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TATSACHEN


Spielehersteller des Atari VCS

Die Geburt von Atari:
Atari wurde am 27. Oktober 1972 durch Nolan Bushnell und Ted Dabney gegründet.
Die Geburt von Activision:
Activision wurde am 25. April 1980 durch David Crane, Alan Miller, Bob Whitehead, Larry Kaplan gegründet.
Die Geburt von Imagic:
Imagic wurde am 17. Juli 1981 durch Bill Grubb, Dennis Koble, Jim Goldberger, Brian Dougherty gegründet.
 
Imagic, Games by Apollo, CommaVid und Co: Die Spielehersteller des Atari VCS
TEXT UND BILDER: ANDRÉ EYMANN
AUSGABE: SEPTEMBER 2002
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Das Logo der Atari VCS 2600 Konsole.
Das Logo der Atari VCS 2600 Konsole.

Woher kommen die Spiele für Ataris VCS-Konsole?
Warum waren manche Verpackungen silberfarben? Warum konnte man andere aufklappen wie ein Buch? Was unterschied die Hersteller der umfangreichsten Sammlung an Videospielen zurzeit des Atari VCS überhaupt? Welche Firmen und Menschen steckten dahinter? Viele Fragen, auf die es eine Menge überraschende Antworten gibt. Man muss allerdings zuerst einige Fakten über die Geschichte von Atari erfahren, um die Hintergründe zu verstehen. Fangen wir also damit an: Atari wurde am 27.10.1972 im US-Bundesstaat Kalifornien als Atari Inc. von Nolan Bushnell und Ted Dabney gegründet.

Erste Erfolge
Die Firma Atari produzierte in der ersten Hälfte von 1974 verschiedene Videospiele, darunter Grand Track 10 und World Cup Football, die allerdings beide keinen großen Erfolgen wurden. Einen ganz anderen Erfolg allerdings konnte Tank verbuchen, das im gleichen Jahr entwickelt und sofort ein Hit in den Spielhallen wurde.

Da die Microchip-Preise 1974 dramatisch sanken, entschloss sich Atari parallel zum Spielhallengeschäft (engl. Arcade) auch in den Verbrauchermarkt der Videospiel-Konsolen für Zuhause einzusteigen. Zu diesem Zeitpunkt war Atari die einzige Firma, die in beiden Geschäftsfeldern gleichzeitig vertreten war. Das erste Spiel für den Heimgebrauch war Pong. Dank eines Exklusiv-Vertrages mit der amerikanischen Handelskette Sears, konnte Atari mit dem Videospiel Pong im Jahr 1975 einen Gesamtprofit von 3 Millionen US$ erwirtschaften.   Atari <i>Tank</i> (1974).
Atari Tank (1974).

Eine Spielkonsole für Zuhause - Das Atari VCS
Zu dieser Zeit hatten die Entwickler bei Atari bereits einen Prototypen für eine Videospielkonsole mit dem Namen „Stella“ enworfen. Bei Atari wurden alle Projekte nach Namen von weiblichen Mitarbeitern benannt. Um die finanziellen Mittel erreichen zu können, die für die Weiterentwicklung der Konsole notwendig waren, wurde Atari von Bushnell im Oktober 1976 für 28 Millionen US$ an Warner Communications verkauft. Warner investierte ungefähr 100 Millionen US$ in Atari.

<i>Combat</i> für das Atari VCS (1977).
Combat für das Atari VCS (1977).

Im Oktober 1977 veröffentlichte Atari dann das „Video Computer System“ für 200 US$ mit dem Steckmodul Combat, einem Satz Joysticks und einem Paar Paddles. Combat bot 27 Spielvariationen und war an Ataris Tank angelehnt. Gegen Ende des Jahres 1978 verließ Bushnell Atari und wurde von Ray Kassar als Geschäftsführer ersetzt. Die Firmenkultur wandte sich mehr dem Profit zu und veränderte den Geist von Atari. Dies war ein erster wesentlicher Meilenstein in der Geschichte von Atari.

Asteroids und Space Invaders
Die Spielmodule Basic Math, Video Olympics, Hunt & Score (später A Game of Concentration), Outlaw und Breakout wurden für das VCS verfügbar.

In den Spielhallen löste Ataris Asteroids den Erfolg von Midways Space Invaders ab. Insgesamt wurden 12 neue Module im Jahre 1979 für das VCS entwickelt. Im Januar 1980 wurde Space Invaders für das VCS lizensiert und startete damit erneut einen Verkaufsschlager. Das Brutto-Einkommen von Atari schnellte 1980 auf 415 Millionen US$ und verdoppelte sich zum Vorjahr.

Eines der folgenden Spiele war Adventure. Dieses Spiel wurde zum Symbol der Unzufriedenheit der Atari-Entwickler mit ihrer Firma. Warren Robinett, der Entwickler von Adventure, programmierte einen versteckten Raum, ein so genanntes „Easter Egg“, in das Spiel hinein, in dem sein Name zu lesen war. Über diesen Weg, wollten die Entwickler sich die Anerkennung holen, die ihnen die mittlerweile unpersönlich gewordene Firma Atari nicht mehr geben konnte. Genau diese Umstände führten am 25.04.1980 zur Geburt der Firma Activision.

Activision wird gegründet
Vier Atari-Mitarbeiter, die ähnlich wie Warren Robinett enttäuscht von den Arbeitskonditionen waren, wollten ihre eigenen Wege gehen. Die vier waren: David Crane, Alan Miller, Bob Whitehead und Larry Kaplan.

Das Logo von Activision.
Das Logo von Activision.

<i>Chopper Command</i> von Activision (1982).
Chopper Command von Activision (1982).

Activision entschloss sich, ausschließlich Spiele für das VCS zu entwickeln, da es zu diesem Zeitpunkt in mehr Haushalten vorhanden war, als alle anderen Konsolen des Marktes zusammen. Die ersten vier Module waren Dragster, Fishing Derby, Checkers und Boxing.

Activisions Spiele zeichnen sich durch pfiffige Grafiken aus und anders als bei den Atari Spielen, wird das Activision Logo regelmäßig im Spiel angezeigt. Die Verpackung enthielt eine ausführliche Anleitung mit Tipps, einen Hinweis des Entwicklers und ein Foto. Zusätzlich boten sie die Teilnahme an Wettbewerben an, bei denen Spieler eigene Fotos ihrer High-Scores zu Activision schicken konnten, um einen kleinen Preis zu gewinnen. Durch diese Ideen versuchte Activision seinen Spielen eine persönliche Note zu geben. Gegen Ende 1980 erwirtschaftete Activision so einen Profit von 12,9 Millionen US$.   Der Activision Entwickler Garry Kitchen.
Activision Entwickler
Garry Kitchen.

Das Atari-Imperium schlägt zurück
Im Januar 1981 wurde Missile Command von Atari veröffentlicht. Das Spiel bot 34 Variationen, inklusive einer speziellen Version für Kinder an. Obwohl Activision eine Menge interessante Ideen für die Vermarktung ihrer Spiele einbrachte, wurden verschiedene Variationen einen Spiels nur mit Atari-Modulen angeboten.

<i>Missile Command</i> von Atari (1981).
Missile Command von Atari (1981).

Activision war dennoch sehr erfolgreich im VCS-Markt und schuf Klassiker wie River Raid, Enduro, Kaboom! oder das legendäre Pitfall!, von denen später viele auf Heimcomputer wie dem Commodore 64 und auch anderen Plattformen portiert wurden. Bill Grubb, der derzeitige Marketing Vize-Präsident bei Atari, entschied sich die Firma zu verlassen.

<i>Enduro</i> von Activision (1983).
Enduro von Activision (1983).

Inspiriert von Activisions Erfolg traf er mit Dennis Koble, einem Atari-Entwickler, zusammen. Koble hatte 1976 Sprint 2 und 1978 Avalanche für Atari entwickelt. Nachdem sich beide über Pläne eine eigene Firma aufzubauen ausgetauscht hatten, kamen die beiden Intellivision Entwickler Jim Goldberger und Brian Dougherty von Mattel hinzu.

Grubb stellte zwei weitere Atari-Entwickler und drei Hardware-Spezialisten ein. So wurde am 17.07.1981 die Firma Imagic geboren.
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