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Spielehersteller des Atari VCS

CommaVid:
Existierte von 1981-1983 und produzierte in Deutschland exklusiv für Ariola.
Quelle International:
Existierte von 1983-1983 und vermarkete seine Spiele für ein jüngeres Publikum.
Tigervision:
Existierte von 1982-1983 und hatte seinen größten Hit mit Miner 2049er.
 
Imagic, Games by Apollo, CommaVid und Co: Die Spielehersteller des Atari VCS
TEXT UND BILDER: ANDRÉ EYMANN
KATEGORIE: ZEITGESCHEHEN
AUSGABE: SEPTEMBER 2002
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CommaVid
Im Jahre 1983 wurde die durch Irwin Gaines, John Bronstein and Joseph Biel gegründete Firma CommaVid aus Chicago exklusiv in den deutschen Ariola-Vertrieb aufgenommen. Die ersten Titel waren Cosmic Swarm, Mines of Minos und Room of Doom. Ein Spiel kostete ca. 100 DM. CommaVids Spiele hatten oft einen deutschen Untertitel, so dass aus Mines of Minos Im Labyrinth des Roboters und aus Room of Doom nach der Übersetzung Raum ohne Ausweg wurde.

<i>Mines of Minos</i> von CommaVid (1983).
Mines of Minos von CommaVid (1983).

Quelle International
Ebenfalls Spiele mit deutschen Titeln hatte die Quelle International unter dem Vertrieb der Firma Universum zu bieten. Die Quelle Spiele waren simple Kopien meist bekannter Atari, Activision oder Imagic-Titel. Die Anleitung war lediglich ein Beipackzettel und die Titel der Spiele sollten vor allen Dingen die jüngeren Spieler ansprechen. So wurde aus Activisions Keystone Kapers einfach Wachroboter jagt Jupy oder aus Imagics Atlantis der Titel Strahlen der Teufelvögel. Weitere Titel waren Invasion aus der Galaxis, Weltraumtunnel oder Bobby geht Heim.

Das Logo von Quelle International.
Das Logo von Quelle International.

<i>Angriff der Luftflotten</i> von Quelle International (1983).
Angriff der Luftflotten von Quelle International (1983).

Tigervision
Die Firma Tigervision wurde aus einer Abteilung der amerikanischen Spielzeugfirma Tiger Electronics gegründet, die unter anderem als Produzent von Handheld-Spielen bekannt wurde. Der erste Erfolg von Tigervision war King Kong, dass von MCA lizenziert wurde und eine Kopie des Spielhallenerfolgs Donkey Kong war. Einen großen Hit konnte Tigervision 1982 mit ihrem Miner 2049er landen. Tigervision produzierte verschiedene Spiele für das VCS. Darunter auch das Spiel Polaris. Allerdings blieb Miner 2049er mit seinem Spielcharakter Bounty Bob der größte Erfolg. Das Spielprinzip von Miner 2049er ähnelte stark den klassischen Cave Jump-and-Run-Spielen wie Pitfall! oder dem Klassiker Montezuma's Revenge (Parker Brothers, 1984, programmiert von Robert Jaeger).

Das Logo von Tigervision.
Das Logo von Tigervision.

<i>Miner 2049er</i> von Tigervision (1982).
Miner 2049er von Tigervision (1982).

Der Charakter Bounty Bob war so erfolgreich, dass er später auf verschiedene Heimcomputer portiert wurde. In Deutschland wurden die Tigervision-Spiele über die Firma Teldec vertrieben. Unter dem Motto „Jetzt ist der Tiger los“ bekamen Mitglieder des Tigervision-Clubs, genau wie bei Activision, Sticker die gesammelt werden konnten.

Unvergängliche Klassiker
Zweifellos hat die große Nachfrage nach VCS Spielen unterschiedlichste Wettbewerber mit unvergesslichen Videospielen erschaffen. Selbst heute werden immer wieder Titel aufgelegt, die für das VCS entwickelt wurden. So gibt es beispielsweise Montezumas's Return für den PC, Gauntlet Dark Legacy für Nintendo GameCube, PlayStation 2 und XBox, sowie regelmäßig Arcade-Packs für verschiedene aktuelle Konsolen.

Neben den hier erwähnten Unternehmen, gab es noch viele kleinere Firmen die ebenfalls Spiele für das VCS vertrieben. Dazu gehören zum Beispiel:
  • 20th Century Fox
  • Bit Corp
  • Coleco
  • Epyx
  • HES
  • INTV
  • M Network
  • Polygram
  • Sears
  • Starpath
  • Technovision
  • VentureVision

Von allen damaligen Anbietern, hatten jedoch Atari und Activision die umfangreichsten Spielekataloge. So konnten Bezerk, Centipede oder Commando immer wieder auf anderen Plattformen eine Wiedergeburt erleben. Spiele wie Summer Games oder Winter Games von Epyx haben den Sportspielen auf den Konsolen zum Durchbruch verholfen.

<i>Commando</i> von Activision (1988).
Commando von Activision (1988).

Allein schon deshalb kann man das VCS mit seinen Spiele-Herstellern als eine wesentliche Epoche der Videospieldynastie nennen. Wie hieß es bei Atari 1983 schon: „Spaß für alle, ohne Ende“. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass uns auch in der Zukunft wieder einmal ein klassisches VCS-Spiel begegnen wird.

Quellenangaben:
  • Taschenbuch Phoenix: The Fall & Rise of Videogames (Second Edition)
    Leonard Herman, Rolenta Press 1999, ISBN 0-9643848-2-5



© 2002 ANDRÉ EYMANN