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Das Jahr neigt sich dem Ende zu und allerorts sind Toplisten zu lesen. Die besten Filme 2017, die schönsten Kleider 2017, die größten Fails 2017 und natürlich auch: Die besten Spiele 2017. Solche Kategorisierungen sind beliebt, man lässt das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren und verabschiedet sich mental. Auch wir wollen in diese Tradition treten, doch statt Spielen die Kritiker würdigen.

Pascal von Indieflock hat dazu aufgerufen die besten deutschsprachigen Spielekritiken zu nominieren, welche dann im Januar feierlich in einem großen Beitrag noch einmal aufgelistet werden. Da auch wir von Videospielgeschichten.de die Kritiker und Kritiken zu würdigen wissen und unsere Liebe zum Medium Spiel gerne teilen, beteiligen wir uns selbstverständlich ebenfalls an dieser Aktion. Um jede Form der Eitelkeit abzulegen, haben wir jedoch keinen Beitrag unserer eigenen Webseite in die Liste aufgenommen. Los gehts!

Von „bikini armor“ und „boob plates“

Aurelia von Geekgeflüster ist nicht nur ein Füllhorn an geschichtlich faszinierenden Themen, sondern bereichert den Diskurs der Gaming-Blogosphäre stets mit einem weiblichen Blick auf die Dinge. Umso interessanter, wenn beide Welten aufeinander prallen. In: “Von „bikini armor“ und „boob plates“: Sind Frauenrüstungen ein Problem?” beschäftigt sie sich mit der Darstellung von Frauenrüstungen in Spiel und Film.

For One Day Soon, The Dawn Will Come

Bleiben wir auf Geekgeflüster. In der Gastpostreihe „Herzenswelten“ erzählen dort 12 Blogger 2017 immer am ersten Samstag im Monat von den Büchern, Spielen, Filmen oder Serien, die sie lieben. In dieser Reihe erschien im November 2017 “Herzenswelten: „For One Day Soon, The Dawn Will Come“ – Dragon Age”. In diesem Herzensbeitrag erzählt die Autorin Tabea auf eine sehr berührende Art und Weise von ihren Erlebnissen in der fantastischen Welt von Dragon Age.

Stimmen hören

Von märchenhafter Fantasy in die Abgründe der menschlichen Psyche: Rainer Sigl geht auf seiner Webseite videogametourism auf Spurensuche in Hellblade: Senuas Sacrifice. Während sich die ganze Landschaft der Spielkritik mit der besonderen Rolle von Senua als Mensch mit Psychose auseinandersetzt, zeigt Sigl, dass das, was wir als normal bezeichnen nicht immer so galt: “Stimmen hören: Hellblade zeigt uns ein anderes Bewusstsein”

Die Reise zum Leid der Anderen

Nicht weniger düster und genauso interessant wird es in Dom Schotts Beitrag auf Archaeogames. Der studierte Archäologe geht dort nicht nur auf virtuelle Zeitreise, sondern beweist mit beeindruckendem Geschick, dass er die Geschichte hinter den Geschichten sieht. In “Die Reise zum Leid der Anderen – Videospiele im Licht des Dark Tourism” erkundet er auf berührende und respektvolle Art und Weise die Faszination, die uns zu vergangenem Gräuel führt.

In Wolfenstein: The New Order siegt die Empathie über den Faschismus

Daniel Ziegener spricht in Zeiten von erstarkenden Rechten und einem Diskurs über die Zensur in Wolfenstein 2 noch einmal über den starken Vorgänger, dessen Kernaussage einem auch in düsteren Zeiten als leuchtendes Licht zumindest ein wenig Wärme schenken kann: “In Wolfenstein: The New Order siegt die Empathie über den Faschismus”

In der Sexvilla

Wer 2017 interessanten, durchdachten und kritischen Spielejournalismus von Profis konsumieren wollte, der kam um den Podcast “Auf ein Bier” nicht herum. Besondere Kompetenz und das richtige Gespür bewiesen die Herren von Deutschlands alkoholhaltigstem Spielepodcast besonders in ihrer 95ten Ausgabe, als sie sich mit einem der Entwickler von Sexvilla 3D unterhielten und dabei mit ihren Fragen bis an die Schmerzgrenze stießen und all das ohne schlüpfrig oder anzüglich zu werden. Chapeau: “Runde #95: In der Sexvilla”