Es herrscht zu wenig Europa in Videospielen

Veröffentlicht in Videospielgeschichten
Mit Kommentaren von Matze, Yannic Hertel, André Eymann, Aurelia, Lenny

Böhmen, 1403. Das reich an Kultur gesegnete, mit Silber und imposanten Burgen bestückte Königreich liegt mitten im Herzen Europas. Wenzel von Luxemburg herrscht über das Land, das dereinst Teil der Tschechoslowakei werden soll.

Doch sein Halbbruder Sigismund nimmt den König gefangen und fällt mit seiner mächtigen Streitmacht in das Land ein. Heinrich, der Sohn eines Schmieds, muss mit ansehen, wie die Armee des Usurpators sein Dorf angreift und seine Familie abschlachtet. Von dem Wunsch nach Rache getrieben, schließt sich Heinrich einem der Adligen des Landes an um seine Familie zu rächen und das Königreich Böhmen zu retten.

Die beschriebene Handlung findet weder in einem Buch noch einem Film statt, sondern bildet das Grundgerüst des Anfang 2018 erscheinenden Spiels »Kingdom Come Deliverance« der Warhorse Studios aus Prag. Die Entwickler haben sich in den Kopf gesetzt, den Spieler einen Teil europäischer Geschichte nacherleben zu lassen, wie er so oder so ähnlich stattgefunden haben könnte. Dafür wurde das Königreich Böhmen für die Spieler anhand von Aufzeichnungen rekonstruiert. Mit Hilfe von zahlreichen Experten soll so die Möglichkeit gegeben werden, ein Stück Europa-Historie zu erleben.

Ein Vorhaben, das im Bereich der Spieleentwicklung selten ist. Setzen die meisten Entwickler und Publisher doch auf die Zugkraft amerikanischer Marken. Sehr oft ist Amerika Fokus von Videospielen oder die Protagonisten sind Amerikaner. Das Klischee des weißen Amerikaners, der die Welt rettet, wurde erst im Laufe der letzten Jahre allmählich aufgebrochen, jedoch noch immer nicht ganz ad Acta gelegt.

Zwischen Temerien und Polen

Natürlich bildet Amerika nicht den einzigen Handlungsort für Videospiele. Sehr viele Herausforderungen finden in Fantasiewelten statt, welche zumeist wenigstens entfernt an das mittelalterliche Europa erinnern – positiv sollte hier die Serie »The Witcher« erwähnt werden. Basierend auf den Romanen des polnischen Autors Andrzej Sapkowski hat das ebenfalls in Polen ansässige Studio CD Project Red eine Spielreihe von Weltklasse umgesetzt, die zu Recht in allen Medien gelobt wird.

Ausgehend von Sapkowskis Romanen, die sich ebenfalls mit der polnischen Mythologie auseinandersetzen, diese jedoch in ein Fantasiereich übertragen, bietet vor allem der letzte Teil der »The Witcher«-Serie ein Füllhorn an lokalen Eigenheiten, an Polen angelehnte Landstriche und Folklore und darf wohl trotz seiner Fremdartigkeit als eines der europäischsten Spiele der letzten fünf Jahre betitelt werden.

Abseits von Fantasy-Welten dient Europa vielen Spieleentwicklern höchstens als kurze Sightseeing-Tour der Marke »Uncharted«. Hier sucht der Abenteurer Nathan Drake nach den unterschiedlichsten verschollenen Artefakten und reist dabei auf seiner Suche durch Länder wie Frankreich, Italien, England, Schottland, aber auch Saudi-Arabien oder Madagaskar. Die Länder selbst dienen hier jedoch stets nur als hübsche Kulisse oder Stichwortgeber, ohne dass sie eine eigene Faszination entfalten oder gar in einen innereuropäischen Kontext gesetzt werden können.

Das Versagen europäischer Entwickler

Selbst europäische Entwickler wie die niederländischen Guerilla Games verpassen die Chance, Europa in Videospielen begreifbar zu machen und verlagern ihre Spiele entweder in die ferne Zukunft eines von Maschinen bevölkerten Amerikas in Horizon Zero Dawn, oder verlassen in ihrer Killzone-Reihe gleich ganz die Erde. Auch Dice in Schweden greift mit Star Wars Battlefront lieber nach den Sternen einer weit, weit entfernten Galaxie vor langer Zeit.

Schießbude: Dice verpasst es Battlefield 1 Bedeutung zu verleihen. (Bild: EA/Dice)
Schießbude: Dice verpasst es, Battlefield 1 Bedeutung zu verleihen.
(Bild: EA/Dice)

Und selbst mit dem im ersten Weltkrieg spielenden Shooter »Battlefield 1« gelingt es Dice kaum, über ein Schießbudenkonzept im Geschichtsgewand hinauszukommen. Die Gründe für den Ausbruch, die Bedeutung des Krieges und ähnliches können nicht dargestellt werden, das ist aber auch vom Kunden nicht gewünscht.

Auch das in Frankfurt ansässige Studio Crytek, das mit seiner Cryengine lange Zeit als wichtigster Entwicklers Deutschlands gehandelt wurde, setzt mit der Serie »Crysis« auf das Amerika-Setting und bietet bei »Ryse: Son of Rome« nur eine platte Römergeschichte, die völlig aus dem historischen Kontext gerissen wirkt und keinerlei Realitätsanspruch erhebt. Und wenngleich auch die Point-And-Click-Adventures aus dem Hause Daedalic die Art von Klamauk bieten, den vor allem deutsche Fans lieben, so findet doch auch dieser auf dem Müllplaneten Deponia und nicht in der Île-De-France statt.

Währenddessen feiern vor allem japanische Spiele die eigene Kultur, schicken den Spieler in »Persona 5« knapp 80 Stunden lang durch ein selbstreferenzielles Tokio oder beleuchten in »Yakuza« die Machenschaften der gleichnamigen japanischen Mafia.

Es gibt Hoffnung

Europa indes scheint oft außen vor zu bleiben, wird nur als schöne Staffage missbraucht, ohne auf die reiche Kultur der verschiedenen Länder einzugehen, die sich für ein Videospiel geradezu anbieten. Dabei gibt es sie doch, die Spiele, die nicht vor Europa zurückscheuen.

»Medieval: Total War« oder auch »Napoleon: Total War« ließ den Spieler in zwei Zeitepochen Europas eintauchen, Handelsbündnisse schließen, detailgetreue Soldaten ausbilden und die eigenen Landesgrenzen verschieben. Sogar historische Begebenheiten wie die Schlacht von Waterloo ließen sich nacherleben und stellten den Spieler vor die Aufgabe, den Verlauf der Geschichte womöglich mit dem eigenen, taktischen Verstand zu ändern.

Neben Strategiespielen sticht jedoch ein Publisher besonders hervor, wenn es um die Einbindung von Europa und europäischer Geschichte geht: Ubisoft.

Der französische Publisher bietet mit seiner Assassins Creed-Reihe die Möglichkeit, zahlreiche interessante Epochen und Orte zu besuchen. Zwar ist die Verschwörungsgeschichte rund um Templer, Assassinen und dem »Animus«, der es erlaubt, in die Vergangenheit der eigenen Vorfahren einzutauchen, ausgemachter Unsinn, dennoch nimmt Assassins Creed die Epoche, in der es spielt, stets ernst.

Branchenprimus: Assassins Creed gelingt es Spiel, Europa und Historie miteinander zu verbinden. (Bild: Ubisoft)
Branchenprimus: Assassins Creed gelingt es, Spiel, Europa und Historie miteinander zu verbinden.
(Bild: Ubisoft)

Während der Spieler in Assassins Creed 2 und dessen Nachfolger das Italien der Renaissance besucht, trifft er auf berühmte Gestalten wie Leonardo Da Vinci, Rodrigo Borgia oder auch Anna Sforza. Die Städte, die man dabei besucht, und die Geschichte, die sich im Hintergrund abspielt, halten sich dabei stark an die Wirklichkeit und ergänzen das Gezeigte mit informativen Kodex-Einträgen, die den interessierten Leser noch weiter über die damalige Zeit informieren und auch Kontext herstellen.

Mit Unity und Syndicate entführte Ubisoft den Spieler zuletzt auch noch nach Paris während der Zeit der französischen Revolution und das London des Industriezeitalters, wurde jedoch zuletzt sehr formelhaft.

Der Erfolg der Assassins Creed-Reihe beweist dabei, dass Europa nicht nur als Schauplatz, sondern auch als wichtiges Story-Element funktionieren kann. Die europäische Geschichte und die europäische Kultur sind nicht nur in ihrer Vergangenheit geprägt von interessanten und erzählenswerten Vorkommnissen. Auch das heutige Europa steht vor interessanten Herausforderungen, die nicht nur in Film und Literatur aufgearbeitet werden können und sollten. Die Eigenschaft von Videospielen, den Spieler selbst Lösungsansätze finden zu lassen und ihn zum aktiven Nachdenken anzuregen, können hier als großer Gewinn gesehen werden.

Der Puls Europas

Europa ist mit seiner unterschiedlichen kulturellen Prägung, seiner bewegten Geschichte und seinen abwechslungsreichen Landschaften für Videospiele sehr spannend. Amerikanische Entwickler müssten nur versuchen, mehr zu sehen als die Weltkriege. Deutschland hat in den wenigsten Spielen eine andere Rolle als das Dritte Reich.

Doch die Verantwortung liegt nicht bei amerikanischen Entwicklern, sondern bei all den Studios in Europa. Sie sind es, die einen Draht zum Herzen Europas haben, und nicht selten arbeiten in Spielestudios Menschen aus allen Ländern Europas zusammen. Sie müssen sich nur trauen, den Puls Europas zu spüren und in Form zu gießen.

Dieser Text entstand im Rahmen des Seminars „Warum Europa eine Republik werden muss“, während meines Online-Journalismus-Studiums an der Hochschule Darmstadt.

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Kommentare9

  1. Wie definiert man denn “zu wenig” Europa? Gemessen woran?

    Als Gegenbeispiel: Mir fallen nur sehr wenige Spiele ein, die in einem (realistischen) Amerika spielen.

    Auf der anderen Seite fallen mir sofort die ganzen Paradox-Titel ein, die uns ins mittelalterliche Europa setzen. Spiele wie die AC-Reihe halte ich dagegen für vollkommen ungeeignet hier. Das hat doch mit dem echten Europa so viel zu tun wie eine Folge Galileo Mystery. Genauso wie Yakuza wohl nicht dem Standard einer Dokumentation zur japanischen Mafia entsprechen würden. Und auch so ein Spiel wie Persona (oder die MegaTen-Teile allgemein) wären nur schwer nach Deutschland zu verfrachten. Was wäre denn das Äquivalent!? Eine kleine Alpenvorstadt mit Oktoberfestflair?

    Mafia ist dann auch direkt ein gutes Stichwort für einen Beleg des Artikels; das gleichnamige Spiel spielt ind en USA und wurde von Tschechen programmiert. Ich glaube der Hauptgrund ist einfach, dass Amerika das viel interessantere, moderne Setting ist. Europa wäre stark geprägt von Kaltem Krieg und Zweitem Weltkrieg. Die USA hingegen strotzen nur so vor Potential in dieser Periode. Und für die Zeit davor gibt es dann ja wieder recht wenig Spiele (Außer Bürgerkrieg und Kolonialzeit). Ich kenne zumindest gerade kein Indianerspiel.

    1. Hallo Matze,

      erst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast einen Kommentar zu schreiben!
      Eine direkte Messlatte für die Häufigkeit von Europa in Videospielen zu finden ist natürlich schwierig. Dafür müsste sich jemand mit viel Zeit und Geduld mal hinsetzen und alle Spiele der letzten vierzig Jahre nach ihrem Handlungsort sortieren. Aber von meinem Gefühl her spielen doch wirklich wenige Spiele direkt in Europa und haben zumeist ein sehr amerikanisches Setting.
      Das bringt uns zum nächsten Punkt – ich glaube nicht, dass ein europäisches Setting unbedingt auch ein realistisches sein muss. Die wunderbare Aurelia von Geekgeflüstert hat mal einen Artikel darüber geschrieben, wieso Realismus und hist. Korrektheit nicht immer förderlich für ein Spiel sein muss. Den Artikel findest du hier: https://geekgefluester.de/historische-korrektheit-fantasy

      Natürlich kann man auch die MegaTen-Serie nicht nach Europa verfrachten – nichts läge mir ferner, vor allem da ich gerade dieses für mich sehr andersartige Setting sehr gerne spiele. Dennoch – und davon bin ich fest überzeugt – bietet Europa dann eben doch mehr als nur den Kalten Krieg und den zweiten Weltkrieg. Europa hat fantastische Landschaften und im Vergleich zu Amerika eine unglaubeliche Vielzahl an Kulturen. Diese sind zwar auch in Amerika vorhanden – aber eingewandert und zu vielen Teilen Amerikanisiert. Europa bietet hier ein wahres Füllhorn an Sagen, Kulturen und zuweilen sogar politischen Ausrichtungen – je nachdem wie weit man in der Zeit zurück gehen will.
      Auch England bietet mit dem Konflikt zwischen Irland, Schottland und dem Königreich fanstastische Settings. Denn auch wenn England nicht mehr Teil der EU ist, ist es doch Teil Europas. Sowieso sollte man meiner Meinung nach den Regierungsapparat EU nicht mit Europa gleich setzen, aber das ist ein anderes Thema.
      Wie im Artikel dar gelegt sehe ich also durchaus viel Potential in Europa, das Videospiele aufgreifen könnten. Natürlich sind deine Argumente dennoch nicht von der Hand zu weisen – auch ein Spiel über amerikanische Ureinwohner (abseists von dem ersten Prey) wäre sicherlich sehr interessant. Aber ich bin nun mal Europäer und kein Amerikaner – ich würde auch gerne etwas mehr über “meine” Heimatgefilde erfahren. Auch in Videospielen.

      1. Erstmal sorry für den ersten Kommentar, der ist durch eine Geburtstagsfete am Vorabend etwas wirrer geworden als geplant …

        Gerade, wenn wir uns von der Realität entfernen, finde ich, dass Europa immer stärker in den Vordergrund tritt. Klar, es gibt postapokalyptische Spiele in Amerika, aber eben auch in Europa. Aber gerade im Bereich Fantasy ist doch das meiste vom europäischen Hochmittelalter oder Tolkien (und damit irgendwas frühmittelalterlich-germanisch-angelsächsisches) inspiriert. Aber auch der Steampunk ist eine europäische Idee gewesen und fest mit der Industrialisierung hier verbunden.
        Dann gibt es noch Spiele die in der europäischen Folklore verankert sind; es kommen immer mehr, die von der slawischen Mythologie inspiriert sind (natürlich fällt mir keins ein :-S). Ein exaktes Gegenbeispiel für den Artikel wäre z. B. auch Child of Light, das von Ubisoft Montreal produziert wurde, ist stark vom deutschen Märchen inspiriert und spielt teilweise sogar in Österreich.

        Aber in vielen Bereichen ist das natürlich trotzdem unterentwickelt. Ich hätte gern ein Horrorspiel im Schwarzwald der Zwanziger Jahre (verbunden mit Cthulhu-Mythos!). Oder einen GTA-Klon im Berlin der 80er, in dem man den Kampf von Subkulturen nachstellt. Kann das nicht wer programmieren? Ich würds sofort kaufen! Schon die Titel schreiben sich von alleine. “Blackforest Night” und “sub:culture”. LOS!

        Um am Ende nochmal was Substanzielles beizutragen: Das Problem haben viele andere Kulturen noch stärker. Gibt es richtige Spiele in Südamerika (außerhalb von Indiana-Jones-Tribut-Opferzeremonien)? Inuit? Afrika? Orient? Asiatische Völker außer Japan und China? Generell sollte es einfach mehr Vielfalt geben, da wär ich voll begeistert.

  2. Ein wirklich interessanter und differenzierter Text Yannic!

    Ich glaube auch eher daran, dass es etwas mit dem “trauen” zu tun hat. Natürlich müssen sich Videospiele verkaufen und finanzieren. Aber wie hatte einst Steve Jobs gesagt: “Innovation distinguishes between a leader and a follower.”

    Mir geht es grundsätzlich gegen den Strich, dass unsere deutsche Popkultur so amerikanisiert ist. Neben der Spielebranche ist das ja auch in der Filmbranche der Fall. Wenn dort wenigstens das Angebot vernünftig kuratiert wäre. Aber leider ist das nicht der Fall und so werden wir mit US-Filmen und Serien zugedeckt. Manchmal erscheint es mir, dass die Alternative dazu im japanischen Markt gesucht wird. Der ist zweifellos interessant, aber zwischen Asien und Amerika gibt es tatsächlich noch… Europa 😉

    Kurzum: ich würde mich sehr freuen, wenn die Entwickler und Publisher mehr Stoffe im europäischen Kontext verarbeiten würden. Historisch sowie aktuell. Denn hier bietet sich die Chance nach Reflexion und einer eigenen “starken” Marke. Mal ganz abgesehen davon, dass solche Formate Wissen und Bildung transportieren könnten.

  3. Spannender Artikel! Zwar würde ich zumindest teilweise widersprechen, wie ernst Assassin’s Creed seine jeweilige Epochen-Vorlage nimmt, aber grundsätzlich wird da extrem viel Potential verschenkt, was aber nicht nur für Europa, sondern auch für Nicht-Amerika und Geschichte in Spielen gilt. Gefühlt ein riesiger Teil der Spiele mit historischem Setting leben entweder von einer Heldenromantik, die aus der Mechanik der “typisch amerikanischen Helden” hervorgehen, oder sind eben Strategiespiele. Finde ich immer wieder schade.

    1. Hallo Aurelia,

      da hast du natürlich auch Recht. Warum zum Beispiel ein Machiavelli auf der Seite der Assassinen steht, wo doch sein eigenes Werk rund um den Erhalt von Macht u. Einfluss ihn eher auf die Seite der Templer stellen sollte ist mir bis heute schleierhaft. Auch gelingt es AC oft nicht die eigenen hohen Ansprüche bezüglich Ausarbeitung zu halten. Ich kann jedoch nur die Assassin’s Creed Enzyklopädie empfehlen. Hier wird sehr detailreich und mit teils wunderschönen Zeichnungen ein Bild der jeweiligen Epoche aus Sicht von AC nacherzählt und viele offene Fäden zusammen geführt. Ist zwar kein Geschichtsbuch, aber es soll ja auch um Spiele gehen ;).
      Ansonsten finde ich auch, dass viele Geschichten verloren gehen und auch insbesondere deutsche/europäische Settings verschenkt werden. Hierzu noch ein kleiner Hörtipp aus meinem Podcast Culturevania – Folge 9 beschäftigte sich mit Deutschland in Videospielen. Findest du hier: https://culturevania.com/2017/05/12/folge-9-deutschland-in-videospielen/ oder in jedem Podcatcher.

  4. Sehr spannender Artikel.

    Ich könnte mir denken das ein Teil des Problems darin liegt, dass Amerika immer noch der Markt Nr.1 ist. Und wenn sich Spiele dort verkaufen wollen, dann muss das Setting in den meisten Fällen auch in den USA gesetzt sein oder es muss zumindest ein Amerikaner der Held sein. Was ja in gewisser Hinsicht auch dem Selbstverständnis der Amerikaner entspricht. Und was auch von nicht US-Entwicklern noch unterstützt wird.

    Wie du schon richtig sagst, hat das Fantasy-Setting in vielen Köpfen Europa als Setting ersetzt, weswegen das Thema vielleicht auch nicht so groß behandelt wird. Jedoch fehlt mir da der Blick auf das heutige Europa. Wenn Europa gezeigt wird, ist es meistens ein Europa weit vergangener Zeit oder der Weltkriege. Doch auch in heutiger Zeit bieten sich Settings in Europa die es Wert wären versoftet zu werden.

    1. Hallo Lenny,

      erst Mal vielen Dank für deinen Kommentar.
      Du hast natürlich recht, dass Amerika noch immer der Absatzmarkt Nr.1 ist und sich daher viele Spiele darauf fokussieren. Allerdings zeigen die Zahlen ja, dass auch japanische Spiele wie Persona 5 sehr beliebt sind. Ich glaube, wenn man für eine gewisse Sparte entwickelt kann man auch Fans finden. Nicht jedes Spiel, dass sich auch mit Europa beschäftigt muss ja gleich AAA Züge annehmen.
      Ich habe mir auch mal Zahlen aus dem Jahr 2015 angesehen. Erst an achter Stelle (The Witcher 3) kam ein Spiel, dessen Setting europäisch war. Ansonsten haben wir Call of Dutys, Fifas, und Star Wars Battlefront sowie GTA V. (Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/517927/umfrage/absatzzahlen-der-meistverkauften-videospiele-in-europa/)

      Was ich empfehlen kann ist “The Lions Song”
      https://youtu.be/9wan9gVB5K4

      1. Sehr gerne.

        Da hast du sicher Recht mit dem japanischen Markt. Ich habe dazu jedoch keine Zahlen, wie Spiele aus Japan, mit japanischem Setting im Vergleich zu einem amerikanischen Setting oder einer sehr westlichen Ausrichtung performen? Unabhängig von den Kosten der Entwicklung. Gefühlt würde ich sagen, dass Spiele vom japanischen Markt zwar wieder erfolgreicher werden, aber sich das vor allem auf kleine Fangemeinden im Westen konzentriert und ansonsten der Erfolg eher auf dem japanischen Markt gesucht wird. Und ein Spiel wie Dark Souls ist zwar sehr erfolgreich, hat dann aber wiederum kein typisch japanisches Setting.

        Und du hast vollkommen Recht damit, dass nicht jedes Spiel AAA sein muss. Ich würde mir aber wünschen, das die Wahl des Settings unabhängig davon funktioniert ob ein Spiel Indie, AA oder AAA ist.