Thrill Kill – unveröffentlicht und schockierend

Kommentiert von: Wolfgang, Torsten S., Florian Auer, André Eymann, Mathias Nowatzki, Papa Headbanger, Nele Abels, Ju55yl31n, Tobi.
  9 Min

Wie ein nie offiziell erschienenes Playstation 1 Spiel für einen Hype am Schulhof sorgte.

„Pssst…!“ Als mir damals ein Klassenkollege in der Pause auf die Schulter klopfte, kursierte bereits dieses Gerücht. Über ein englischsprachiges Videospiel, das aufgrund seiner Brutalität von der Öffentlichkeit ferngehalten werden sollte. Konnte das wirklich sein? Gab es tatsächlich so ein Spiel?

Diese durchgreifende Neugierde wusste richtig gemein zu werden. Natürlich hechelte sie treffsicher dem Reiz des Verbotenen hinterher. Es heute anders zu beschreiben, wäre schlicht unehrlich. Die ersten Informationsfetzen zeigten sich eher spärlich. Charaktere massakrieren sich mit Skalpellen, „Up to 4 Players!“, spielbar sollte es auf der Playstation 1 sein. Das genügte bereits, um einen regelrechten Hype in der Klasse zu entfachen. 

Das Problem: Das Internet nahm in meiner Gegend erst richtig Fahrt auf, ansprechende Pakete waren für den heimischen Haushalt noch zu kostspielig, handfeste Informationen daher Mangelware. Fest stand, Sonys Konsole hatte sich zu diesem Zeitpunkt dank Resident Evil und Crash-Bandicoot fest im Klassengefüge etabliert. Warum sollte es so etwas nicht auf dieser Konsole geben?

Klang alles plausibel, trotzdem war der eine oder andere Zweifel vorhanden. Es wurde einfach zu viel angegeben, dahergeredet und übertrieben. Wie Jugendliche kurz vor dem Erwachsenwerden so sind. Ein Schelm der jetzt denkt, dass es bei vielen Erwachsenen ähnlich ist.

„Ich kenne da jemanden …“

„Das Spiel gibt es wirklich!“ Da war er wieder, mein ehemaliger Klassenkollege. Ich kann mich noch gut an das Gefühl eines Agentenkrimis erinnern, das mich unerwartet packte. Der Puls schoss von 0 auf 100. Hatte er recht? „Es zum Laufen zu bringen, ist allerdings nicht so einfach.“ Gerade als ein Schulterzucken mitsamt passender Handgeste eine innere Ernüchterung in Gang setzte, kam ein weiterer Satz, den viele bestimmt schon an unterschiedlichen Stationen in ihrem Leben gehört haben: „Ich kenne da jemanden …“ Im gleichen Moment wedelte er aufgeregt mit einer CD Hülle. 

Kopfkirmes, dieser Begriff trifft es wohl am besten, wenn ich heute meine Gefühle beschreiben müsste. Lose habe ich noch in Erinnerung, dass ich unkontrolliert nach der Hülle zu greifen versuchte. Und da war es, eines der ersten Spiele, dass sich tief in meine Synapsen brennen sollte. Mit einem dicken Permanent Marker quer über den Silberling gekritzelt. „Thrill Kill!“

Was dazu notwendig war, um es spielen zu können, wusste ich in diesem Moment (noch) nicht. Nur eines, dass der Kollege eine Playstation zu Hause hatte und diese irgendwie modifizieren lassen wollte. Und da war sie wieder, diese durchgreifende Neu(gier)de… 

Alternativcover von Thrill Kill (Quelle: imdb.com)
Alternativcover von Thrill Kill (Quelle: imdb.com)

Hype um unveröffentlichten Schocker

Thrill Kill, der unveröffentlichte Schocker von Paradox Development und Virgin Interactive. Dank seiner Absurdität und zu dieser Zeit sehr überspitzen Brutalität, die gemeinsam stetig in Richtung einer perversen Geschmacklosigkeit wandelten. Erst Jahre später lernte ich die ganze Geschichte des Fighting-Game kennen, die vieles erklärte. Ein Stück weit auch den Hype hinter vorgehaltener Hand erklärte, dem ich selbst ein wenig verfallen war. Ach was! Schluss mit der Untertreibung. Restlos verfallen, trifft es wohl eher. Doch der Reihe nach.

Tatsächlich sollte das Spiel passend zu Halloween im Oktober 1998 veröffentlicht werden. Den Riegel schob Electronic Arts vor und kappte kurzerhand alles rund um das Spiel. Nanu, EA? Der Publisher war damals auf Beutezug und gerade dabei, Westwood zu kaufen. Mein liebstes Entwicklungsstudio zu der Zeit. Mit Perlen wie Dune 2 oder Command & Conquer. Wie viele Spielstunden in diese zwei geflossen sind, ich traue mich nicht mehr wirklich, nachzurechnen. Ich mag beide heute noch sehr gerne. 

Virgin Interactive Nord Amerika war sozusagen „Part of the Deal“ in dieser Einkaufstour, da Virgin seine Spiele-Sparte aufgab. Damit wanderten auch die Veröffentlichungsrechte von Thrill Kill zu EA. Nach einer internen Evaluierung erfolgte ein unmissverständliches „Nein!“ seitens des Publishers. Aus heutiger Sicht erst einmal nichts Ungewöhnliches. Studios werden gekauft und verkauft, Spiele werden während ihrer Entwicklung gestoppt, viele verschwinden in einer Schublade. Ich würde sogar behaupten, ein gern gemachtes Prozedere in der Branche. Das Kuriosum damals: Das Spiel war zu 99 Prozent fertig, auf ausgewählten Messen vorgestellt, diverses Merchandise bestellt, Redaktionen hatten bereits Testversionen auf ihren Bildschirmen und ein Nachfolger war ebenfalls in der Planungsphase.

Trotzdem besagter Rückzieher. Wirtschaftlicher Irrsinn, möchte man meinen. Warum das Ganze? EA machte sich Sorgen um sein Image mitsamt negativer Presse. Schlicht und ergreifend. Ein Tun, das heute wahrscheinlich nur ein müdes Lächeln hervorruft, angesichts immer wieder aufgewärmter Spielkonzepte und verbundene „Glücksmechaniken“. Möchte es so formulieren, dass der Ruf des Publisher sicher schon einmal besser war. Das Horten von Markenleichen in seinem Keller ist ja beinahe schon ein Markenzeichen für sich selbst. Klingt vielleicht ein wenig fies, ich weiß. 

AO Rating für Gewalt und Darstellung

Aus meiner heutigen Sichtweise kann ich deren Handlung damals trotzdem ein Stück weit verstehen. Wie? Warum das jetzt? Ich mache das an zwei Gründen fest: Noch vor dem zunächst angedachten Release erhielt Thrill Kill vom Entertainment Software Rating Board (Kanada, USA) ein AO Rating. Spannend ist, dass zuvor ausschließlich Spiele mit sexuellem Inhalt ein solches Adults Only Label erhalten hatten. Thrill Kill bekam diese Klassifizierung allerdings alleinig aufgrund der enthaltenen Gewalt und ihrer Darstellung. Als erstes Videospiel überhaupt! Bis zum heutigen Tage sind lediglich zwei weitere Spiele hinzugekommen, die aufgrund ihrer Gewalt exakt gleich eingeordnet sind.

Dass Thrill Kill trotzdem nicht mit sexuellen Suggestionen spart, wird ab der ersten Spielminute klar. Dazu aber gleich mehr. Hinzu kamen die Gewaltdebatten, die Ende der 1990 iger Jahre einmal mehr einen Höhepunkt erreichten. Noch mehr Öl in das Feuer gießen? „Lasst es gut sein“, sagten wohl die Verantwortlichen des Publishers. Wer wollte sich schon die Finger so richtig verbrennen. Gewalt und Videospiele, sowieso schon seit einer gefühlten Ewigkeit ein Spannungsfeld. Seitdem liegen die Rechte um das Spiel im besagten Keller. 

Popularität im Untergrund

Wie das ganze Sammelsurium nun mit dem Hype und dem beschriebenen Silberling meines Klassenkollegen zusammenpasst? EA hatte sein Vorgehen elegant über die Köpfe der Entwicklerinnen und Entwickler hinweg entschieden und der Belegschaft von Paradox nichts mitgeteilt. Soweit nichts Neues. Passiert schon mal. Jetzt mit etwas Ironie gesagt. Die Eigendynamik, die daraus entstand, hatte die Obrigkeit allerdings so gar nicht auf dem Schirm. Eine Handvoll der Beteiligten stellten mehrere Versionen von Thrill Kill kurzerhand ins Netz. In voller Absicht. Ein Leak mit massiver Wirkung.

Diese ISO-Formate oder Bootlegs verbreiteten sich wie ein Lauffeuer und alles geriet völlig außer Kontrolle. Das Spiel erlangte eine (Untergrund)Popularität, obwohl es als Machwerk nie die Welt des Releases hätte sehen dürfen. Es offiziell auch nie tat. Also eigentlich doch wieder, aber ohne dem offiziell. Ich verzettle mich gerade etwas. Kurzum: Wer damals eine passable Internetleitung sein Eigen nannte und etwa den IRC oder „jemanden kannte“…der Rest ist Hörensagen.     

„Prepare to Kill!“

Die Dynamik auf dem Schulhof begann sich zu verselbstständigen. Cool waren diejenigen, die Thrill Kill gesehen hatten. Wahre Heroes, die es sogar anspielen konnten. Und dann gab es einen kleinen, eingeschworenen Kreis, der es tatsächlich als Silberling in die eigene Konsole legte. Aus welchen Kanälen die Scheibe auch immer gekommen war. „Chip-in“, wird beim Golfspiel ein Schlag genannt. Mehr sei dazu nicht gesagt. Eine gefühlte Ewigkeit schien zu vergehen, bis die Konsole im umgebauten Zustand wieder bei meinem Kollegen stand. „Alter, was hat da so lange gedauert?“, kam es zähneknirschend aus einer Ecke.

Gefolgt von einem unmotivierten Kramen in einer Packung Kartoffelchips. Es war ein Freitagabend, sturmfreie Bude. Auf diesen Moment hatten wir allesamt gewartet. Jedem Einzelnen war die Ungeduld ins Gesicht geschrieben. Aus der Klasse hatten wir zusätzliche Playstation Controller und einen Multitap organisiert, um uns in der Uncut Version von Thrill Kill gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. In der Tat kursierten mehrere verschiedene Versionen des Spiels. 

Der Knopf der Konsole war gedrückt. Das Fernsehgerät zog uns mit dunklem Techno Sound in eine Welt voller Sadismus und obskurer Gestalten. „Prepare to Kill!“ Mit der Brutalität als purem Selbstzweck, das manchen von uns ein „Boah eh, ist das krass!“ entlockte. Ja, es gab im Fighting-Game-Genre bereits Mortal Kombat, das mit seinen digitalisierten Schauspielern durch die Arcade Hallen und Konsolen metzelte. Etwas später auch Killer Instinct mit seinem irrwitzigen Kombo-System. Beide weit entfernt von einem frommen Kirchenbesuch. Thrill Kill fühlte sich damals anders an. Genaugenommen auch heute noch. Die grafische Alterung einmal außen vor gelassen. Es war solide, spielerisch jedoch nicht ganz auf gleichem Level. Trotzdem transportierte es auf eine Art und Weise ein Unbehagen, das ich nicht bis in das letzte Detail schlüssig erklären kann. Mit dabei immer auch eine Faszination, nicht wegsehen zu können.

Abgründe eines dunklen Fetish-Wahnsinns

Wenn ich es jetzt nachträglich in die passenden Worte stecken möchte, dann ist das Spiel für mich ein Ausflug in einen Fetish-Wahnsinn aller erster Güte. Dunkle Fantasien und allerlei Abgründe lassen viel Raum für Interpretationen. Es fühlt sich wie ein groteskes Schauspiel an. Damals sorgten die Protagonisten für ein hämisches Grinsen. Mit ein wenig mehr Abstand kann ich sagen, dass Thrill Kill nichts auslässt. BDSM Anspielungen? Sind an der Tagesordnung. Masochismus? Ist mit dabei. Auch Charaktere, die mit abgetrennten Gliedmaßen anderen auf den Leib rücken. Diverseste Fetishes werden bedient, ein sexueller Unterton an vielen Stellen scheint durchaus gewollt. Das wird EA damals auch nicht entgangen sein. 

Wiedergeboren aus der Hölle

Und der Plot? Der verfrachtet das erbarmungslose Scharmützel direkt in die Hölle. Die Protagonisten sind eigentlich gequälte Seelen, die auf unterschiedlichen Wegen umgekommen sind. Sie sind ein Spiegelbild der mentalen Zustände in den letzten Stunden ihres Lebens. Wer am Ende des Wettbewerbs noch übrig ist, erhält von der geheimnisvollen Gottheit Marukka die Wiedergeburt als Siegprämie. Dafür wird gekämpft. Koste es, was es wolle. Kurz und knackig. Mehr muss es bei einem solchen Spiel wahrscheinlich auch nicht sein.

Wahnwitzige Charaktere

Bei den einzelnen überspitzten Akteuren würde sich die personifizierte Psychologie weinend die Decke über den Kopf überziehen. Ich darf zügig vorstellen: Dr. Faustus, dessen Spezialgebiet es ist, lebenswichtige Organe mit einem Schnitt zu entfernen. Mit einem Skalpell Ballett massakriert er die Kontrahenten. Als Figur wirkte er für mich damals schon etwas verstörend. Wahrscheinlich geschuldet seinem überdimensionierten metallischen Gebiss.

Oddball ist hingegen ein ehemaliger Agent und Serienmörder. Praktisch die Verkörperung eines wütenden Soziopathen. Spielbar ist er nur in einer Zwangsjacke. Wer jetzt an missbräuchlich verwendete Breakdance-Moves denkt, liegt richtig. Bevor sich Belladonna ihrerseits mit einem lasziven Seufzer in das Getümmel wirft, prüft sie, ob das Outfit eines Hausmädchens für den Kampf auf Leben und Tod auch bereit ist. Peitsche und jede Menge Latex sorgen für ein Auftreten, das an eine Domina erinnert. Für die allerdings kein Safe Word seitens ihrer Klienten existiert. Wie viel Wunschdenken und Fantasie aus dem stillen Kämmerchen in der Programmierung eines Videospiels verloren hat, sei dahingestellt.

Von Imps und ehemaligen Postboten

Wie es mit dem Imp aussieht? Aufgrund seines Hasses für große Menschen hat sich der Kleinwüchsige kurz entschlossen Stelzen in seine Beine gerammt und ist dabei gestorben. Im Turnier in der Hölle nutzt der auch als „Leather Daddy“ bekannte Charakter die Holzbehelfe als tödliche Waffen. In den klaustrophobisch angelegten Stages ist auch Violet unterwegs, eine Zirkusartistin, die als Schlangenmensch auftritt. Sie hegt eine regelrechte Abscheu gegenüber Männern und entkommt durch ihre Verrenkungsfähigkeiten den Angriffen der Gegner. Umgekommen durch eine Ruptur des Rückenmarks.

Der ehemalige Postbote Mammoth drehte durch, als er gefeuert wurde. Mit purer Gewalt kann er sein Gegenüber erschlagen. Dank seiner Größe, die einem ausgewachsenen Gorilla gleichkommt. Er beging Suizid mit seiner eigenen Waffe und kämpft in der Hölle auch um den letzten Funken seiner Menschlichkeit. Wer diesen Gegner vor der Nase hatte, musste im wahrsten Sinne höllisch aufpassen.

Wer noch fehlt?  Cleetus und Tormentor! Ersterer ist ein Kannibale, der Leichenteile als Glücksbringer mit sich herumträgt und diese auch im Kampf einsetzt. Wer mit ihm spielt, kann die anderen beißen! Zweiterer ist ein ehemaliger Richter, der zu Lebzeiten Kriminelle entführt hat, um sie später zu foltern. Kennzeichnend ist ein Special Move, der sein Gegenüber exekutiert. Freischaltbare Figuren mitsamt unterschiedlichen Outfits sowie ein brachiales Gameplay mit wirklich fiesen kooperativen Moves machen den Reigen voll. 

Thrill Kill ist nach wie vor ein Phänomen

„Play the hell out of it!“, so kann ich den damaligen Freitag wohl am besten beschreiben. Zugegeben, es fühlte sich gut an, zu den Heroes am Schulhof zu gehören. Den Hype tatsächlich gespielt zu haben. Vieles sehe ich heute naturgemäß etwas anders. Dieses leise Gefühl des Unangenehmen ist jedoch geblieben. Vielleicht macht das auch den Reiz aus. Ganz aus dem Internet ist Thrill Kill nach wie vor nicht verschwunden. Selten, aber doch, sind auf Verkaufsplattformen sogenannte „Press Releases“ zu ergattern, die damals an die Redaktionen gegangen sind.

Auch Fan-Based hat sich einiges getan. Stichwort: Collectors Club. Auf Youtube ist tatsächlich noch ein originaler Werbetrailer abrufbar, der damals nur eingeschränkt die Runde machte. Und die Isos? Diese geistern nach wie vor durch die Weiten des Netzes. Auch online ist eine Version spielbar. Wer noch genauer über die Geschichte nachlesen möchte, es gibt dazu einen tollen Artikel in der englischsprachigen Retro Gamer Ausgabe von Oktober 2020.

Lack und Leder als Orientierungshilfe

Der Name Thrill Kill ist bei den einzelnen spielbaren Akteuren durchaus Programm. Bondage & Co definitiv ein Thema. Gestützt durch den Umstand, dass die gesamte Entwicklungsabteilung von Paradox Development damals angeleitet wurde, sich beim Gamedesign tatsächlich an Lack & Leder Magazine und der zugehörigen Szene zu orientieren.

Ob das Spiel von EA je aus dem Keller geholt und ein Remake erfahren wird, daran darf gezweifelt werden. Punktuell haben andere Entwicklungen Thrill Kill überholt. Auch was die Gewalt anbelangt. Die absurde Mischung des Spiels bleibt für mich bis heute jedoch einzigartig.

Screenshots des Spiels

Tormentor, Belladonna, Mammoth und Violet: es kann zu viert gespielt werden.
Tormentor, Belladonna, Mammoth und Violet: es kann zu viert gespielt werden.
Dr. Faustus und Belladonna.
Dr. Faustus und Belladonna.
In der Arena geht es ganz und gar nicht zimperlich zu.
In der Arena geht es ganz und gar nicht zimperlich zu.

Das Aufmacherbild des Beitrags stammt von User Armdx077 (villains.fandom.com)

André EymannTobi

19 Kommentare

Neuer Kommentar

  1. Mal davon abgesehen, dass ich 1998 schon 26 Jahre alt war, muss ich natürlich sagen, dass der Hype nicht wesentlich anders war.
    Man hatte davon in der “Fachpresse” vernommen, dass der Titel auf der E3 vorgestellt wurde.

    Und urplötzlich hatte man es schon in seiner eigenen Playsie liegen.
    Natürlich ist meine Generation mit Gewaltspielen/Gewaltfilmen anders aufgewachsen.
    Man hatte irgendwie nichts und dennoch -retroperspektiv betrachtet- hat man alles gesehen und gespielt.
    Was ich sagen will, es liegt nicht immer an der Verköstigung von Gewaltspielen/Filmen, warum bei manchen in der Birne alles zu Brei wird.

    Wir fanden es jetzt nicht sonderlich “gut”.
    Aber alleine die kranke Idee, dass (hoffentlich) halbwegs normale Programmierer sowas auf den Markt bringen (wollten), sorgte für “Alter, wie krank ist das denn”, “Wie kommt man auf so einen kranken Mist?”….”

    Mit Multipad zu viert war eigentlich am “Spaßigsten”. Keiner wollte ja der Loser sein.
    Das Verhältnis zum Spiel war natürlich aufgrund unseres Alters ein Anderes….eher belustigend.
    Alter, guck mal….uff Stelzen läuft er, muhahahaha”, “kiek mal…nee, oder….is dit ne Domina”….”Alter krank, mit Skalpell”.

    Man kannte Mortal Kombat in uns auswendig und die “Finish-him-Fatality-Brutality-Moves” waren ja für damalige Verhältnisse auch nicht ohne.
    Ich fand die Thrill-Musik und kranke Kill-SFX ganz schön ….ja….auch halt so “krank” und “verstörend” und auch “bizzar”.
    (Frei nach Chief Deputy Marshal Samuel Gerard:
    “Was bedeutet eigentlich bizarr?” – “Sonderbar, verdreht.” – “Warum sagst Du dann nicht sonderbar oder verdreht?”)

    Ohne Scheiß, wir haben das als Fun-Game gesehen….”nice-to-have”, aber jetzt auch nichts Besonderes.
    Es konnte technisch nicht gegen die anderen “Klopper” anstinken.
    Aber ich denke, darum ging es den Entwicklern auch gar nicht…und uns beim Zocken auch nicht.

    Ich habe das Spiel heute noch und lade es hin und wieder mal rein.
    Wenn sich die alten Kumpels von früher treffen, dann steht auch ne Playsie in der Ecke.
    Der Nostalgiewert ist schon nicht zu verachten. Meist werden dann ein paar Runden gezockt und dabei abgelacht.
    Die gleichen Zitate wie oben fallen dann auch wieder…
    Wobei die Steuerung ja nun wirklich nicht so pralle ist und hier rumgebasche meist eher zum Erfolg führt bzw. wenn man sich erst einmal im Hintergrund aufhält.
    Während Spiele wie Tekken 3 meist taktisch von uns gespielt werden (außer Eddie Gordo, der gerne einhändig und mit einem Bier in der anderen Hand gespielt wird…..Kenner wissen warum)

    Wie auch immer…
    Thrill Kill ist eine Perle für sich.
    Aber auch nur, wenn man den hier beschriebenen Hype damals miterlebt hat und/oder jetzt nicht nur die “bizarre” Gewalt sieht…

    Wolfgang
  2. Interessant, wie das damals angekommen ist. Ich hatte nie besonders viel für Gewalt und Gore übrig. Die typischen Spiele, die in meiner späten Kindheit und frühen Jugend beliebt wurden, wie Mortal Kombat, Doom, Egoshooter im Allgemeinen, haben mich nie besonders fasziniert.

    Für mich war diese erzwungene Finsternis und coolness immer eher abschreckend, ich habe mich in bunten Fantasiewelten oder Fantasywelten viel besser aufgehoben gefühlt. Noch heute könnte ich keinen Egoshooter spielen, auch Mortal Kombat habe ich mein Lebtag noch nicht angefasst.

    Daher kann ich mich gar nicht an das Spiel seinerzeit erinnern, denn mit mir wurde auf dem Schulhof dann über so etwas gar nicht mehr gesprochen. Aber wenn ich mir das so anschau’, hab ich auch nichts verpasst 🙂

    Danke jedenfalls für den sehr gut geschriebenen Einblick!

    WolfgangTobi
    1. Ich kann dich gut verstehen. Über die Jahre ist es bei mir dahingehend ruhiger geworden. Heute bin ich in derartigen Spielen auch nicht mehr häufig zu finden. Etwa Mortal Kombat, das Interesse ist da verloren. Einfach weil immer einer draufgesetzt wurde, einfach nur damit es im Spiel ist, der Gore sich selbst übertrifft. Keine Ahnung, der wievielte Part hier schon released ist. Ich habe zwar unlängst die ersten zwei Dead Space Teile und den ersten Tomb Raider Teil nachgeholt, bin aber sonst mehr in Spielen unterwegs, in denen ich gemütlich etwas entdecken kann. In etwas “gediegener Umgebung”, mit NPCs plaudern, auch ohne Thrill und Horror bzw. einem etwaigen Gemetzel. Feelgood Spiele, mal ein gelegentliches (Retro)Autorennen. NHL im Koop. Das alles zeigt ja auch, wie wunderbar vielfältig Videospiele sind, dass sich jede und jeder in dem Setting wiederfinden kann, in welchem sich wohlgefühlt wird.

      Lieben Dank für dein Kommentar Florian!

      Tobi
  3. Ich habe soeben noch einmal im Internet gesucht, aber zu den Inspirationen der Entwickler des Spiels ist nicht viel zu finden. Es würde mich wirklich interessieren, durch was die Designer für die Spielfiguren motiviert wurden. Augenscheinlich gibt es “Vorlagen” (wir haben ja hier auch schon über popkulturelle Ähnlichkeiten gesprochen), nur welche konkret? Sehr interessant… und mysteriös! 🙂

    WolfgangTobi
    1. In meiner intensiven Stöberei nach der Geschichte des Spiels sind mir an einer Stelle zwei genannte Fetish Magazine untergekommen, die scheinbar zumindest eine Inspirationsquelle ausgemacht haben. So wie sich Thrill Kill zeigt, ist es für mich ein Sammelsurium aus den unterschiedlichsten Einflüssen. Gepaart mit einer überspitzten Fantasie aus dem BDSM Bereich. Das macht für mich auch den Unterschied zu vielen anderen Fighting Games aus. Die spielerisch zwar wesentlich solider und langlebiger waren, aber nicht diese Linie zwischen den Zeilen so konsequent verfolgten. Mysteriös trifft es wohl am besten!

      Tobi
  4. Mir ging es damals genau wie allen anderen auch. Auf dem Schulhof kannte ein Freund jemanden, der brannte PS1-Spiele, und hatte dieses verbotene Spiel zur Hand. Dadurch kam ich an Thrill Kill und fand es als edgy Teen natürlich super geil. Am liebsten als Belladonna gespielt, natürlich. Die ist nicht umsonst auf dem Cover.

    TobiWolfgang
    1. Vielen Dank für den “Dreizeiler”! Ich musste gerade richtig schmunzeln, da ist so viel Wahres dran. Es wirklich spannend, wie viele in der Community ähnliche Erlebnisse mit dem Spiel hatten.

  5. Ich spielte das Spiel damals bei einem Schulfreund. Wir hatten damals aber nur kurzweilig Spaß damit. Es war recht schnell durchgespielt und die Movepalette war recht dünn. Die Finisher am Ende waren erst mal “Wow”, nach dem dritten mal aber schon wieder eher lahm. Der Reiz lag am durchspielen mit allen Charakteren um zu sehen, wer alles Freispielbar ist. Leider hatte es keinen großen Wiederspielwert wie ein Street Fighter, oder Tekken.
    Da man schon Mortal Kombat und Resident Evil und dergleichen kannte, empfanden wir es gar nicht sooo schlimm. Als Spielnote hätte es von mir damals wohl 4/10 gegeben, heute wohl sogar nur 2/10. Eine Fortsetzung mit mehr Umfang wäre schön gewesen.

    TobiWolfgang
    1. Street Fighter, vor allem ab Teil 2, Tekken und Mortal Kombat hatten zu der Zeit vom Balancing und dem Spielerischen her absolut die Nase vorne. Der Wiederspielwert ist gerade bei Street Fighter 2 für mich nach wie vor sehr hoch. Immer wieder einmal eine Runde, das kann schon was. Macht sehr viel Spaß und bin selbst manchmal erstaunt, welche Moves aus dem Gedächtnis hervorgezaubert werden. Auch nach längeren Pausen.

      Ein weiterentwickelter Nachfolger von Thrill Kill war damals schon recht konkret. Leider verhinderten die Umstände jegliche Umsetzung. Etwas weiter unten in den Kommentaren wurde Wu-Tang Shaolin Style erwähnt, dass Grundmechaniken und ein grobes Korsett von Thrill Kill beibehalten hat. Ich müsste es allerdings wieder einmal spielen, ob es vom Umfang her viele Verbesserungen mitbringt. Vielleicht eine Art Nachfolger im Geiste.

      Tobi
  6. Jungedi, das ist ein Spiel, dass ich definitiv nicht spielen werde. 😳

    Auf mich wirkt exzessive Gewalt in Videospielen mittlerweile eher abschreckend. Nicht so sehr in dem Sinn, dass ich moralisch erschüttert oder angeekelt wegen der Blutdarstellung oder so wäre. Es ist eher so, dass ich das Anhäufen von Leichenbergen in Videospielen öde und mehr und mehr langweilig finde. Gewalt hat in Videospielen für mich keinen intrinsischen Reiz, ich finde aber, sie sollte gezeigt werden, wenn sie zur Narrative gehört. Deshalb finde ich die Zensurversuche der Vergangenheit – z.B. Spielfiguren durch Roboter-Templates zu ersetzen oder Blut grün zu färben – eher albern. Was soll das, es weiß doch jeder was gemeint ist. Gleiches gilt für den grotesken Totalumbau von Wolfenstein II.

    Ein Spiel wie “Thrill Kill” finde ich deshalb spielhistorisch interessant, so ähnlich, wie verwandte Spiele. Und das macht diesen Artikel, der auch über den damaligen Kontext in der Industrie und unter den Spielern berichtet, sehr interessant. Danke dafür!

    André EymannWolfgangTobi
    1. Liebe Nele, finde deinen Zugang zur Gewaltdarstellung genau richtig. In Zusammenhang mit dem Narrativen kann sie die Intensität durchaus unterstreichen. Bei Thrill Kill entsteht ja der Eindruck, dass rund um die dargestellte Brutalität erst im späteren Verlauf eine kleine Geschichte gestrickt wurde. Damit das Spiel in einem Kontext eingebettet ist. Gewalt ist da purer Selbstzweck. Wobei die Charaktere stellenweise durchaus erzählerischen Tiefgang besitzen, allerdings mit Klischees auch nicht gespart wurde. Das Groteske in puncto Totalumbau kann ich ebenfalls nur bestätigen. Was da alles seltsames passiert ist. Ich erinnere mich noch an das recht alte, aber bekannte Spiel “Turok”, das in der deutschen Version einfach Menschen (die neben den Dinos auch zu sehen waren) zur Gänze mit Robotern auswechselte. Wolfenstein ist da auch eine ganz eigene Sache, die ja auch schon mit Teil 1 begann. Eine muntere Auswechselung war an der Tagesordnung. Angefangen von Bildern bis hin zu Sprachsamples.

      Auch wenn die Gewaltdebatten oft zu hitzig (mittlerweile über Jahrzehnte), anstatt mehr analytisch ablaufen. Einige Videospiele erinnern mich auch nach Thrill Kill wieder an den puren Selbstzweck. Um mehr aufzufallen, für Gesprächsstoff zu sorgen oder was auch immer. Sei es das “Flughafenlevel” in Call of Duty oder The Evil Within, auch Mortal Kombat hat im Vergleich zu damals noch eine Schippe draufgelegt.

      Lieben Dank für dein Kommentar, hat zum weiteren Nachdenken angeregt. Gewalt hat viele Facetten, auch recht unterschiedlich dargestellt. Habe für mich unlängst festgestellt, dass auch Dead Space heftiger Tobak ist. Da ist es aber “storymäßig” noch nachvollziehbarer. Da ist es einfach toll, dass es heute auch wirklich gute Gegenpole, also Feelgood Spiele gibt, die etwas ganz anderes verfolgen. Townscaper etwa, da gibt es auf VSG eine schöne Geschichte von Lenny dazu.

      Tobi
  7. Ich möchte danke sagen für deinen Beitrag, auf Twitter kann man immer so wenig schreiben, als ich dieses spiel und den Cover gesehen hatte wurden bei mir Erinnerungen wach.

    Da war ich als Jugendliche Dank meines Bruders aufmerksam geworden auf brutale verbotene spiele, von M***t 1-2 von rockstar north bis killer instinct von Rare, hab ich solche spiele geliebt.

    Früher war der Spiele Händler des vertrauens unsere Anlauf Stelle ihm war es egal wie alt ich war. Vielleicht war der Vorteil dass wir direkt über ihn gewohnt hatten.

    Resident evil 2 hatte er ebenfalls unter der ladentheke verkauft, da es indiziert wurde dass waren Zeiten.

    Früher wurde alles indiziert oder dass Blut grün eingefärbt, es war eine nervige Zeit, alles zensiert und teilweise verboten, doch aufgrund dessen kam ja auch der Reiz des verbotenen, bei mir auf dem Schulhof wurde auch über Thrill Kill gesprochen, zu meiner Zeit war es seltsam wenn man als Jugendliche Games spielt.

    Für viele in meiner Klasse war ich sonderbar da mich games interessierte und ich auch bei verbotene spiele mitreden konnte.

    Thrill kill fand ich damals sehr brutal, aber es hat mir dennoch sehr viel Spaß gemacht in welchen games konnte man damals Gliedmaßen trennen? Und dann kämpfte man in einer grauen Gummizelle wie cool und verstörend ich es damals fand.

    Ebenfalls Zu viert, Sollte es mehr Spaß machen, ich hab es oft alleine oder gegen meine Brüder gespielt.

    zu der Zeit gefiel mir die Grafik sehr. Heutzutage wirkt es Lego artig. Und reißt keine Bäume mehr aus.

    Doch In der Mädchen qlique wurde ich ausgeschlossen, da Games zocken nur für Jungs sind.

    Doch Es war mir egal denn meine Brüder brachten mir bei dass jeder/jede dass recht hat games zu zocken und ich stolz darauf sein soll. Mir soll es egal sein was andere darüber denken.

    (Da mein Stiefvater und meine mutter ebenfalls Games gespielt hatten und bis heute sie noch gerne zocken , war und ist es es bei uns was alltägliches auch wenn meine Familie als wir kontakt hatten dies nicht verstehen konnten.)

    Meine Mama Spielt abends mit ihren Lebensgefährte nintendo Switch und sie lachen viel was kann es schöneres geben 🙂

    Man wächst mit Computer Spiele auf, und die Eltern spielen ebenfalls deswegen hatten wir fast alle Konsolen Dank meiner Eltern 🙂

    Auch Command conquer gegeneinander spielen war ein Highlight, wie da die fetzen flogen wenn man angegriffen wurde und die Basis jemand zerstörte eine tolle wunderbarer Zeit.

    Angefangen hat alles mit Commodore 64, dass war bei mir der Beginn, dass spiele Spaß machen von Aztec Challenge bis Cauldron 1+2 hab ich alles gespielt.

    Ich bin eine Leidenschaftliche zockerin, die jedes Genre gerne spielt.

    Es wird immer mein Hobby bleiben und ich bin glücklich ein Teil dieser großartigen Gaming Community zu sein. 🙂

    Ohje ich bin total ausgeschweift, aber ich hab in diesem Augenblick bei diesen Titel an meine Jugend / Kindheit gedacht mit Tränchen im Gesicht.

    Bleibt alle gesund 🙂

    Lg

    Jussylein

    André EymannWolfgangTobi
    1. Liebe Jussylein, ein ganz großes Dankeschön für deine ganz eigene Geschichte, die mit diesem Spiel verbunden ist. Deine Zeilen sind in vielerlei Hinsicht sehr bereichernd. Es steckt so viel Schönes in deiner Erzählung, auch ein klein wenig, das mich nachdenklich stimmt. Im Speziellen, dass du von den Mädchen ausgegrenzt und gleichzeitig auch als sonderbar angesehen worden bist, weil du schon als junges Mädchen über Gaming & Co eine Meinung, viel Wissen und Gespür hattest. Dass da deine Brüder dich gestärkt haben, auch wenn alles jetzt schon länger zurück liegt, finde ich großartig von ihnen. Redet ihr heute auch noch ab und an über Spiele und spielen deine Brüder heute überhaupt noch? Sofern die Frage nicht zu persönlich ist und Kontakt besteht. Vieles ist in der heutigen Zeit leider nicht selbstverständlich.

      Wirklich wunderbar finde ich, dass ihr allesamt über einem Händler gewohnt habt. Das wäre damals ein Traum gewesen! Auch, dass er die Dinge nicht soooo genau nahm. Es gibt wohl nichts cooleres für Jugendliche. Die Anlaufstelle von einem Freund und mir war damals eine Videothek, die Spiele verliehen hatte. Mit dem ganzen Accountdingens, Bindung usw. heutzutage ja undenkbar. Mein Onkel war bei mir die treibende “Videospielkraft”, für das ich ihm bis heute sehr dankbar bin. Sonst spielte familiär leider niemand. Ab und an Brettspiele, da mehrheitlich die Klassiker. Es ist wirklich toll, wenn sich Elternteile den Videospielen nicht verschließen. Das gilt für mich heute nach wie vor. So handhabe ich es auch für mich selber. Habe es sehr oft ganz anders erlebt. Je mehr Unverständnis, aber auch Desinteresse, desto mehr fühlen sich die Jugendlichen und Kids nicht ernst genommen und Streit ist vorprogrammiert. Mir ist schon klar, dass es da viele weitere Faktoren gibt, aber Videospiele sehe ich einfach als etwas Verbindendes.

      Die Command & Conquer Scharmützel, ohhh jaaa, das mit den fliegenden Dingen kommt mir ebenfalls bekannt vor. Gegeneinander konnte das Spiel aber auch richtig fies sein. Das machte allerdings auch so richtig viel Spaß. Die erschienene Remaster habe ich noch nicht ansehen können. Ich hoffe sie haben die Bausteine da nicht zu sehr durcheinandergewirbelt. EA und so.

      Thrill Kill ist von der Optik nicht gut gealtert. Da bin ich ganz bei dir. Die Atmosphäre ist trotzdem für mich irgendwo geblieben, eben auch weil damit die Erlebnisse von damals eng verbunden sind und weil es für mich in seiner Aufmachung abseits der Brutalität nach wie vor völlig absurd anmutet.

      Abschweifen sehe ich als etwas Großartiges, alles gut von meiner Seite! Dann zeigen sich die Gedankengänge erst so richtig 🙂

      André EymannTobi
  8. Heijeijei Wolfgang. Ich habe mir gerade ein paar Videos zu Thrill Kill angeschaut und uff… starker Tobak wie ich finde. Auch heute noch. Die dunkle Atmosphäre und visuelle Kraft des Spiels hat wenig von ihrer Wirkung verloren. Tatsächlich sieht das sehr verstörend aus, wie auch Tobi schon anmerkte. Bei mir entstanden spontane Assoziationen zum frühen Clive Barker (Hellraiser lässt grüßen) oder auch zu einigen B-Movies, die ich hier nicht weiter erwähnen möchte. Jedenfalls ist die Machart “spielfältig” und bizarr. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Publisher damals bewusst entschieden hat, das “heisse Eisen” vielleicht doch lieber nicht zu veröffentlichen.

    Ich freue mich sehr, dass ich das Spiel Durch Dich kennenlernen konnte und möchte Dir sagen dass ich Deinen Schreibstil sehr mag! Du bringst trotz der positiv hohen Dichte Deiner Zeilen viel Lesefreude zu Papier und hast einen wunderbaren Ausdruck. Dein Debüt hier liest sich einfach herrlich. Doppelt Danke für Deinen tollen Beitrag <3

    TobiWolfgang
    1. Vielen lieben Dank für deine Worte André! Hach, Hellraiser, zumindest der erste Teil gehört für mich zum Klassiker des Genres. Ich meine gelesen zu haben, dass es davon ein Remake oder Reboot oder wie auch immer man das nennen möchte angedacht ist. Die Atmosphäre hat durchaus viel mit dem Film gemein, da stimme ich dir voll und ganz zu. Vor allem der Tormentor Charakter, eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht von der Hand zu weisen. In seinen alternativen Outfits, es fehlen lediglich die “Pins”.

      Bizarr sind allesamt, irgendwie wäre es aber trotzdem spannend, wenn man bei dem Figuren-Brainstorming dabei sein hätte können. Ob das schon die wahnwitzigsten Ideen waren, oder die Fantasien der Developer noch mehr in die mentale Prärie galoppiert sind. Oder…hmm..vielleicht doch nicht. Die inneren Bilder wären wahrscheinlich nur schwer wieder aus dem Kopf zu bekommen. Da ist das eigene Gedankenwohl doch zu wichtig.

      André EymannTobi
      1. Ob es zu Hellraiser einen “Re” geben wird ist scheinbar noch offen. Die Gerüchte kursieren seit einer langen Zeit. Aus meiner Sicht ist der Film allerdings perfekt wie er ist. Ich habe auch das Buch dazu gelesen, das ich noch etwas “gruseliger”, wie ich finde. Pures Kopfkino!

        Wolfgang
  9. Danke für deinen Beitrag und die zahlreichen Hintergrundinfos, Wolfgang 🙂 Tatsächlich hatte ich damals ebenfalls eine dieser mysteriösen Kopien von einem damaligen Kumpel erhalten, (oops), muss aber gestehen, dass der Hype bei mir nach dem ersten “Alter!” und ein paar Runden spielen auch wieder recht schnell abflachte, weil ich das Spiel sogar in meinem jugendlichen Leichtsinn recht ekelig und alles andere als angenehm empfand. Auf jeden Fall war es ein sehr verstörendes Game. Umso interessanter finde ich aber deine Hintergrundinfos, dass so eine Eigendynamik aus der “trotzigen Veröffentlichung” entstand, denn das hatte ich nie recherchiert. Dafür vielen Dank! Soweit ich weiss, wurde die Engine dann kurz später für den recht identischen, aber entschärften Titel Wu-Tang Shaolin Style genutzt (welches sogar recht gut bewertet wurde) und letztendlich doch nicht alles Geld der Entwicklung verschwendet.

    André EymannWolfgang
    1. Lieber Tobi, da bin ich ganz bei dir, was das “Unangenehme” betrifft. Der Hype, das Coole, zu dem Kreis dazuzugehören, all das überlagerte dieses Gefühl. Das ist mir bei dieser Geschichte ein Stück weit klar geworden. Das war auch der von mir angesprochene Reiz damals. Etwas gespielt zu haben, dass nicht jeder in der Konsole haben konnte.

      Großartig, dass du Wu-Tang Shaolin Style erwähnst. Die Engine und Grundmechaniken sind sozusagen später unter einem anderen Gewand veröffentlicht worden. Vielleicht war das tatsächlich auch ein wenig nachträgliche Schadensbegrenzung. Spannend wäre da ein direkter Vergleich, wieviel vom vorigen Spiel darin enthalten ist.

      André EymannTobi

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