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Am 22.04.2018 fand die „1. RetroGamesCon“ im Julius-Hetterich-Saal des Ludwigshafener Stadtteils Maudach statt. Als Retrospiel-Enthusiast, der bereits auf einigen Retro-Börsen für klassische Videospiele vor Ort war (u. a. Oberhausen, Mannheim und Hofheim/Taunus), konnte ich es mir nicht nehmen lassen diese neue Veranstaltung einmal auszuchecken.

Endlich mal wieder eine Art Heimspiel für mich, ist Ludwigshafen doch nur knapp 20 Minuten von meinem Wohnort entfernt. Also nix wie auf ins Auto und bei schönstem vorsommerlichen Wetter in das beschauliche Maudach gefahren!

Bei dem Wetter hatte ich zugegebenermaßen auch die Hoffnung, es würden sich nicht allzu viele Leute in der kleinen Halle tummeln. Immerhin hatte ich schon einmal eine Retrobörse bei sommerlichen Temperaturen erlebt, genauer gesagt 2015 in Mannheim, wo es bei fast 40°C vom Publikumsaufkommen her dann doch eher überschaubar wurde. Doch schnell wurde klar: echte Retro-Fans ließen sich dieses Mal nicht so leicht vom Wetter beeindrucken!

Die Location

Und so zeigte sich leider auch schnell, dass der überschaubare Julius-Hetterich-Saal dem großen Interesse dann doch nicht so wirklich gerecht werden konnte.

In zwei Räumen, einem Hauptraum und einem kleineren Nebenraum, befanden sich die diversen Verkaufstische bei denen ich mir erhoffte das ein oder andere Schnäppchen ergattern zu können. Doch musste man schon ein wenig Geduld aufbringen, bis man die Möglichkeit hatte an einen der begehrten Tische heranzukommen.

Hauptgrund hierfür war, dass der Saal nicht besonders groß und die Tische daher sehr eng aneinander standen, was kaum Platz zum Laufen ermöglichte.

Immerhin: einige Verkäufer waren mir inzwischen von anderen Börsen wohlbekannt und so wusste ich direkt, an welche Tische ich mich zuerst „herankämpfen“ musste und konnte die anderen so erst einmal außer Acht lassen.

Sogar der Verkäufer, der mir 2017 in Hofheim das Philips CD-i Game „Zelda: Der Zauberstab von Gamelon“ verkaufte, erinnerte sich direkt wieder an mich. Man fühlt sich inzwischen eben doch sehr heimisch auf diesen Börsen.

Das Rahmenprogramm

Doch wenngleich das Hauptaugenmerk solcher Veranstaltungen immer auf den Verkaufsständen liegt: der Veranstalter gab sich viel Mühe auch ein entsprechende Rahmenprogramm zu bieten, so dass es neben allerlei Möglichkeiten sein Geld loszuwerden, auch Möglichkeiten zum Zocken gab.

Master System mit Sonic Chaos. (Bild: Rüdiger Dinges)
Master System mit Sonic Chaos. (Bild: Rüdiger Dinges)

An mehreren Tischen waren Systeme von Commodore, SNK oder Sega aufgebaut, an denen man sich alleine oder zu zweit ein wenig auslassen konnte.

Ich erinnere mich da noch an die beiden Jungs, die gerade am Neo Geo „King of Fighters 2“ spielten und sich offensichtlich fragten, was der alte Mann da mit seiner Kamera wohl will.

Wer sich traute, durfte auch bei diversen Turnieren mitmischen. Um 12 Uhr begann das Turnier in „Super Mario Kart“, welches auf einer Leinwand übertragen wurde und später am Tag gab es dann noch ein „Bomberman“-Turnier.

Super Mario Kart Turnier. (Bild: Rüdiger Dinges)
Super Mario Kart Turnier. (Bild: Rüdiger Dinges)

Wer inzwischen sein Geld losgeworden war und auch kein großes Interesse am Zocken hatte, für den hatte die RetroGamesCon aber auch noch diverse interessante Vorträge am Start, die auf der Bühne direkt unterhalb der großen Leinwand gehalten wurden.

Insbesondere die nette Couch-Runde mit Petro T. Tyschtschenko auf der Bühne gefiel mir sehr gut.

Gesprächsrunde mit Petro T. Tyschtschenko. (Bild: Rüdiger Dinges)
Gesprächsrunde mit Petro T. Tyschtschenko. (Bild: Rüdiger Dinges)

Doch wirklich entspanntes Zuhören war aufgrund des starken Besucherandranges zunächst leider kaum möglich. Generell ging das Rahmenprogramm in der Masse ziemlich unter.

Es gab schlichtweg keinen Ort an dem es möglich war, sich mal 5 Minuten hinzustellen oder zu setzen, ohne dass sich eine Gruppe an Leuten an einem vorbeidrückte, die an einen der Verkaufstische heranwollte. Sehr schade, denn so ging vor allem das „Super Mario Kart“-Turnier am Anfang ziemlich unbemerkt unter.

Doch immerhin muss man dem Veranstalter zu Gute halten, dass für 5 € Eintritt wirklich versucht wurde den Anwesenden ordentlich was zu bieten.

Schnäppchenjagd

Generell war es auch mit kleinem Geld möglich, auf der Börse eine gute Zeit zu verbringen. Die Händlerpreise waren zum Teil nochmal deutlich fairer als das, was ich von anderen Retro-Börsen bisher gewohnt war. So musste ich mein „Börsen-Budget“ noch nicht einmal ganz ausreizen um ein paar echte Klassiker zu ergattern.

Die Auswahl war auch dieses Mal wieder spitze, wobei natürlich in erster Linie Playstation und Nintendo dominierten, insbesondere die Gameboy-Abteilung war in meinen Augen sehr auffällig.

Verkaufstisch mit Game Boys. (Bild: Rüdiger Dinges)
Verkaufstisch mit Game Boys. (Bild: Rüdiger Dinges)

Atari- und Commodore-Fans wurden zwar auch fündig, allerdings hatte ich den Eindruck dass diese etwas mehr in den Hintergrund rückten als auf anderen Börsen.

Auch Merchandising gab es wieder in Hülle und Fülle. Egal ob Comics, Schlüsselanhänger, Plüsch-Marios, Amiibos oder Action-Figuren: hier war für Jeden etwas dabei! (Bild 7: Merch)

Pringles Homebrew-Game für den SEGA Mega Drive. (Bild: Rüdiger Dinges)
Pringles Homebrew-Game für den SEGA Mega Drive. (Bild: Rüdiger Dinges)

Besonders empfehlenswert war hier mal wieder der Stand von DonKing, welcher allerhand Konsolenzubehör im Angebot hatte und sogar gemoddete Konsolen. Wer gerne künftig auch ohne RF-Kabel bei seinem Sega Master System II auskommen möchte, der war bei DonKing genau richtig und konnte sich noch vor Ort eine Konsole mit RGB-Umbau holen. Eine sehr schöne Sache!

Egal ob Japan-Importe, gemoddete Konsolen oder sogar Homebrew-Titel (wie dieses merkwürdige Pringles-Spiel für den Mega Drive, welches ich noch nie zuvor irgendwo sah…): dank der großen Auswahl blieben nahezu keine Wünsche offen!

Der Blick über die Tische hat sich für mich jedenfalls wieder voll gelohnt. Nicht nur um selbst wieder einmal zuzuschlagen (immerhin befinden sich jetzt wieder 5 “neue” Titel in meinem Besitz), sondern auch um einfach mal in Erinnerungen zu schwelgen. Die großen Boxen von Klassikern wie Leisure Suit Larry, System Shock oder Street Fighter Alpha nach Jahren mal wieder zu sehen ist immer wieder herzerwärmend. Man bleibt eben doch immer ein bisschen Kind.

Eine Wühlkiste mit PS2-Titeln. (Bild: Rüdiger Dinges)
Eine Wühlkiste mit PS2-Titeln. (Bild: Rüdiger Dinges)

Spiele in Originalverpackung. Unter anderen System Shock und Wing Commander. (Bild: Rüdiger Dinges)
Spiele in Originalverpackung. Unter anderen System Shock und Wing Commander. (Bild: Rüdiger Dinges)

Meine Ausbeute von der Börse. (Bild: Rüdiger Dinges)
Meine Ausbeute von der Börse. (Bild: Rüdiger Dinges)

Resümee

Alles in Allem hatte ich also auch dieses Mal wieder eine sehr gute Zeit. Da die RetroGamesCon wie angesprochen sehr gut besucht war, gehe ich auch davon aus dass wir diese bald wieder in Ludwigshafen begrüßen dürfen. Hoffentlich dann mit einer etwas größeren Location, die diesem Andrang auch gerecht werden kann.

Ich kann festhalten: ich habe viel Gutes an diesem Sonntag gesehen! Gerne wieder!

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