Civilization: Zurück in die Steinzeit

Veröffentlicht in Spielebesprechungen
Mit Kommentaren von Tobi, André Eymann, Hardy, Dana

Mein erster Planwagen steht einsam und schutzlos an einem sich windenden Fluss. Angrenzend kann ich ein paar saftige Wiesen erkennen, auch einige Hügel deuten sich an, aber viel weiter kann ich mein Umfeld noch nicht einsehen.

Dennoch scheint mir dies ein guter Startpunkt zu sein, um mir die Welt ein weiteres Mal zu eigen zu machen und von hier aus meine Fahne auf jeden einzelnen Kontinent zu rammen, bis ich irgendwann mein erstes Raumschiff nach Alpha Centauri schicken kann. Die Welt weiß noch nicht, was auf sie zukommt…

So beginne ich also …

Die bescheidenen Anfänge. (Bild: Hardy Heßdörfer)
Die bescheidenen Anfänge. (Bild: Hardy Heßdörfer)

Eine weitere Partie – Sid Meier’s Civilization

Die wievielte insgesamt ? Hm… das kann ich beim besten Willen nicht sagen, aber seit meiner erster Begegnung mit der Reihe Anfang der 1990er, habe ich jedes Spiel der Hauptreihe mehrmals durchgespielt, Teil 1 und 2 (und den Ableger Colonization) sogar sooft, dass ich es gar nicht mehr wirklich umreißen kann.

Dabei unterscheiden sich die Civ-Spiele gar nicht sooo großartig.

Klar kamen im Laufe der Zeit weitere Features, mehr Einheiten, zusätzliche Wunder, neue Ausbauten und Optionen dazu. Aber der Kern des Spiels wurde schon mit dem ersten Teil in eine Form gegossen, die man in allen Folgetitel wiedererkennen kann.

Wenn man also bereits einen Teil der Reihe gespielt hat, wird sich schnell mit allen weiteren Ablegern vertraut fühlen. 

Das klingt nun vielleicht so, als sei ein neues Civ einfach ein moderner Aufguss eines alten Spiels und…so ganz falsch mag das gar nicht sein, aber es ist definitiv auch kein Nachteil.

Denn Civ ist großartig!

Europa füllt sich. (Bild: Hardy Heßdörfer)
Europa füllt sich. (Bild: Hardy Heßdörfer)

So großartig, dass ich heute wieder zu diesem allerersten Teil aus dem Jahre 1991 zurückkehre und die Nation von Hardystan von ihren bescheidenen Anfängen in grauer Vorzeit bis zu ihrem glorreichen Triumph über Napoleon, Caesar und den alten Kriegstreiber Gandhi führe.

Letzteres ist natürlich nur ein kleiner Seitenhieb auf die KI des Spiels, die auch den indischen Pazifisten schnell zu einem gnadenlosen Säbelrassler werden lässt, der nicht davor zurückschreckt, seine Atomwaffen in meinem Vorgarten zu parken. So nicht, Freund!

Auch bei den Gefechten ergeben sich ab und zu kuriose Ergebnisse, zum Beispiel wenn die einsam in Babylon stationierte Phalanx gleich ZWEI meiner Düsenjets vom Himmel holt. Das müssen ganz besondere Speere sein…

In Momenten wie diesen ertappt man sich schnell mal bei dem Wunsch die Maus anzuheben und mit Schmackes gegen die Wand zu schleudern…

Aber genau das sind eben auch Erlebnisse, die im Nachhinein besonders witzige Geschichte ergeben und den Durchlauf zu etwas Besonderem machen. Jedesmal mit dem ein oder anderen skurrilen Kniff. 

Hmm... dieser Herr kommt mir irgendwie bekannt vor... (Bild: Hardy Heßdörfer)
Hmm… dieser Herr kommt mir irgendwie bekannt vor… (Bild: Hardy Heßdörfer)

Für mich ist Civilization jedenfalls immer wieder aufs Neue in gleichem Maße erfüllendes Erlebnis, wie auch wilder Ritt. Ein Abenteuer.

Nicht unbedingt eines, dem ich mich allabendlich hingeben könnte, aber eines, das ich mir von Zeit zu Zeit gönne und das mich dann ebenso in seinen Bann schlägt, wie bei unserer allerersten Begegnung.

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Kommentare6

  1. In Sachen (Retro-) Spielepodcasts gibt es mittlerweile eine nahezu unüberschaubare Anzahl im deutschsprachigen Raum. Logisch, dass jeder Anbieter versucht, sich seine Nische freizuschaufeln.

    Dieser Artikel hier wirkt auf mich wie eine Werbung für den Podcast “Nerdwelten”. Ich finde, so etwas sollte auf dieser Webpage nicht stattfinden. Denn angenommen, jeder Podcast macht mit Hilfe eines kleinen Teaserartikels auf sein Produkt aufmerksam, werden die “Videospielgeschichten” ruckzuck damit überflutet. Und das kann nicht Sinn dieser wunderbaren Seite sein.

    Nichts für ungut. Ich habe rein gar nichts gegen die “Nerdwelten” oder die Personen dahinter. Aber für Werbung gibt es andere Plattformen im Netz.

    Christian GehlenTobiAndre
    1. Hi Dana.

      Als “Werbung” ist der Artikel nicht gedacht, sehr wohl aber als “Ergänzung”.

      Hier geht es vermehrt um meinen persönlichen Eindruck beim Wiederspielen.

      Man kann beides miteinander verbinden, muss es aber natürlich nicht, das bleibt jedem frei gestellt.

      TobiAndre
    2. Hi Dana, vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich verstehe, was Du sagen willst. Zum Stichwort “Werbung” möchte ich allerdings noch etwas genauer Stellung nehmen.

      Grundsätzlich ist VSG “werbefrei”. Und das beziehe ich in erster Linie auf Produktwerbung. Als Produktwerbung verstehe ich Werbung die darauf abzielt, ein Produkt gewinnbringend zu vermarkten. Und hier kommen wir auch schon zum Kern. Wenn bei mir auf andere Projekte (oder auch Produkte) hingewiesen wird, so entsteht dabei eine Zusatzinformation für den Besucher. Beispiele: Hintergründe, Beweggründe usw. – also in der Regel Inhalte mit einem persönlichen Bezug, die den Menschen oder das Thema in den Mittelpunkt stellen. Das sehe ich in diesem Kontext auch nicht als Werbung, sondern als einen Mehrwert. Hinzu kommt, dass wir uns als (nicht gewinnbringend aufgestellte) Community gegenseitig ein wenig unterstützen. Wir alle machen keine Profit mit unseren Projekten, sondern leben davon gehört oder gelesen zu werden. Reaktionen, Reichweite und Aufmerksamkeit ist also alles was wir zurückbekommen, für die enorme Zeit die wir uns alle von unserem Privatleben abringen.

      VSG wird niemals eine Seite für Produktwerbung oder reine “News” werden. Die Seele des Projektes sind die persönlichen Beiträge und ich habe schon oft Anfragen, die tatsächlich reine “Werbung” gewesen wären, abgelehnt.

      Ich freue mich aber sehr über Deine Zeilen, weil sie mir zeigen, wie wichtig Dir das ist. Danke dafür und ich hoffe, ich konnte meine Meinung einordnend darlegen.

      Gerrit LudwigTobi
    3. Ich finde deinen konstruktiven Einwand durchaus berechtigt, Dana, für mein Empfinden ist es mehr eine Kooperation aus gemeinsamen Interessen heraus, als eine reine Werbung. Ein bisschen Crossplay sozusagen. Ohne Hintergedanken.

      Ich persönlich lese lieber Texte, als dass ich sie höre und freue mich über Bilder im Beitrag, denn bei gesprochenem Text bleibt bei mir oft nicht viel hängen (bei Musik sieht das aber schon wieder ganz anders aus). Ich muss die Beiträge sehen.
      Anderen geht es bestimmt genau andersherum, so kommt hoffentlich jede(r) auf ihre/seine Kosten. Ich sehe die Audiobeiträge als Bereicherung, wenn ich unterwegs bin, nichts lesen möchte, oder gerade keine Lust auf Musik habe (passiert aber eher selten). Alternativ kann man ja auch zur Audioversion mitlesen. Ich finde, das macht das Ganze dann doch sehr persönlich und herzlich. Und ich denke, darauf kommt es an. Liebe Grüße.

  2. Danke Tobi.
    Ich finde Civ 1 ist auch heute noch echt gut spielbar, besonders, weil es sich recht flott spielen lässt. Das kommt mir heutzutage sehr entgegen.

    Tobi
  3. Danke Hardy für deine kleine Liebeserklärung an Civilisation. Ich konnte nie wirklich etwas mit Aufbauspielen anfangen, aber die amüsante Art, wie du hier dieses Spiel beschreibst, lässt mich gerade ganz anders auf die Serie blicken. Danke dir dafür. Die “antiken” Screenshots mit ihrer eher knappen und oft ähnlichen Farbpalette lassen auch gleich wieder so eine wohlig-warme Atmosphäre der Spielewelt von damals aufkommen. Junge, 30 Jahre ist das schon her?!