Das Duell der Besten – Großes Finale in München
Am 26. November 1983, also auf dem Tag genau am ersten Geburtstag der Zeitschrift
Telematch,
trafen sich die acht Landessieger zum großen Finale in München. Im 22. Stockwerk des
Arabella Hotels ging es um den Gesamtsieg und dem Titel zum Deutschen Activision Meister.
Pünktlich um 10:00 Uhr starteten die ersten Jagdbomber Ihren Angriff auf dem „Fluss ohne Wiederkehr“.
Die Nervosität unter den Teilnehmern kochte, denn anders als in der Vorrunde kämpfte man hier nach
dem K.O.-System. Jetzt zählten nur noch das eigene Können und die beste Konzentration.
Jeder Fehler bedeutete vielleicht das vorzeitige Ausscheiden aus dem Finale.
Abbildungen oben: „Föhn beim Finale“ –
Telematch-Bericht über die Ergebnisse der
Activision-Meisterschaft.
Nach einer Stunde war die offizielle Spielzeit von
River Raid beendet
und der Wettkampf ging in die zweite Runde. Bei
Seaquest wurden
ebenfalls 60 Minuten angesetzt, danach addierte die Jury beide Ergebnisse zusammen,
diesmal aber ohne einen Multiplikator. Bis zum Schluss blieb
es äußerst spannend. Die beiden besten Spieler lieferten sich lange Zeit
ein aufregendes Kopf an Kopf Rennen. Doch am Ende hatte Christian Schiele aus Mindelheim die Nase vorn.
Er wurde der Deutsche
Telematch-Meister und gewann den Hauptpreis: eine komplette Homecomputeranlage
im Wert von 4500 DM.
Das Endergebnis des Siegers:
River Raid - Spielzeit 52 Minuten - 275.410 Punkte
Seaquest - 60 Minuten Spielzeit - 831.950 Punkte
River Raid Merchandising
Für das Einsenden eines Bildschirmfotos mit über 15.000 Punkten erhielt jeder Spieler
von der Firma Activision einen hochwertigen Stoffaufnäher als Trophäe. Dieses Ergebnis
war jedoch keine große Herausforderung, denn hier galt das ultimative Ziel eine Million
Punkte zu erreichen, den Zähler zu „überdrehen“ und damit das Spiel offiziell zu beenden.
Dazu waren 4-5 Stunden Spielzeit nötig und es mussten bis zu 700 Brücken (!) in Schutt
und Asche gelegt werden.
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Ein River Raid Stoffaufnäher von Activision.
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Erst danach zeigte der Punktestand auf dem Bildschirm die berühmten sechs Ausrufezeichen.
In der späteren Homecomputerversion wurde dieses Limit allerdings auf stolze 10 Millionen
Punkte erhöht. Ein Rekord, der wohl bis heute unerreicht blieb. Neben den erwähnten Aufnähern
existieren noch viele andere Werbemittel, darunter ein großes DIN A2 Poster, Aufkleber,
verschiedene Zeitungsanzeigen und Flugblätter.
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River Raid Poster - Jagdflieger am „Fluss ohne Wiederkehr“.
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Fortsetzung folgt: River Raid 2 von Spieldesigner David Lubar
1988, also unglaubliche 5 Jahre später, erschien tatsächlich noch ein zweiter Teil
für den bereits in die Jahre gekommenen Klassiker.
Leider handelte es sich aber nur um einen lauen Aufguss des Originals,
der die hohe Qualität nicht mehr erreichte. Obwohl man der Fortsetzung
doch einige sehr positive Ansätze zugestehen muss.
Wirklich innovativ ist zum Beispiel eine eigene Start- und Landesequenz auf einem Flugzeugträger.
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Flakfeuer, dass der Spieler selbst nicht bekämpfen kann, sondern höchstens ausweichen,
ist ebenfalls ein gutes neues Feature. Wesentlich schwieriger gestaltet sich hier besonders
das Auftanken, immerhin sind bewegliche Tankflugzeuge im Einsatz, die mit relativ seltenem
Abstand am Bildschirm erscheinen. Insgesamt bleibt aber der zweite Teil
von River Raid auch nur ein trauriger Versuch, wie so oft in der Branche,
mit einer mittelmäßigen Fortsetzung weiteres Geld zu verdienen
und dabei das gewonnene Vertrauen der Spieler auszunutzen.
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River Raid 2 für das Atari VCS von 1988.
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„Aggressivität“, „Kopfschmerzen“
und „Fahrigkeit im Denken“
Bis heute erhält sich
River Raid seine größte Popularität. Vor allen Dingen dadurch,
dass es sich um das erste indizierte Videospiel in Deutschland handelt. In der Begründung
des Beschlusses vom 19. Dezember 1984 stand unter anderem: „Jugendliche sollen sich in
die Rolle eines kompromisslosen Kämpfers und Vernichters hineindenken.
Hier findet im Kindesalter eine paramilitärische Ausbildung statt.
Bei älteren Jugendlichen führt das Bespielen zu physischer Verkrampfung,
Ärger, Aggressivität, Fahrigkeit im Denken und Kopfschmerzen.“
Ein Satz der übrigens auch in der
Telematch über Ataris
Battlezone zu finden ist.
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Im Jahr 2003 veröffentlichte Activision mit der Anthology eine Zusammenstellung
alter Videospiel-Klassiker für die Sony PlayStation 2. Aufgrund der immer noch wirksamen
Indizierung wäre auch die Anthology unter diese Regelung gefallen. Erst auf Antrag des Herstellers
wurde das Spiel vom Index entfernt, und die Spielesammlung von der USK sogar
freigegeben ohne Altersbeschränkung. Ein deutliches Zeichen, wie sehr sich die Maßstäbe
inzwischen doch verändert haben. Zu den 45 Programmen in dieser Sammlung gehören auch
Pitfall!, H.E.R.O. oder Decathlon.
Es sind River Raid und River Raid 2 enthalten.
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Activision Anthology für die Sony PlayStation 2 von 2003.
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„Plan of Operation“ –
Der strategische Einsatzplan für das River Raid Zielgebiet
Bei den höheren Spielstufen stellt sich vor allem das Problem der sehr geringen Anzahl von
Treibstofftanks. Um sich hier einen Vorteil zu verschaffen, wäre es unbedingt notwendig,
vorab die genaue Position der einzelnen Depots zu kennen. Das Problem:
River Raid ist viel
zu schnell, um nebenher mit Karten oder Aufzeichnungen zu arbeiten. Die einzige Lösung bietet
also nur ein zweiter Mitspieler.
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Der River Raid Operationsplan.
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Oder einen Co-Pilot, der ähnlich wie im Rallyesport, die nötigten Informationen rechtzeitig
an den Spieler übermittelt. Der
River Raid-Veteran Michael Braun
aka Pitfall-Harry, hat deshalb seinen persönlichen Einsatzplan
von 1983 für uns überarbeitet und in einer neuen Tabelle
zur Verfügung gestellt, die ihr hier exklusiv downloaden könnt.
Es ist Deine einzige Chance: ein perfekter Einsatzplan, genaue Gebietskenntnisse und höchste Konzentration.
Viel Erfolg, Commander!
© 2006
GUIDO FRANK