Die Abenteuer mit Link


Kommentiert von: Thorsten Weiskopf, Wolfgang, Dennis Gerecke, Couchgespräche, André Eymann, Tobi.
Lesedauer: 2 Minuten

“Schließe deine Augen und entspanne dich”, sagte die Fee. Als ein kleiner Junge von 11 Jahren, überglücklich und zu Tränen gerührt, den Game Boy in der Hand haltend, neben dem Weihnachtsbaum saß und die Augen schloss. Das war ich.

Vorausgegangen ist das legendäre goldene Modul des ersten Zelda Spiels für das “Nintendo Entertainment System”, welches ich zwar berühren, aber nie bespielen durfte. Der große Bruder eines Freundes nannte es sein eigen und ließ uns dieses Mysterium nur götzenhaft anbeten.

Die Spiele waren teuer, das Medium noch recht jung und im eigenen Haushalt niemand zu finden, der diese Leidenschaft teilte. Aber irgendwann hatte sich die Familie erbarmt. Und so durfte ich das goldene Modul schlussendlich doch noch ehrfürchtig in mein eigenes “NES” schieben, um fortan alleine, oder mit Freunden gemeinsam, Abenteuer zu erleben und Rätsel zu lösen.

Das wir im echten, gleichzeitig unser eigenes Abenteuer, “Leben” entdeckten, war Nebensache. Denn wir waren Link und strebten nach der unendlichen Götterkraft des Triforce. Egal ob mit dem Controller vor dem Bildschirm oder mit dem Holzschwert im Garten, um das Baumhaus herum.

Später dann, im Jugendzimmer, kam das beispiellose “The Legend of Zelda: Ocarina of Time” und weitere Titel hinzu. Auch holte ich ältere Titel nach. Während “die großen Jungs” zu Sony mit “Resident Evil” oder dem Protagonisten Snake von “Metal Gear Solid” gewechselt sind.

Doch bei mir tönte ohrenbetäubender Heavy Metal aus den Lautsprechern, während ich mit dem Masterschwert, einem ganzen Rucksack voller Items und einer Leiste voller roter Herzen Link begleitete. Ich war dabei! Bei seiner Reise durch den Skelettwald oder auf den Schildkrötenfelsen und vielen anderen Orten voller Magie und Fantasie.

Nicht selten träumte ich von Schloss Hyrule mit seinen verzauberten Wachen, an denen ich mich vorbeischlich. Von Telefonzellen, die mir Hinweise gaben oder einer Hexe die mir Tränke braute.

Es folgte eine lange Freundschaft mit vielen Abenteuern. Bis heute kehre ich immer wieder gerne nach Hyrule zurück und wahrscheinlich noch mein ganzes Leben. Heute kann ich behaupten, dass kein anderes Spiel mich im Umgang mit Videospielen so geprägt hat und dass meine Liebe zu diesem Medium ohne Zelda ganz sicher nicht die selbe wäre.

❤❤❤

CouchgesprächeAndré EymannTobiLenny

10 Kommentare

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  1. Vielen lieben Dank für diese Zelda Hommage. Für mich hat die Serie seit je dazugehört. Habe sehr viele durchgespielt, leider nicht alle. Gamecube und Wii fehlen. Auch die 3DS Versionen. Ich kann mich noch heute gut an die ersten Zelda Teile erinnern, vor allem an “A Link to the Past”, das ich beinahe ohne Pause an einem Wochenende durchgezockt hatte. Mit einer Unmenge dieser Haribo “Rollen” (falls es diese noch gibt), glaube Roulette war der Name. Ich freue mich gerade, dass beim Schreiben dieser Zeilen das Gefühl von damals wieder retour kommt. Danke für die kurze Geschichte!

    Thorsten WeiskopfTobiAndré Eymann
  2. Ich habe den ersten Zelda erst im Jahr 2003 mit der Zelda-Collection gespielt. Trotz der zuvor erlebten 3D-Meisterwerke, hat mich die enorme Freiheit und das unkomplizierte Spieldesgin damals abgeholt. Link’s erstes Abenteuer ist zwar deutlich kompakter als seine folgenden Ausflüge, dafür aber auch weniger pompös. Ein kompaktes Zelda tut zur Abwechslung auch mal gut.

    Thorsten WeiskopfTobiAndré Eymann
    1. Hi Dennis,

      danke für dein Kommentar. Absolut. Das klassische NES Zelda ist bei bei mir auch ganz weit vorne. Und das liegt nicht nur am goldenen Modul. Es freut mich voll, dass dir so eine alte Perle auch heute noch Spaß macht.

      Dennis Gerecke
  3. Ein schöner Text, in dem ich mich sogar selbst wiederfinde. Auch mich haben die Zelda-Titel enorm in meinem Spielverhalten geprägt. Im Moment spiele ich sogar gerade “Skyward Sword” auf der Switch. Das war bis jetzt der einzige Titel, der mir noch fehlte, nun aber endlich nachgeholt wird. Es zieht mich also ähnlich wie dich immer wieder zurück. Mein erster Zelda Titel war allerdings “A Link to the Past”.

    Thorsten WeiskopfAndré EymannTobi
    1. Danke. Freut mich, dass du dich wiederfindest.

      Zu “A Link to the Past”: Es war für mich Mindblowing damals im Kaufhaus zu zusehen wie andere Kids es spielten. Ab da gab es einen neuen heiligen Gral im Videospielolymp für mich. Müsste ich auch mal wieder nachholen.
      Skyward Sword: Eine Hassliebe. Es zieht sich aber es ist ein tolles Spiel. Auch wenn der Wii Controller als Schwert ein Eigenleben hatte.

  4. Ein kurzer mit vielen wunderbar persönlichen Bezügen versehener Text Thorsten. Eine Liebeserklärung! Ich finde Deinen Beitrag großartig, weil er sich genau so liest, wie er gemeint ist: direkt vom Herzen kommend. Danke für diese Videospielgeschichte!

    WolfgangThorsten WeiskopfTobi
  5. Yay! Kurz und knackig. Vielen Dank für dein Loblied auf das alte Zelda, Thorsten.
    Ich habe Zelda nie gespielt, kann mir aber gut vorstellen, warum es so viele Menschen begeistert.
    Deine schöne Beschreibung von Weihnachten weckt bei mir grad Kindheitserinnerungen und macht mich gleichzeitig sogar etwas wehmütig. Die Erinnerung an lang gehegte Träume zeigt mir gerade, was ich leider im Erwachsenenalter lange verloren habe. Heute kauft man sich das meist einfach. Und selbst, wenn man länger auf eine Anschaffung hingespart hat, ist es cool, aber bei mir persönlich fährt da mittlerweile relativ schnell die Euphorie wieder auf Standard herunter.
    Umso schöner finde ich dann die Erinnerung, wie freudestrahlend ein Geschenk ausgepackt, mit leuchtenden Augen ausprobiert und dann viel, viel Zeit damit verbracht wurde. In deinem Fall war es u.a. Zelda, ich könnte da z.B. an einen GameGear mit Castle of Illusion und Sonic denken. Special Times, voller Magie und Erstaunen, danke für die Erinnerung daran!

    Thorsten WeiskopfAndré EymannLenny
    1. Da hab ich doch glatt noch was vergessen: Mit schmalem Taschengeld (bei mir oft nicht mal das) hatte man doch oftmals auch gar nicht die Möglichkeiten wie heute. Wenn ein Spiel dann endlich neu zur Sammlung hinzu kam, wurde es doch bis zum Umfallen für Wochen oder Monate gespielt, oder ging nur mir das so? Kann ich mir fast nicht vorstellen. Dass Zelda eins von diesen Perlen, wenn nicht DIE Perle für dich war, wie du es oben beschrieben hast – total schön! Danke nochmals für deinen Beitrag 🙂

      Thorsten WeiskopfAndré Eymann
      1. Hi Tobi,

        danke für deinen Kommentar. Freut mich, dass ich bei dir Kindheitserinnerungen wecken konnte. Und du hast absolut recht. Weniger ist manchmal mehr. Ich glaube das gilt auch heut noch und nicht nur für die Kinder.

        Gruß Thorsten

        Tobi

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