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In der Pixel-Pyramide

27.01.2008 · Andre Eymann · 1 Kommentar

In der Pixel-Pyramide

Oben: Pharaoh's Curse ist ein klassisches Jump 'n' Run Adventure von Synapse Software. (Bild: André Eymann)

Kennt ihr die Vorfahren von Tomb Raider? 13 Jahre vor dem Welterfolg der bekannten Abenteuer-Amazone wurde mit dem Spiel Pharaoh’s Curse von Synapse Software ein wichtiger Grundstein der Action-Adventures gelegt. Weitere Videospielhelden wie Harry aus Pitfall!, Panama Joe aus Montezuma's Revenge oder Sir Dudly Dashly aus dem Lianenspiel Jungle Hunt gesellten sich dazu. Es war die Gründerzeit der Jump 'n' Run Adventures, die heute ein fester Bestandteil unserer Spielkultur sind.

Was also haben sich die beiden Synapse-Entwickler Steve Coleman und Jason Hyatt dabei gedacht, als sie 1983 in Berkeley, Kalifornien das Spiel Pharaoh’s Curse für den Atari 800 und den Commodore 64 programmierten? Waren sie sich ihres großen Wurfs bewusst? Oder hofften sie einfach, dass uns beim Anblick von Mumien und Pharaonen der Schrecken ins Gebein fahren würde? Untote, Mumien und Flüche aus der Zeit des antiken Ägyptens faszinieren seit jeher die Menschen. Mit diesem Thema konnten sie sicher sein, dass ihr Spiel auf Interesse stossen würde. Und so fällt einem das Eintauchen in dieses Videospiel nicht schwer. Will man doch all die Geheimnisse lüften, die in den verborgenen Schatzkammern seit Jahrtausenden auf einen warten. Tatsächlich fallen wir als Spieler nach dem Drücken des Feuerknopfes konsequent und symbolträchtig durch eine Falltür in die Unterwelt. Und schon beginnt unsere Reise ins Ungewisse...

Das Abenteuer beginnt: Der Startbildschirm von Pharaoh’s Curse für den Commodore 64. (Bild: Synapse Software)
Das Abenteuer beginnt: Der Startbildschirm von Pharaoh’s Curse für den Commodore 64. (Bild: Synapse Software)

Hintergrund: Synapse Software und Brøderbund

Das Firmenlogo von Synapse Software. (Bild: Synapse Software)
Das Firmenlogo von Synapse Software. (Bild: Synapse Software)
Ebenso antik wie der geschichtliche Hintergrund des Spiels ist mittlerweile dessen damaliger Publisher Synapse Software. Die amerikanische Softwareschmiede wurde 1981 in Richmond, Kalifornien von Ken Grant und Ihor Wolosenko gegründet. Nur drei Jahre nach der Gründung wurde die Firma vom Softwarehaus Brøderbund, seinerzeit ebenfalls in Kalifornien ansässig, übernommen. Bis zur Schließung aus Finanznöten durch Brøderbund ein Jahr nach der Übernahme war Synapse mit mehreren Spielehits sehr erfolgreich. So gehen unter anderen die legendären Titel Blue Max, Fort Apocalypse oder Zeppelin auf das Konto von Synapse. Die Firma beschäftigte im April 1983 ca. 40 Programmierer und entwickelte ihre Software für verschiedene Computersysteme. Darunter für Geräte der Firmen Commodore, Texas Instruments oder Apple. In einem Interview von 1997 mit James Hague von Dadgum Games verrät Steve Hales, einer der Gründer von Synapse, den außerordentlichen Erfolg der Firma. Nach seiner Aussage war der Programmierer und Mitgründer Ihor Wolosenko der Schlüssel zur Qualität von Synapse. Er beschreibt den charismatischen Wolosenko als einen „Steve Jobs der Videospielbranche“ zu jener Zeit. „Pharaoh’s Curse ist definitiv ein Spiel, das Wolosenkos Handschrift trägt“ erklärte er.

Obwohl es auf den ersten Anschein nicht unbedingt spektakulärer als andere Labyrinthspiele aussah, machte es seinerzeit den Weg frei für einen gänzlich neuen Typus von Videospielen. Ein reines Jump 'n' Run wie Jumpman von Randy Glover für Epyx aus (ebenfalls 1983 erschienen) wurde hier mit zusammenhängenden Aktionen verknüpft. Zudem gab es Ereignisse, die der Spieler nur bedingt beeinflussen konnte.

Auf Schatzsuche in den Höhlen des Pharaoh’s. (Bild: Synapse Software)
Auf Schatzsuche in den Höhlen des Pharaoh’s. (Bild: Synapse Software)

Todesfallen und Zauberschlüssel

Also, rein die Diskette in das 1541er Floppylaufwerk von Commodore und ab in die Unterwelt. Zuerst werden wir in die Legende des Pharaoh’s eingeweiht. Hier erfahren wir, was es mit dem dreitausend Jahre alten Grab auf sich hat.

Einführung in die Legende von Pharaoh’s Curse


Ein goldener Kelch. (Bild: Synapse Software)
Ein goldener Kelch. (Bild: Synapse Software)
Das Ziel des Spiels ist natürlich das Aufspüren aller Schätze. Dabei läßt die grafische und spielerische Ausstattung von Pharaoh’s Curse für einen Titel von 1983 kaum Wünsche offen. So gibt es in den 16 (!) verschiedenen Räumen des Spiels Fahrstühle, um Ebenen zu überwinden, Seile zum Klettern und gefährliche Feuer, die einen zu verbrennen drohen. Der Spieler muss taktisch und überlegt vorgehen, wenn er das Gold der alten Ägypters sein Eigen nennen will. Es gibt umherirrende Mumien und Pharaonen, die oft unpassend den Weg versperren. Jede Berührung mit diesen Unwesen, bedeutet den Tod. Optisch liebevoll und überzeugend abenteuerlich gestaltet, bietet das Spiel einen sehr eigenständigen Look. Schlüssel zum Öffnen versperrter Türen müssen gefunden werden. Todbringenden Mauern, die von der Decke zum Boden herabfahren, gilt es, zu entkommen. Nur wer das richtige Feingefühl für den entscheidenden Moment aufbringt, kann dem Fluch des Pharaoh’s entgehen. Ingesamt sechs Leben stehen zur Lösung der Rätsel zur Verfügung. Danach reiht auch er sich in die Liste seiner Ahnen ein.

Ägyptische Motive verzieren den Levelaufbau. (Bild: Synapse Software)
Ägyptische Motive verzieren den Levelaufbau. (Bild: Synapse Software)

Die Macht des geflügelten Rächers

Wer zu lange bewegungslos in den Kammern der Unterwelt verweilt, wird von einem Vogel entführt. Dem „Winged Avenger“. Er fliegt durch das Höhlensystem und kann unseren Helden verschleppen wohin er will.

Der Winged Avenger entführt unseren Helden. (Bild: Synapse Software)
Der Winged Avenger entführt unseren Helden. (Bild: Synapse Software)

So ist es sehr ärgerlich, wenn der Vogel einen kurz vor dem erhofften Grabraub in die Lüfte hebt und davonträgt. Nicht selten findet man sich danach auf der anderen Seite des Labyrinths wieder. Wolosenko selbst bezeichnete diese Idee in einem Interview von 1983 als einen „wichtigen psychologischen Effekt“ bei der Darstellung des Spielcharakters in Pharaoh’s Curse. Nach seinen Worten „lebt“ der Spielcharakter, auch wenn der Spieler gerade keine Aktion am Joystick auslöst. Wolosenko zeichnet damit aus seiner Sicht Künstliche Intelligenz (kurz: KI) in Videospielen vor. Ein Aspekt, der im Laufe der Zeit immer wichtiger für die Programmierung komplexer Spiele wurde. Ohne Mechanismen wie diese, wären Spiele wie Die Sims beispielsweise heutzutage gar nicht denkbar.



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