So schön kann die Apokalypse sein: Everybodys Gone To The Rapture

Mit Kommentaren von Tina, Liam, Lenny, Michael, Tobi, Alex.

Ein wunderschönes, britisches Dorf, Sonnenstrahlen, raschelnde Bäume, das Geräusch von Schritten im Gras, meditativ und sanft. Ein ganz normales Städtchen eben.

Oder auch nicht, denn in Yaughton ist kein einziges Lebewesen zu finden. Autos stehen offen, Häuser sind verlassen und Besitztümer sind zurückgelassen worden. In einem Dorf in Südengland hat die Apokalypse Einzug gehalten…

Everybodys Gone To The Rapture, ist ein Adventure Spiel (oder auch Walking Simulator) vom Herstellerteam The Chinese Room. Ausgehend von einem Observatorium beginnen wir unsere Reise durch die Stadt, erkunden Häuser, suchen nach Hinweisen und stoßen immer wieder auf flirrende Lichtkugeln, die sich verwandeln und uns Stück für Stück an der Geschichte der (ehemaligen) Einwohner teilhaben lassen. Immer weiter, Lebensgeschichte für Lebensgeschichte.

Der Weg ist das Ziel

Für mich ist dieses Spiel ein Unikat. Die Entwickler schaffen es, dass ich (trotz, oder vielleicht auch wegen des langsamen Schritttempos) in dieser Welt versinken will, alles erkunde und vor allem wissen möchte, was bloß geschehen sein mag.

Oft ist das Spiel einfach nur entspannend, wie ein Spaziergang durch eine stille Welt, die einen mit ihrer wunderschönen Aufmachung umfängt. Aber nicht nur das Setting ist wunderschön. Ein ganz großer Faktor ist auch die Musik und Sounduntermalung.

Nicht überladen, sondern an passenden Stellen eingesetzt rauben sanfte Streichinstrumente oder imposante und langsam anschwellende Chorgesänge mir oft fast den Atem.

Jessica Curry, eine englische Komponistin die sich auch für die Sounduntermalung von Spielen wie Dear Esther und Amnesia: A Machine for Pigs verantwortlich zeichnet, gewann 2016 für den Soundtrack von EGTTR den BAFTA Award.

Zurecht, wie ich finde.

Allein ans Ende der Welt

Spielerisch beschränkt sich das Spiel auf das Erkunden, klassische Gameplay Elemente fehlen (außer das Auslösen bestimmter Gegenstände, das Öffnen von Türen u.ä.), doch das ist es auch nicht, was Everybodys Gone To The Rapture ausmacht. Es ist das Ambiente und vor allem die Geschichte, die mich tief berührt.

Mehr lässt sich nicht sagen, ohne vorzugreifen – man muss sich einfach auf das Spiel einlassen um die Reise zu genießen.

Und noch ein Tipp, wenn ihr das Spiel über Steam spielt: Aktiviert in den Beta Einstellungen „Map Save“. Dann könnt ihr nämlich an jeder Map (diese sind überall im Spiel verteilt) speichern und nicht nur dann wenn ihr Schlüsselelemente auslöst – was mitunter ganz schön lang dauern kann.

Für den ein oder anderen wird dieses Spiel einfach zu langsam, zu entschleunigt sein – für mich war es genau richtig.

I am in deep, deep love.

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HaraldLennyNadineAndré EymannTobi

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Kommentare11

  1. Ich bin selbst ein riesen Fan von Videospielen, ich habe das Spiel selbst noch nie gespielt, aber ich finde, das der Artikel gut geschrieben ist.

  2. Ich muss ja leider sagen, dass ich Everybodys Gone to the Rapture gespielt habe, nachdem ich das, mMn, beste Spiel des Genres gespielt habe. What Remains of Edith Finch. Ich möchte die beiden Titel gar nicht vergleichen. Rapture habe ich auch gar nicht durchgespielt, weil mich das Spiel schnell verloren hat, weil mir die Stadt schon zu groß und unübersichtlich war, aber ich auch spielerisch keine Motivation hatte die Stadt zu erkunden . Vielleicht wäre es anders gewesen, wenn ich die Beien Spiele in der umgekehrten Reihenfolge gespielt hätte.

    Tina
    1. Hallo Lenny – tatsächlich verhält es sich bei mir andersherum. Ich habe What remains of Edith Finch erst danach gespielt.
      Ich weiß nicht ob es mir anders ergangen wäre, wenn ich es zuerst gespielt hätte.
      Ich denke Everybodys gone to the rapture ist auch etwas spezieller und wird nicht jeden ansprechen.
      Aber das ist ja auch in Ordnung so 🙂

  3. Danke für deine Spielevorstellung, Tina! Ich weine noch immer, dass das Spiel nie auf der Xbox erschienen ist und glaube dir sehr gerne, dass das eine richtig gute Reise ist. Ich denke, dass das genau mein Ding wäre. Danke auch noch mal für die Verlinkung zu Yannic’s Beitrag, der mir sehr wichtig erscheint und zum Nachdenken anregt.

    Tina
    1. Danke für den lieben Kommentar – deine Enttäuschung kann ich sehr gut nachvollziehen.
      Und ja – Yannics Beitrag ist äußerst berührend und ich finde die Einsichten die er uns gibt sehr wertvoll.

      Tobi
  4. Oh ja. Diese Spiel ist wirklich speziell. Das Dorf und die Umgebung präsentieren sich in einer wunderschönen Grafik. Die Musik verstärkt die Stimmung und die Soundeffekte lassen die Welt lebendig wirken, obwohl niemand dort ist. Der Gang durch dieses Spiel war ein schöner, rätselhafter Spaziergang. Das Ende habe ich nicht so ganz verstanden. Bei mir sind eher die kleinen Nebengeschichten hängen geblieben.
    Ich kann verstehen wenn es nicht jedem gefällt. Es ist speziell und eben langsam. Darauf muss sich der Spieler einlassen können.

    TinaTobi
    1. Hallo Alex.
      Da hast du absolut recht!
      Ich kann auch absolut verstehen, wenn Menschen wenig daran finden können,
      aber wie du so treffend sagst – dieser wunderschöne rätselhafte Spaziergang hat bei mir großen Eindruck hinterlassen.

  5. Liebe Tina, danke für den schönen Artikel :). Everybody’s gone to the Rapture kannte ich bis jetzt noch nicht, hört sich aber genau nach der Art Spiele an, die ich mag. Das werde ich mir mal näher anschauen.

    TinaTobiAndré Eymann
    1. Wow, was für ein Spiel! Die Szenerie ist wirklich ganz wundervoll umgesetzt mit einem guten Gespür für’s Detail, sowohl in optischer als auch akustischer Hinsicht. Ich kann dir da vollkommen zustimmen, Tina. Das Ambiente und die Geschichte berühren mich auch und erzeugen eine sehr authentische und beruhigende Stimmung. Inhaltlich erinnert mich Everybody’s gone to the Rapture an “The forgotten nightmare”. Auch dort waren alle Menschen eines Ortes verschwunden und nur die verlassenen Häuser und ihre Habseligkeiten übrig. Danke dafür, dass du EGTTR hier vorgestellt hast :).

      Tina
      1. Hallo Michael.
        Vielen lieben Dank für deine Rückmeldung.
        The forgotten Nightmare kenne ich noch nicht, aber ich schaue es mir definitiv mal an!