Mein ZX81 – Ein magisches Geschenk

Veröffentlicht in Hardware, Videospielgeschichten
Mit Kommentaren von Andreas Steinbacher, André Eymann, Rider, YesterPlay80, Poly, David Lightman, Ferdi, Dennis @ gamer83.de, Klaus Ruthmann, wepuc, Arne, Newcomer

Frei nach dem Slogan „Wie war das damals?“ blicken wir nun zurück auf die Pionierzeit der Heimcomputer in Westdeutschland. Wie nahmen wir als Jugendliche zu dieser Zeit die Eroberung der privaten Haushalte durch Computer wahr?

Wir schreiben das Jahr 1984. In Zeiten des kalten Krieges erscheinen die Bedrohungsszenarien der James-Bond-Filme lange nicht so weit hergeholt, wie heutzutage. Der Kinofilm Octopussy handelt im Schatten des Wettrüstens und des NATO-Doppelbeschlusses von der abenteuerlichen Suche nach einem Fabergé-Ei. Bond musste verhindern, dass der Bösewicht den berühmten Zarenschatz gegen eine Atombombe eintauschen kann. Erst in letzter Minute kann die Apokalypse verhindert werden. Scherzhaft verkündet der US-Präsident Ronald Reagan im gleichen Jahr die Bombardierung der Sowjetunion in einer Probe-Ansprache. Er entschuldigt sich später dafür.

In der BRD „hackt“ der Chaos Computer Club die Deutsche Bundespost und deckt somit einen ersten illegalen und medienwirksamen Datenzugriff mit historischer Tragweite für unser Land auf. Und zu guter Letzt wird River Raid von Activision als das erste deutsche Videospiel indiziert. Gleich zu Beginn des Jahres führt Apple den Macintosh als, wie wir heute wissen, Meilenstein der ästhetischen Computertechnik ein. Obwohl in vielen deutschen Kinderzimmern bereits ein Commodore 64 stand, konnte sich ein kleiner Schwarz-Weiß-Computer aus England, der ZX81, ebenfalls auf dem heimischen Markt behaupten.

1984/1985 erlebt Hamburg einen kalten und trockenen Winter. Unter dem Tannenbaum stand für mich in diesem Jahr ein kleiner Karton, der in seiner Styroporverpackung einen ebenso kleinen Computer mit Folientastatur beherbergte. Einen Sinclair ZX81. Doch wie kam es zu diesem Geschenk?

Eine neue Welt für 98 Mark

Wie ist mein Vater auf die Idee gekommen, seinem damals dreizehnjährigen Sohn ausgerechnet diesen britischen Rechner zum Fest zu schenken? Auf diese Frage antwortete er: „Ich habe beobachtet, wie Dich damals elektronische Spiele wie Pac-Man interessierten“. Sicher wird ihm auch aufgefallen sein, dass ich viel mit meinen verschiedenen Game & Watch LCD-Spielen, wie beispielsweise meinem tragbaren, knallorangenen Nintendo-Spiel Game & Watch Donkey Kong, gespielt habe. Oder wie wesentliche Anteile meines Taschengeldes im Galaga-Spielautomaten im Imbiss um die Ecke verschwanden. Auch ahnte er wahrscheinlich, dass ich mit meinem Freund auf der anderen Straßenseite zusammen auf dessen Atari VCS spielte. Dennoch entschied er sich bewusst, mir einen Computer zu schenken und keine Videospielkonsole.

Dass mich Technologie schon immer interessierte, wurde früh von meinem Vater gefördert. Dazu fiel ihm ein: „Kannst Du Dich noch an das electrum-Museum in Hamburg-Barmbek erinnern? Dort war ein ganzer Raum mit dem Ur-PC von Konrad Zuse ausgefüllt, mit der Leistung von, glaube ich, einem Kilobyte. Im Büro der Großküche hatten wir nur Additionsmaschinen. Zur Not konnte man damit auch multiplizieren. Eine 4-Spezimaschine (Anmerkung: eine Maschine die alle vier Grundrechenarten beherrschte) kostete in den 60er Jahren fast 8.000,- DM. Etwas über 10 Jahre später kostete ein Taschenrechner nur noch 5,- DM.“

So ging er im Dezember des Jahres 1984, durch eine Werbeanzeige inspiriert, los und besuchte die Elektronik-Abteilung im Tiefgeschoss des Kaufhauses Alsterhaus am Hamburger Jungfernstieg, um mir einen ZX81 zu kaufen. „Der Preis war, glaube ich, 98,- DM“, erinnerte er sich. „Commodore 16 und 64 kamen später. Aber auch bei denen reichte zum Abspeichern noch mein Kassettenrekorder“, rief er kürzlich aus dem Gedächtnis ab. Das stimmt nicht so ganz, denn 1984 gab es den Commodore 64 schon seit einem Jahr in der BRD zu kaufen. Die Einführung des C16, dem Nachfolger des VC 20, erfolgte bei uns allerdings erst 1985.

Zum Vergleich: der Apple Macintosh kostete seinerzeit hierzulande ca. 7.200,- DM! Der Commodore 64 kostete ca. 1.495,- DM und lag preislich ebenfalls außerhalb des akzeptablen Rahmens. Die sehr niedrigen Anschaffungskosten für den ZX81 waren sicher auch ein entscheidendes Kaufargument für das Weihnachtsgeschenk. So ist es leicht vorstellbar, weshalb der ZX81 – ob als Bausatz oder Fertigmodell – insgesamt ein großer Verkaufserfolg wurde. Er war in Wirklichkeit der „wahre“ Volkscomputer und nicht der Commodore VC 20, so wie es die Werbung in Deutschland zu vermarkten versuchte.

Magischer Moment in heiliger Nacht

Ich kann mich nicht daran erinnern, ob es noch weitere Geschenke für mich zu diesem Fest gab. Zu sehr war ich nach dem traditionellen Weihnachtsessen damit beschäftigt, den in Ungarn hergestellten Videoton TC 1613 Fernseher auszupacken und in Betrieb zu nehmen. Schließlich sollte dieser 8-Kanal VHF-UHF Röhren-Schwarz-Weiß-Tischfernseher dem ZX81 zur bildlichen Darstellung in meine Welt verhelfen. Kurz danach wurde ein Foto aufgenommen, das die frisch ausgepackten Bestandteile des Kleincomputer-Pakets, nebst seinem stolzen Besitzer, bildlich verewigte.

Nachdem der ZX81 mit dem Fernseher verbunden war, wurde der entsprechende UHF-Kanal 36 auf dem Frequenzband des TV-Gerätes gesucht. Langsam wurde mir klar: Du besitzt jetzt einen eigenen Computer! Alle unglaublichen Möglichkeiten stehen nun auch Dir offen. Spiele, Textprogramme, Grafik. Alles, was ich zuvor in Heimcomputerzeitschriften wie Happy Computer oder HC Mein Home-Computer gelesen hatte, war nun auch für mich zugänglich.

Ich schaltete den kleinen schwarzen Kasten ein und es erschien ein weißes „K“ in einem schwarzen Quadrat.

Das „K“ stand für „Keyword“ (engl. für Schlüsselbegriff) und erwartete nun weitere Anweisungen von mir. Sofort blätterte ich im beiliegenden Handbuch ZX81 BASIC Programming und tippte meine ersten Kommandos. Schon nach kurzer Zeit vergaß ich Raum und Zeit um mich. Ein magischer Moment hatte mich erfasst und zog mich unaufhörlich in seinen Bann. Es war, als wäre ich durch ein Tor in eine neue, faszinierende Welt gegangen. Ich glaube die Küche, in der mein ZX81 aufgebaut war, an diesem Abend kaum mehr verlassen zu haben.

Erste kleine Beispielprogramme wurden von mir über die anschlaglose Tastatur des Rechners eingegeben. Programme wie: „Zahlenraten“, „Drucke den gesamten Zeichenvorrat aus“ oder „Rate meinen Namen“. Auch konnte ich schnell erste BASIC-Schleifenroutinen nachvollziehen. Das ZX81-Handbuch stand mit vielen verständlichen Hinweisen hilfreich Pate.

Der ZX81 als Weihnachtsgeschenk 1984. Sofort wurde das mitgelieferte Handbuch studiert. (Bild: André Eymann)
Der ZX81 als Weihnachtsgeschenk 1984. Sofort wurde das mitgelieferte Handbuch studiert. (Bild: André Eymann)

Kaufhaus-Erinnerungen

Wo kam man in den Achtziger Jahren als Jugendlicher mit Heimcomputern in Berührung? Ganz sicher in den großen Kaufhäusern der Stadt. Von meinem Elternhaus war das nächst erreichbare Einkaufszentrum nur 3,5 Kilometer entfernt. Oft ging ich direkt nach der Schule dorthin, um Stunden in der „Computerecke“ von Kaufhof oder Horten zu verbringen.

Das Eldorado der Maschinen dort faszinierte mich. Der Geruch von Kunststoff, erhitzten Netzteilen und Papier war allgegenwärtig. Immer wieder tippte ich Befehlszeilen in die Tastaturen von Commodore 64, Texas Instruments TI-99/4A, VC 20 oder Atari 800 XL ein. Obwohl die meisten Systeme im Kaufhaus meinem ZX81 Zuhause technisch überlegen waren, war ich dennoch glücklich mit meinem eigenen kleinen „Personal Computer“. Meine Eltern konnten die Dinge, die ich in meinem Zimmer auf den Bildschirm zauberte, kaum nachvollziehen. Es war meine eigene Welt, in der ich mich ganz allein behaupten konnte. Rückblickend betrachtet müssen wir Außenstehenden wie Freaks vorgekommen sein.

Mit Nicki-Pullover und Daunenjacke konnten wir Stunden vor den flimmernden TV-Röhren verbringen. Natürlich konnte man im Kaufhaus auch die neuesten Spiele für Heimcomputer und Konsolen ausprobieren. So konnte man beispielsweise kostenlos Smurf für das ColecoVision oder Zaxxon für den Commodore 64 spielen. Alles Top-Hits, die man sich auch zuhause wünschte, die aber preislich leider oft unerreichbar waren. Als Alternative blieb nur, an den Videospielautomaten in der Öffentlichkeit zu spielen. Das war allerdings teuer und nicht immer einfach, denn normalerweise waren die Automaten nur in Bereichen ab 18 Jahren zugänglich.

Mehr Speicher bitte

Als Datenspeicher für meine ZX81-Programme konnte ich den Kassettenrekorder meines Vaters benutzen. Dabei kamen handelsübliche Compact-Cassetten zum Einsatz. Mit den BASIC-Befehlen LOAD und SAVE konnten die wertvollen Zeilen geladen und gespeichert werden. Später dann benutzte ich meinen eigenen kleinen „Ghettoblaster“. So konnte ich bei komplexeren Programmen Zwischenstände speichern, die sonst beim Ausschalten des Computers für immer verloren gewesen wären.

Nach wenigen Wochen waren die eingebauten 1K-RAM-Speicher des ZX81 dann doch zu begrenzt für meine Wünsche. So bekam ich glücklicherweise die Original ZX 16K RAM-Speichererweiterung von meinem Vater geschenkt. Die Erweiterung kostete damals 139,- DM und ermöglichte es, umfangreichere Programme auf dem Rechner laufen zu lassen. Um den Rechner auf 16K zu erweitern, wurde die neue Zusatzhardware auf den 44-poligen Stecker auf der Rückseite des ZX81 gesteckt.

Leider war die physische Verbindung konstruktionsbedingt instabil. Ein kleines Wackeln daran konnte den Computer umgehend zum Absturz bringen. Dies war ein Albtraum, vor allen Dingen nachdem man stundenlang ein Listing eingetippt hatte. Auf dem folgenden Foto kann man sehen, wie ich die Erweiterung mit dem ZX81 verbinde.

Das heimische Kinderzimmer im Jahre 1984 mit dem aufgebauten ZX81. (Bild: André Eymann)
Das heimische Kinderzimmer im Jahre 1984 mit dem aufgebauten ZX81. (Bild: André Eymann)
Beim Einstecken der ZX81 16K RAM-Speichererweiterung. (Bild: André Eymann)
Beim Einstecken der ZX81 16K RAM-Speichererweiterung. (Bild: André Eymann)

Spielen wie die Großen

Mein erstes Kaufspiel für den ZX81 war The Gauntlet von Colourmatic Computing. Ich habe es für 24,80,- DM bei der Ottobrunner Firma Computer Accessoires Int’l über den Versandhandel bestellt. Das Geld dafür wurde vom kostbaren Taschengeld abgespart. Der Rest, der noch fehlte, wurde durch Autowaschen oder Rasenmähen hinzuverdient. Bei dem als „Ein Weltraumspiel“ beworbenen Gauntlet handelt es sich um eine Variante des Horizontalshooters Scramble von Konami.

Das Original kannte ich damals bereits von einem Videospielautomaten. Auch hatte ich schon oft die Anirog-Version für den Commdodore 64 von 1983 gespielt. Alle Versionen des Spiels, die ich kannte, waren sehr schwer zu gewinnen. Dies traf ebenfalls auf diese Sinclair-Variante des Spiels zu. Dass die Ähnlichkeit des ZX81-Scramble mit dem japanischen Vorbild für mich eindeutig war, habe ich damals in einer Zeichnung in der Innenhülle meiner Kaufkassette festgehalten. Ein Beweis dafür, wie sehr sich die kunstvolle Illustration dieses Videospiels damals bereits in meiner Fantasie verankert hatte. Natürlich war Gauntlet für mich wertvoller und besser als jede andere Version. Denn ich konnte es jederzeit spielen und zwar auf meinem eigenen ZX81.

Zum Programmieren animiert

Ein guter Freund von mir besaß bereits einen Commodore 64, mit dem wir oft zusammen spielten. Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich tagelang nachmittags an meinem kleinen ZX81 saß und versuchte, das C64-Spiel Bagitman nachzuprogrammieren. Ich habe von jeher eine Schwäche für Jump and Run-Spiele wie Jumpman oder Lode Runner. Bagitman hatte mich soweit begeistert, dass ich das komplette Höhlensystem mit dem einfachen Zeichensatz des ZX81 nachgebildet hatte. Auch konnte ich bereits bewegte Objekte programmieren. Für viel mehr hat es damals allerdings nicht gereicht. Ich war noch nicht weit genug mit meinen Programmierkenntnissen.

So tippte ich vorwiegend fertige Listings ab und kaufte mir entsprechende Publikationen, wie das Sonderheft ZX81 Sinclair Programme der CHIP oder den ZX User Club-Sammelband von 1983. Dort gab es so viel Auswahl an interessanten und lehrreichen Programmen, dass mir niemals langweilig wurde. Aufgrund der Einfachheit von BASIC konnte ich vorhandene Programme leicht modifizieren und meine eigenen Ideen einbringen. So lernte ich spielerisch das Programmieren und konnte zusätzlich grundlegende Computerkenntnisse sammeln.

All diese Türen hat mir der ZX81 geöffnet. Und natürlich wäre dies ohne das wegweisende Geschenk meiner Eltern nicht möglich gewesen. Ich bin mir sicher, dass viele Menschen meiner Generation ähnliche Geschichten erzählen könnten. Die Neugier auf Technik wurde spielerisch geweckt und trägt ihre Früchte bis heute.

Bildergalerie

Weiterführende Links

Herzlichen Dank an René Achter von 3DPeek für das Aufmacherbild zum Beitrag!

Tobi

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Kommentare20

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar Andreas! Da teilen wir eine Gemeinsamkeit 🙂 Ich habe mir deine Webseite angeschaut. Sie ist sehr beeindruckend. Eine tolle Sammlung mit vielen wunderschönen Geräten. Vielleicht hast du ja auch einmal Lust einen kleinen Beitrag für VSG zu schreiben. So werden auch vielleicht noch mehr Menschen auf deine tolle Sammlung hingewiesen.

      Tobi
      1. Hallo André,

        ich arbeite gerade an einem Beitrag zu HRG auf dem ZX81 am Beispiel von Manic Miner. Vor allem geht es mir dabei um den tschechischen Programmierer Ales Martinik, der schwierig zu finden war und was er zu dieser technischen Meisterleistung sagt.

        Vielleicht kann ich Dir ja diesen Beitrag zusagen, den ich später dann auch auf meiner Webseite verarbeiten wollen würde.

        Tut mir leid, dass ich jetzt erst Deinen Aufruf gelesen habe 😀 Aber es ist nie zu spät für gute Videospielgeschichten 😉

        Gruß und Frohe Weihnachten, Andreas

        Tobi
  1. Und soooo tolle Fotos von früher!!! Ich wünschte, ich hätte von damals auch noch viel mehr!
    Echt ein toller Bericht! Der ZX81 war leider etwas vor meiner Zeit. Aber ich liebe es solche Berichte zu lesen 🙂

  2. Sehr schöner Beitrag, André! Hat mich auch direkt wieder in Erinnerungen an meinen ersten Heimcomputer schwelgen lassen. Was Dir damals Dein ZX81 war, war mir mein Commodore PET2001, den mir ein Onkel aus der Firma mitbrachte. Der war zwar damals, als ich ihn bekam, das muss Ende der 80er gewesen sein, schon sehr altes Eisen, war auch nur monochrom, aber es war ein kompletter PC mit allem, was man brauchte (also PET und Datasette). Ich habe ähnlich wie Du damit Basic gelernt, zu mehr als einem Quizspiel im Stile eines “Wer wird Millionär?”, also einer Sammlung von “if … then”-Schleifen, hat es aber leider nicht gereicht, trotz des ausführlichen Handbuchs (das ich von meinem Onkel als Kopie dazu bekommen hatte). Ein “richtiges” Spiel hatte ich dafür nie, ich habe mir beispielsweise damit beholfen, dass ich mir Level “gemalt” habe und dann versucht habe, die Spielfigur (aka. den Cursor) so schnell wie möglich durch diesen Level zu bringen, ohne eines der Petscii-Zeichen, die den Level darstellten, zu löschen.

    Leider ging der PET irgendwann so kaputt, dass der väterliche Lötkolben, der zuvor schon einige seiner Tode abwenden konnte, nicht mehr ausreichte um ihn vor dem Sperrmüll zu bewahren.

    Mich überkommt aber seit dieser Zeit immer wieder mal die Lust, mich wieder ein bisschen in Basic reinzufrickeln und vielleicht doch mal etwas zu basteln, was zumindest Animationen enthält und in den Grundzügen als Spiel erkennbar ist. Vielleicht schaffe ich es ja bis zur Rente. 🙂

    1. Lieben Dank für Deinen Wahnsinns-Kommentar!

      Der PET 2001 ist leider komplett an mir vorübergegangen. Ich habe ihn aber vor einigen Jahren bei einem Freund gesehen, der seinen Original PET Zuhause stehen hatte. Sehr interessantes Design. Im aktuellen Artikel (über meinen Besuch im CSM) findest Du ein großes Foto von diesem futuristischen Meilenstein.

      Tja, wer mit BASIC groß geworden ist, versucht vermutlich den Rest des Lebens prozedurale Schleifen zu programmieren 😉 Ich erwische mich jedenfalls immer wieder dabei. Ist ja so schön einfach.

      Eine tolle Beschreibung übrigens, wie Du Dein Spiel im “gemalten” Level “simuliert” hast. Sehr ähnlich zu meinen Erinnerungen. Ich habe auf dem ZX81 “Bagitman” mit ASCII-Zeichen “nachgebaut”. Aber eine richtige Cursor-, geschweige denn Kollisionsabfrage, habe ich nie hinbekommen.

      Es gibt meines Wissen eine Menge cooler Toolboxen heutzutage, die ohne steile Lernkurve an die Spielprogrammierung heranführen. http://www.blitzbasic.de zum Beispiel.

  3. Interessante Geschichte und auch schön geschrieben, vor allem die vielen persönlichen Anekdoten mit Fotos! Sinclair ist mir zwar ein Begriff, aber die Computer von denen kenne ich kaum (bin wohl auch zu “jung” dafür) und von diesem 93DM-Rechner hatte ich sogar noch nie was gehört. Klingt tatsächlich nach einem echten Volkscomputer und die Einschränkungen der Hardware hatten offenbar den schönen Effekt, dass sich die jungen Besitzer noch intensiver mit der Funktionsweise und dem Programmieren beschäftigten 🙂

    Einen kleinen Verbesserungsvorschlag hätte ich aber noch: ein paar mehr Bilder (also Screenshots) oder gar ein Video von Spielen des ZX81 wären schön gewesen.

    1. Vielen Dank für Deinen schönen Kommentar Poly!

      Ja, dass diese Fotos entstanden sind, ist wahrlich ein Wunder. Ich hätte nie gedacht, dass mir das Festhalten dieser Momente so wichtig werden würde.

      Danke auch für Deinen Verbesserungsvorschlag. Den habe ich soeben umgesetzt. Der Artikel hat nun Screenshots, Videos und weiterführende Links bekommen. Damit kann man die ZX81-Zeit noch besser begreifen denke ich. Eine sehr gute Idee von Dir! 🙂

  4. Wie bei André war der ZX81 auch mein erster Rechner. Ich bekam ihn 1982 als Bausatz unter den Weihnachtsbaum gelegt. 1983 kam dann der C64 und schwupps, da war es vorbei mit dem Programmieren. Es wurde nur noch gedaddelt. Erst 1999 entdeckte ich den Zeddy und damit auch das Programmieren wieder – dank dem ZX-TEAM (www.zx81.de), welches wirklich ein Fundus an Kreativität ist…
    Gruß und keep hacking…
    Jens

    1. Lieber Jens,

      Deine unglaublich guten ZX81-Artikel für VSG gehen bald wieder online. Ich transferiere die Texte von der alten Webseite noch. Deine bzw. eure Arbeit für das ZX-TEAM ist schlichtweg der Hammer. So viel Leidenschaft, so viel Wissen und so viel Spaß. Euch kann, nein, muss man einfach weiterempfehlen! Ich habe den Link zu euch jetzt unter den Artikel gesetzt.

  5. Ein ganz toller Artikel André. Ich habe ihn schon mehrfach gelesen. Meine ersten Erfahrungen mit einem Heimcomputer habe ich ja auch mit dem ZX81 gemacht- auch wenn ich nie einen besessen habe. Ich mochte ihn sehr. Wenn die Möglichkeiten dermaßen begrenzt sind, überlegt man einfach sehr viel genauer, was man macht und was man damit erreichen will. Das macht ihn für mich besonders. Aber so richtig beeindruckt war ich erst, als ich den Artikel von Jens Sommerfeld gelesen habe. Von dem Artikel und dem ZX81.

    Aber zurück zu Deinem Artikel: Es ist schön zu lesen, wieviel Dir dieser Schatz bedeutet hat. Die ersten eigenen Befehle einzugeben, nachdem Kanal 36 eingestellt war und „K“ auf dem Bildschirm erschien, die ersten Listing abzutippen, die ersten Programme zu schreiben und das das erste eigene Spiel auf dem eigenem Computer zu starten. Und dazu die einzigartigen Fotos, die diese tollen Momente festhalten. Ein Glück, dass Weihnachten war. Womöglich war das Euch in der Familie so ähnlich wie uns: Aus dieser Zeit gab es leider kaum Fotos – und wenn – dann aus dem Urlaub oder eben Weihnachten.

    Dieses Foto mit Dir und dem ZX81 Handbuch ist etwas ganz Besonderes. Ein wahrer Schatz. Auch die Zeichnung! Übrigens finde ich auch das Handbuch des ZX81 sehr gelungen. Das gilt für das Cover und den Inhalt.

    Aber es geht ja nicht nur um den ZX81, sondern genau genommen um den Beginn Deiner Videospielgeschichte. Es scheint im Moment Mode zu sein, seine persönliche Videospielgeschichte niederzuschreiben. Ein Blog hat sogar dazu aufgerufen. Du hast das längst abhandelt.

    PS: Das Problem mit dem RAM-Pack-Wackler kannte ich auch. Erst viel später habe ich erfahren, dass der sparsame Clive Sinclair persönlich daran zumindest mitschuldig war, da er das für den Z80 konzipierte RAM-Pack nicht verändern wollte.

    1. Hach Ferdi!

      Was für ein schöner Kommentar von Dir 🙂 Ganz lieben Dank.

      Der Schlüssel dieser Zeit lag tatsächlich in der Begrenzung / Reduktion. Unvorstellbar wie die eingeschränkten Möglichkeiten unsere Fantasie und Kreativität beflügelt hatten. Man hat Spiele auf dem Papier konzipiert und 1:1 auf den Rechner übertragen. Spielwelten wurden handgezeichnet und BASIC spielerisch “gehackt”, wie man heute sagen würde.

      Als ich die “Skramble”-Zeichnung vor ein paar Jahren in der Kassettenhülle fand, war ich schon sehr bewegt. Was Klein-André damals so gemalt hat… Und was für ein Zeitdokument!

      Ja es stimmt. In diesem Artikel geht es eigentlich um den Beginn meiner Computerlaufbahn. Die erste “echte” Begegnung mit einem Computer. Es war ein gänzlich anderes Gefühl, als mit dem Freund von gegenüber auf dem Atari VCS zu spielen. Der Computer verlangte eine ganz andere Aufmerksamkeit und Interaktion. Ein Tor ging auf. Ein magisches Tor, das bis heute magisch geblieben ist.

      Und ja, auch das stimmt: VSG hat das Ziel die Geschichten der Zeitzeugen festzuhalten und sich darüber auszutauschen. Computergeschichten und Videospielgeschichten. Ich freue mich sehr darüber, dass immer mehr Menschen der Wert dieser Erinnerungen erkennen und diese aufschreiben wollen 🙂

  6. Danke Klaus für Deinen schönen Kommentar. Mir geht es ähnlich: Reduktion bzw. die Beschränkung bringt wundervolle Dinge hervor. So ist es bis heute. Im Design und auch in der Computertechnik / Spielprogrammierung. Das Raspberry-PI Projekt empfinde ich als eine Art Revival der Heimcomputerei. Hier können die Kids wieder “begreifen”, was für Möglichkeiten in der Technologie stecken. Wundervoll!

  7. Ich habe mir den ZX81 erst viel später – es muss so um 1986 gewesen sein – geleistet. Auch für knapp 100,- DM.

    Das Gerät konnte von mir erst nur am Fernseher betrieben werden. Da ich Physikleistungskurs hatte und eine Frequenzweiche mit Bauanleitung lötete, war der 81 schnell an meinem Bernstein-TTL-Monitor. Ich habe selten so viel Spaß mit der kleinen Kiste gehabt, wie mit dem C-64. in weniger als 1 KB Spiele und Programme zu hacken, war eine echte Herausforderung. Der Sprung in Z80-Maschinencode war ein Muss und sehr lehrreich. Gerne würde ich einen Bare-Metal–ZX81-Emulator auf meinem Raspberry Pi 1 laufen lassen. Mit “Klötzchen”-Grafik aus Tastaturzeichen Invaders oder Mondlandung schreiben. Die steile Lernkurve habe ich weder mit C++ oder Java je wieder gehabt. Der gute alte Goethe sagte schon: “In der Beschränkung liegt der Meister”. Was damals aus knapp 1 KB gezaubert wurde (Schach!!!) war sagenhaft. Ich vermisse die Zeit und Hoffe auf ein Raspberry-Projekt!

    Klaus

  8. Ich verstehe Dich. Der Atari 600XL wirkte natürlich wesentlich erwachsener als der ZX81. Wenn man allerdings sieht, was das ZX-TEAM (http://www.zx81.de) heute noch alles auf dem kleinen Türstopper herausholt, dann kann man Respekt zollen. Schaue Dir einmal die Artikel von Jens Sommerfeld an. Der ZX81 ist 2015 tatsächlich zu Dingen in der Lage, die damals nicht für möglich gehalten wurden. Es werden sogar richtig gute aktuelle Spiele für ihn programmiert. Mehr dazu im Dezember…

  9. Mein erster Computer! Nach dem Atari 2600 war der ZX81 mein erster Computer überhaupt. Er kam gerade als Nachfolger des ZX80 heraus. Mein Vater kaufte ihn mir als Weihnachtsgeschenk.

    Nachdem ich Basic mit ihm erlernt hatte wollte ich ihn aufrüsten. Hier in der Stadt gab es genau 1 (!) Laden der Zubehör führte.

    Nachdem ich ca. 400 DM gespart hatte wollte ich neben einer Datasette auch den Speicher auf 16K aufrüsten. Leider war jegliches Zubehör für Monate ausverkauft. Ich entschloss mich schliesslich das gerade neu erschienene Coleco Vision in Vollausstattung zu kaufen und den ZX81 wieder abzustossen. Nach dem Coleco folgte letztlich der Atari 600XL… kein Vergleich zum spartanischen ZX81.

  10. War ja fast wie bei mir, nur dass ich mir Gauntlet mangels 16K Erweiterung nicht kaufen konnte. Statt dessen war es bei mir das Buch ’30 1K Superspiele für den ZX-81′. Die waren so was von super. Spiel 1: eine Straße links und rechts durch ‘4’-Chars (= Bäume) begrenzt, das Ganze durch den Scroll-Befehl bewegt und ein Geländewagen (‘X’) musste in der Mitte bleiben.

    Das nächste ‘Superspiel’: eine Höhle im Weltraum, begrenzt durch X-Zeichen. Ein Raumschiff (‘A’) musste in der Mitte bleiben, während der Hintergrund scrollte.

    Ging immer so weiter, aber weil die Spiele so ein Schrott waren, habe ich sie alle so gut wie mir damals möglich verbessert.

    So fingen IT-Karrieren an 😉

    BTW: bis ich das Geld für die 16K-Erweiterung hatte, war der Spectrum so günstig geworden, dass ich dann gleich in einen 16K Spectrum investierte. Da ging das Zocken dann richtig los :-)))

  11. Als ich mit meinem ersten (Heim-)Computer im Kinderzimmer saß, hatten meine Eltern ganz sicher nicht die leiseste Ahnung, was ich damit mache. Eigentlich ideal, um sich als Jugendlicher in seiner eigenen Welt zu behaupten 🙂 Sie haben allerdings auch kein besonderes Interesse daran gezeigt, herauszufinden, was das ganze Getippe auf dem “Ding” da sollte. Da sie selbst ja nicht mit Computern groß geworden sind, muss ihnen dieses ganze neue Zeug sehr mystisch vorgekommen sein. Bis heute ist das Thema für sie schwer zu begreifen.

  12. “Machst du wieder Computer” tönte es abendlich aus dem Fernsehraum (Wohnzimmer) Ja! meine Antwort und klar hat der HF_Tuner des ZX81 den Antennenempfang der damaligen Fernseher gestört. Aber dieses mal brachte ich die Eltern dazu es zu akzeptieren 😉