ der Spielcharakter, auch wenn der Spieler gerade keine Aktion am Joystick auslöst. Wolosenko zeichnet damit aus seiner Sicht Künstliche Intelligenz (KI) in Videospielen vor. Ein Aspekt, der im Laufe der Zeit immer wichtiger für die Programmierung komplexer Spiele wurde. Ohne Mechanismen wie diese, wären Spiele wie Die Sims heutzutage gar nicht denkbar.
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