RetroPie für jedermann – Bau Dir Deine Spielkonsole

Kommentiert von: André, Andor, Andre, Märcle, Mike, André Eymann, Andreas Werner, Peter, Oliver, Foolx, Florian, Benny Horn, Marc, YesterPlay, Nadine, Lars, Sven, YesterPlay80, Alex, Rene, Feuerwehrbrot, Ferdi, Reza.
  10 Min

Wir schreiben das Jahr 1988. Aus dem Radio schallen die Zeilen von Johnny Hates Jazz: I Don’t Want To Be A Hero – I don’t want to die for you … Meine Finger greifen in die Chipstüte von Penny und die Cola-Flasche ist bereits halb geleert.

Auf dem Bildschirm flimmert Double Dragon und Jimmy und ich (ich spiele eigentlich immer Billy) versuchen bereits das dritte Mal die gleiche Passage zu überstehen. Heiliger Kishimoto, warum machst Du es uns nur so schwer? Aber wir werden es schon schaffen. Natürlich. Wer mit Kung-Fu Master in der Arcade aufgewachsen ist, gibt doch hier nicht auf!

BANG! Wir schreiben das Jahr 2018. Als ich vor kurzem meinen Freund Stefan in Berlin besuchte, war der Keim, eine Multispielkonsole für Zuhause zu bauen, bereits durch Vorgespräche in mir gewachsen. Als wir dann aber gemeinsam einige Klassiker auf dem Sofa vor seinem 60-Zoll Panel spielten, war ich vollends überzeugt. So einen Zauberkasten, der neben dem Atari VCS auch noch NES, SNES, Master System, Dreamcast, Amiga, Commodore 64 und viele weitere Systeme beherrschte, musste auch für mein Zuhause her.

“RetroPie” heißt der Zauberkasten. Und nachdem mir Stefan eine Einkaufsliste erstellt hatte, waren die Zutaten für mein leckeres Vorhaben abgestimmt.

Dieser Beitrag soll euch helfen, euren eigenen RetroPie zu bauen. Und zwar von 0 auf 100. Ihr braucht keinerlei Vorkenntnisse und werdet am Ende eures Vorhabens ein fertig funktionierendes System an eurem HDMI-Bildschirm genießen können. Ich habe bewusst darauf geachtet, dass man kein Experte sein muss, um an sein Ziel zu kommen.

Hinweis: die im Beitrag gezeigten Screenshots stammen von macOS High Sierra. Die erwähnten Programme gibt es aber natürlich auch für Windows oder Linux.

Achtung! Urheberrechte

Wichtig: der RetroPie kann viele verschiedene Systeme emulieren. Die Verwendung von Emulatoren ist legal, solange der Emulator selbst keine urheberrechtlich geschützte Software (dazu gehört auch das BIOS eines Systems) verwendet.

Wenn man aber Original-Spiele (die als sogenannte ROMs vorliegen) mit einem Emulator abspielen möchte, bewegt man sich rechtlich in der Illegalität. Die Verwendung von urheberrechtlich geschützten ROMs ist gesetzlich verboten. Davon ausgenommen sind nur Spiele, die unter einer freien Lizenz stehen wie beispielweise Homebrews.

Einige der damaligen Autoren haben ihre Software nachträglich unter eine freie Lizenz gestellt. Oder aber sie dulden die Verwendung der Software stillschweigend. In einem solchen Fall spricht man von sogenannter Abandonware und bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone. Abandonware ist streng genommen nach wie vor urheberrechtlich geschützt, aber der Inhaber hat aus unterschiedlichsten Gründen kein Interesse, seine Rechte durchzusetzen.

Weiterführende Informationen

Was brauchen wir?

Einige der Ideen hinter dem Raspberry Pi sind seine Offenheit, die Modularität, sowie zahlreiche Anwendungsbereiche. So verwundert es nicht, dass es eine schier endlose Auswahl an Möglichkeiten zur Ausgestaltung des eigenen Systems gibt. Damit unser Vorhaben aber nicht unübersichtlich wird, folgt nun zunächst eine Einkaufsliste.

Hinweis: zum Zeitpunkt dieses Beitrags kam ein Raspberry Pi 3 Model B zum Einsatz. Die nun folgende Auflistung dokumentiert meine persönliche Auswahl, bei der alle Einzelteile problemlos ineinander greifen.

Einkaufsliste

  • 1 x Raspberry Pi 3 Model B
  • 1 x Gehäuse für den Pi (Super Kuma Case für Raspberry Pi 2,3 and B+ by Kintaro)
  • 1 x Netzteil (Rydges SpeedPower High-Quality PC Netzteil 5V 2,5A / 2500 mAh Ladegerät für Raspberry Pi Modell A und B & Banana Pi – Pi Model B+ (B Plus) und Pi 2 Model B / Pi Xero und Pi 3)
  • 1 x microSD-Karte (SanDisk Ultra Android microSDXC 64GB bis zu 80 MB/Sek, Class 10 Speicherkarte + SD-Adapter FFP)
  • 1 x Controller für Spieler 1 (8Bitdo N30 Pro Wireless Controller)
  • 1 x Controller für Spieler 2 (8Bitdo F30 Pro Wireless Controller)
  • 1 x HDMI-Kabel
  • 1 x USB-Keyboard (optional)

Alle Teile lassen sich bequem online bestellen und sollten in wenigen Tagen ihren Empfänger erreichen.

Übrigens: die von mir erworbenen Controller habe ich nach dem Erhalt noch mit frischer Firmware auf den letzten Stand gebracht. Das könnt ihr vorab am PC oder Mac erledigen. Dazu einfach auf die Herstellerseite von 8Bitdo gehen und nach den Software-Updates suchen.

Viel Liebe zum Detail: der 8Bitdo F30 Pro Wireless Controller ist einfach atemberaubend schön. (Bild: André Eymann)
Viel Liebe zum Detail: der 8Bitdo F30 Pro Wireless Controller ist einfach atemberaubend schön. (Bild: André Eymann)

Schritt 1: der Pi und sein Gehäuse

Der Raspberry Pi ist das Herzstück unseres “RetroPie”.

Der Einplatinencomputer wird von der Raspberry Pi Foundation getragen, zu deren Treuhändern übrigens auch David Braben gehört. Braben hat in der Mitte der Achtziger Jahre das legendäre Computerspiel ELITE entwickelt. Der Pi ist ein kleines Technikwunder und enthält alles, was einen echten Computer ausmacht: CPU, Grafikchip, Bild- und Videoausgabe, Arbeitsspeicher, USB- und Netzwerk (inkl. WLAN und Bluetooth) sowie einen microSD-Kartenleser.

Zunächst verbauen wir unseren Raspberry Pi in seinem Gehäuse, sodass er später im praktischen Einsatz bestehen kann. Ich habe mich für ein Super Kuma Case von Kintaro entschieden, dass eine Mini-Ausgabe des SNES von Nintendo darstellt. Das Gehäuse ist passgenau gefertigt und wird mit Schraubendreher, Schrauben, Aufklebern und einem großzügigen Kühlkörper geliefert.

Raspberry Pi 3 Model B: Ansicht auf dem Originalkarton. (Bild: André Eymann)
Raspberry Pi 3 Model B: Ansicht auf dem Originalkarton. (Bild: André Eymann)
Raspberry Pi 3 Model B: Ansicht des HDMI-, Audio- sowie Stromanschlusses. (Bild: André Eymann)
Raspberry Pi 3 Model B: Ansicht des HDMI-, Audio- sowie Stromanschlusses. (Bild: André Eymann)
Raspberry Pi 3 Model B: Ansicht des Ethernet- und der vier USB-Anschlüsse. (Bild: André Eymann)
Raspberry Pi 3 Model B: Ansicht des Ethernet- und der vier USB-Anschlüsse. (Bild: André Eymann)
Baby-SNES: das Super Kuma Case für Raspberry Pi 2,3 and B+ by Kintaro. (Bild: André Eymann)
Baby-SNES: das Super Kuma Case für Raspberry Pi 2,3 and B+ by Kintaro. (Bild: André Eymann)

Das Case wird mit einem Kühlkörper (Heatsink) geliefert, der die Abwärme der CPU des Pi aufnimmt. Mit ein wenig Thermalpaste wurde das Heatsink auf die CPU geschraubt.

Übrigens: die Thermalpaste muss nicht unbedingt verwenden. Gleichwohl verbessert sie die Verbindung zwischen Kühlkörper und CPU. Das Heatsink sollte man aber auf jeden Fall nutzen, da es die Lebensdauer der CPU verlängern kann.

Der Pi passt perfekt in das Kintaro-Gehäuse. Links daneben: der Kühlkörper (Heatsink) für die CPU. (Bild: André Eymann)
Der Pi passt perfekt in das Kintaro-Gehäuse. Links daneben: der Kühlkörper (Heatsink) für die CPU. (Bild: André Eymann)
Vor dem Aufbringen des Heatsinks habe ich die CPU mit ein wenig Thermalpaste versehen. (Bild: André Eymann)
Vor dem Aufbringen des Heatsinks habe ich die CPU mit ein wenig Thermalpaste versehen. (Bild: André Eymann)
Der im Gehäuse verbaute Pi mit dem Heatsink. (Bild: André Eymann)
Der im Gehäuse verbaute Pi mit dem Heatsink. (Bild: André Eymann)

Schritt 2: Das Betriebssystem des Pi

Damit unser Pi seine Hardware nutzen kann, müssen wir zunächst ein Betriebssystem installieren. Das Betriebssystem wird auf der microSD-Karte installiert. Zum Installieren des Betriebssystems nutzen wir die Anwendung Etcher. In meinen Fall habe ich Etcher von der Webseite des Herstellers heruntergeladen und auf meinem macOS installiert.

Auf der Webseite von Etcher kann man das Tool herunterladen, das zum Flashen der microSD-Karte benötigt wird. (Bild: André Eymann)
Auf der Webseite von Etcher kann man das Tool (ca. 80 MB) herunterladen, das zum Flashen der microSD-Karte benötigt wird. (Bild: André Eymann)

Nachdem wir Etcher heruntergeladen und installiert haben, benötigen wir nun noch das eigentliche Betriebssystem für unseren RetroPie. Dieses können wir auf der Webseite von RetroPie (ca. 2,25 GB) herunterladen. Beim Download ist darauf zu achten, dass wir das Image für Raspberry Pie 2/3 auswählen.

Auf der Webseite von RetroPie lädt man das Betriebssystem für unseren Pi herunter. Dieses wird dann mit Etcher auf die microSD-Karte geschrieben. (Bild: André Eymann)
Auf der Webseite von RetroPie lädt man das Betriebssystem für unseren Pi herunter. Dieses wird dann mit Etcher auf die microSD-Karte geschrieben. (Bild: André Eymann)

Nun wird die microSD-Karte in den Kartenleser eingelegt, der Leser mit dem Computer verbunden und das Programm Etcher gestartet.

Als Image-Datei wird das zuvor heruntergeladene Image (ca. 2,25 GB) von RetroPie ausgewählt.

Die microSD-Karte kann auch mittels des mitgelieferten Adapters verwendet werden, sofern der Kartenleser nur einen SD-Kartenslot anbieten sollte. (Bild: André Eymann)
Die microSD-Karte kann auch mittels des mitgelieferten Adapters verwendet werden, sofern der Kartenleser nur einen SD-Kartenslot anbieten sollte. (Bild: André Eymann)
Etcher flasht das RetroPie-Image auf die microSD-Karte. (Bild: André Eymann)
Etcher flasht das RetroPie-Image auf die microSD-Karte. (Bild: André Eymann)

Etcher “flasht” nun das Betriebssystem für unseren RetroPie auf die microSD-Karte. Dies dauert eine Zeit.

Nachdem der Schreiben des Images abgeschlossen wurde, kann Etcher beendet und der Kartenleser wieder vom Computer getrennt werden. Das Betriebssystem ist nun einsatzbereit.

Wir legen die microSD-Karte in den dafür vorgesehenen Slot unseres RetroPie ein und verkabeln das Gerät.

Dazu verbinden wir HDMI, Netzwerk und einen Controller mit unserem Pi. Als letztes schließen wir die Stromversorgung an.

Hinweis: da der Pi keinen eigenen Ein- bzw. Ausschalter besitzt, macht es Sinn, sich einen schaltbaren Steckdosenadapter zu beschaffen.

Verkabelt: unser Pi im Einsatz. Strom, HDMI, Netzwerk und ein Controller sind mit dem Gerät verbunden. (Bild: André Eymann)
Verkabelt: unser Pi im Einsatz. Strom, HDMI, Netzwerk und ein Controller sind mit dem Gerät verbunden. (Bild: André Eymann)

Unser RetroPie bootet nun zum ersten Mal.

Der erste Bootvorgang des Pi. (Bild: André Eymann)
Der erste Bootvorgang des Pi. (Bild: André Eymann)
Der RetroPi Splashscreen der beim Laden des Systems angezeigt wird. (Bild: André Eymann)
Der RetroPi Splashscreen der beim Laden des Systems angezeigt wird. (Bild: André Eymann)

Am Ende des Bootvorgangs startet die Software automatisch das Programm Emulation Station.

Emulation Station ist unsere Oberfläche, mit der wir – nach Emulatoren sortiert – unsere Spiele starten können.

Als erstes wird uns Emulation Station mit einem “WELCOME” begrüßen und uns bitten, den angeschlossenen Controller zu konfigurieren. Nachdem wird dies getan haben, können wir das System mit dem Controller bedienen.

Ein Menüpunkt in Emulation Station ist “RetroPie”. Hinter dieser Auswahl verbirgt sich unsere Betriebssystem-Konfiguration und hier stellen wir nun noch ein paar Dinge ein. Also bestätigen wir diese Auswahl mit einem Button.

Das folgende Bild sollte erscheinen.

Das RetroPi-Hauptmenü. Hier werden alle wichtigen Einstellungen vorgenommen. (Bild: André Eymann)
Das RetroPi-Hauptmenü. Hier werden alle wichtigen Einstellungen vorgenommen. (Bild: André Eymann)

Schritt 3: Die Einstellungen

Hier erkläre ich einige Grundeinstellungen, die vorgenommen werden können. Die Einstellungsmöglichkeiten sind natürlich sehr umfangreich und wer Details zu speziellen Punkten erfahren möchte, ist gut beraten, einfach im Internet danach zu suchen. Eine gute Anlaufstelle dafür ist das RetroPie Wiki oder die RetroPie Homepage.

WIFI

Natürlich beherrscht unser Pi auch WIFI, das neben dem verkabelten Ethernet in diesem Menüpunkt eingestellt werden kann. Wer das Gerät also mit seinem kabellosen Netzwerk verbinden will, wählt diesen Menüpunkt.

RETROPIE SETUP

Über diesen Menüpunkt können zwei wichtige Aufgaben erledigt werden. Mit “Update all installed packages” kann die Software auf dem RetroPie aktualisiert werden. Dabei vergleicht das System die installierten Programme mit der RetroPie-Programmbibliothek im Internet und aktualisiert Deinen RetroPie. Diesen Punkt kann und sollte man von Zeit zu Zeit ausführen.

Die Emulatoren

Die RetroPie-Software liefert bereis verschiedene Emulatoren mit. Wenn später ROMs in den entsprechenden Verzeichnissen auf der SD-Karte des RetroPie gefunden werden, können diese über die Oberfläche ausgewählt werden und der passende Emulator wird automatisch gestartet.

Mit “Manage Packages” können dem RetroPie weitere Emulatoren hinzugefügt werden. Bereits installierte Emulatoren werden dabei entsprechend gekennzeichnet. Solltet ihr euch später wundern, warum eure ROMs nicht in Emulation Station angezeigt werden, obwohl ihr sie über “ROMs übertragen” verfügbar gemacht habt, kann es daran liegen, dass euch ein entsprechender Emulator fehlt. Über diesen Menüpunkt könnt ihr dann den fehlenden Emulator nachinstallieren.

ROMs übertragen

Wir kommen nun die ROMs auf den RetroPie? Das ist einfacher als gedacht, aber gerade deshalb am Anfang etwas verwirrend. Der einfachste Weg ist der über einen USB-Stick. Dazu gehen wir die folgenden Schritte durch:

  1. Zunächst stellen wir sicher, dass unser USB-Stick mit dem Dateisystem “FAT32” formatiert ist.
  2. Wir erstellen am PC oder Mac einen Ordner mit dem Namen “retropie” auf dem USB-Stick.
  3. Wir stecken den USB-Stick in den RetroPie und warten darauf, dass sein LED aufhört zu blinken.
  4. Wir entfernen den USB-Stick vom RetroPie und stecken ihn an einen PC oder Mac.
  5. Wir kopieren die ROMs in die entsprechenden Ordner (unter “retropie/roms”) auf den USB-Stick.
  6. Wir stecken den USB-Stick in den RetroPie und warten darauf, dass sein LED aufhört zu blinken.
  7. Jetzt können wir den USB-Stick entfernen.
  8. Wir aktualisieren Emulation Station mit F4 oder starten den RetroPie einmal neu.

Emulation Station (ES) Themes

Emulation Station kann über sogenannte Themes individualisiert werden. Dabei werden viele Themes mit ausgeliefert und zusätzlich kann man Themes aus dem Internet via USB-Stick auf den RetroPie bringen. Mit dem Menüpunkt “ES Themes” kann das gewünschte Theme dann ausgewählt werden. In meinem Fall habe ich mich für das “Pixel”-Theme entschieden. Es ist gut lesbar und passt perfekt zu meinem Lieblingsthema.

Über "ES Themes" kann ein anderes Theme für das RetroPie Hauptmenü ausgewählt werden. (Bild: André Eymann)
Über “ES Themes” kann ein anderes Theme für das RetroPie Hauptmenü ausgewählt werden. (Bild: André Eymann)
So sieht das RetroPie Menü mit dem
So sieht das RetroPie-Menü mit dem “Pixel”-Theme aus. (Bild: André Eymann)

Spracheinstellungen

Wer mag, kann auch die Spracheinstellungen seines RetroPie anpassen. Im Standard wird Englisch gesprochen. Wer aber öfter auf der Shell/Konsole unterwegs ist, möchte vielleicht deutsche Tastatur-Einstellungen nutzen. Über den Menüpunkt “Raspi-Config” könnt ihr entsprechende Einstellungen vornehmen.

Hier sei erwähnt, dass es unabdingbar ist, eine Tastatur am RetroPie zu nutzen, wenn man auf sich auf der Shell bewegen möchte.

Hinweis: mit einem Druck auf F4 landet ihr direkt auf der Shell und könnte euch im Linux-Betriebssystem des Rechners orientieren.

Über die "Raspi-Config" können u. a. die Spracheinstellungen angepasst werden. (Bild: André Eymann)
Über die “Raspi-Config” können u. a. die Spracheinstellungen angepasst werden. (Bild: André Eymann)

Spiele-Cover und Informationen

Cover und Informationen zu den Spielen werden über das Tool “Scraper” aus dem Internet geladen. Man findet Scraper im Menü von Emulation Station. Die Einstellungen sind selbsterklärend. Mit “Scrape Now” beginnt der Vorgang.

Favoriten

Bei einer großen Auswahl an ROMs macht es Sinn, Favoriten zu verwalten. Dazu wird einfach auf dem jeweiligen Titel in der Liste des Emulators die Taste “Y” gedrückt. Emulation Station fügt dann den Titel zu den Favoriten hinzu. Die Übersicht findet ihr dann auf der gleichen Ebene wie die Emulatoren in eurer Oberfläche.

Im Hauptmenü des RetroPi können die Favoriten über einen Schnellzugriff verwaltet werden. Das ist äußerst praktisch. (Bild: André Eymann)
Im Hauptmenü des RetroPi können die Favoriten über einen Schnellzugriff verwaltet werden. Das ist äußerst praktisch. (Bild: André Eymann)

Es ist soweit!

Nun ist euer RetroPie einsatzbereit. Jedes von euch erworbene Spiel in digitaler Form kann nun am heimischen HDMI-Panel gespielt werden. Durch die vier USB-Anschlüsse können je nach Spiel bis zu vier Spieler Spaß haben.

Übrigens: zum sauberen Herunterfahren drückt ihr die SELECT-Taste im Menü von Emulation Station und fahrt das System über “Shutdown System” herunter. So habt ihr lange Spaß an eurem RetroPie.

Ich freue mich über eure Ergänzungen und Hinweise in den Kommentaren.

Weiterführende Links

Die Rechte des ursprünglichen Wallpapers, das hier in modifizierter Form als Beitragsbild verwendet wird, liegen bei lilbud / retropie.org.uk.

44 Kommentare

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  1. Hallo Andre,

    top Anleitung. Bin mein Retropie gerade am konfigurieren. Durch Zufall habe ich ein altes USB Mikrofon gefunden, da habe ich mich gefragt ob man zufällig dieses auch anschließen kann und Spiele wie z.B. Singstar etc. spielen kann?

    Vielen Dank im Voraus

    André Eymann
    1. Hi Andor. Danke für dein Lob, das mich sehr freut 🙂 Ich habe mich selbst noch nicht mit Mikrofonen in Kombination dem RetroPie befasst. Hier sollte aber das RetroPie Wiki (siehe Links am Ende des Beitrags), oder auch eine Google-Suche (am besten in englisch) weiterhelfen können. Viel Erfolg!

  2. Hallo vielen Dank für die tolle Anleitung!
    Ich habe soweit auch glaube ich alles gut hin bekommen. Wenn ich allerdings ein Amstrad Spiel starte “bootet” der CPC ganz normal bleibt dann aber auf der Basic Oberfläche von Amstrad stehen. Wie kann ich das Spiel nun auch öffnen?
    Das Basic funktioniert auch, gebe ich run und den Spielenamen an will es auf A: zugreifen was ohne Diskettelaufwerk natürlich nicht geht.
    Während des ladens kommt kurz eine Fehlermeldung das der Sound probleme macht und nach dem Laden für den Bruchteil einer Sekunde eine Fehlermeldung die ich aber nicht lesen kann weil sie gleich wieder weg ist.
    Der Pi ist ganz normal über HDMI angeschlossen der Ton soll auch darüber ausgegeben werden, bzw wird auch darüber ausgegeben.
    Hat jemand einen Tipp was isch falsch mache?

  3. Hallo und danke für diesen Blog. Ich bin seit einigen Tagen stolzer Besitzer eines PI´s 4 und ReTroPie läuft bei mir, was ich als etwas umständlich finde ist das ständige Definieren der Tasten beim Start.
    Hierzu meine Frage, wenn ich ein Pad kaufe, sagen wir das 8Bitdo F30 Pro 🙂 kann ich dann das Definieren der Tasten einfach überspringen?

    1. Hi Mike! Danke für deinen Kommentar. Ich verstehe nicht ganz, was du meinst. Irgendwie muss der Computer ja wissen, wie er das Pad abfragen soll. Es macht also Sinn, das Definieren der Tasten nicht zu überspringen.

  4. Hallo Andre, vielen Dank für dein prima geschriebenen Guide, ich habe so alles sehr eingestellt bekommen. Ich habe nur noch zwei Probleme. Vielleicht kannst du mir dabei helfen.
    1. Meine Spiele, die ich als Favoriten gespeichert habe, sind nach abschalten und wieder neu starten des Rasperry nicht mehr in der Liste, der Retropie merkt sich also nicht.
    2. Ich habe meine Nintendospiele nun auch für das Retropie als Roms gefunden, die laufen aber nicht.
    Auf dem Startbildschirm steht immer nach starten mit der Taste “A”, ich soll “A” drücken um die Optionen einzustellen. Das geht aber nicht. Kann ich vielleicht einen anderen Emulator auswählen ?

    Danke dir im Voraus

    André Eymann
    1. Vielen Dank für dein Feedback und deine Fragen Andreas!

      1. Mhm. Den Effekt kenne ich nicht. Klingt für mich aber wie ein Problem mit dem ES Theme. Ich würde einfach mal das Theme wechseln und dann schauen, ob die Favoriten nach dem Speicher dort erhalten bleiben. In meinem Theme funktioniert das tadellos.

      2. Das kann tatsächlich zwei Gründe haben. Entweder sind die ROMs defekt (was nicht selten vorkommt) oder aber der Emulator funktioniert nicht richtig. Einen anderen Emulator kannst du über “Manage Packages” installieren.

      Good Luck!

    2. Zu 1.) Hast du das System ordentlich heruntergefahren (shutdown im Menü) oder einfach ausgeschaltet? Im letzteren Fall könnte das das Problem erklären.

      André Eymann
      1. Upps, ich schalte das System immer nur aus, auweia, ich hätte jetzt nicht gedacht, dass das zu Problemen führen könnte.

    3. Danke für deinen Tipps, jetzt wird kompliziert, ich schau mir das die Tage an und melde mich bei Erfolg 🙂

      André Eymann
  5. Hi, erstmal: guter, informativer und detaillierter Artikel. Eine Frage: wir haben es geschafft einen Raspby mit Retropie aufzusetzen. Es läuft eine Tastatur und zwei Competition pro. Alles einwandfrei. Aber wir bekommen einfach keine Maus zum laufen…?. Wir haben schon verschieden Modelle versucht, umgesteckt. Licht an der Maus leuchtet zwar, der Zeiger bewegt sich aber nicht.
    Hast Du eine Idee?

    Gruß und Dank Oliver

    André Eymann
    1. Hey Oliver, vielen Dank 🙂 Mhm, da kann ich dir persönlich leider nicht helfen, weil ich bisher keine Maus am Pie betrieben habe. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass du Infos im Wiki (Link am Ende des Beitrags) oder einschlägigen Seiten zum Projekt findest. Falls du es herausbekommen hast, wäre eine Rückmeldung hier Zucker. Cheers!

  6. Sehr schöner Beitrag!
    Habe selbst gerade erst einen Photoplay Automaten zum RetroPie umgebaut.

    Leider habe ich deinen Beitrag erst danach gefunden, er hätte mir einiges an Zeit und Ärger gespart!

  7. Hallo André!
    Erst einmal vielen Dank für diese wunderbare Anleitung. Ich habe jetzt alle Komponenten zusammen und werde bald mit dem Projekt starten. Eine Frage habe ich noch, die Controller sind Bluetooh-fähig, verwendest du sie auch kabellos oder ist da noch etwas Konfiguration für notwendig?

    André Eymann
    1. Hi Florian. Ich freue mich für Dich! Also: die kabellosen Controller musst Du beim ersten Mal im Setup konfigurieren. Ich persönlich habe mich allerdings aus zwei Gründen für den kabelgebundenen Einsatz entschieden.

      Weil a) die Controller ab und an nach dem Booten nicht sofort reagierten und ich die Konfiguration dann wiederholen musste und b) weil ich das Gefühl hatte, dass es bei der Verwendung der kabellosen Controller zu Zeitverzögerungen bei manchen Spielen kam.

      Seitdem ich die Controller kabelgebunden verwende, läuft alles 1A.

      Tobi
    1. Hallo Benny. Sicher, der Raspberry Pi hat insgesamt vier USB-Anschlüsse. Natürlich muß dann das Spiel aber auch vier Controller unterstützen 😉

  8. Guten Tag, ein, zwei Sachen die ich noch nicht ganz verstanden habe: Wenn ich verschiedene Spielsysteme ( zb Amiga, Atari2600, NES und Sega ) mit der RetroPi nutzen will, wie wähle ich die dann aus? Muss ich dafür extra noch Emularen installieren, oder ist das in dem RetroPi-System alles mit drin und die entsprechenden Emulatoren werden aktiviert, sobald ich die entsprechenden Roms einkopiert habe? Im Web hatte ich mal gelesen, dass man für die Spiele auch Cover und Inhaltsangaben hinterlegen kann. Aber wie das geht, war mir beim Lesen des anderen Artikels nicht so recht klar. Geht das recht einfach, oder ist das viel Arbeit von Hand?

    Noch eine Frage zur Thermalpaste: Ich hab sowas bei meinen Basteleien bisher nicht gebraucht. Ist es nötig, den Kühler auf die Raspberry zu kleben? Oder kann ich ihn auch einfach draufschrauben, ohne Thermalpaste? Oder ganz weglassen?

    Bei Spielen, die eine Maus und Tastatur benötigen schließe ich beides über die USB Ports an und das RetroPi bzw die jeweiligen Spiele erkennen dann diese Geräte?

    Ansonsten vielen Dank für die leicht verständliche Beschreibung zum Aufbau. Ich stehe noch davor. 🙂

    1. Du musst eigentlich nur die Spiele in den jeweils vorgegebenen Ordner kopieren, erst dann tauchen die Emulatoren auch in der Auswahl auf. Cover und Spieleinfos werden meines Wissens von Haus aus nicht angezeigt, dazu bräuchte man ein anderes Theme (Deisgn) für Emulationstation.

      CPUs und Kühlkörper sollten IMMER mit Thermalpaste oder Thermalpads verbunden werden, weil die mikroskopisch kleine Unrein- und Unebenheiten in der Oberfläche der CPU-“Gehäuse” ausgleichen und so die Wäremableitung an den Kühlkörper verbessern.

      Und ja, Tastatur und Maus sollten eigentlich automatisch erkannt werden.

      1. Vielen Dank für Deine Fragen Marc und vielen Dank für Deine Antworten YesterPlay!

        Damit sollte nun alles beantwortet sein denke ich. Ich habe den Beitrag soeben noch einmal aktualisiert, um die offenen Punkte deutlicher zu adressieren. Bei den Covern hat YesterPlay insofern recht, dass nicht jedes Theme die Cover bzw. Informationen anzeigt. Laden kann man die Cover usw. direkt über EmulationStation mittels des Menüpunktes “Scraper”.

        Wenn noch weitere Fragen sind, einfach fragen 😉

        1. Danke euch beiden für die schnellen Antworten. Dann mach ich mich mal ans Bestellen und Bauen. Mal schauen, ob noch Fragen auftauchen.

  9. Ein wunderbar detaillierter Beitrag – jetzt fühle ich mich trotz meiner nicht vorhandenen Technikaffinität durchaus in der Lage, das selbst umzusetzen. Ich glaube, ich werde mich noch ein wenig in das Thema einlesen, aber mir juckt es gerade in den Fingern, mir auch so eine kleine Wunderkiste zusammenzubasteln. 🙂

    1. Danke liebe Nadine für Dein Feedback! Genau das war mein Ziel: einen Beitrag zur Technik zu schreiben, der nicht abschreckt, sondern anregt. Du wirst sehen, es ist wirklich ziemlich einfach und das Resultat ist ganz toll. Tatsächlich wird dann bald eine kleine Wunderkiste bei Dir stehen und es werden sich viele neue Welten für Dich öffnen 🙂

  10. Cooler Artikel und endlich mal umfassende Anleitung. Ich möchte noch kurz erwähnen das ich ebenfalls mir so ein System auf Basis des Recalbox OS zusammengestellt habe auch ähnliche Oberfläche. Letztendlich Geschmackssache. Dank integrierter DosBox umd scummvm Engine und Bluetooth Tastatur mit Maus kann ich auch alle DOS Klassiker am Fernseher zocken. Ein Traum! Übrigens gibt’s als Gehäuse auch die original NES find ich schöner weil die halt auch auf deutschem Markt heimisch war. Liebe Grüße Sven

    1. Danke Sven für Deinen Kommentar!

      Das ist ja auch das Schöne an dem Projekt: jeder kann sein Gehäuse, seine Controller und die Optik seines RetroPie selbst auswählen und gestalten. Und Du hast vollkommen recht: es macht einfach Spaß seine Spiele auf einem großen Fernseher zocken zu können. Ein wundervolles Projekt!

  11. Ich habe zwar aktuell nicht vor mir einen RetroPie zusammenzubauen, aber Deinen Beitrag finde ich klasse, André! Ich denke, damit dürfte es so ziemlich jeder hinbekommen, sich einen eigenen Pie zu basteln. Schon klasse, zu was die kleinen, günstigen Dinger inzwischen in der Lage sind! Wer da noch billige Schrottkonsolen von ATGames und vergleichbaren Mist kauft, ist selbst schuld! 🙂

    1. Hey, ganz lieben Dank für Dein Feedback! In der Tat ist es klasse, was man mit einem Pie so alles anstellen kann. Ein echtes Universalgenie der Kleine. Und ja: die Qualität und die Möglichkeiten liegen weit über den Hersteller-Mini-Konsolen. Allerdings bekommt man mit diesen Geräten auch die Original-Lizenzen nach Hause. Und der “Plug-And-Play”-Gedanke mag sich für manche besser eignen, als selbst einen Pie zusammenzubauen. Für mich war klar, welchen Weg ich gehen werde 🙂

  12. Der Raspberry ist mir vor Jahren schon einmal über den Weg gekommen.
    Andre, Dank deiner hervorragenden Anleitung komme ich nun nicht mehr drum herum ;o)
    Vielen Dank!

      1. Hab es am Wochenende umgesetzt ;o)
        War dank deiner Anleitung sehr einfach.
        Hatte nur ein Problem gehabt und zwar lag es wohl an meiner “falschen” SD-Card Ultra 32GB von SanDisk.
        Die wollte das System irgendwie nicht.
        Nach Recherche für kompatible SD-Karten am Retropie, habe ich mir dann eine andere besorgt und es ging.
        Alles läuft super :o)

        1. Hey Lars!

          Wie schön, dass zu hören – danke für Dein Feedback 🙂 Wenn man einmal durch das Setup ist, macht der RetroPie einfach nur noch Spaß, gelle? Es steht einem praktisch die ganze Welt offen und man kann viele Spiele entdecken, die einem bisher vollkommen unbekannt waren. Wir lieben unsere kleine Kiste und spielen sehr oft mit ihr.

          Viel Spaß mit Deinem neuen RetroPie!

  13. Danke für den Beitrag, er hat mich gleich zum Nachmachen inspiriert. Allerdings werde ich zu einem vorkonfigurierten Set greifen.

  14. Schöner Beitrag…

    Ich habe mittlerweile schon zwei Retropie im Einsatz. Einen Pie 3B fürs Wohnzimmer mit Arcades und Konsolen von Nintendo, Sega usw. und einen Pie 3B+ mit Computer wie Amiga, C64, Atari 8Bit und ScummVM mit Maus und Tastatur. Läuft alles super und war wirklich einfach einzurichten.

  15. Darauf habe ich schon sehnsüchtig gewartet. Mit dieser Anleitung kann ja gar nichts schief gehen. Die Komponenten scheinen sehr sorgfältig ausgewählt zu sein; und in den 8Bitdo F30 Pro Wireless Controller habe ich mich gerade verliebt, genau wie in das schicke Gehäuse. Kurzum: Genau so einen RetroPie-Zauberkasten möchte ich auch! Die Einkaufsliste ist schon so gut wie bestellt …

    Danke André, Danke Stefan.

    1. Ja Ferdi, die Komponenten passen ganz wundervoll zusammen. Die Controller sind tatsächlich klasse. Wir spielen sehr oft damit. Ich bin gespannt auf Dein Ergebnis. Melde Dich einfach hier.

      Danke für Deinen Kommentar!

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