Die Macher bei Synapse Software
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Im Interview von 1997 verrät Steve Hales, Programmierer von Fort Apocalypse, dass
der gebürtige Österreicher Ihor Wolosenko 1996 für die Firma von Will Wright,
Maxis, gearbeitet hat. Maxis ist für verschiedene Simulationen wie SimCity oder Die Sims
bekannt und ist eine Tochterfirma von Electronic Arts. Die erste Version von SimCity wurde
1987 für den Commodore 64 veröffentlicht. Seitdem ist die Firma
mit der Sim-Reihe sehr erfolgreich.
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Ihor Wolosenko (Foto: Robert Dewitt, Antic Vol. 2 No. 1, April 1983).
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Steve Hales lernte das Programmieren wie viele seiner Generation.
Er kaufte sich 1978 einen Apple II und hackte die Programme anderer Entwickler.
So sammelte er erste Erfahrungen mit dem 6502-Mikroprozessor. Die ersten
richtigen Programmierjobs bot ihm 1981 die Firma Starpath. Dort entwickelte
er für den Atari 2600. Starpath fusionierte 1984 mit Epyx.
Über seinen Schulfreund Mike Potter kam Hales dann zu Synapse.
Sein größter Hit war
Fort Apocalypse. Das Spiel verkaufte
sich über 75.000-mal für den Atari 800. Die Verkaufszahlen für den
Commodore 64 überstiegen diesen Erfolg sogar.
Spielversionen für andere Computer
Neben der bekannten Version für den Commodore 64 erschien
Pharaoh's Curse auch für andere Computer.
Das Original von
Pharaoh's Curse wurde 1983 für den
Atari 800 8-Bit Heimcomputer entwickelt. Diese solide Fassung war das Vorbild
für die Konversion des Titels auf den Commodore 64. An der Soundkulisse
scheiden sich die Geister. Die einen bevorzugen den Klang des Spiels
auf dem C64, die anderen finden die etwas quakigen Geräusche
auf dem Atari 800 lustiger.
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Pharaoh's Curse - Version für den Atari 800 (1983).
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Die Version für den Commodore VIC 20 (oder VC 20) überraschte
einige Spieler. So manch einer hätte dem VC 20 ein für damalige
Zeiten komplexes Spiel nicht zugetraut. Doch die Umsetzung ist sehr gelungen.
Der Klang dieser Version allerdings gehört hinter Schloss und Riegel.
Er ist dermaßen anstrengend, dass man den Lautsprecher beim Spielen
lieber leiser drehen sollte.
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Pharaoh's Curse - Version für den Commodore VC 20 (1983).
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Es gibt sogar eine Version für das Atari VCS von der Firma Technovision
aus dem Jahre 1983. Diese gleicht optisch allerdings mehr
Dig Dug. Die Version von
Montezuma's Revenge für das
VCS erinnerte da schon eher an das Original. Zumindest gilt die VCS-Version
von
Pharaoh's Curse als selten. Deshalb sollten Sammler hier bedenkenlos zugreifen.
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Pharaoh's Curse - Version für das Atari VCS (1983).
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Weitere offizielle Fassungen des Spiels existieren nicht. Den Gerüchten
nach soll es eine Version für den Sinclair ZX Spectrum geben.
Diese ist aber heutzutage nicht mehr auffindbar. Lediglich für den
Commodore Amiga wurde 1990 eine nicht offizielle Umsetzung von Bignonia
(Bitboy) veröffentlicht, die sich 1:1 an das Original anlehnt.
The Sound of The Curse
Um euch die Spielatmosphäre noch ein wenig näher zu bringen,
könnt ihr hier einige Sounds aus der Commodore 64 Version von
Pharaoh's Curse anhören.
Der Zeitgeist der frühen 1980er-Jahre
Bevor die Videospielindustrie zu einem der mächtigsten Faktoren
der Wirtschaft wurde, war es kleinen Firmen mit einem relativ begrenzten
Budget möglich, große Hits zu landen. Die kreativen Köpfe
von Synapse, allen voran Ihor Wolosenko, Ken Grant, Steve Hales, Mike Potter
und William Mataga (heute Cathryn Mataga) hatten in ihrer Firma genügend
kreativen Spielraum, um Neues zu wagen.
So überraschten sie die Spieler mit immer neuen Spielkonzepten.
Cathryn Mataga beispielsweise ist bis heute in der Spielebranche aktiv.
Mit ihrer Firma Junglevision, entwickelte sie die Titel
Neverwinter Nights (1991),
Stronghold (1993) oder
Grand Theft Auto Advance (2004). Sie hat außerdem
die Synapse-Hits
Shamus (1983),
Zeppelin (1983) und
Shamus Case II (1984)
programmiert.
Mike Potter, Programmierer von
Nautilus und
Shadow World, sieht das
Internet als Chance in den heutigen Zeiten wieder unabhängig zu sein.
In einem Interview von 2000 sagt er, dass das Internet
den kreativen Prozess positiv unterstützt. So brauchen junge
Softwarefirmen keine Abhängigkeiten von Dritten beim Vertrieb ihrer
Programme zu befürchten. Sie können einfach direkt mit den
Kunden Kontakt aufnehmen.
Betrachtet man die aktuellen Vertriebsmöglichkeiten für Videospiele,
so scheint sich tatsächlich eine neue Perspektive für kleinere
Unternehmen zu bieten. Die Online-Netzwerke von Microsoft (XBox Live),
Sony (PlayStation Network) oder Apple (AppStore)
ermöglichen den Vertrieb kleinerer Produktionen, ohne von einem traditionellen
Publisher abhängig zu sein. Außerdem kann man einen großen
Teil des Vetriebs und Marketings über die Online-Plattformen abwickeln.
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Mit Pharaoh's Curse haben sie es 1983 auf jeden Fall geschafft. Sie haben
einen Klassiker der Spielegeschichte geschrieben. Und wenn man sich
die Kommentare bei YouTube oder anderen Portalen zu diesem
Spiel durchliest, wird einem klar wie viele Menschen sie mit ihrem Spiel
erreichen und begeistern konnten.
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Unser Held ist nicht zu stoppen (Commodore 64).
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Wer weiß, was die ehemaligen Schöpfer von Synapse noch für
Überraschungen bereithalten? Steve Hales auf jeden Fall hat 1997 erzählt,
dass er bereits ein Dutzend unveröffentlichter Spieldesigns in der Schublade liegen
hat. Nur fehlt ihm bisher die passende Gelegenheit, diese Konzepte in reale
Videospiele umzusetzen. Komm schon Steve: Wie wäre es mit einem
offiziellen
Fort Apocalypse II für eine der aktuellen Spielkonsolen?
© 2008
ANDRÉ EYMANN