Illustration of people with a joystick

Von der Navigatorin zur Kapitänin – (auf)wachsen mit Videospielen

Mit Kommentaren von Christian, Nadine, André Eymann, Tobi, Alex, Sarah Bee.

Als ich ein Kind war, hatte ich nicht den blassesten Schimmer, dass es da draußen ganze Welten digitaler Spielwiesen zu entdecken gab. Mein Horizont war begrenzt auf die Spiele, die mein drei Jahre älterer Bruder spielte. Ich kannte nichts anderes und wusste auch nicht, dass es mehr gab, überhaupt mehr geben konnte als das.

Ich spielte „Command & Conquer: Alarmstufe Rot“, weil er es spielte und „Alone in the Dark“ und „Resident Evil“, weil er es spielte (oder sagen wir, ich versuchte es, gruselte mich aber eigentlich viel zu sehr, um über das Intro hinauszukommen).

Mein Bruder war bei vielen dieser Spiele mein Kompass, denn ich wagte mich oftmals nur so weit vor, wie ich es bei ihm zuvor gesehen hatte (was natürlich vor allem für Spiele galt, die ich in irgendeiner Weise als gruselig empfand – und davon gab es eine Menge).

Es verwundert deshalb vermutlich nicht, dass ich irgendwann entdeckte, dass ich ihm eigentlich doch lieber dabei zusah, wie er spielte. Nur in der Rolle der passiven Beobachterin gefiel ich mir noch nie, weshalb ich zur helfenden rechten Hand wurde, die (mehr oder weniger) hilfreiche Kommentare gab.

Heute kennen wir dieses Phänomen als Backseatgaming, damals war ich die neunmalkluge kleine Schwester, die ihrem Bruder zu erklären versuchte, was er wie zu tun hatte. Aus irgendeinem Grund ließ er das sogar mit sich machen (vielleicht war ich doch hilfreicher als nervig, aber vermutlich eher nicht).

Am Anfang war die Zettelwirtschaft

Ich weiß noch, wie wir in seinem Zimmer auf der Bettkante hockten, gegenüber der kleine Röhrenfernseher, der gemeinsam mit „The Legend of Zelda – Ocarina of Time“ für das N64 unser Weihnachtsgeschenk gewesen war. Den feuerroten Controller in den Händen steuerte mein Bruder Link durch das Abenteuer.

Ich saß daneben, einen Stapel Papiere in den Händen – eine aus dem Internet gezogene Komplettlösung – und wartete auf meinen Einsatz. Mein Bruder versuchte natürlich zunächst stets selbst sich in der Welt zurecht zu finden, Rätsel zu lösen und sich einen Weg durch die Dungeons zu bahnen. Ich musste mich oftmals zusammenreißen, um in der Komplettlösung nicht schon einige Absätze weiter zu lesen, denn ich wollte mich selbst nicht spoilern.

Gleichzeitig wollte ich aber auch immer möglichst auf dem aktuellen Stand sein, damit ich im Fall der Fälle schnelle Hilfe leisten konnte, ohne ewig herumzublättern und die richtige Stelle suchen zu müssen.

Ein Spagat, der mir nicht immer gelang, allein schon deshalb, weil ich furchtbar neugierig auf das war, was noch folgte. Und mein Bruder für meinen Geschmack manchmal zu lange brauchte, um endlich zur Lösung zu finden. Sicherlich habe ich ihn auch öfter als einmal gefragt, ob ich ihm nicht einfach sagen soll, wo er jetzt langgehen muss. Ganz bestimmt habe ich öfter als einmal eine Absage auf meine ungeduldige Anfrage kassiert.

Leider haben wir „Ocarina of Time“ niemals gemeinsam zu Ende gespielt, aber wer hat als Kind auch schon irgendwas bis zum Ende gespielt? Also… wir jedenfalls nicht.

Meine neuen “Aufgaben”

Mit der Zeit folgten andere Videospiele und veränderte sich teilweise meine Rolle und wuchs meine Verantwortung. Wenn mein Bruder „Deus Ex“, „Enter the Matrix“ oder andere Spiele mit Shooter-Elementen spielte, bediente ich oftmals einen Teil der Steuerung.

Mein Bruder navigierte mit Maus und den Pfeiltasten, ich wechselte die Waffen, öffnete Inventare und so weiter. Anfangs noch auf Zuruf meines Bruders; später waren wir ein so eingespieltes Team, dass ich oftmals bereits eine Taste (und manchmal gar die richtige!) gedrückt hatte, bevor er überhaupt den Mund geöffnet hatte.

Ich empfand meine Aufgabe durchaus als herausfordernd, musste ich doch das Spielgeschehen im Auge behalten. Mitten im Schusswechsel einfach mal so die nächste Waffe zu zücken, konnte fatale Folgen haben.

Ich warnte ihn vor, wenn die Munition zur Neige ging und er besser Deckung aufsuchen sollte, damit ich die Waffe wechseln konnte. Ich hatte einen Blick auf das Radar oder andere Hilfsmittel dieser Art und wachte darüber, dass sich kein Gegner von hinten anschleichen konnte. Natürlich blieben Missverständnisse und Übereifer meinerseits nicht immer aus, aber alles in allem funktionierte unser Zusammenspiel fast reibungslos. Vor allem machte es unglaublich viel Spaß.

Mein Bruder hat mir den Weg bereitet

Unser gemeinsames Zocken hat sich über die Jahre verloren, was sicher auch daran lag, dass unsere Interessen sich in unterschiedliche Richtungen entwickelten. Mein Bruder entdeckte beispielsweise – sehr zu meinem Leidwesen – seine glühende Leidenschaft für die „Anstoss“-Reihe, während ich mir kaum etwas langweiligeres vorstellen konnte, als eine virtuelle Fußballmannschaft zu managen.

Unsere gemeinsamen Gaming-Sessions werde ich natürlich trotzdem immer in guter Erinnerung behalten. In gewisser Weise fühlt es sich ein wenig so an, als hätte mein Bruder mich auf meine alleinige Reise in die große weite Videospielwelt vorbereitet.

„Ocarina of Time“ habe ich dann übrigens eines Tages doch noch durchgespielt – als mein Bruder beim finalen Kampf gegen Ganon zufällig gerade ins Zimmer spaziert kam und mir dann zusah. So schließt sich der Kreis, schätze ich.

Florian AuerStephan RickenAlexa SpraweTobiAndreSarah Bee

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Kommentare17

  1. Liebe Nadine
    Ich bin mitlerweile auch schon 37 ,meine erste Konsole war der Atari 7800,gefolgt vom Amiga 500 ,Gameboy,PS1,2,3,4 ,PSP und natürlich den SNES Classic Mini (hat den Grund weil meine Schwester damals ein SNES hatte und ich nie mit spielen durfte immer nur zugucken,ich hab mir darauf hin 1998 eine PS1 gekauft *Ätsch* 😀 )

    Ich musste so Lachen,ich hab nämlich auch eine 6 Jahre jüngere Schwester,ich war grade an Tomb Raider dran und bin verzweifelt ,das Spiel war aber auch was schwer. Darauf hin bin ich damals wie man das so machte in die Buchhandlung und habe mir ein Lösungsbuch gekauft .

    Ihre Aufgabe bestand dann darin sich neben mich zu Setzen und mir quasi Step by Step vorzulesen was ich als nächstes zu tun habe.
    Zusammen haben wir das Spiel dann bezwungen.

    Ihr habt hier eine echt tolle Seite ,es scheint auch als ob hier eher die “Oldies” (also alles über 30 die noch mehr oder weniger miterlebt haben wie Videospiele das Laufen lernten ) unterwegs sind wenn man sich so die Themen ansieht,gefällt mir .

    NadineAndré EymannTobi
    1. Hallo Christian und schön, dass du uns gefunden hast 🙂 Ich finde diese Erinnerungen immer sehr kostbar und schön, denn auch ich habe mit meinem “großen” Bruder (ich habe ihn später bei einem Wachstumsschub überholt) viele Stunden zusammen spielend vor dem Flimmerkasten verbracht. Bei einigen hier ähnelt sich vielleicht der Werdegang zu den Videospielen, aber die persönliche Note ist einfach wunderbar.
      Früher war vielleicht nicht alles besser, sich aber an schöne Dinge zu erinnern und andere daran teilhaben zu lassen, oder aber aktuelle Themen zu besprechen und auch mal darüber zu diskutieren, das ist VSG. Dafür liebe ich André’s Herzensprojekt.
      Wie schön, dass du mit deiner Schwester zusammen die Level von Tomb Raider bezwungen hast. Eine gemeinsame Errungenschaft, die kein freigespielter Erfolg ersetzen kann. Ich finde, dass man an manche Dinge, die man zusammen erlebt hat, manchmal viel zu selten denkt. Ich, Mitte 40, habe hier auch schon den ein oder anderen Denkanstoß erlebt und war froh, dass ich bereits Vergessenes wieder aus der Erinnerung hervorkramen konnte.

      Nadine
      1. Solche Erinnerungen kann einem auch keiner mehr nehmen,wobei es da ja noch viel mehr gab .

        Eine andere ist anfang der 90er auf dem Schreibtisch stand der A500 und ein kleiner TV es war anfang Dezember ,draussen sind die Flocken gefallen und ich Knirps schaute auf dem Fenster und auf dem Bildschirm flackerte es und aus den Lautsprechern erklang https://m.youtube.com/watch?v=l-ftcAGxzvQ dieses Stück hat sich so in mein Gehirn eingebrannt das ich heute noch feuchte Augen bekomme wenn ich es höre .
        Zum glück soll ja nächstes Jahr der A500 Mini kommen wenn der ähnlich gut wie der SNES Mini läuft ist der sowas von gekauft.

        NadineAndré EymannTobi
    2. Lieber Christian, vielen Dank für Dein Lob zu unserer Webseite! Du hast recht: bei uns sind einige “Oldies” (inkl. mir ;)) unterwegs – aber auch viele Menschen die jünger oder älter sind. Wir sind offen für alle und unsere Lieben zu Videospielen verbindet uns über das Alter und viele andere Dinge hinweg. Das macht mich sehr glücklich! Wenn Du magst, kann Du unsere Seite übrigens hier abonnieren.

      TobiNadine
    3. Lieber Christian,

      danke für deinen lieben Kommentar! 😊

      Wenn ich mich richtig erinnere, bist du auch der erste Kommentator, der dasselbe „kleine Schwester ist fürs Lösungsbuch zuständig“ Setting hatte wie mein Bruder und ich. 😄
      Ist für mich immer noch sehr spannend zu lesen, wie da die Erfahrungen ähnlich aber doch oft auch sehr unterschiedlich waren.

      Es freut mich auch sehr, dass du hierher gefunden hast. Es gibt eine Menge großartiger Artikel auf dieser Seite (ich werde nicht dafür bezahlt, das zu sagen – ich schwöre es 😄) und die Community ist auch ganz toll. ❤️

      TobiAndré Eymann
      1. Naja Nadine,sie war damals 8 vielleicht auch grade 9 und hatte das Lesen grade so gelernt,da konnte sie das ja gleich weiter üben 😀 .

        Und ja sowas wie hier hab ich sonst noch nirgends vorher gesehen,was eine Vielfalt an Themen durch alle Epochen!
        Beiträge von Atari Meisterschaften und hat man nicht gesehen weit vor meiner Zeit,einfach nur der Wahnsinn.
        Vor allem was ein Fachwissen ,dadurch hat alles Hand und Fuß ,man gibt sich richtig Mühe beim Schreiben,mit Bildern….
        Seiten wie Game Pro tue ich mir nicht mehr an ,da stört mich vieles ,Themen die immer wieder kommen ala kann ich eine PS5 kaufen ,wo kann ich sie kaufen ,wann kann ich sie endlich kaufen.

        Dann wird immer klarer das dieses Ding ettliche Kinderkrankheiten hat ,darauf hin Themen wie dies könnt ihr tun und das könnt ihr machen,natürlich wird immer alles schön geschrieben ,alles nicht so schlimm…..man erklärt bekommt bzw. es einen Artikel wert ist wie man da ne Disk reinschiebt 😀 😀 😀

        Als Mensch der schon ettliche Konsolen besessen hat der merkt einfach das die Dinger Qualitativ immer schlechter werden da gibts ja nichts schön zu reden .
        Das ist einfach so wenn man aus einer Zeit kommt wo man nicht erst ettliche GB Downloaden musste,die ganze Elektronik noch langlebiger war.

        Und was mir hier besonders gefällt ich kann die Texte lesen ohne das ich Augenschmerzen vor lauter *innin und :innin bekomme 😉 ,da überteiben es so manche Seiten nämlich auch mit ,wem es wichtig ist kann ja beide Geschlechter nennen aber eben wie früher ,Sehr geehrte Damen und Herren oder Gamerin und Gamer wobei ich persönlich nie irgendeinen Unterschied gemacht habe nach dem Motto Frauen können ja nicht spielen oder bei einem Gamer nur an Männer gedacht habe .

        Das ist wohl auch ein Unterschied ob man stramm auf die 40 zugeht oder eben grade mal 20 ist das man mit so einem neuen Zeitgeist nicht mehr so richtig warm wird .

        Und meine allererste Erinnerung an die ich mich erinnern kann ist wie ich auf einem Stuhl stehe und der Kugel in einem Flipper zusehe,das Klingeln die bunten Lichter und ich ganz Fasziniert bin 😉 .
        Aus Erzählungen weiß ich das ich da grade mal 3 Jahre alt war und nachher gabs einen Teller Pommes mit Ketchup das war 1987,alle weiteren Erinnerungen setzen erst viel später ein .

        Ich konnte also gar nicht anders als mich für Videospiele zu begeistern,wurde mir ja quasi in die Wiege gelegt .

        André Eymann
        1. “Naja Nadine,sie war damals 8 vielleicht auch grade 9 und hatte das Lesen grade so gelernt,da konnte sie das ja gleich weiter üben 😀 .”
          Wow, kann ich da nur sagen, wow. Aber vielleicht hat mein Bruder sich das ja auch so gedacht. Schwer zu sagen. Und ganz unrichtig ist es ja auch nicht. Ich bin heute jedenfalls eine sehr geübte Leserin. 😀

          Bei der Themenvielfalt kann ich dir nur zustimmen. Bei den Themen liegt es dann natürlich aber auch sehr viel daran, dass VSG kein News-Forum ist. Insofern muss sich hier niemand überhaupt damit rumplagen, über die neueste Playstation zu schreiben und wann und wo mensch sie bekommt. 🙂

          Zum *innen-Thema muss ich jetzt aber auch noch ein kleines Wörtchen da lassen, ich hoffe, du nimmst es mir nicht krumm. Ich finde sehr wichtig, möglichst inklusiv zu schreiben. Natürlich habe ich keinen Einfluss darauf, wie andere Autor*innen das handhaben und will es auch gar nicht. Und ich kann längst nicht behaupten, dass ich das inklusive Schreiben verinnerlicht hätte – mir entgeht da sehr oft noch vieles (so im Eifer des Gefechts, sozusagen), aber ich bemühe mich.
          Vielleicht hilft zur Erklärung auch noch kurz das hier: Das Sternchen oder der Doppelpunkt dienen ja nicht (nur) der Nennung des männlichen und weiblichen Geschlechts, sondern sind vor allem auch für Menschen gedacht, die sich mit beiden oder keinem der Geschlechter identifizieren, Stichwort non-binär (oder intersexuell sind z.B.). Insofern wären diese Personen beim klassischen “Sehr geehrte Damen und Herren” unter den Tisch gefallen – und wir versuchen ja möglichst alle Menschen zu erreichen.

          1. Das war ja auch mehr mit einem 😉 gedacht,ich hab sie ja immer noch lieb ,aber wenn man schon ne kleine Schwester hat muss sie ja auch mal zu etwas gut sein .

            Ich nehme dir gar nichts krumm,wenn sowas ein oder 2 mal in einem Text vorkommt kann ich mit mitlerweile graumelierten Haar ja noch drüber weg sehen ,schlimm wirds erst wenn ich vor lauter Genderwahn den zusammenhang des Textes nicht mehr verstehe.

            Dieses Thema kam nämlich für mich auf einmal wie aus dem nichts hoch und man fragt sich warum,früher hat es diese Menschen auch schon alle gegeben und anscheinend haben sie sich nicht diskrimiert gefühlt,mit einmal wird man damit aber von allen Seiten Bombadiert.

            Ich finde es eher “schlimm” das dies nun auch schon diesen Bereich betrifft ,sind die meisten die sich dafür interessieren doch eh immer Nerds gewesen die oft in der Klasse nicht zu den beliebtesten gehört haben,eben weil sie oft etwas “sonderbar” gewesen sind und bei den Mädels alles andere als beliebt 😀 .

            Und grade beim Spielen ist es eigentlich total uninteressant ob Männlein oder Weiblein ,Alt oder Jung oder irgendwas dazwischen alle haben das gleiche Hobby und begeistern sich für das gleiche .
            Deshalb bin ich auch etwas von der Diskussion “genervt” wie denn Spielcharktere auszusehen haben ,weg vom Muskelbepackten Mann und der Frau mit Modelmaßen hin zu mehr Diversität .
            Dabei sind doch grade Spiele Fiktion,sie sollen mich an weit entfernte Orte führen,ich kann Dinge machen die in der Realität unmöglich sind,an einem Felsüberhang mit sexy Lara in einer Leichtigkeit die Wände hochklettern,mich mit Natan Drake (der auch gut aussieht) schiessend durch Höhlen kämpfen .
            Mir in GTA5 ein leichtes Mädchen im Sportwagen mitnehmen oder im Stripclub nur so die Dollarscheine durch die gegend werfen,das alles hat mit der Realität aber auch rein gar nichts zu tun und ist deshalb auch grade witzig.
            Das dann auch noch alles politisch korrekt umgestalten zu wollen nimmt einem da schon etwas Spaß .
            Wenn es in eine Geschichte hinein passt gerne ,aber extra “Quotenmäßig” weil man es muss ,find ich schlimm.
            Der Entwickler soll seine Geschichte einfach erzählen, wie er sie erzählen möchte und nicht wie es ihm vorgeschrieben wird.

            Deshalb hoffe ich das sich das vielleicht irgendwann mal wieder ein wenig legt.

            Noch etwas zum Thema kleine Schwester da ich dann eine PS1 hatte und Crash Bandicoot 3 ,alles schön in 3D, war meine Schwester natürlich neidisch und der SNES natürlich uninteressant .
            Natürlich hab ich sie dann spielen lassen,allerdings musste sie sich immer erst die Hände waschen ,denn ich konnte es früher schon nicht leiden wenn das Gamepad klebt und speckig ist 😀 .
            Man hat Dingen früher auch einen größeren Wert beigemessen wie so mancher heute.
            300 Mark war für einen 15 Jährigen viel Geld.
            Später als man in der Lehre war und Sony seine PS2 raus brachte und die dann im Angebot 800 DM kostete da musste man einen ganzen Monat für Arbeiten,dementsprechend hat man sowas auch behandelt wie ein rohes Ei.

            So und jetzt muss ich mal genau gucken wie ich mich hier anmelden kann 🙂

            Lieben Gruß

  2. Eine sehr schöne Erinnerung. Da ein Computer oder eine Konsole damals Luxus war, mussten sich Geschwister den Platz am Controller damals teilen. So auch bei uns zuhause. Einer hat gespielt, der andere zugeschaut und Hilfestellung gegeben. Backseatgaming kannte ich aber auch noch nicht. Naja, heute braucht ja alles ein Wort.
    Dazu hatte ich gerade erst in den letzten Tagen ein schönes Erlebnis:
    Die letzten Monate hatte ich damit verbracht, meinen C-64 zu reaktiveren. Jetzt war mein Bruder für einige Tage zu Besuch und natürlich wollte ich ihm das Gerät präsentieren. Für uns beide war der C-64 damals der richtige Einstieg in die Welt der Videospiele und wir haben viele gute Erinnerungen an diese Zeit. Die Präsentation endete dann mit einen längeren Ausflug in die Spielwelt von The Last Ninja. Einer hat gespielt, der andere zugeschaut und Hilfestellung gegeben. So wie damals.

    Nadine
    1. Danke für deinen Kommentar und was für eine schöne kleine Anekdote mit deinem Bruder! 🙂 So eine kleine Nostalgie-Zeitreise ist sicher auch etwas Schönes. Und irgendwie ja auch toll, dass sich nach so vielen Jahren diese Dinge nicht wirklich verändert haben und ihr das immer noch so miteinander teilen könnt.

  3. Liebe Nadine, was für eine schöne Geschichte, die mich in ihren Grundzügen an meine Jugendzeit mit meinem großen Bruder erinnert. Oft haben zwar etwas anders zusammen gespielt (eher abwechselnd), aber Backseatgaming (wieder ein neues Wort im Wortschatz, danke) kannten wir somit wohl auch sehr gut. In gewisser Weise war mein Bruder dann auch vorübergehend mein Lehrer, wie dies oder das am besten gehen würde, denn er hatte altersbedingt etwas Vorsprung.
    Heute kriege ich übrigens oft die Krise, wenn jemand neben mir kommentiert, während ich spiele, oder ich zusehen soll, wie jemand anderes spielt. Insofern behalte ich die schönen Erinnerungen der spielenden Zweisamkeit mit meinem Bruder im Herzen. Danke dir für die Erinnerung daran 🙂
    Ausnahmen bestätigen aber wie so oft die Regel und ich spiele hin und wieder mit den Kids ein Couch Coop Game.

    Nadine
    1. Lieber Tobi,
      danke für das Kompliment und deinen lieben Kommentar. 🙂

      Die Grundzüge scheinen öfters recht ähnlich zu sein (siehe da auch Sarahs Kommentar). Irgendwie wurden wir oft durch ältere Geschwister an Videospiele herangeführt.
      Den „Lehrer“-Aspekt finde ich auch sehr interessant. Ich kann mich nicht erinnern, ob mein Bruder mir oft Hilfestellung beim Spielen gegeben hat (kann ihn mir aber gerade sehr gut in dieser Rolle vorstellen, auch wenn er in meinem Kopf dabei ein bisschen „oberlehrerhaft“ klingt 😀 ), also… möglich wär‘s.

      Dass du heute bei sowas eher die Krise bekommst, kann ich irgendwie auch sehr gut nachvollziehen.
      Bei mir kommt es immer noch ein bisschen darauf an, wer mir erzählt, was ich tun könnte und WIE das passiert. Beim Zuschauen werd ich aber (genau wie früher schon) schnell ungeduldig, wenn mal wieder jemand nicht schnell genug checkt, was zu tun ist, oder sich so lange mit (für mich) Nebensächlichkeiten aufhält, dass ich ganz hibbelig werde und der Person am liebsten den Controller aus den Händen reißen würde. Eine schwere Geduldsprobe für mich. 😀

      Tobi
  4. Eine wunderschöne Geschwister-Geschichte Nadine! Ich finde es toll, dass Du Deine persönlichen Erlebnisse in dieser Form mit uns teilst. Da ich als Einzelkind aufgewachsen bin, habe ich solche Momente leider nicht selbst erlebt. Da hole ich momentan aber indirekt nach, weil unsere Kids oft zusammen spielen. Den Begriff “Backseatgaming” kannte ich so noch nicht (wieder was gelernt, danke!), aber nun weiß ich genau was Du damit meinst. Das Kommentieren und Hilfestellung-geben findet auf unserem Sofa ständig statt und es ist schön zu sehen, mit wie viel Emotion und Leidenschaft die Freude am Videospielen geteilt wird.

    NadineTobi
    1. Danke für deinen lieben Kommentar. 🙂

      Backseatgaming ist vermutlich den Menschen, die auf Twitch unterwegs sind, eher noch ein Begriff. Er hat da allerdings meist eine eher negative Konnotation; da geht es oftmals um unerwünschte/ungefragte Kommentare und „Hilfestellungen“ an Streamer*innen, was sie wie in einem Spiel zu tun oder zu lassen hätten.
      Da finde ich es eigentlich sehr schön, dass du so eine positive Assoziation rein bringst. 🙂
      (Der Unterschied zwischen dem Bildschirm und dem heimischen Sofa ist da natürlich oft auch darin begründet, dass die Leute auf dem Sofa mensch für gewöhnlich bekannt sind, während auf Twitch oft Fremde ihre „Hilfe“ anbieten, die selten erbeten wurde. 😀

      Was ich auch sehr schön finde, ist, dass du diese „Geschwister“-Erfahrung ja gewisserweise nun mit deinen eigenen Kindern „nachholst“. Bzw. ist das ja auch noch mal eine ganz eigene schöne Art und Weise, Videospiele oder eher das Spielen miteinander (oder nebeneinander) neu zu entdecken! 🙂

      Tobi
  5. Das erinnert mich total an meinen Gaming-Werdegang. 😄 In dem Fall saß ich immer neben meiner Schwester während sie Ocarina of Time spielte. Wobei ich eigentlich niemals hilfreich war und meist stumm, aber auch fasziniert daneben saß. 😄 Ich wollte das auch nie selbst spielen, weil ich es teilweise sehr gruselig fand.

    Neben meinem Bruder saß ich dann immer, wenn er an der PS 1 Road Rash und an dem SNES Super Mario World spielte. Das waren aber auch Spiele, die ich auch selbst dann gerne spielen wollte und wir wechselten uns dann immer ab.

    Später wurden dann eher Shooter von ihm gezockt und wenn er wieder Black & White und Counter Strike spielte, saß ich daneben. Letzteres fand ich so cool, sodass ich eines Tages dann auf seinem Account Counter Strike: Source weiterspielte, bis ich dann alt genug war ein eigenes Spiel/einen eigenen Account zu besitzen. 🤓

    Auf jeden Fall vielen Dank für deine schöne Videospielgeschichte, NadinEEE! ❤️

    NadineTobiAndre
    1. Ich glaube, viele von uns, die mit älteren Geschwistern aufgewachsen sind, haben vermutlich mehr oder weniger ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich finde es aber immer wieder spannend, die kleinen aber feinen Unterschiede zu hören!

      Ocarina of Time fand ich damals auch recht gruselig stellenweise (gut, nicht so gruselig wie Majora‘s Mask, aber einen vom Himmel stürzenden creepy grinsenden Mond zu überbieten, ist auch eine Herausforderung). Ich hab deshalb auch lieber meinem Bruder zugeschaut und bei meinem eigenen Spielstand immer nur das gemacht, was ich bei ihm schon gesehen hatte – so war ich wenigstens vorbereitet. 😀
      (Kurz Off-Topic, aber: Nur aus genau dem Grund konnte ich vor ein paar Jahren auch den ersten The Last of Us – Teil spielen; ich hatte vorher ein Let‘s Play komplett gesehen und wusste, was mich an jeder Ecke erwarten würde.)

      Das abwechselnde Spielen ist wohl einer der häufigsten Varianten, wie mensch mit Geschwistern spielt. Seltsamerweise kann ich mich bei mir selbst und meinem Bruder nicht daran erinnern, dass das eine signifikante Rolle gespielt hätte… vielleicht waren wir „seltsam“… vielleicht ist das bei mir aber auch einfach nicht hängen geblieben. XD

      Danke jedenfalls für deinen Kommentar! ^^

      Tobi