The Legend of Zelda: Breath of the Wild
The Legend of Zelda: Breath of the Wild

Was mich an Videospielen nervt

Veröffentlicht in Videospielgeschichten
Mit Kommentaren von Ferdi, Binary Scroll, Griesgram, David, Nerd Wiki, Tobi, Ferdinand Müller, Matthias, GamesArt, Moni, Alex, Lenny

Kennt Ihr das auch? Es ist Samstag. Endlich Wochenende. Die Woche über viel gearbeitet, spät zu Hause gewesen und genau genommen zu nichts mehr gekommen. Abends keinen rechten Antrieb mehr, noch irgendetwas zu bewegen. Was folgt, ist Abendbrot, Sofa, Glotze, Bett > Repeat.

Und täglich grüßt das Murmeltier

Samstags das übliche Programm: Einkaufen, Hausputz, Wäsche waschen … Die Waschmaschine piept. Ich hänge die Wäsche draußen auf und dann das: Der Rasen muss ja gemäht werden. Auch das noch! Gibt es etwas Langweiligeres als Rasenmähen? Stupides Hin- und Hergeschiebe einer dröhnenden Bleckiste? Lebenszeitverschwendung pur. So langweilig, dass es einer Nahtoderfahrung gleichkommt. Dicht gefolgt von der Reinigung der fettigen Dunstabzugshaube oder dem Bügeln der Hemden – auweia, das steht ja auch noch auf der To-do …

Freizeit ist kostbar

Aber was hat das alles mit Zelda Breath of the Wild zu tun? Einem Spiel, das zu den besten Spielen zählt, die je auf diesem Planeten erschienen sind. Metacritic.com ermittelt einen unglaublichen Score von 97%.

97 von 100! – Das grenzt an Perfektion. Jede Kritik kommt einer Gotteslästerung gleich.

Perfekt ist für mich anders. Obwohl Zelda so viel richtig macht. Richtig gut sogar. Aber eben nicht alles. Manches nervt einfach, genauso wie Rasenmähen.

Apropos: In einem Ort namens Hateno spricht mich ein Dorfbewohner an. Er möchte wissen, wie man die Aufmerksamkeit der Wirtin im Dorf erregen kann und bittet mich herauszufinden, was ihr Herz begehrt. Ich tue ihm den Gefallen und frage die Wirtin – Primelle heißt sie – was sie so mag. Heuschrecken. Zurück beim heimlichen Verehrer teile ich ihm diese hochbrisante Nachricht mit. Daraufhin bittet er mich doch glatt, auf der Wiese hinter dem Haus nach Heuschrecken zu suchen und diese für ihn zu sammeln. Gleich 10 (!) davon. „Nö – geh mir aus der Sonne“, möchte ich ihm zurufen. Genauso gut hätte er mich bitten können, seinen Rasen zu mähen.

Das war aber noch eine von den „besseren“ Nebenmissionen – die ich natürlich trotzdem ignoriert habe. Okay, Nebenmissionen muss man nicht machen. Ärgerlich wird es erst dann, wenn die Belohnungen gebraucht werden, um sich hochzuleveln, um später einigermaßen weiter zu kommen. Das bedeutet aber nicht, dass Nebenmissionen sterbenslangweilig sein müssen oder gar in Arbeit ausarten.

Spannende Aufgaben lauern überall in Zelda: Auf Heuschrecken folgen Libellen. (Bild: Ferdinand Müller)
Spannende Aufgaben lauern überall in Zelda: Auf Heuschrecken folgen Libellen. (Bild: Ferdinand Müller)

Weniger ist hier mehr. Macht einfach schlaue Quests … oder lasst es. Nutzt die fantastische Welt von Zelda in Kombination mit den unendlichen Möglichkeiten, die allein das Magnetmodul bietet, für kreative Ideen. Überrascht mich mit intelligenten Nebenaufgaben; fordert meinen müden Geist heraus, lasst mich staunen und begeistert mich. Aber langweilt mich nicht mit stumpfsinnigen Aufgaben. Heuschrecken sammeln ödet mich an. Und nein, Libellen sind auch nicht besser! Da lasse ich mich lieber auf fordernde Kämpfe in Zelda ein. Aber Moment:

Verschleiß, dass die Schwarte kracht.

Die Kampfmechaniken in Zelda sind hervorragend umgesetzt. Vergleichbar mit Dark Souls – ja, das meine ich ernst. Nur der Flow will sich nicht so recht einstellen. Und das hat einen trivialen Grund: Waffenverschleiß. Waffen gibt es in Zelda mehr als genug. Jeder besiegte Gegner lässt seine fallen. Dummerweise halten die nicht sonderlich lange. Selbst ein Ritterschwert, das ich als Belohnung für die Lösung eines Rätsels bekommen habe, zerbricht gefühlt nach 5 Schlägen … und wirft mich damit komplett aus dem Flow. Denn ohne Waffe mitten im Kampfgeschehen ist … blöd. Bei einer Gegnerhorde kann es passieren, dass gleich mehrere Waffen ihren Geist aufgeben. Die Folge: Ich unterbreche jedes Mal den Kampf und rufe das (leider) fummelige Menü auf und scrolle erstmal zu den Waffen. Was nehme ich denn nur bloß? Die Schwerter sind futsch; zur Wahl stehen die Mistgabel, der Bokblin-Knochen, die Kartoffel-Harke oder der Wischmopp. Nein, kein Scherz. Wie lange die wohl halten werden?

Zurück im Spiel bin ich komplett raus aus dem Spiel. Flowkiller in Perfektion. Na toll. Das ist so unnötig und macht nicht nur den Flow kaputt, sondern verdirbt mir auch den Spielspaß.

Ich habe eine ganz schlechte Eigenschaft und ich komme auch nur schwer dagegen an: Ungeduld. Zeitraubende, langweilige Tätigkeiten sind mir verhasst. Vor allem dann, wenn sie unnötig und vermeidbar sind.

Tim Mälzer lässt grüßen

Eine solche Tätigkeit findet sich leider auch in Zelda und sie zieht sich durch das gesamte Spiel: Kochen. Unvermeidbar, um zu überleben. Klingt logisch und nach einem gut durchdachten Gameplay-Element. Tatsächlich nervt es mich.

Anders als in früheren Zeldas fliegen Link hier keine Herzen entgegen, nachdem er einem Monster oder was auch immer die Rübe eingehauen hat. Nein, in Zelda BOTW bin ich Jäger und Sammler. Denn um zu kochen, brauche ich Zutaten. Die finden sich überall in der Spielwelt. Pilze, Äpfel, Beeren, Kräuter – ach, einfach alles und Freiwild wie Rehe, Vögel, Wildschweine usw., die ich z. B. mit Pfeil und Bogen erlegen kann. Klingt toll. Bis dahin ist auch alles gut. Dabei hätten es die Game-Designer auch belassen können … und belassen sollen.

Aber Nintendo hat weiter gedacht und in Zelda einen Kochkurs integriert. Aus der nahezu schier unüberschaubaren Anzahl an Zutaten können nun Gerichte kredenzt werden. Und da die Zutaten miteinander kombiniert werden können, füllt die Summe aller möglichen Rezepte mehrere Regalmeter an virtuellen Kochbüchern. Ich hab´s ausgerechnet. Es sind 1064 an möglichen Kombinationen!

Loot for food

Nintendos Ingame: Der Inventar-Simulator. In Zelda verbringt man viel Zeit damit ... (Bild: Nintendo)
Nintendos Ingame: Der Inventar-Simulator. In Zelda verbringt man viel Zeit damit … (Bild: Nintendo)

Gekocht verstärken die Zutaten ihre Wirkung. Aber nicht nur das: Mit dem richtigen Rezept verstärken die Gerichte – für eine Weile wenigstens – Links Geschwindigkeit, Ausdauer, Schleichfähigkeiten, Hitze- und Kälteresidenz usw. Dabei erklärt das Spiel das Kochen noch nicht einmal. Und ganz ehrlich: Ich will spielen und nicht Kochzutaten zusammenwürfeln und schauen, was dabei rauskommt. Am Ende habe ich ohnehin meist das gleiche gekocht – fast wie zu Hause. Ja, ja, ich verstehe schon; die Kreativität soll gefördert werden, bla bla. Mag ja alles sein und ja, womöglich haben Leute Spaß daran. Ich nicht.

Abgesehen davon, dass diese ganze Kocherei aus meiner Sicht völlig überflüssig ist, ist sie auch noch umständlich umgesetzt worden. Das Einsammeln der Zutaten ist wie gesagt nicht das Problem; ich sammele gerne Pilze, Äpfel usw. ein. Anschließend eine geeignete Kochstelle suchen, Okay.

Aber dann: Menü aufrufen. Durch die mehrere Seiten umfassende Zutatenliste scrollen. Zutat in die Hand nehmen. Nächste Zutat aussuchen. Zutat in die Hand nehmen – das geht jetzt mit max. 5 Zutaten so. Aus dem fummeligen Menü rausgehen. Die Zutaten in die Kochstelle werfen. Die unsägliche Kochsequenz mit „x“ abbrechen. Geschafft. Nicht ganz: Repeat 20-mal! Boah Ey!! 10 Minuten Lebenszeitverschwendung. Jetzt aber bloß speichern!

Zelda hätte auch ohne Kochkurs gut funktioniert; nein viel besser sogar. Aber ich verstehe jetzt, warum so viele Leute 150 Stunden und mehr in Zelda versenken. Einen großen Teil der Zeit verbringen sie vermutlich im Inventar-Simulator und im Maggi-Kochstudio … oder suchen nach Heuschrecken.

Ich will doch bloß spielen

Ein ähnliches Auflevel-Element findet sich ja auch in Far Cry 3. An dem Punkt, als ich irgendwelche Wildtiere erlegen und alle möglichen Pflanzen einsammeln sollte, um damit Spritzen mit bestimmten Fähigkeiten herzustellen, war ich raus. Nach 15 Minuten Spielzeit – deinstall. Das ist nicht meins. Bei manchen Spielen kann man das ja einfach ignorieren.

Die Knochenartefakte in Dishonored 2 habe ich weitestgehend ignoriert und es auch so durchgespielt. In Metro Exodus – das ich gerade spiele – werde ich genötigt Werkbänke aufzusuchen, um die Waffen zu reinigen sowie Munition, Medikits und Gasfilter herzustellen. Crafting mag ich ja nicht, vor allem dann, wenn sich langweilige Tätigkeiten ständig wiederholen. Hier war es gerade so noch erträglich. Bei Wolfenstein II: The New Colossus weiß ich bis heute nicht, wie das Upgrade-System funktioniert. Es hat mich nicht interessiert und ich habe es auch so – im Veteranen-Schwierigkeitsgrad – zu Ende gebracht. Ungewöhnlich gut für einen Shooter finde ich übrigens, wie die Story inszeniert worden ist.

Geschichten in Videospielen zu erzählen, ist ja bekanntlich ein schwieriges Unterfangen. Bei sehr geradlinigen Spielen, wie dem gerade erwähnten Wolfenstein II und auch bei Metro Exodus mag das ja noch einigermaßen funktionieren, da die Story – wenn auch mit Unterbrechungen – einen sehr linearen Verlauf nimmt, wie bei Buch und Film auch. Bei einem Open-World-Spiel wie Zelda ist das weitaus schwieriger, da das Spiel ja gerade keinen linearen Verlauf nimmt. Zelda erzählt ja im Grunde einen Mythos – der immer wiederkehrt. Besiege Ganon, rette Zelda. Ziemlich simpel und daher gut geeignet für Open World, sollte man meinen. Das löst Zelda eigentlich auch ganz gut. Dann aber triftet mir die Erzählung zu sehr ab und verzettelt sich in kleinteiliges Bla Bla, anstatt einfach bei der schlichten Rahmenerzählung zu bleiben.

Weniger Text, bessere Narration

Die Geschichte wird meist in viel zu kleinen zeilenweisen Texthäppchen erzählt, die lästig weitergedrückt werden müssen. Inhaltlich trägt das Erzählte oft Null zum weiterem Spielverlauf bei. Und das ist der eigentliche Kritikpunkt: Die Texte sind sterbenslangweilig und der Inhalt könnte mir egaler kaum sein. Da ich aber befürchte, wichtige Infos zu verpassen, lese ich den ganzen Kram pflichtbewusst durch, nur um anschließend festzustellen, schon wieder Lebenszeit verschwendet zu haben. Die Texte und auch deren Darbietung haben mich sehr an Super Mario 64 auf der N64 erinnert … und das ist schon 23 Jahre alt!

Apropos Texte: Bei so manchen NPC-Charakteren im Spiel und vielen Texten und Quests hatte ich den Eindruck, als wäre Zelda für Vorschulkinder konzipiert worden. Das ist ja auch in Ordnung und eben typisch für Nintendo. Aber manchmal halt zu sehr Ponyhof. Insgeheim dachte ich, okay, ich gehöre wohl doch nicht zur Zielgruppe von Zelda. Lieber doch Dark Souls einlegen?!

So, jetzt ist es aber auch gut. Habe ich eigentlich schon erwähnt, wie toll Zelda ist? Das kam womöglich im Text gar nicht so rüber, aber das meine ich tatsächlich so. Ganz ehrlich!

Und Ihr so? Es ist Samstag, wie sieht´s aus? Ist der Rasen schon gemäht?

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Kommentare18

  1. Genau diese Punkte haben mich BotW beiseite legen lassen. Für mich fühlte es sich an, wie ein Inventar mit gelegentlichen Open-World-Ausflügen. Diese Art von Waffenverschleiss hätte man keinem anderen Spiel verziehen. Aber Kritik grenzt hier wirklich an Gotteslästerung. Ungefähr 20 Stunden habe ich in das Spiel investiert, in der Hoffnung, dass es irgendwann anfängt Spaß zu machen, was bei mir aber nie der Fall war.

  2. Kein anderes Spiel hat mich am Anfang so frustriert wie BotW und jedes andere Spiel hätte ich nach 10 Stunden abgebrochen. Aber es war halt Zelda. Ich fand das mit dem Kochen gar nicht so schlimm und hatte den Eindruck, dass man das gut umgehen konnte. Rezepte konnte ich mir nie merken, ich hab meist total simple Sachen gemacht oder einfach rohes Obst gegessen. Für das Problem mit dem Waffen hab ich mir so früh es ging das Masterschwert und das Hylian-Schield geholt. Die ständig zerbrechenden Waffen waren echt das schlimmste… vor allem, wenn man supercoole Waffen dann gar nicht benutzen möchte, aus Angst, dass die kaputt gehen. Und dann öffnet man wieder eine Truhe, findet eine noch bessere Waffe… und hat keinen Platz im Inventar. Im Grunde haben die nervigen Dinge aber doch dafür gesorgt, dass man sich wie Link in der Wildnis fühlt. Man ist verloren, niemand sagt einem den Weg, für Lebensenergie muss man sich was kochen… wie im echten Leben. Es hätte vielleicht mehrere Modi geben sollen, dass man das Spiel auf unterschiedliche Weise spielen kann. Ich fand aber, nach den ersten 10-30 Stunden kam man gut rein und dann war es das tollste Spiel der letzten Jahre. Aber wie eingangs erwähnt: ohne “Zelda” im Titel hätte ich dem Spiel niemals so viel Zeit gegeben.

    1. Klar, die Kocherei kann man umgehen; das habe ich auch getan und mich fast ausschließlich von Äpfeln und Pilzen ernährt. Die Nahrungsaufnahme ist aber leider ein sehr zentrales Gameplay-Element in Zelda; ohne Essen stirbt man einfach. Insofern ist es doch sehr bemerkenswert, dass Du und auch ich, einen so wichtigen Bestandteil des Spiels versuchen zu umgehen, da er schlicht lästig ist und einfach keinen Spaß macht.

      Achja, der Platzmangel im Inventar. Noch so eine nervige Sache. Noch ärgerlicher fand ich es aber, dass ich gefühlt 128 dieser Krog-Samen gefunden habe, aber nicht mehr diese komische Figur, die sie gegen mehr Platz im Inventar getauscht hat. Wie vom Erdboden verschluckt.

      Materschwert ??? Hylian-Schield ??? Noch nie gehört. Das passiert, wenn man die Texte in Zelda einfach ungelesen wegklickt, so wie ich das oft mache *googlet parallel im Netz*.

      Das könnte die Sache etwas entschärfen. Dennoch denke ich, dass das Problem mit dem Waffenverschleiß leicht zu patchen wäre – im Gegensatz zum Kochkurs. Einfach die Lebensdauer etwas erhöhen, fertig. Mich wundert, dass Nintendo keine Anstalten macht, das zu korrigieren. Schade, denn Zelda hätte ohne die nervigen Macken ein noch viel besseres Spiel sein können, als es ohnehin schon ist …

  3. Ich war mir erst nicht sicher ob ich auf den Beitrag antworten sollte, da er ja natürlich absichtlich überspitzt formuliert ist. Schließlich schreibt Ferdinand auch am Ende
    “So, jetzt ist es aber auch gut. Habe ich eigentlich schon erwähnt, wie toll Zelda ist? Das kam womöglich im Text gar nicht so rüber, aber das meine ich tatsächlich so. Ganz ehrlich!”

    So langsam häufen sich aber die Kommentare und ich habe das Gefühl ich müsste eine kleine Lanze für BOTW brechen. (Ganz wie im Spiel, höhö)
    Ich will auch gar nicht absprechen, dass die oben genannten Punkte nervig sein können. Ja, das Kochen hätte noch simpler und intuitiver funktionieren müssen und auch die Waffenabnutzung (die gab es übrigens auch schon bei Dark Souls) ist zu stark, doch trotzdem sind es grundsolide Mechaniken, die ich auf keinen Fall missen möchte.
    Denn all diese Dinge sind aus einem einfachen Grund eingebaut worden und zwar um den wichtigsten Aspekt des Spiels zu verstärken: Das Entdecken!
    Auf der Suche nach einer neuen Waffe stolpert man über ganz natürlich über einen versteckten Tempel. Der Wanderer vom südlichen Stall erzählt mir von einer Feenquelle im östlichen Wald. Auf dem Weg dahin finde ich eine Herde Pferde, zähme mir kurzerhand eins und reite weiter. Beim Vulkan wird es dann etwas heißer, lieber drum-herum reiten, oder ich koche mir aus den Echsen die ich vorhin gefunden habe ein Essen, dass mich immun gegen die Hitze macht.

    Ich empfinde diese Welt keinesfalls als leer. Überall gibt es etwas zu entdecken. Mystische Wesen, Legendäre Tiere, alte Labyrinthe und was weiß ich noch was. Und auch, dass es gerade keinen roten Faden gibt, der einem die Story genau erklärt finde ich super. Die Story wird mir nicht vorgekaut, sondern ich muss sie selber finden. Entdecken. Allein dadurch ist es mehr MEINE Geschichte, als in jedem anderen Zelda zuvor. Und die wurden auch alle mit Textboxen erzählt und hatten keine synchronisierten Cutscenes.

    Es kann auch sein, dass das trotzdem alles nichts für einen ist; Dass das selber herausfinden und “Geschichte-aus-Storyfetzen” erarbeiten zuviel Arbeit bedeutet. Fair enough.
    Aber für mich ist Breath of the Wild endlich wieder ein Spiel in dem ich gerne Zeit (auch mit Kleinigkeiten) verbringe und das den Titel “Open World” völlig zu Recht trägt.

    1. Danke für Deinen Kommentar und die Lobeshymne auf Zelda. Das mag Dich jetzt vielleicht überraschen, aber ich bin genau Deiner Meinung. Der Artikel steht da auch nicht im Widerspruch.

      Über die positiven Seiten von BOTW habe ich hier ganz bewusst nichts geschrieben, da sich der Artikel ja gerade mit den nervigen Aspekten in Videospielen befasst. Sonst würde der Artikel lauten: „Was ich in Videospielen liebe” oder so ähnlich. Vielleicht kommt der ja noch, wer weiß.

      Zelda steht nur stellvertretend für viele andere Titel mit weitaus nervigeren Macken.

  4. Mich hat das ständige Essen und gesund medizinieren, schon in Metal Gear Solid 3 geärgert. Spiele in denen die Waffen nach einer kurzen Nutzungsphase stumpf werden oder sogar defekt gehen, können mir ebenfalls gestohlen bleiben. Ist schon komisch, aber genau in solchen Momenten will ich keinen Realismus in Spielen, ich will Spaß haben und keinen, wie der Autor schon sagt, Rasen mähen…

  5. Deinem Beitag kann ich nur zustimmen. Ich habe BOTW gekauft, weil es so gelobt wurde. Es hat auch ganz nett mit ein paar Rätseln angefangen, aber dann bin ich nur noch ziellos durch die Gegend gelaufen und habe Zeug eingesammelt, aber ohne dass etwas Besonderes dabei gewesen wäre. Wie ich dann festgestellt habe, dass ich auch noch zu Kochen anfangen muss, habe ich nur noch mit den Augen gerollt.
    Irgendwie hat mir nach kurzer Zeit schon eine Story gefehlt, an der ich mich hätte orientieren können.
    Die Kämpfe waren auch irgendwann langweilig und ich bin denen dann auch wegen des beschriebenen Waffenproblems eher aus dem Weg gegangen. Ich empfand die Welt jedenfalls als ziemlich leer und auch die Spielmechanik irgendwie zu kompliziert. Oder vielleicht hat mich das Spiel einfach nicht so in seinen Bann gezogen, als dass ich Lust gehabt hätte, mich da länger damit zu beschäftigen.
    Für das Geld bekomme ich jedenfalls andere Open World Spiele, die mich mehr begeistern.

    1. Jetzt wo Du es sagst; ich bin den Kämpfen auch oft aus dem Weg gegangen. Vor allem wegen der Waffen aus Pappe, aber auch wegen der dann anstehenden Kocherei, um die verloren gegangene Lebensenergie wieder aufzufüllen zu müssen. Die Spielmechanik finde ich aber nicht zu kompliziert und die Welt in Zelda finde ich alles andere als leer.

      Gerade das Entdecken und Erkunden der fantastischen Spielwelt macht für mich die Faszination von BOTW bis jetzt aus. Ich bin auch oft ziellos durch die Gegend gelaufen. Bei mir war es aber so, dass ich auf dem Weg zu einem bestimmten Ort immer wieder durch Dinge in der Landschaft abgelenkt worden bin. Sei es eine interessante Felsformation, ein seltsames Leuchten in der Ferne oder ein riesiges Labyrinth. Neugierig bin ich von a nach b gehüpft und irgendwann wusste ich gar nicht mehr, wohin ich eigentlich wollte. Aber genau das zeichnet BOTW aus, finde ich jedenfalls.

  6. Bin ja der Meinung, das aktuelle Zelda wird komplett überschätzt. Das Spielen fühlt sich nach Arbeit an und die hat man am Wochenende genug zu Hause. Beim spielen will ich entspannen. Darum hatte ich Zelda nach 5h Spielzeit wieder gelöscht und verkauft.

  7. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. BotW war das Spiel welches ich mir mit meiner Switch zusammen gekauft hatte. Ich hatte davor schon einiges vom Titel gesehen und dachte, dass wäre ein Spiel für mich. Obwohl mir bewusst war, dass es ein Open World-Game ist, was nicht so meins ist.
    Schnell kam aber auch die Ernüchterung. Nicht weil das Spiel schlecht ist. Aber mir fehlt der Fokus und der rote Faden im Spiel. Den könnte ich mir selber suchen, aber ich habe keine Motivation dazu, da mich looten und leveln nicht interessiert. Ich habe kein Interesse daran, das beste von etwas zu finden. So geht es mir auch mit AC Origins, welches für mich ähnliche Probleme hat. Oft wird eine große Welt mit Nonsens gefüllt anstatt mit interessanten Geschichten oder abwechslungsreichem Gameplay. Und wenn ich das merke, verliere ich schnell die Motivation mich mit dem Spiel auseinanderzusetzen.

    1. Hallo Lenny,
      was den roten Faden in Zelda angeht, verstehe ich was Du meinst. Du magst ja eher Geschichten in Videospielen. Mit einer fesselnden Story kann Zelda wahrlich nicht aufwarten. Besiege Ganon, rette Zelda. Vorher noch die vier Titanen vom Fluch Ganons befreien. Viel mehr ist es ja nicht. Insofern verstehe ich voll und ganz, dass Dir der Fokus fehlt. Die überschaubare Story ist zudem überall in der Welt verstreut. Die Entdeckung dieser Welt ist das eigentliche Spiel, nicht die Story. Diese grobe Rahmenhandlung reicht mir aber voll und ganz aus. So unterschiedlich sind die Präferenzen in Videospielen und macht deutlich, wie schwer es Game-Designer haben können.

      Was mir aber besonders gut gefällt ist, dass man das eigentliche Ziel – rette Zelda – nie aus den Augen verlieren kann. Es ist ja ständig präsent. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ohne das eine Erklärung nötig gewesen wäre, war mit sofort klar, das Ganon im Todesberg sein muss, den man von quasi überall aus im Spiel sieht. Wie der Schicksalsberg in Mordor thront er mahnend in mitten der Spielwelt von BOTW. Und sieht genauso schaurig aus. Diese Art des Storytellings – wenn man das überhaupt so nennen kann – finde ich klasse und reicht mir schon zur Motivation aus. Denn, nachdem ich die vier Titanen befreit habe, will ich da hin!

    2. AC Origins verstaubt auch bei mir, weshalb ich mir unschlüssig bin, ob ich mir BotW (oder Days Gone) holen soll, oder einfach akzeptiere, dass Open World Spiele vielleicht nichts für mich sind. Selbst wenn sie von Nintendo entwickelt wurden.

  8. Sehr geiler Beitrag! 🙂

    Und Du sprichst mir aus dem Herzen: Was haben MMO-Mechaniken, die Leute online halten sollen, wie Zutaten-Grinden oder WoW-artiges Kochen, in einem Single Player-Spiel wie Zelda verloren?

    Ansonsten hätte mich der Titel auch sehr interessiert. Allein der Titel “Breath of the Wild” bringt meine Abenteuer-Fühler nur so zum Zucken… aber da du nun schon der X-te bist, der diese Dinge bemängelt, werde ich meine knapp gewordene Zeit wohl woanders investieren.

    1. Danke für das geile Kompliment!

      Wenn mich jemand fragen würde, welches Spiel ich für die Switch empfehlen würde; ohne zu zögern würde ich „Zelda Breath of the Wild“ nennen. Klingt so, als stünde das im klaren Widerspruch zu meinem Text. Nun ja, ich habe im Beitrag ja ausschließlich die aus meiner Sicht nervigen Seiten des Spiels beleuchtet.

      Wenn es Dir liegt, eine fantastische Spielwelt zu Erkunden und zu Entdecken, solltest Du Deine Abenteuer-Fühler nicht sofort wieder einziehen. Denn genau das bietet das neue Zelda – mit all seinen Macken.

  9. Vielen Dank für diesen unglaublich gut geschriebenen Beitrag! 🙂

    Den Garten habe ich zwar gestern schon hinter mir gelassen und kenne BOTW nur aus Tests und Beiträgen (also gar nicht), aber dennoch schaffst Du es hier, mir das Spiel ein wenig näher zu bringen. Der Waffenverschleiß klingt übrigens echt nervig.
    Und es schreit innerlich in mir “Ja, das kenn ich absolut!”. Und da gibt’s wohl einige Kandidaten: Stupide Rätsel, stumpfe Aufgaben zum Zeit-totschlagen, wunderbar… nicht.
    Bring dies nach dort und andersherum, sammel dieses und jenes für den und den, usw. Das kann eine tolle Spielidee und ein prima Gesamtkonzept unter Umständen völlig zerstören, wenn es zu häufig auftaucht.

    Ich bin zur Zeit nach einer fast medienfreien Zeit, die ich mir genommen habe, spieltechnisch nicht mehr wirklich aktiv. Daher habe ich zur Zeit auch nicht dieses “was kann ich spielen” Dilemma, kann das aber sehr gut nachvollziehen.
    Und da fällt gerade mir, ein, dass ich den Holzschutz vom Schuppen heute noch auf dem Zettel habe.

    1. Vielen Dank für dieses unglaublich tolle Kompliment! 🙂

      Und danke auf dafür, dass Du zum Kommentieren am Artikel angeregt hast. Das ist viel nachhaltiger als Kommentare auf Twitter zu hinterlassen.

      Was den Schuppen angeht, kann ich Lasuren von Sikkens empfehlen. Das ich ein Holzhaus unterhalte, gehört Holzschutz quasi zu meinen Hauptquests …

      1. Sehr gerne 🙂
        Ich mag Twitter, aber genau wie Du geschrieben hast ist es nachhaltiger, direkt hier an der Quelle zu kommentieren, als über andere Medien breitzutreten.
        Da freut sich der Blogbetreiber und der Autor und man hat gleich Bezug zum eigentlichen Text.
        Danke auch für den Lasur-Tipp, natürlich habe ich das Streichen gerne aufgeschoben an Ostern… 😉