Spielen für die Einsamkeit

Veröffentlicht in Videospielgeschichten
Mit Kommentaren von Tobi, Sascha, Michael, Hessi, Michael Buffkir, Benni, Chris, Mathias Nowatzki, André Eymann, Ferdinand Müller, Jessica Kathmann

Uhoh, was ist das für ein Titel?! ​​Hört sich schlimm an, oder? Vielleicht ist es so, ich weiß es nicht. ​Ich gebe zu, dass ich einen Knacks habe. Wohl schon immer. ​Was soll’s, mir geht es gut. Das sagt sich schnell und stimmt die anderen ruhig. 

​Denn eigentlich habe ich ja alles: eine liebevolle Frau, ein Bündel tolle Kinder, ein kleines Haus, einen interessanten Job. Ich kann sogar umweltschonend mit dem Zug zur Arbeit fahren (wenn er denn mal fährt). Für mich als umweltbewussten und ethisch motivierten Veganer sehr cool, auch wenn es länger dauert. ​Ich habe auch ein paar ältere und eine aktuelle Konsole. Cool, was?

Das “Aber”

Aber richtig gut geht es mir nicht. ​Ich bin depressiv, oft antriebslos, habe schlechte Gedanken. Automatisiert stehe ich zwar auf und gehe zur Arbeit, da hört’s dann aber oft schon mit der Motivation für den Tag auf. Mein Problem, und das macht es somit auch zum Problem anderer, die mir nahe stehen: Ich bin gerne allein. Was für viele der blanke Horror ist, ist für mich beinahe schon überlebenswichtig.

Das war schon immer so. Schon lange vor dem Internet. Ich hatte meine zwei, drei Freunde in der Schule, wir haben auch einiges Schönes zusammen erlebt. Dennoch war ich dann immer froh, wenn ich wieder für mich war. Niemand weiß das. ​Persönliche Kontakte mag ich nicht so, ich bin auch nicht gerne unter Menschen. Ich bin weder gut im Unterhalten noch halte ich es lange aus, wenn ein Gespräch ein paar Minuten übersteigt. Meine Kopfschmerzen, die mich seit der Kindheit mehr oder weniger dauerhaft begleiten, machen meinen Alltag oft auch nicht unbedingt einfacher. ​Ich bin ein Einzelgänger.

Leider – und das tut wirklich weh – habe ich mir das lange schön geredet, habe geheiratet und diese Tatsache überspielt – auch für mich selbst. Mittlerweile wissen alle Bescheid. Aber meine Lieben im Stich lassen und gegen Ruhe tauschen? Nein, das tue ich bestimmt nicht. Ich liebe meine Familie und das weiß sie, aber die Unterhaltungskanone bin ich keinesfalls. Das wissen ebenfalls alle zu Hause und alle, die mich etwas besser kennen.

​Hey, was hat das bei VSG zu suchen? Geh zum Therapeuten! Ja. Dort bin ich schon Kunde. Fein. Und immer noch, was soll das hier werden?

Ich bin dann mal weg

​​​Ich brauche meine Auszeiten, wie vermutlich jeder oder jede mal. Vielleicht brauche ich sie ein wenig mehr, ein wenig intensiver. Meine Kurzurlaube für die Seele, wie ich sie schon im wunderbaren Gemeinschaftsbeitrag hier bei VSG genannt habe. Vermutlich kann man das salopp auch einfach Realitätsflucht nennen. Aber das gönne ich allen anderen hier natürlich auch.

​​Ich liebe gute Spiele. MEINE guten Spiele. Das sind zugegeben nicht viele. Oft schütteln andere den Kopf über meinen Geschmack, aber das ist mir egal. ​Hier kann ich abtauchen, woanders sein. Wann anders sein. Ich will ja gar nicht unbedingt wer anders sein, nur weg. Ich fange einiges an, aber beende davon wenig. Zeit ist da ein großes Thema. Aber manchmal auch die Motivation.

Psssst!

​Aktuell fesselt mich Elite Dangerous. Ich bin total schlecht in Geschäften und im Handeln, schon damals beim Ur-Elite. Auch zwischendurch bei Frontier: Elite 2 war ich eine Niete. Egal, kratze ich mir meine Credits halt anderweitig zusammen, die Galaxie ist groß genug für Zeug, das man zu Geld machen kann. ​Was mich dort sofort fasziniert hat, ist neben der wirklich tollen Optik diese unglaubliche Freiheit und – noch besser – die für mich so spürbare Einsamkeit dort draußen. Was für eine Atmosphäre! Rein ins Cockpit und auf geht’s.

Bild: Tobi @ privat
Bild: Tobi @ privat

Wie muss das sein, die totale Stille dort draußen! Ich mag Multiplayer nicht wirklich. Klar, man kann auch Coop und nicht zwingend gegeneinander spielen, aber die Interaktion mit menschlichen Mit- oder Gegenspielern finde ich anstrengend. Vertrauensvorschuss ist vielleicht das Stichwort, da habe ich leider nur wenig von im Gepäck. Zurück im Cockpit. Lasst mich bitte alle mal alleine. Schub. 

​Sicher, hier und dort schwirren auch andere Schiffe durch’s All, besonders um Stationen und Rohstoffquellen herum. Aber weiter entfernt davon, mmh, da wird’s für Tobi interessant. ​Lautstärke rauf, hier kann ich die nächsten Stunden für mich sein. ​Weg. Ein paar Sprünge bis zur nächsten Sternen-Tanke machen, etwas zum Knabbern einpacken, sich irgendwo in den Ringen eines Planeten verkriechen und total runterfahren, die Schiffsysteme, wie mich selbst.

Bild: Tobi @ privat
Bild: Tobi @ privat

Vor ein paar Tagen bin ich auf einem kleinen Mond gelandet und hab mich dabei ertappt, wie ich minutenlang einfach so aus dem Cockpit heraus auf den Klumpen Fels, Staub und die abfallenden Kraterwände vor mir gestarrt habe. Dabei zogen diese Gedanken auf, die ich schon lange kenne: hier ein Haus stehen haben! Was. Für. Eine. Ruhe. Und der Ausblick! Der Ausblick! Derzeit kann ich mit einem Fahrzeug die Oberfläche erkunden. Das macht Laune und erinnert mich ein wenig an Buggy Boy damals. 🙂 Bald kommt auch wieder ein großes Update raus: aussteigen und latschen. Ich freue mich unglaublich auf den Hike im All!

Grün? Grün!

Szenenwechsel. ​Ich spiele auch gerne Endzeitkram. Nicht diesen schmutzigen Kram mit vielen Erdtönen in der Farbpalette, sondern so etwas, wo die Natur sich alles zurückerobert hat. Grün ist gut. Und beruhigt. Ich liebe Grün. Und Ruhe. Essenziell. Pflanzenteppiche, die Altes, Menschengemachtes überwuchern, unter sich zudecken. Das haut mich um. Wie in Enslaved: Odyssey to the West zum Beispiel. Oh, die Texturen waren damals schon grob, ja. Egal, es passt und ist stimmig. Hier ist alles überwuchert, die meisten Menschen sind lange fort. Und wieder kommt dieser bekannte Gedanke in mir hoch, der mich innerlich entspannen lässt: Was, wenn ich dort wäre? Dort sogar alleine wäre? Kein Lärm, kein Stress, nur dort sein. Die unzähligen Roboter, die dort herumlungern, blende ich grad mal geschickt aus und lasse dabei den Blick nochmals in die begrünte Ferne schweifen. 

Bild: Tobi @ privat
Bild: Tobi @ privat

​Ja, ich liebe es, aus dem realen Leben auszureißen. Es gibt viel Schönes hier, das stimmt ganz bestimmt. Es gibt auch viel Leid, viele Sorgen, viel Lärm, viel Gestank, viel Stress für mich. Die Einsamkeit in Spielen ist vielleicht mein Schleudersitz. Ich bin mal kurz weg. Vielleicht in einer anderen Zeit, vielleicht auch auf dem Weg zum äußersten Zipfel dieser Galaxie. Kurz mal durchatmen. Alleine.

Schon verrückt, dass ich gerade diesen ehrlichen, offenen Text für andere schreibe. Andere, mit denen der Einzelgänger sich nur am Display austauscht und möglicherweise nichts bis auf die Zockerei gemeinsam hat. Vielleicht will ich doch gar nicht so alleine sein, wie ich oft denke. ​Vielleicht ist es gut, das mal aufzuschreiben. 

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Kommentare30

  1. Ich fühle mit dem Autoren.
    Meine Fluchtorte sind Skyrim und die weiten von Freelancer.
    Ich muss Elite Dangerous und Enslaved mal antesten.

    Tobi
    1. Danke für deinen Kommentar, Sascha. Huiii, Freelancer? Das ist lange her. Aber cool. Umso mehr freut es mich, wenn du dich dort zurückziehen kannst, ich mochte es damals auch. Und es war so viel hübscher als Starlancer.

      Elite ist oft günstig zu bekommen und bei der Größe ein wahres Schnäppchen. Ich hatte eine Weile Pause davon, habe jetzt mit der neuen Xbox (jawoll! :D) aber flüssiges Gameplay und bin manchmal wieder unterwegs im kalten Nichts.
      Lenny hat zu Enslaved einen schönen Artikel verfasst.

  2. Interessant. Ich bin seit Ende 2004… sagen wir mal vornehm… Privatier. IT-Berufskrankheit, kennt man ja.
    Was Menschen angeht, scheine ich aber eher eine Art Bipolarität an den Tag zu legen: Ich bin tatsächlich der Alleinunterhalter und kann auch stundenlange Gespräche führen. Klar, am nächsten Tag bereue ich das massiv, denn ein Kater ist dann nichts dagegen. Mich auf mehr als auf eine Sache zu konzentrieren ist nämlich nicht drin. Hört sich blöd an, aber selbst zocken und reden geht schlecht. Am Ende bin ich wieder froh, wenn ich wochenlang niemanden sehen muss.

    Die Haussanierung hat mich wieder gesundheitlich zurückgeworfen, aktuell habe ich seit Monaten keinerlei Antrieb mehr. Letzten Freitag war ich zum Beispiel der festen Überzeugung, es sei erst Mittwoch. Rührt vermutlich von meiner Prokrastination des Lebens her.

    Ja, zocken könnte ich mal wieder. Die üblichen Bibliotheken sind prall gefüllt – GoG und Humble Bundle sei Dank. Auch GTA könnte ich mal wieder zocken. Nein, freies Spiel, keine Missionen und erst recht nicht online! Aber… dazu müsste ich mal wieder Windows booten, worauf ich genau null Bock habe, weil Windows seit dem Wechsel der BIOS-Batterie nicht mehr mit dem Arsch hochkommt. Hackintosh und Ubuntu scheren sich nicht um irgendwelche BIOS-Settings, daher habe ich auch keinen Bock auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, was Windblows hat.

    Klar, könnte die meisten Games auch unter macOS oder Ubuntu zocken. Nein, das mache ich nicht. So ein Game ist schnell gestartet und der Tag ist rum. Gleiches gilt für die von Dir gespielten Games: Aufbauspiele mag ich gerne, aber die sind auch mein einziger Suchtfaktor. Ich will keine ganzen Tage damit verbringen und mich dann noch schlechter fühlen. Ein schnelles Autorennen oder ein spaßiger Egoshooter geht aber schon. Heute kann man ja einen Egoshooter bequem an einem Wochenende durchzocken, aber auch das mache ich meistens nur zwischen den Jahren.

    Ende April habe ich für einen Kindergeburtstag (halbes WE) mal ein paar Konsolen aufgebaut. ColecoVison (RAM ist nun im Arsch), Sega Saturn, G7000, PS2 und Vectrex (wurde sehr gefeiert und benutzt). Das VCS hat leider komplett die Hufe hochgerissen, muss mal schauen. Aber irgendein Spiel man ein bisschen länger zocken? Keine Chance, geht nicht mehr. Wie gesagt: Zocken und Interaktion mit anderen ist nicht mehr drin.

    Mein Arzt wollte, gerne, dass ich ein Buch über Depressionen schreiben soll. Er las ein paar anonyme Artikel von mir darüber und kam zum Schluss, dass meine Schilderung der Krankheit ideal für Angehörige zu lesen wären und dabei nicht diesen üblichen Ratgeber-Büchern entsprechen würde. Aber nein, auch da habe ich keinen Antrieb mehr drauf. Wer das aber wirklich wissen will: Das kleine Bilderbuch “Mein schwarzer Hund” bringt es absolut auf den Punkt. Und das reicht ja auch wohl.

    AndreTobi
    1. Nachtrag: Gut, dass Tobi eine Lösung für sich gefunden hat, denn mit Depressionen kann man nur lernen zu leben. Die teils versprochene “Heilung” (selber so erlebt) ist oft nur Wunschdenken und Ehrgeiz einiger Neurologen, die nicht damit umgehen können, dass sie in der Regel nicht einem einzigen Ihrer Patienten am Ende wirklich helfen (“heilen”) konnten.

      1. Vielen Dank für deinen offenen Kommentar, Hessi. Ach glaub mir, oft weiß ich nicht, ob ich schreien oder weinen soll. Der aktuelle Status quo ist total kräfteraubend. Ausfallen darf ich als Alleinverdiener aber nicht, auch wenn die unterste Karte im Kartenhaus zwischendurch schon mal wackelt. Daher muss ich mich einfach mal zurückziehen, die Zeit für mich selbst ist superwichtig für mich. Auch wenn das egoistisch klingen mag, aber jeder braucht das wohl, mehr oder weniger.
        Die Wartelisten bei Therapeuten (die/der persönlich dann auch noch passen muss) sind ein Witz für alle Betroffenen, die sich Hilfe suchen möchten. Ich denke aber schon, dass reden ein guter Weg ist und helfen kann, aber das Ganze ist sehr zeitaufwendig. Das “Wie” ist da vermutlich der Knackpunkt, denn eine schnelle und wirkungsvolle Universalbehandlung wäre ja zu schön. Ganz los wird man seine Lasten aber wohl nie, da bin ich mir auch ziemlich sicher. Für mich geht es auch darum, das Monstrum klein zu halten und frühzeitig zu erkennen.

        Beim Lesen deines Kommentars kam mir der Eindruck – wenn du erlaubst – dass du auf einigen Hochzeiten gleichzeitig tanzt. Da kriege ich schon Stressanflüge beim bloßen Lesen 🙁
        Die Aufschieberei ist eine extrem fiese Sache, ich kenne das zu gut und möchte dich ermutigen, das mit kleinen Schritten versuchen anzugehen. Das ist so’n bisschen wie beim Schneeschieben. Wird die Schaufel zu voll, kippt dir das schnell oben drüber auf die Füße. Da kann ich ein Lied von singen, versuche aber immer wieder nichts anzustauen – denn das lähmt auf Dauer total.

        Ich für meinen Teil habe alles etwas runtergefahren, darauf gehe ich in einem Beitrag am nächsten Samstag ein (Nr. 2 bei VSG, yay). Ich finde toll, dass du den Geburtstag gerockt hast. Wenn auch mit – leider 🙁 – einigen Verlusten.
        Games. Ja, die mag ich. Aber längst nicht mehr alle. Und nicht immer, bestimmt nicht. Manchmal spiele ich tage- oder sogar wochenlang nichts, weil ich absolut keinen Bock drauf hab. Obwohl ich spielen sehr mag, es mir beim Abschalten hilft und ich gerne darin abtauche, muss der Zeitpunkt (und die Thematik!) stimmen, ohne Hetze, ohne Zeitdruck im Nacken. Sonst mach das Ganze keinen Spaß und ist nur nervig. Das wäre für mich unbefriedigender als gar nicht zu spielen und meine Laune würde die steile Kellertreppe runterfallen. Die Zeit, die ich beim Spielen an der Konsole verbringe (am PC bin ich so gut wie nicht mehr), muss ich mir aber ebenfalls einteilen. Nicht übertreiben, aber wie schon erwähnt, ohne Hetze.
        Der Alltag ist oft stressig genug, und Stress will ich nicht mit in mein Hobby schleppen. Hey, das soll doch mein Ausgleich, den ich so brauche, sein!

        Die Verbitterung, die ich auch so gut kenne und mir aus deinen Zeilen zuzuwinken scheint, ist bei mir aktuell zu einer light-Version geschrumpft. Vielem, von dem ich weiß, dass es mich runterziehen wird, gehe ich mittlerweile aus dem Weg. Das ist zwar eher ein Umschiffen der Probleme, aber es hilft mir.

        Meinst du, an dem Gerücht, dass man parallel zocken und reden kann, ist was dran? ^^ Frag mal meine Frau, ansprechen muss man mich beim spielen nicht, ich reagiere im Normalfall ja nicht mal.

        Ich sehe, schreiben kannst du, Hessi. Dein Blog, den ich gestern erst duch André’s Tweet bemerkt habe, gefällt mir gut, starke Themen!

        Vielen Dank für deinen Kommentar, alles Gute dir!

        1. Hallo Tobi,

          ich habe Deinen Text erst jetzt entdeckt. Besser spät als nie. Vielen Dank für Deine offenen Worte, die ich als ebenfalls Depressiver (aber mit einer ganz anderen Symptomatik) bestens nachvollziehen kann.

          Du hast eine sehr angenehme, gut lesbare “Schreibe”. Nicht nur deswegen freue ich mich auf Deinen nächsten Text.

          Beste Grüße

          Michael

          Tobi
          1. Vielen Dank für die Blumen, Michael 🙂
            Darf ich fragen, wie du auf den Text aufmerksam wurdest? Ich finde es interessant (und natürlich auch toll), dass ich nach knapp einem Jahr plötzlich wieder Benachrichtigungen über neue Kommentare bekomme 🙂 An Aktualität mangelt es dem Text vermutlich auch nicht, denn ich fürchte, dass immer mehr Menschen Probleme dieser oder ähnlicher Art haben und in virtuelle Welten flüchten.

            1. Hi Tobi,

              klar darfst Du fragen. Ich bin regelmäßiger Besucher dieser Seite, hab sogar einen Artikel hier verfasst (“Für einen Sommer Montag”). Ich war aber nun länger nicht hier, darüber hinaus ging mir Dein Beitrag aus unerklärlichen Gründen stets durch die Lappen. Und nun sah ich die anderen aktuellen Kommentare, daher wurde ich aktuell aufmerksam.
              Genau, Dein Text ist und bleibt zeitlos, vielleicht gerade jetzt mehr denn je.

              Hab noch einen schönen Tag.

              Tobi
  3. Hallo Tobi! Auch wenn der Beitrag nun schon fast ein Jahr alt ist, wollte ich dir gerne sagen, dass mich deine Geschichte sehr ergriffen hat. Auch und gerade deshalb, weil du deinen Konflikt so offen anspricht. Das wirkt auf mich sehr menschlich. Vieles von dem, was du schreibst ist für mich direkt nachvollziehbar. Ich bin im übrigen auch ein Naturliebhaber. Mein Garten ist meine “Oase” nach einem stressigen Tag.

    Tobi
    1. Hallo Michael und vielen Dank für deine lieben Worte! Ja, das Jahr ist echt schon fast rum, wie schnell das ging, puh.
      Vieles von dem, was ich geschrieben habe, ist noch aktuell. Mmh, eigentlich alles.
      Ruhe und Rückzug brauche ich in letzter Zeit anscheinend mehr denn je. Das Thema greife ich die Tage in einem zweiten Beitrag auf. Danke, André für die Möglichkeit ♥

      Mittlerweile habe ich bei Elite übrigens in einen Spritkollektor investiert, so kann ich an bestimmten Sonnen auftanken und bin ungebundener bei meiner Irrfahrt durchs All, die ich zwischendurch immer wieder gerne fortsetze, wenn Zeit und Laune es erlauben.

      1. Auf den neuen Artikel bin ich schon sehr gespannt 🙂
        Elite habe ich auf dem PC noch nicht gespielt. Ich kenne es aber noch vom Homecomputer und da habe ich es sehr geliebt. Leider war ich beim Andocken an die sich drehenden Raumstationen nicht sonderlich geschickt, so dass mein Schiff fast immer zerschellt ist. Deshalb war meine erste Investition, glaube ich, ein automatischer Andock-Computer gewesen…

        Tobi
  4. Lieber Tobi,
    vielen lieben Dank für diesen Beitrag und einen sehr persönlichen Einblick. Ich weiß gerade nicht, was ich dazu schreiben soll. Aber es erscheint mir richtig, einen Kommentar zu schreiben, vielleicht damit er dich bestärkt und du dich willkommen fühlst. Es ist unfassbar schwer, sich zu öffnen und das hast du hier auf wunderbare Art getan. Alles, was du zum Thema Einsamkeit sagst, kann ich nur unterschreiben. Ich erkenne mich gut darin wieder, konnte bisher aber noch keine Formulierung finden, die das richtig zum Ausdruck bringt, das hast du geschafft.
    Außerdem schön, dass du Enslaved nochmal erwähnst, ein wirkliche Besonderheit, die ich heute mehr schätze als damals, vielleicht war ich einfach zu jung, um es zu verstehen und wert zuschätzen.
    Ich habe leider keine Spieletipps für dich, aber die Leute hier kennen sich so gut aus, da bekommst du genug Hinweise.
    Zum Abschluss sage ich einfach nochmal: Danke

    Tobi
    1. Vielen lieben Dank für deinen Kommentar und das Lob, Benni. Es ist schön, festzustellen, dass andere in meinen Zeilen und Gedanken das sehen, was ich auszudrücken versuchte.
      ​Enslaved ist ein sehr schönes, aber wohl auch spezielles Spiel, in jeder Hinsicht. Irgendwie hat es viele Fans, aber komischerweise hat es sich wohl recht schlecht verkauft.
      ​Ich mag den Mix und den Stil sehr. Eine menschenleere, verwitterte Welt, die sich die Natur zurück erobert hat. Ein tolles Setting. Eigentlich ein sehr schöner, ruhiger und auf mich beruhigender Ort. Speziell die alten & überwucherten Häuserschluchten grob im ersten Drittel. Enslaved hat den für mich perfekten Mix aus Action, Adventure, schöner Story und reichlich Zukunftsgedöns. Die Sprungpassagen sind manchmal hakelig, aber Enslaved hatte mich gleich voll erwischt – und schafft das auch Jahre später noch 🙂

  5. Sehr schöner Text, Tobi!

    Für mich stellen Videospiele auch hauptsächlich eine Rückzugsmöglichkeiten von sozialen Kontakten dar, weshalb ich normalerweise auch nie Multiplayer-Spiele anfasse.

    Selbst an meinem Blog sitze ich inzwischen alleine, es gibt dort nicht mal eine Kommentarfunktion 😀

    Ein paar Spielempfehlungen zum Abtauchen: Abzu (wortwörtlich :D), Death Stranding, Gris, Myst und Riven.

    Tobi
    1. Danke dir, Chris. Ich finde wirklich bemerkenswert, dass du sogar die Kommentare bei deinem Blog (der übrigens tolle Farben und diese schöne Freundesliste hat) deaktiviert hast, kann dich aber gut verstehen.
      Ich habe über die Jahre gemerkt, dass ich vieles lieber alleine mache. Niemand funkt dazwischen, ich kann es genau so machen, wie ich kann und möchte, in meinem Tempo, wohin und wie ich will. Vielleicht klingt das egoistisch, aber Teamwork kann unglaublich anstrengend und frustrierend sein, wenn jemand meinen Ablauf durcheinander bringt.
      Danke für die Spieletipps. Abzu habe ich tatsächlich schon länger auf der Wunschliste, Myst & Riven sogar auch, kenne die aber noch etwas von damals. Wow, das ist lange her.
      Death Stranding werde ich dank Playstationmangel noch etwas aufschieben müssen. Als Entspannungskandidat finde ich Eastshade auch noch schön, leider ist die Xbox One Version nicht sehr toll geraten (flimmert).

      1. Abzû und dessen Quasi-Vorgänger Journey und Flower kann ich als Entspannungsgaming auch total empfehlen. Oder die Endless Oceans, die sind aber Wii-locked. Was ich auch neulich entdeckt habe is Townscape, wo man nur farbige Klötze legt, die dann prozedural generiert von sich aus zu Städestrukturen wachsen.

        Nicht selbst gespielt aber kürzlich ins Auge gefallen ist mir zudem Playne, in dem es wirklich darum geht, in Naturkullisse zu meditieren, um die Welt zu erweitern. Klingt interessant.

        Tobi
      2. Freut mich, dass dir die Aufmachung von meinem Blog gefällt 🙂 Das mit dem Dazwischenfunken habe ich leider auch schon zu oft erlebt, weshalb ich Dinge auch lieber möglichst allein mache. Death Stranding gibt es inzwischen für den PC, falls dir das was bringt.

        Tobi
        1. Danke euch Zwei für die Vorschläge. Am PC bin ich nur noch sehr selten, das letzte Mal für die Steuererklärung. Playne macht einen tollen Ersteindruck, wird vermutlich aber erstmal am PC bleiben. Ich war so frei und hab den überaus freundlichen Entwickler mal angeschrieben, welcher auch prompt antwortete.
          Durch Zufall habe ich am Wochenende “Dear Esther” für mich entdeckt und bin begeistert über die Atmosphäre, die diese Walking Sim durch Wind, stimmungsvolle (wenn auch ältere) Grafik und eine unglaublich gute Soundkulisse/Musik erzeugt. Sofort hat es mich gefangen genommen. Und da war er auch schon wieder, dieser Gedanke. Dort zu sein, im beinahe schon spürbaren Wind an der Küste zu stehen, in die graue Leere hinaus zu blicken. Die Entwickler haben hier ganz wundervolle Arbeit geleistet, perfekt für mich ♥ Wäre die Landmark Edition nicht im Angebot gewesen, hätte ich Dear Esther vielleicht nie kennen gelernt, da ich immer davon ausgegangen bin, dass es sich um ein Gruselspiel handelt (auch wenn die Geschichtsfragmente alles andere als fröhlich sind). Ich bin erst wieder aufgrund des äußerst niedrigen Preises drüber gestolpert. Somit war ich sehr überrascht und freue mich, eine weitere kleine Welt für meine Auszeiten für mich entdeckt zu haben 🙂

  6. Lieber Tobi, nun möchte ich mich auch endlich für deinen wunderbaren Text bedanken! Die Offenheit und Menschlichkeit, mit der du deine Zeilen verfasst hast, ist berührend. Ich ich bin mir sicher, dass es auch anderen Menschen gut tut, deinen Beitrag zu lesen. Das kann man auch an den “Likes” erkennen. Als ich die erste Fassung gelesen hatte, war ich sofort stark bewegt und habe ich enorm über deinen Mut gefreut. Für Texte wie deinen wurde der Blog gegründet. Die persönliche Verbindung von Spiel und Mensch liegt mir seit jeher am Herzen und kommt in deinem Text so schön zum Ausdruck wie selten. Ich hoffe sehr, dass wir mit weiteren Beiträgen von dir rechnen können, denn du bist ein ganz toller Mehrwert für uns alle.

    Jessica KathmannTobi
    1. Danke schön, André. Ich lese und kommentiere hier ja schon eine Weile mit und hab eigentlich nie viel für mich selbst aufgeschrieben. Gedanken und Gefühle zu ordnen und dann noch zuzuordnen ist jetzt nicht wirklich mein Spezialgebiet, ich habe aber gemerkt, dass es gut war und mir sogar irgendwie gefallen hat. Ich könnte mir vorstellen, dass da noch mal mehr kommt – die nötige Ruhe und Zeit vorausgesetzt.
      ​Natürlich freut es mich, wenn anderen mein Text gefällt, oder sie sogar noch darüber nachdenken. Ich bin vielleicht oft etwas komisch, aber kein Zombie 😉
      ​Deine Reaktion auf meinen ersten Entwurf (der für dich vermutlich auch eher überraschend kam) war wirklich ermutigend, danke nochmals dafür. Natürlich auch für die technische Hilfestellung bis zur Veröffentlichung.
      ​​
      Der Zündfunke für den Gedanken waren im Wesentlichen tatsächlich meine ersten Ausflüge in Elite Dangerous, in denen ich mich plötzlich wieder unglaublich wohl gefühlt habe. Das Gefühl deckte sich mit denen, die ich aus anderen, wenigen Spielen kannte, die für mich – grob gesagt – während des Spielens ein Gefühl der Freiheit und Sehnsucht auslösten. Und damit hätten wir wieder die Kurve zu dem, was Spiele bewirken können 🙂

  7. Hallo Tobi.

    Ich finde mich in deinem Beitrag ziemlich stark wieder. Ich bin auch immer sehr introvertiert und zurückgezogen gewesen und auch Jahre lang depressiv. Habe früher in der Schule nur jede zweite oder dritte Einladung von Freunden angenommen gehabt und die anderen abgelehnt, weil ich für mich sein wollte. Die ich dann mit Multimedialem, natürlich auch und besonders Videospielen, verbracht habe. Die waren als Wegbebleiter da immer wichtig und haben mir zumindest irgendwas “zu tun” gegeben. Auch durch das Schreiben darüber.

    Ich finde es aber sehr schön, dass du ein Umfeld hast, welches sich darauf einstellen konnte und das dir Halt gibt. Bei mir ist das leider anders gelaufen. Nach dem Abschluss der Schule sind die Kontakte mehr und mehr eingeschlafen und ich habe mich mehr und mehr zurückgezogen. Immer mehr in die multimedialen Hobbies rein, immer weniger menschlicher Kontakt. Da ist man dann, auch wenn eigentlich nicht viel Sozielkontakt gebraucht wird, doch immer mal wieder plötzlich einsam und wünscht sich, zumindest die ein oder andere Person noch zu haben. Doch ein wenig mehr mit seinem Leben in den letzten X Jahre getan zu haben. Von daher kannst du voll Stolz auf dich sein, trotz allem was aus dir gemacht zu haben 😀

    Jessica KathmannTobi
    1. Danke für deinen Kommentar. Ich bin auch wirklich froh über diese Möglichkeit, aus dem Hier und Jetzt zu verschwinden. Das ist ja nicht die einzige, ich bin ja auch gern im Wald oder sonstwo und ziehe mich zurück, Videospiele bieten aber natürlich eine prima Möglichkeit, an andere, fiktive Orte und in andere Zeiten zu reisen, wo die Realität einfach nicht mithalten kann. Träume können hier ohne große Anstrengung gelebt werden, ich setze mich davor und bin weg. Bücher schaffen das auch, aber da muss ich mir meine Welt selbst im Kopf zusammenbauen, die Kraft und Lust habe ich oft einfach nicht mehr nach einem vollen Tag.
      ​Jetzt fliegt gerade der Komet Neowise an der Erde vorbei. Und in Gedanken spiele ich mit der verrückten Idee, wie es wäre, dort oben zu sitzen. Ruhe und Einsamkeit. Dem täglichen Brei aus aufstehen, arbeiten, sich zu sorgen entfliehen.
      ​Klar, spätestens seit den Bildern von der Rosetta Landung auf dem Kartoffelkometen wissen alle, dass es “leicht” ungemütlich dort oben ist, dennoch kann ich mir das ja schönmalen und gedanklich einfach dort sitzen.
      ​Ich habe wenige soziale Kontakte, ja. Ein paar Bekannte heute und zwei, drei alte Freunde aus der Schulzeit, mit denen ich manchmal schreibe oder sogar (selten) mal telefoniere. Da hört’s dann auf. Traurig? Geht so. Mir gehen da schnell die Worte aus und ich bin dann auch ganz schnell wieder ganz woanders und nicht mehr wirklich beim Gespräch. Vielleicht haben wir auch nur total andere Interessen und Themen, das bestimmt auch.
      Ich habe oft nicht das Gefühl, “was aus mir gemacht” zu haben, sehe Dinge oft aber auch nicht so positiv. Aber danke schön 🙂

      Jessica Kathmann
  8. Deine Sorge ist völlig unbegründet. Der Text ist wunderbar und passt perfekt zu VSG. Den Drang sich zurückzuziehen, kenne ich sehr gut. Antriebslose Phasen – wenn auch selten – ebenso. Die kommen und gehen. Die Beschreibung, dass Spiele wie Elite es ermöglichen abzutauschen und ganz für sich zu sein, kommt im Text sehr gut rüber. Danke Tobi für diesen außergewöhnlichen, sehr persönlichen Artikel.

    LennyTobiJessica Kathmann
    1. Danke schön. Es ist schon faszinierend, dass ein so großes Spiel wie Elite, welches auch eine riesige Community hat, sich so gut zum verpieseln eignet. Aber ich spiele aus oben genannten Gründen lieber offline. Computergesteuerte Piloten sind berechenbarer, da kann ich ziemlich sicher sein, dass ein Commander eines als “friedlich” markierten Schiffs im Vorbeiflug nicht doch noch auf die prima Idee kommt, er müsste seine energiebündelnde Ausrüstung an mir ausprobieren.

      Antriebslosigkeit ist mein stetiger Begleiter, welcher manchmal von guten Tagen, oder auch mal längeren Phasen abgelöst wird. Dennoch ist der Grundton in Moll immer dabei, der sich weder ausblenden, noch ausreden lässt. Ein Tinnitus auf der Seele sozusagen, den man ohne fremde Hilfe nicht los wird. Denn der Strudel scheint oft mit allem, was du tust, nur stärker zu werden. Wie Treibsand. Da kann ich anderen Betroffenen nur Mut machen, auch, und gerade weil ich weiß, wie unglaublich schwer es ist, den Hintern hoch zu kriegen und nach professioneller Hilfe zu fragen. Und Angehörigen dabei zu zuzusehen, wie sie verzweifeln, weil man selbst zu blind, zu niedergeschlagen, zu gelähmt dafür ist, das zu erkennen. Ein schwieriges und schweres Thema.

      Daher bin ich wirklich froh, dass meine Familie mir diese Freiheiten zugesteht, denn als selbstverständlich sehe ich das nicht. Es sind kaum mehrere Stunden am Stück, täglich schon gar nicht und auch oft vielleicht nur einmal in der Woche, weil ich selbst zum Zocken zu unmotiviert bin, aber diese Zeiten alleine sind einfach unglaublich wichtig für mich.
      Nicht falsch verstehen, ich gehe auch sehr gerne raus. Natur, wenig Leute, das ist mein Ding. Da kann es auch gerne regnen, das stört mich nicht.

      Jessica KathmannLenny
      1. Geht mir ähnlich wie Dir, Tobi. Ich verspüre Dank meiner allgemeinen Antriebslosigkeit selten den Wunsch, ein Computerspiel weiter geschweige denn zu Ende zu spielen. Ich habe in meinem 30-jährigen Zockerleben vielleicht 10 Spiele zu Ende gespielt. Das ist traurig, furchtbar und schrecklich, aber wahr :). Elite Dangerous habe ich schon länger im Blick. Vielleicht werde ich mir das Spiel Dank Deiner Beschreibung kaufen. Zu Ende spielen kann man es nicht, da besteht dann für mich auch keine Gefahr…

        Ich spiele ebenfalls sehr selten Multiplayer. Ich fühle mich dabei nicht selten unter Druck und kann nicht so sein, “wie ich bin”. Ansonsten würde ich wohl ne Stunde nichts sagen und mein Gegenüber wäre der Annahme, ich wäre inzwischen vor meinem PC gestorben. 😀

        Dein Artikel ging mir übrigens sehr zu Herzen. Ich finde Deine Ehrlichkeit großartig! Ich denke, Du bist ein sehr sehr netter Mensch!

        Tobi
        1. Vielen Dank für die Blumen und deinen schönen Kommentar, Michael!
          Ich mag normalerweise auch lieber die kurzen Spiele, da ist die Wahrscheinlichkeit weitaus größer, dass ich irgendwann mal das Ende sehe. Vor Mammutprojekten schrecke ich mittlerweile von vornherein zurück und da geht es mir wie dir. Ich werde die sehr wahrscheinlich sowieso nie beenden und damit ist die Luft auch irgendwie schon automatisch raus 🙁 Das kann den Hintergrund haben, dass ich a) mich nicht aufraffen kann, oder b) ich einfach keine Zeit dafür habe.
          Somit picke ich mir gerne die “kleineren” Spiele im Angebot heraus (meine Wunschliste ist etwas länger). Ich kann warten.
          Als Entspannungsprogramm kann ich in jüngster Zeit den Tauchtitel Abzû (ich stehe überhaupt nicht auf Tauchspiele, aber das Spiel ist schön gemacht und “speziell”) und Submerged (etwas monoton, aber irgendwie auch sehr schön und noch entspannender als Abzû) empfehlen. Und beide haben – nicht wenig grün!
          Ich kenne die Titel aber nur auf der Xbox. Da beide Spiele sehr kurz (also schaffbar ^^) sind, würde ich sie möglichst nur im Sale erwerben.
          Elite Dangerous. Ja schon, auch speziell. Und ich vermute mal, dass ich es etwas anders als die meisten spiele. Wenn ich mir die jüngsten Wertungen so ansehe, scheint die eingefleischte Community sich aufgrund einiger Änderungen nicht mehr so sehr wohl zu fühlen. Ich dagegen habe darin als SF Fan eine schöne, fiktive Rückzugsmöglichkeit gefunden. Bitte keinen Stress beim zocken.
          Ich hatte ED + Horizons im Bundle (und im Sale) für die Xbox gekauft. Hin und wieder ist es auf den verschiedenen Plattformen (XB & Steam, PS weiss ich nicht) immer wieder im Angebot. Ich persönlich würde empfehlen zu warten, denn du benötigst neben dem Grundspiel zusätzlich den Horizons Season Pass (der ist nicht zeitlich begrenzt, keine Sorge), um auf Planeten landen zu können. Ähnlich wird dann vermutlich auch das nächste große Update Odyssey zu erwerben sein.
          Ich brauchte aber eine Weile, um mich halbwegs hineinzufuchsen, denn Elite ist ziemlich komplex im Umfang, technisch, wie politisch (Handel usw.). Jedenfalls für mich. Und ich denke, dass ich für meinen Teil weit weg von “hab’s verstanden” bin 😀

        2. Hallo Michael und andere Interessierte. Elite Dangerous ist gerade bei Steam (wieder einmal) im Angebot, diesmal für €6,25 😀
          Das Horizons Paket, mit dem man u.a. auf Planeten landen kann, ist (soweit ich gelesen habe und die Beschreibung sagt) mittlerweile inklusive und muss nicht mehr separat erworben werden! Schnapper 🙂 LG

  9. Lieber Tobi,

    erstmal vielen Dank für diesen sehr persönlichen und berührenden Text! Gar nicht so leicht, da passende Worte zu finden. Ich versuche mich einfach mal dran und hoffe, es gelingt mir einigermaßen. 🙂

    Erstmal möchte ich dir meinen Respekt ausdrücken für all das, was du hier aus deinem Leben erzählst. Es muss enorm schmerzhaft und schwer gewesen sein, sich selbst “das lange schön zu reden” und einen Lebensentwurf zu leben, der dir “eigentlich” gar nicht entsprach/entspricht. Es ist aber auch schön zu lesen, dass du deine Familie liebst und bei ihr bleibst. Es scheint ja, als ob ihr eine (einigermaßen?) gangbare Lösung gefunden habt, die dir auch deine Ruheinseln gewährt.

    Ich glaube, dieser Wunsch nach Einsamkeit, den du da beschreibst, ist auf einem Kontinuum angesiedelt. Du befindest dich offenbar relativ weit auf der einen Seite. Aber durch diesen Kontinuum-Charakter können sich sicher sehr viele der Leser*innen mehr oder weniger stark in deinem Text wiederfinden. Ich jedenfalls kenne diese Gefühle, die du beschreibst, zumindest bis zu einem gewissen Punkt auch.

    Magst du dann eigentlich auch gerne Survivalgames? Sowas wie “The Long Dark”? Oder kennst du “The Stillness of the Wind”? In Letzteres schaue ich grade rein, weil es im Bundle for Racial Justice and Equality enthalten ist. Da es recht unbekannt ist, verlinke ich es hier mal:
    https://fellowtraveller.itch.io/the-stillness-of-the-wind
    Ich habe noch zu wenig davon gespielt, um wirklich eine Aussage machen zu können, aber die Einsamkeit spürt man da, finde ich, schon auch. Der Erkundungsaspekt ist da aber wohl eher eingeschränkt. 😉

    Und bezüglich deiner Kopfschmerzen: Du hast da zwar nach keinem Tipp gefragt und sicher hast du auch schon viel durch, aber ich habe es selbst in meinem nahen Umfeld gerade mitbekommen und habe daher doch den Wunsch, dir (und anderen Menschen, die hier lesen und vielleicht jemanden kennen oder selbst von chronischen Kopfschmerzen geplagt sind) das mit auf den Weg zu geben: Warst du schon mal bei einem Zahnarzt, der eine Weiterbildung / Spezialisierung auf dem Gebiet der craniomandibulären Dysfunktion (CMD) hat? Oft sind Fehlstellungen des Kiefers ursächlich für diese Kopfschmerzen und für hartnäckige Verspannungen. Die Person in meinem Umfeld war lange in kieferorthopädischer Behandlung, war bei Physiotherapeuten wegen der Verspannungen und ging auch regelmäßig zum Zahnarzt. Nur per Zufall landete sie vertretungsweise bei einem Zahnarzt, der auf diese CMD-Geschichten spezialisiert ist und ist nun schon fast beschwerdefrei.

    Oh, und insbesondere dein vorletzter Satz hat mich sehr berührt. Auch für diese Suche wünsche ich dir alles Gute!

    So, langer und sehr “breiter” Kommentar… jetzt bin ich wieder still und danke dir nur nochmal sehr herzlich! 🙂

    LennyTobiFerdi
    1. Danke schön auch dir für deine Zeilen.
      The long Dark sagte mir immerhin was und nach kurzer Recherche habe ich es dann erkannt, da ich mich schon mal für den Titel und das glaube ich ähnliche Kona interessiert habe. Sieht spannend aus, aber ganz ehrlich? Ich bin überhaupt nicht mehr stressresistent. Wenn ich schon sehe, dass es einen Kalorienzähler gibt, der gnadenlos herunterrattert und man in der Eiseskälte dauernd auf Nahrungssuche gehen muss, fühle ich schon, dass mich das nerven wird. Soviel zu Survival 😉
      Heute möchte ich mich beim Zocken nur noch entspannen und um Stress einen großen Bogen machen. Davon hab ich oft schon im realen Leben genug, das will ich bestimmt nicht noch virtuell provozieren.
      Ich sitze aber fast nur noch an der Konsole (Xbox One X, PS2, GameCube, oder mal ein Handheld) und am Smartphone, der PC ist bei mir ziemlich in die hinteren Reihen gerutscht. Trotzdem natürlich vielen Dank für den Spieletipp.
      Die Zahngeschichte werde ich mal hinterfragen, vielen Dank auch dafür. Ich kenne das nur so mit dem Kopf, so lange ich mich zurück erinnern kann. Aber ein Versuch ist es bestimmt wert.

      Jessica Kathmann
      1. Ergänzend zu Survival wollte ich noch schreiben (hab’s aber natürlich vergessen, ich schieb’s mal vorsichtig auf die Uhrzeit…), dass ich Spiele, die ähnliche Welten wie Enslaved haben, total toll und spannend finde (wie ihr euch vermutlich aus meinem Beitrag heraus auch vorstellen könnt). Ganz vorne in der Reihe stehen da natürlich auch die zwei The Last of Us Titel, die mit heutiger Technik einfach so fantastisch mit ihrer verwitterten Welt aussehen.
        Wenn da a) keine Horden von teils wohl echt schnellen und hartnäckigen Zombies wären und b) ich eine aktuelle Playstation hätte. Anschauen würde ich mir die Spiele und die Welt aber auf jeden Fall gerne mal.
        Wenn es so etwas als Abenteuer geben würde und man – ohne ständig Gefahr zu laufen, überrannt zu werden – die Welt erforschen könnte -> ♥
        Ich weiß ja, das Leben ist kein Ponyhof, aber trotzdem wäre es cool 😉

        Jessica Kathmann