Wie ich zum Egoshooter-Suchti wurde

Wie ich zum Egoshooter-Suchti wurde
Kommentiert von Tobi, nexus6, Alex, Sarah Bee, André Eymann.
  3 Min 765 Wörter PDF

Es war wieder einer dieser schwachen Momente. Ihr kennt das. Man sitzt auf dem Sofa, währenddessen läuft King of Queens. Weil die Arbeit momentan voll stressig ist und man eine innerliche Leere fühlt, braucht es irgendetwas, damit dieses Loch irgendwie aufgefüllt wird. Was gibt es da besseres als nach Videogames zu suchen und den Warenkorb mit all den Dingen zu füllen, die man schon lange mal haben wollte. Und so geschah es …

Ich schaue eigentlich nie gezielt nach irgendwelchen Spielen. Im Gegenteil: ich stöbere meistens das gesamte Sortiment auf diesen Gebrauchtwaren-Webseiten durch. So kommt es dann vor, dass ich von sämtlichen Konsolen und Genres alles mögliche im virtuellen Einkaufswagen habe. 

Sie haben Post!

So fand dann auch eins dieser Spiele für die XBox 360 vor wenigen Tagen den Weg zu mir nach Hause. Yeha! Genauer gesagt handelt es sich eher um eine Spielesammlung. Bereits als Teenie durfte ich in einen dieser Titel reinschnuppern. Gedurft habe ich es mit 15 eigentlich noch nicht und ,,Reinschnuppern“ heißt eher, dass ich mehrere hundert Stunden darin versenkt habe. But hey. (Steam zeigt mir leider nur 133h an, da die Aufzeichnung der Spielstunden glaube ich erst später begann. Es waren auf jeden Fall EINDEUTIG mehr Stunden!)

Meine Einstiegsdroge

Man könnte fast sagen, dass es neben Counter-Strike: Source (mit angeblich 310h lt. Steam, pfft …) meine Einstiegsdroge in die Welt der Egoshooter war. Der Notenkiller. Der Freund für die einsamen Stunden. Welches Spiel meine ich jetzt überhaupt? Na, Team Fortress 2 natürlich! Und dieses Spiel habe ich nun finally auch für die XBox 360 mit The Orange Box!

Ja, ich weiß. Viele werden jetzt sagen: Hallo?! Half-Life 2 ist ja wohl das absolute Goldstück in dieser Sammlung! – Sorry. Ich muss leider gestehen, dass ich in meinen jungen Jahren als Gamerin viel zu viel Schiss hatte, um dieses Spiel zu spielen. Noch heute erschrecke ich mich tierisch, wenn ich diese Kopfkrabben sehe. Uäh. Und deshalb muss ich leider sagen, dass ich noch keinen Half-Life-Teil wirklich beendet habe. Mit ,,wirklich“ meine ich, dass ich zwar daneben gesessen habe, als mein Bruder oder mein Mann es durchgespielt haben, aber ich glaube das zählt dann nicht. Oder was meint ihr?

Die Ernüchterung …

Zurück zum Thema. Ich hatte etwas Sorge bevor ich The Orange Box für die XBox 360 bestellt hatte, denn ich war es vom PC gewohnt, dass man alles irgendwie mit einem Code aktivieren muss und es dann nicht mehr für andere nachfolgenden Nutzer spielbar ist (ja ich bin ein absoluter Konsolen-Noob). Ich habe mich dann ein bisschen in der netten Community auf Twitter schlau gemacht und wurde dann eines besseren belehrt: Es ist ohne weiteres spielbar.

In meiner Euphorie habe ich leider vergessen, dass die Spielesammlung schon ein paar Tage älter ist. Klar, läuft alles wie es soll. Auch Portal ist mega, habe den Teil und den Nachfolger auch schon durchgespielt. Aber einen Punkt habe ich nicht bedacht: Es spielt niemand mehr online. Zumindest nicht an einem Montagabend. Somit endete das Vergnügen dann mit dem Blick in die XBox-Live-Mitspielersuche.

Dödödööööööömm. Tja nun. Ich habe dann ein System-Link-Spiel gestartet um überhaupt irgendwas vom Spiel zu sehen. Die verschiedenen Klassen und die Atmosphäre. Hach, wie schön, fast wie damals. Nur der einzige (aber dafür sehr große) Unterschied eben: Keine Mitspieler. Leider hat Valve in diesem Spiel auf Bots verzichtet. Schade drum.

Fazit

Doch auch wenn das Ganze nur eine Trockenübung war, es hat in mir das gleiche Gefühl ausgelöst wie damals. Leider kam dieses Gefühl auf dem PC nie wieder hoch. Es ist mittlerweile kostenfrei auf Steam erhältlich, was eigentlich nicht schlimm ist, aber leider wurde es durch Mods und In-Game-Käufen zu einer Art Browser-Game und dadurch steht der eigentliche Spaß von damals überhaupt nicht mehr im Vordergrund. Aber vielleicht bin ich auch einfach zu alt für diesen … Kram. 

Ich habe auf jeden Fall die XBox 360-Version nicht aufgegeben und ich werde zwischendurch immer mal wieder reinschauen, in der Hoffnung, dass sich dort noch eine Seele hin verirrt und man den gleichen Spaß erlebt wie damals.

Aber vielleicht findet sich hier auch nochmal ein Grüppchen, um gemeinsam den ,,nostalgischen Charme“ auf der XBox 360 zu genießen. Aber passt auf! Meine Stats waren damals mega, Leude. Glaubt mir das!

Wie sieht‘s bei euch aus? Welches Genre hat euch bisher am meisten in den Bann gezogen? In welchem Spiel habt ihr die meiste Zeit verbrannt und wieviel? Schreibt es in die Kommentare! 🙂

Tobi

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Kommentare7

  1. Vielen Dank für deinen Beitrag, Sarah.
    Ich mochte Ego-Shooter mal sehr, auch online. Aber Counter Strike und Half Life gehörten irgendwie nie dazu, ich weiß gar nicht so richtig warum. Möglicherweise, weil ich erst mit der Jahrtausendwende auf den PC gekommen bin (und diesen mittlerweile auch weitestgehend wieder links liegen lasse) und bei Teil 2 war ich dann eher schon wieder im Konsolenfieber.
    Mit den Jahren und der Familie wurde ich innerlich anders, brauchte meine Zeiten mit mir selbst und da hatten Multiplayer, Stress und Hektik immer weniger Platz. Ich mag die Ego-Sicht allgemein schon, fällt es mir als Spieler dann oftmals umso leichter, ins Spielgeschehen einzutauchen. Aber ich hab es heute gerne etwas ruhiger. Ein paar Rätsel, Erkundungen, Abenteuer. Und da ich nicht so viel Zeit dafür habe, bin ich Entwicklern immer wieder für kurze Ausflüge dankbar, die ich auch mal durchspielen kann. Entweder portionsweise in Abschnitte oder Kapitel unterteilt, oder so kurz, dass sie eine Handvoll Spielstunden gar nicht oder kaum übersteigen.
    Gerade hab ich mit Verspätung ‘Observation’ aus der Sicht des Bordcomputers hinter mir. Toll gemacht, SciFi, spannend ohne gruselig zu sein, ein paar simple Rätsel (wenn auch zum Teil belanglose, wiederkehrende & etwas try & error) und – kurz. Wenn man nicht zwingend alle Erfolge einsacken möchte.
    Da ich keinen Multiplayer mehr spiele, freue ich mich über schöne Stories. Die MP-Server sind mir da natürlich nicht so wichtig, allerdings sorge ich mich natürlich berechtigterweise um die Autentizifierung beim Start mancher Spiele.

  2. Ja, früher habe ich CS und UT gesuchtet. Besonders die LAN-Parties, bei denen man die Frustschreie des Gegners (oder umgekehrt) hören konnte, fand ich nett. Irgendwann wurde ich des Genres überdrüssig. Erst mit Splatoon (WiiU/Switch) packte mich das Fieber erneut, da es mit der Färberei ein neues Spielelement hinzufügte.

  3. Dein leichter und “luftiger” Beitrag hat in mir zwei Gedanken ausgelöst Sarah. “The Orange Box” ist auch bei mir ein geflügeltes Wort geblieben, denn hier sind einige Spiele zusammengeführt worden, die tatsächlich ihresgleichen suchen. Zeitlose Hits sozusagen, die Valve und die Spielenden geprägt haben. Der Wermutstropfen in Deinem Text ist natürlich das Thema “Online-Spiele” ohne Spieler. Ein ähnliches Erlebnis hatte ich vor einigen Jahren mit Battlefield 2 von DICE/EA. Auch hier wurden damals die Online-Server abgeschaltet und fortan, war man allein auf den wunderbaren Maps. Ein Schlachtfeld ohne Mitspieler ist schon ziemlich doof. Zum Glück hatte (oder hat – vielleicht besteht sie noch) sich eine amerikanische Seite gefunden, die dennoch ein Zusammenspiel ermöglichte. Weiter gedacht bleibt natürlich auch der unangenehme Gedanke wie es sein wird, wenn wir die Spiele GAR NICHT mehr spielen können, weil beispielsweise Authentifizierungsserver offline sind. Dem digitalen Gaming der Zukunft blicke ich aus diesem Aspekt sehr unglücklich entgegen und das nicht nur aus spielerischer Sicht, sondern auch mit dem Blick auf die Bewahrung unserer Spielkultur.

    TobiSarah Bee
    1. Oh ja, irgendwann sind diese Online-Titel gar nicht mehr spielbar, außer eine Fan-Gemeinschaft macht was draus. Das ist sehr schade. ☹️

  4. Das ist natürlich schade, wenn Online keine Mitspieler mehr zu finden sind. Ist ja dann schon ein Wunder wenn die Server noch erreichbar sind und nicht inzwischen abgeschaltet wurden.
    Portal sollte ich mir mal anschauen. Das gab es auch für die PS3. Die müsste ich dann aus dem Kleiderschrank holen. Der einzige Egoshooter der mich bis jetzt so richtig mitgezogen hat, ist die Borderlands Serie. Bei allen anderen war die Luft schnell raus. Ist einfach nicht mein Genre. Früher habe ich auch Doom oder Duke Nukem 3D gespielt. Das war aber mit Cheats, deswegen zählt das für mich nicht.
    Bin da eher bei den RPGs zu Hause. Vor wenigen Tagen habe ich Divinity: Original Sin beendet. Da dürften 150h Spielzeit reingeflossen sein. Persona 4: Golden auf der PS4 hat 200h Spielzeit bekommen. Bei Stardew Valley bin auch schon bei 150h Spielzeit. Oh je, da kommt insgesamt schon was zusammen. Ich bin bei solchen Spielen aber auch Tourist und schaue wirklich in jeden Winkel der Spieltwelt.

    Sarah Bee
    1. Den ersten Borderlands-Teil habe ich damals mit meinem Bruder und meinem Mann im Multiplayer gezockt. Ich fand den Stil echt cool. Heutzutage mag ich gerne mal Star Wars Battlefront II zocken, wobei ich da aber, im Gegensatz zu früher, schnell frustriert bin und dann eher das Spiel wieder abschalte. 😄 Neben Egoshootern bin ich aber auch ein Fan von Aufbauspielen wie zb Die Siedler II oder Anno. Aber auch in Stardew Valley und Story of Seasons kann ich schon ganz schön viel Zeit verbrennen. ☝️🤓

      1. Ich hatte im ersten Anlauf probiert, Borderlands alleine zu spielen. Das ging gar nicht. Jahre später habe ich es dann im Splitscreen-Modus mit meinem Bruder angespielt und als der seine eigene Kopie hatte, haben wir es im Multiplayer gespielt. Das konnte man aber auch im Splitscreen super auf der Couch spielen. Den zweiten Teil haben wir dann zusammen nur noch bis zur Hälfte geschafft. Inzwischen waren bei mir 2 Kinder im Haus und die Zeit war einfach nicht mehr da. Ausserdem ist von seiner PS3 das Netzwerkmodul kaputt gegangen. Ärgerlich. Wir beide haben das Spiel einfach zu spät für uns entdeckt.