Aloy aus Horizon Zero Dawn
Aloy aus Horizon Zero Dawn

Spiele brauchen die richtige Zeit

Mit Kommentaren von Lenny, Alexa Sprawe, Farmer Slide Joe Bob, Dennis Gerecke, Dominic Wilhelm, Florian Auer, André Eymann, Chris, Alex, Claudia Feiner, Tobi.

Was braucht ein Spiel? Gutes Gameplay. Eine gute Geschichte. Gut aussehen muss es. Am besten noch einen Multiplayer. Das alles sind wichtige Faktoren.

Ich möchte aber über etwas sprechen, was sich nicht so einfach bewerten lässt. Die Zeit. Nicht die Spielzeit, nicht ob die Spiellänge dem Preis entsprechend ist. Mir geht es um die richtige Zeit. Wann ist der richtige Zeitpunkt, ein Spiel anzufangen? Im größten Hype um ein neues Spiel? Oder doch lieber warten? Schwierig, wo doch heutzutage ein Hype schneller vergeht als das Leben einer Eintagsfliege.

Es sind aber nicht (nur) die äußeren Faktoren. Es sind persönliche. Wie ist meine Stimmung? Kann ich der Geschichte folgen? Will ich das überhaupt? Stört mich gerade eine Kleinigkeit am Gameplay und macht mir die gesamte Erfahrung kaputt? Gibt es vielleicht auch etwas am Spiel, was mein Spielerlebnis bereichert? Es gibt Spiele, die müssen reifen. Die müssen zu einem anderen Zeitpunkt noch mal gespielt werden. Der Blickwinkel muss verändert werden.

Spiele nehmen einen wichtigen Teil in meinem Leben ein, deshalb versuche ich ihnen die richtige Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen.

Lennart Koch

Horizon Zero Dawn ist so ein Spiel. Denn trotz all meiner Skepsis ist es mittlerweile eines meiner liebsten Spiele geworden, das mich immer wieder begeistern kann.

Dabei war es keine Liebe auf den ersten Blick. Im Gegenteil. Am Anfang war da Enttäuschung. Enttäuschung über die Geschichte, in die ich so viel Hoffnung gelegt hatte. Wie konnte ich auch nicht, wo mich doch so viel an mein Enslaved erinnerte. Die Welt, die Maschinen, vielleicht ja auch die Geschichte und die Figuren. Relativ früh im ersten Durchgang merkte ich aber, dass mir Horizon Zero Dawn genau das nicht bieten konnte. Ich fand die Geschichte vorhersehbar, Entscheidungen, die im Laufe des Spiels getroffen wurden, fand ich unlogisch und vieles mehr. Dieser Eindruck zog sich durch den ganzen ersten Spieldurchlauf und mit dieser Einstellung fielen mir natürlich die Aspekte stärker auf, die meine negative Sicht auf das Spiel bestätigten.

Trotzdem spiele ich Horizon jetzt schon zum dritten Mal. Denn ich habe meinen Blickwinkel auf das Spiel geändert. Bei all der Kritik, die ich am Spiel hatte und immer noch habe, war es mir doch immer wieder im Kopf. Es war das Spiel an sich. Abseits von der Geschichte hatte ich einfach viel Freude daran, in der Welt zu sein. Mich dort zu bewegen, die Atmosphäre zu genießen. Vor allem ist es jedoch der Kampf gegen die Maschinen. Egal ob es ein leiser Kill ist, der Kampf gegen eine ganze Horde oder eins gegen eins mit den größten Maschinen der Welt. Alles fühlt sich richtig und befriedigend an.

Gab oder gibt es dieses Phänomen häufiger? Mit Sicherheit. Aber was für Spiele sind das? Die Tomb-Raider-Trilogie gehört zu dieser Art von Spiel. Sie hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, kann aber auch mit ähnlichen Stärken aufwarten. Lara sollte eine Person sein, an der nicht alles spurlos vorbeizieht. Die es mitnimmt, was sie erlebt, sieht und selbst macht. Okay, also schaue ich mir das Spiel genau unter diesen Gesichtspunkten an. Doch was ist? Lara wird nach einer Stunde zu genau dem, was sie eigentlich nicht sein sollte. Eine kalte, emotionslose Killerin, an der alles abprallt, und von Teil zu Teil  wird sie abgestumpfter. Was jedoch auf geschichtlicher Ebene überhaupt nicht funktioniert, klappt spielerisch hervorragend. Der Umgang mit Pfeil und Bogen fühlt sich einfach richtig an.

Wo Teil 1 noch zu sehr auf die Schusswechsel gesetzt hatte, fand gerade Teil 2 die richtige Mischung aus Action, Erkundung von Dungeons und Atmosphäre. Bei Rise of the Tomb Raider kam es mir aber auch zugute, dass ich nach dem ersten Teil mit einer anderen Erwartungshaltung an das Spiel herangegangen bin. Ich wusste, welche Stärken das Spiel haben würde und welche eben nicht.

Das waren jetzt zwei Beispiele dafür, wie mich Spiele erst beim zweiten Versuch oder auch mit dem zweiten Teil für sich gewinnen konnten. Wenn ich weiß, was mir das Spiel bieten kann und wie ich es zu nehmen habe.

Manchmal reicht eine kleine Änderung der Sichtweise, um ein Spiel in anderem Licht zu sehen.

Lennart Koch

Es geht aber auch anders. Wie das Beispiel Final Fantasy V zeigt. JRPGs und ich, wir werden wohl niemals eine innige Verbindung eingehen. Dafür sind mir die Random Encounter zu sehr ein Dorn im Auge. Zudem waren mir die Geschichten oft zu lang. Das lag aber vielleicht auch an den zahlreichen Zufallskämpfen. Trotzdem versuchte ich mich an Final Fantasy V. Zuvor hatte ich aus der Reihe nur Final Fantasy I durchgespielt und Final Fantasy VII angespielt. Mit entsprechenden Erwartungen ging ich dann auch an den fünften Teil.

Es ist jetzt sicher keine allzu tiefgreifende Erkenntnis, dass ein Spiel eher positive Akzente setzen kann, wenn man mit geringen Erwartungen an es herangeht. Bei aller Simplizität der Geschichte, ich mochte sie. Ich habe die Figuren sehr gemocht und vor allem ihre kleinen persönlichen Geschichten. Was Final Fantasy V aber zu einem besonderen Spiel machte, war das Gameplay.

Denn es ist genau die Probleme angegangen, die ich mit JRPGs und den Zufallskämpfen habe. Die Möglichkeit, Berufe und Klassen in immer neuen Variationen zu kombinieren, macht die Kämpfe niemals langweilig. Dass ich nie zu lange einen Kampfstil habe, bietet mir die nötige Abwechslung in einem durch Random Encounter nicht kampfarmen Spiel. Seitdem suche ich nach JRPGs, die ähnliche Spielmechaniken bieten.

Mit Bravely Default habe ich im letzten Jahr so ein Spiel gefunden. Mit ähnlichen Mechaniken und auch einer Geschichte, die mich in ihrer emotionalen Tiefe beeindruckt hat. Neben einem ganz, ganz tollen Gameplay.

Es scheint also auch darauf anzukommen, Spielen eine Chance zu geben, von denen man denkt, sie sind nichts für einen. Dann können sie einen ganz unerwartet treffen. Durch eine besondere Geschichte, durch vielschichtige Figuren, durch spielerische Elemente.

Am wichtigsten ist jedoch mit Sicherheit der richtige Zeitpunkt und sich selbst zu fragen, ob ein Spiel wirklich schlecht ist. Oder nicht doch einfach die falsche Zeit.

Spiele können dich überraschen, wenn du sie zur richtigen Zeit spielst. Selbst wenn das Genre nicht deins ist.

Lennart Koch

Es kann ebenso sein, dass es das richtige Spiel zur richtigen Zeit ist. Ein Spiel wie Mass Effect Andromeda konnte sich bei mir voll entfalten, weil ich es nicht zu Beginn des Release gespielt habe, wo es nur um die technischen Mängel ging und weniger um das Spiel an sich und welche Geschichte erzählt wird.

Andererseits habe ich ein Spiel wie A Plaque Tale: Innocence vielleicht zum falschen Zeitpunkt gespielt. Mitten im Hype. Beeinflusst von den sehr positiven Stimmen rund um das Spiel war die eigene Erwartung womöglich zu groß und das Spiel konnte eben nicht damit punkten, was so vielen anderen gefallen hatte.

Wie sieht es aus? Gebt ihr Spielen eine zweite Chance, wenn sie euch nicht gefallen haben? Beachtet ihr, in welcher Stimmung ihr beim Spielen seid? Wenn ja, was sind eure Beispiele?

WolfgangDennis GereckeThilo NiewöhnerAndré EymannTobi

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Kommentare24

  1. Toller Text und schöne Gedanken! Mir ging es schon sehr oft so, dass ich das Gefühl hatte, ein Spiel zu spielen, das nicht zu meiner aktuellen Stimmung passt. Mittlerweile nehme ich das bewusst wahr, weil ich eben auch die Erfahrung gemacht habe, dass Spiele zu einem anderen Zeitpunkt besser für mich funktionieren (wie bei Büchern und Filmen auch). Den meisten Spielen gebe ich noch eine Chance. Zuletzt hatte ich das tatsächlich mit “Lost Words”. Das hat für mich anfangs nicht so richtig funktioniert (Story, Gameplay). Aber ich bin froh, dass ich es nach einer längeren Pause doch nochmal versucht habe.

    Bzgl. Hype: In der Regel versuche ich, Hypes abzuwarten, weil sie mich zu sehr beeinflussen, spoilern usw. Aber es hat definitiv auch was, wenn viele Menschen zur gleichen Zeit das gleiche Spiel spielen. Die Kommunikation darüber macht Spaß, ich finde eher Gleichgesinnte und kann mich über Gedanken, Probleme etc. viel besser austauschen. Das fand ich bspw. bei “Skyward Sword” so schön. Hätte das Spiel in dem Moment aber nicht zu meiner Stimmung gepasst, hätte ich es pausiert, unabhängig vom Hype.

    Ich finde es erstaunlich, dass du Spiele mehrmals spielst. Auch solche, die lang sind. Dadurch fallen dir vermutlich viel mehr Details auf, du setzt dich intensiver mit bestimmten Themen und Schwerpunkten auseinander usw. Ich denke, mehr Wertschätzung kann man einem Spiel nicht entgegen bringen.

    Danke für den tollen Text!

    Jessica KathmannLennyAndré EymannTobi
    1. Vielen Dank für deinen Kommentar, Alexa. 🙂

      Ich finde du sprichst da noch etwas sehr spannendes und wichtiges an. Den Austausch mit anderen. Das ist ei Faktor bei einem Spiel, den man nicht unterschätzen sollte. So kann man sich vielleicht noch gegenseitig motivieren und auch verschiedene Aspekte an einem Spiel ansprechen. Die einen ein Spiel nochmal anders sehen lassen.
      Mir kam da noch ein Gedanke, dass es diesen Effekt auch umgekehrt geben kann. Ich kann ein Spiel nochmal spielen um neues zu sehen. Ich kann mir aber vielleicht auch denken, dass ich manche Spiele nicht mehr Spiele, obwohl ich positive Erinnerungen an das Spiel habe. Eben um die Erinnerungen nicht zu verfälschen oder gar zu verändern.
      Das ist dann auch, zumindest beim ersten Mal, ein Risiko, wenn ich ein Spiel ein weiteres Mal spiele. Bei Spielen wie Mass Effect habe ich ja zudem auch noch die Möglichkeit andere Entscheidungen zu treffen. Auch wenn ich das in der Regel nicht mache.

      Jessica KathmannTobi
  2. Noch nen kurzer Nachtrag im Bezug auf Horizon

    Mein einer Freund aus dem schwarzwald liebt das spiel über alles und was die charaktere etc betrifft

    Ich hab ihm nur zugeschaut beim spielen und war so Welt sieht cool aus & die Monster ebenso als ich dann die Map sah mit den Markern und allem ist mir dann automatisch übel geworden und hat mich hart abgeschreckt

    Ob ich Horizon mal angehe steht noch in den sternen vlt findet sich der richtige Zeitpunkt dafür

    Lenny
    1. Hey, ich antworte einfach mal auf diesen Kommentar, aber dein anderer Kommentar ist auch mitgemeint. Ich glaube BotW wird immer etwas bleiben, von dem ich nicht so richtig akzeptieren will, dass es mir nicht gefallen will. Aber ich komme einfach nicht über den Punkt hinweg, dass ich nicht das Gefühl habe das Spiel zu beherrschen. Überall bekomme ich das Gefühl vermittelt, du bist hier falsch und sollte ich doch mal etwas geschafft haben, macht die Arbeit der nächste Blutmond ja auch wieder zunichte. Aber da habe ich ja schon genug zu geschrieben im Artikel von Alexa und mir.

      Bei Last of Us habe ich auch zwei Versuche gebraucht. Ich war von Trailern und Gameplay-Videos her schon skeptisch gegenüber Joel und seine Figurenzeichnung, was sich dann auch beim zweiten Versuch und dem ersten durchspielen bestätigt hat (beim ersten Mal hab ich irgendwann aufgehört, weil ich das Gameplay furchtbar finde. Da steuert sich alles wie ein toter Lachs).

      Ich kann es verstehen, dass dich das bei Horizon abschreckt. In 9 von 10 Fällen finde ich das genauso furchtbar und es würde mich abschrecken, aber zum einen finde ich, dass es im Vergleich gar nicht so viel ist und ich mir die Arbeit gut einteilen und aufteilen konnte. Zum anderen kommt einem ein abarbeiten wohl auch nicht so schlimm vor, wenn dir die Spielmechanik Spaß macht. Dann ist es auch keine Zeitverschwendung , wenn man Spaß dabei hat.

  3. Also Lenny

    erstmal nen schöner Artikel der genau das Problem bei 2 spielen für mich hatte

    Last of Us Part I

    The Legend of Zelderrr Breath of the Wild

    Last of us Part I war so als das aller aller beste story driven Game verschrien und sei so emotional und das Gameplay super

    Jedoch hab ich dies Jahre später angehen können was auch gut war

    Jein stealth wurde zu selten oder nur in bestimmten Arealen genutzt und die story nun bis auf die Baby Girl Aussage empfand ich es grad gegen Finale super sonst der Anfang gut und bis zur Mitte wars okay bzw standart wie ich fand

    Habs aber doch gemocht da mich uncharted null catchen konnte und ich von der steuerung auf der ps3 so abgenervt war daß das Game mitsamt Ps3 und Controller aus dem Fenster vlt geflogen wäre

    Zelderr selbst wie groß die positiven stimmen waren so hab ich mir irgendwann im August das Game von nem Kumpel ausgeliehen und erst an Weihnachten konnte ich mich da fallen lassen

    Und meine Güte wie gut das Erkunden war und erst recht wenn man den Gleiter hatte auch wenn ich dazwischen viel auf dem sack bekommen hatte nur brauchte es auch bei mir “DER RICHTIGE ZEITPUNKT” um sich da komplett fallen zu lassen

    Ein anderes spiel was auch auf switch/ps4/pc und co ein wenig Breath of The Wild ähnelt aber aufgrund der Ambitionen leider nicht ganz soooo super rauskam ist Pine

    Ich dachte mir so okay für nen 10er nimmst es mal digital auf der switch mit und irgendwie ohne allzusehr auf die stimmen von Presse (fresse) zu hören oder zu lesen hab ich da locker auch 20 stunden oder so versemmelt weil mir das Erkunden der Gegend spaß machte inklusive Crafting Fraktionen etc Auch wenn das Missionsdesign nicht soooo glasklar ist

    Das wars dann von mir bleib weiterhin so nen charmanter schreiber und irgendwann kommt der Children of Light Tag XD

    Lenny
  4. Der richtige Zeitpunkt ein Spiel zu spielen ist eine interessante Frage, die in Zukunft sicherlich häufiger gestellt werden wird. Gerade durch die zunehmenden verbuggten und unfertigen Releases, sollten man Spielen mehr Zeit geben. Warum sich viele Spieler ein Spiel holen, nur um den Anfangshype mitzunehmen, kann ich dir beim besten Willen nicht beantworten. Wir leben schließlich nicht mehr in den 90ern, wo alle zwei Monate ein vernünftiges Spiel erscheint. Die Auswahl an gelungenen Spielkonzepten ist heute so umfangreich, dass man mit dem Spielen kaum noch hinterherkommt. Ich habe übrigens Horizon Zero Dawn erst vor kurzem angefangen und musste es nach kurzer Zeit pausieren, da mich die Spielwelt enttäuscht hat. Eventuell benötige ich ebenso wie du einen anderen Zeitpunkt, um das Spiel vollständig genießen zu können. Die Kämpfe und die Geschichte waren bisher sehr vielversprechend. Doch nach einem Breath of the Wild ist es wirklich schwierig, sich mit einem generischen Open-World-Desgin anzufreunden. Das Geblinke und Auflechten von Questgegenständen hätte mich vor 10 Jahren vielleicht noch abholen können. Ich hätte Horizon also lieber viel früher gespielt, als im Jahr 2021.

    Jessica KathmannTobiLenny
    1. Ich glaube es liegt vor allem an den äußeren Einflüssen und dem Gedanken, den Trend und das nächste große Ding nicht zu verpassen. Alles könnte potenziell ein großer Hit sein oder das bieten, was gerade alle wollen. Willst du dann derjenige sein, der nicht auf der Trendwelle mitsurft? Oftmals halten Spiele diesem Druck nicht stand. Was an überzogenen Erwartungen liegt und Crunch während der Entwicklung. Und dann gibt es schon den nächsten Hypetitel.

      Und zu Horizon. Ja, das Spiel ist 0815-OW par excellence, aber es spielte sich für mich einfach genau richtig.

      Tobi
  5. Deine Beobachtung finde ich im Text wirklich sehr gut getroffen. Auch mir geht es oft so, dass ein bestimmtes Spiel nur zu einer ganz bestimmten Zeit funktioniert. Aktuelles Beispiel bei mir wäre Hollow Knight. Nachdem ich es zusammen mit meiner Frau vor drei Jahren angefangen hatte (ca. 13 Std. Spielzeit) ist es irgendwann von der Festplatte geflogen. Über die Jahre hatte ich immer mal wieder Bock aber so richtig hat es vor drei Wochen in den Fingern gejuckt. Unser Sohn war das erste mal mehrer Tage bzw. fast 1 1/2 Wochen bei seinen Großeltern und wir hatten endlich die Ruhe, die Lust und die Zeit wieder Hollow Knight zu spielen. Und es hat nochmal so richtig klick gemacht. Mittlerweile haben wir fast 50 Std. auf der Spieluhr.^^

    Jedenfalls vielen Dank für diesen Artikel. Beste Grüße Willi

    Jessica KathmannLenny
    1. Danke für deinen Kommentar. 🙂 Auch wenn ich selbst keine Kinder habe, kann ich gut nachvollziehen, dass einem für manche Spiele auch die nötige Ruhe und Zeit fehlt, weil äußere Einflüsse wie Kinder oder auch Arbeit usw. ein einlassen auf ein Spiel schwer möglich machen. Umso schöner, wenn es dann funktioniert, wenn dann die Zeit dafür da ist.

  6. Sehr interessanter Artikel, den ich so ganz gut unterschreiben kann. So ging’s mir mit Suikoden III, als ich das 2002 zum ersten Mal gespielt hab hat es nicht gezündet, da war aber einfach auch die Zeit nicht die Richtige. Mittlerweile ist es eines meiner allerliebsten Spiele.

    Das hab ich bei so einigen Spielen durch, dass man manchmal etwas reifen muss, bis man passend zum Spiel wird.

    Bei mir gibt es noch ein Detail, welches jetzt aber gar nicht so viel mit deinem Artikel zu tun hat 🙂 Bei mir gibt es “Sommerspiele” und “Winterspiele”. Manche Spiele zünden nur im Sommer, manche im Winter. Das ist bei mir aber auch völlig unabhängig vom Genre, sondern irgendwie nur von der allgemeinen Stimmung her. Ich kann dir nicht sagen warum ich z.B. das megamäßig winterliche “I am Setsuna” nur im Sommer spielen kann, wohingegen das oft sommerliche Secret of Mana nur im Winter geht bei mir. xD

    Jessica KathmannThilo NiewöhnerTobiLenny
    1. Danke für deinen Kommentar. 🙂

      Ja das mit dem Thema Sommer- und Winterspiele ist interessant. Ich könnte mir denken, dass das zum einen mit Weihnachten zu tun hat und was für ein Spiel man damals bekommen hat und im Sommer mit den Großen Ferien wo mal die Zeit war sich einem Spiel richtig zu widmen.

      Thilo NiewöhnerTobi
      1. Das ist ein interessanter Punkt! Stimmt, so habe ich das noch gar nicht gesehen dass das ja immer irgendwie mit den Ferien der Kinderzeit zusammenhängt. Vielleicht triggern manche Spiele auch die richtigen Nostalgieknöpfe um dann eben zu einem “Sommerspiel” oder “Winterspiel” zu werden. Danke für den Gedanken, der ist gut!

        Thilo NiewöhnerTobi
  7. Ein sehr spannender und interessanter Beitrag Lenny! Es war quasi “überfällig” dieses Thema anzusprechen. Für mich ist die Konvergenz zwischen einem Spiel und mir immer sehr wichtig. Grundsätzlich ist es mir egal, wie alt ein Spiel ist. Ich spiele Spiele auch nicht, weil sie angesagt sind. Das Spiel muss einfach in mein Leben zum entsprechenden Zeitpunkt passen. Es hängt sehr von meiner Stimmung oder Laune ab.

    Ich habe beispielsweise “Call of Duty”- oder “Firewatch”-Tage. Mal muss es knallen, mal braucht meine Seele Streicheleinheiten. Das ist auch der Grund dafür, warum viele Spiele immer auch eine zweite Wahl bei mir bekommen.

    Oft wird ein Spiel auch von außen angeregt. So kann mich eine Doku über den WWII dazu motivieren ein passendes Spiel zu spielen. Manchmal ist es auch ein Tweet, der mich aufmerksam macht, oder ein persönliches Gespräch. Ganz sicher ist es aber fast nie eine Produktkampagne. Was vielleicht auch daran liegt, dass ich mich Hypes fast schon kategorisch verweigere. Ich war nie leicht von Hypes zu motivieren, weil ich mir immer meine eigene Meinung bewahren wollte und ungern mitlaufe.

    Momentan spiele ich zum Beispiel Crysis Remastered auf der PS4. Das ist ein Spiel (ursprüngliche Fassung) von 2007. Es spielt sich großartig und passt momentan sowohl vom Setting (Südsee in diesen grauen Tagen!) als auch vom Gameplay (spielt sich butterweich) perfekt in meine Stimmung.

    Jedes Spiel hat seine Zeit würde ich sagen. Und manchmal auch mehrere Zeiten.

    Danke für Deinen tollen Text!

    Jessica KathmannDennis GereckeTobiLenny
    1. Danke André. 🙂

      Ja früher hätte ich auch gesagt, dass Hypes bei mir nicht funktionieren, aber mittlerweile sehe ich das kritischer. Vielleicht funktioniert ein Hype nicht so, dass ich ein Spiel sofort am Release kaufen muss, aber er beeinflusst ganz sicher meine Meinung und Erwartungshaltung. Je nachdem wie ich das Spiel in der allgemeinen Wahrnehmung und Bewertung erlebt habe.

      Jedes Spiel hat seine Zeit würde ich sagen. Und manchmal auch mehrere Zeiten.

      Dem stimme ich zu. Sei es weil man wissen will, ob die Meinung noch bestand hat, oder weil man weiß, dass einem das Spiel gerade das gibt, was man braucht.

      Tobi
  8. Genau so ging es mir damals auch mit Horizon Zero Dawn. Ich habe mich so darauf gefreut und es dann in einem Livestream das erste Mal gespielt. Ich konnte mich aber nicht wirklich auf das Spiel einlassen und habe es genervt/frustriert zur Seite gelegt. Etwas später hab ich es dann nochmal versucht und es nur für mich gespielt. Heute ist es eines meiner liebsten Spiele. Vor kurzem habe ich den zweiten Durchlauf gestartet damit ich vorbereitet bin wenn der zweite Teil erscheint und die PS5 da ist. Danke für die schönen Worte!

    LennyTobiAndré Eymann
  9. Nicht die Spiele müssen reifen, der Spieler muss reifen.
    Bei mir liegen Spiele durchaus längere Zeit auf dem ungeliebten Pile-of-Shame. Ich kaufe ein Spiel, fange an zu spielen und nach wenigen Stunden landet das Spiel auf der Seite. Den einen oder anderen Titel habe ich Jahre später genommen und dann tatsächlich ohne Unterbrechung durch andere Spiele bis zum Abspann gespielt. Borderlands, Dragon Age: Origins, Dishonored, Divinity: Original Sin und Persona 4: Golden fallen mir da als Beispiel ein.
    Die Spiele haben sich in der Zeit aber nicht verändert. Ich als Spieler habe mich aber verändert. Ich habe inzwischen andere Taktiken oder Spielweisen gelernt. Ich habe vielleicht auch mehr Zeit, um über die Lösung für ein Rätsel im Spiel nachzudenken. Eine unüberwindbare Barriere, die damals dafür sorgte das ich das Spiel auf die Seite legte, wird plötzlich durch eine andere Sichtweise zu einer leichten Übung.
    Oft habe ich diese Erfahrung gemacht.

    TobiAndré Eymann
    1. Da hast du vollkommen recht. Sicher verändert sich mein Blick auf ein Spiel eher als sich das Spiel verändert. Das Spiel ist halt so wie es ist. Deswegen ist ja die richtige Zeit so wichtig und sich zu überlegen, ob ein Spiel einem einfach nicht liegt, oder ob es eben nur noch nicht die richtige Situation, Stimmung oder Zeit ist.

      TobiAndré Eymann
  10. Vielen Dank für den tollen Artikel und die wunderbaren Gedanken! Du sprichst mir echt aus der Seele!
    Tatsächlich ging es mir jüngst genauso. Auf meiner Festplatte lag schon seit über einem Jahr “Mutant Year Zero” herum. Ich hatte es damals nach dem Kauf genau 20 Minuten ausprobiert und mir gedacht, dass das Gameplay, nämlich die rundenbasierten Taktikkämpfe so überhaupt nicht mein Stil sind. Ich hatte total hohe Erwartungen aufgrund des Trailers und war tatsächlich irgendwie enttäuscht. Der Switch von Echtzeit-Stealth-Modus in die Rundenkämpfe kam mir vor, wie ein über Bruch der Immersion.
    Nun hatte ich ihm während einer nicht ganz freiwilligen Quarantäne 😉 nochmal eine Chance gegeben; mir vorgenommen, mich nochmal ganz offen auf das Gameplay einzulassen und fand es erstaunlich unterhaltsam. Nach zwei Tagen hatte ich es durch und war ganz beseelt.
    Du hast Recht, jedes Spiel hat seine Zeit.

    André EymannTobiLenny
    1. So ging es mir auch oft. Manchmal erwischt einen ein Spiel auf dem falschen Fuß und ein Element des Spiels will einem nicht gefallen. Deswegen mag ich Demos, weil die einem einen Einblick geben können. So geschehen bei mir mit Bravely Default.

      André EymannTobi
  11. Danke für deinen Beitrag, Lenny! Was du beschreibst, kann ich wirklich nachempfinden. Ich spiele einiges parallel, oft aus genau den von dir genannten Gründen. Ich schaue mir Spiele an, die mich vom Prinzip her wirklich interessieren und dann passt die Stimmung nicht, oder irgendetwas nervt mich an dem Spiel. Vielleicht mag ich grad nicht ballern und suche etwas Ruhiges, oder hab keine Lust auf Hektik. Oder meine Stimmung ist am Boden, ich mag dann auch nichts Witziges.

    Ich muss gerade nicht lange überlegen, denn tatsächlich habe ich gestern Abend erst die Einzelspielerkampagne von Titanfall 2 beendet, obwohl ich das Spiel im Oktober 2020 gekauft und begonnen hatte. Dann kam genau das Angesprochene, ich hatte ziemlich viel um die Ohren (ok, wie eigentlich immer) und dieser Shooter hatte mich dann total gestresst und nervte mich einfach mit seinen Wandlauf und fast schon Jump’nRun Einlagen. Neulich hab ich dann gedacht, guckst du noch mal rein, weil ich die Mech-Idee grundsätzlich mochte und war dann hin und weg vom Levelaufbau, coolen Ideen und dem oft dynamischen Spielfluss, der übrigens auch den Wandlauf enthielt und diesem mitunter sogar zu verdanken ist. Diesmal allerdings machte mir die Hopserei Laune und ich bin froh, das Spiel (durch)gespielt zu haben.

    Zum Thema A Plaque Tale: Ich fand die Demo (die Wald- und Vatergeschichte vom Anfang) ohne Hype wirklich richtig gut und hatte mir daraufhin das Game im Sale gekauft. Ganz schnell hab ich dann aber gemerkt, dass die Stimmung gerade absolut nichts für mich ist (ok, das hätte ich mir aufgrund der Demo vielleicht denken können), aber leider folgten dann der prima inszenierten, gut spielbaren Flucht, tausend hässliche Tode im darauffolgenden Abschnitt im gekauften Spiel (vielleicht bin ich auch zu blöd). Und ein Teeniemädche überhaupt oder noch schlimmer, immer wieder sterben zu sehen (auch wenn’s virtuell ist), da dreht sich mir grad aus persönlichen Gründen einfach der Magen um. Vielleicht kommt die Zeit noch mal, wo ich A Plaque Tale eine Chance geben werde, drauf wetten würde ich aber lieber nicht.

    André EymannLenny
    1. Danke für deinen Kommentar, Tobi.

      Ja genauso ist es. Es besteht ein Unterschied zwischen dem was ich vielleicht spannend finde und dem was dann wirklich meiner Stimmung entspricht. Es kann Spiele geben, die behandeln Themen die ich spannend finde oder Spielmechaniken haben die mich reizen, aber dann ist es eben nicht der richtige Zeitpunkt. Was für mich immer ein guter Anhaltspunkt ist, wenn mir ein Spiel noch im Kopf bleibt, auch wenn ich es beim ersten Mal nicht mochte. Dann besteht der Anreiz nochmal zu testen oder wenn mir etwas an einem Spiel gefällt, nach ähnlichen Titeln zu suchen.

      Ja mit A Plaque Tale habe ich es ja auch nochmal versucht und da war es der Fall, dass ich die exakt gleichen Probleme mit dem Spiel hatte, weil die Stärken, die das Spiel hat, die Schwächen nicht überdecken konnte. Trotzdem kann ich nicht verleugnen, dass ich Interesse am zweiten Teil habe.

      André EymannTobi