Warum wir Half-Life 3 nicht brauchen

Mit Kommentaren von Ferdi, T.Strander, Leo, pixelpommes.de, André Eymann, Poly, Tobias Schindegger, YesterPlay, Binary Scroll, Mazzle, Luna Flausn.

Mein letzter Besuch der Hamburger Kunsthalle liegt schon etwas zurück. Dennoch kann ich mich gut an die Bilder und Werke erinnern, die das Haus seit 1869 beherbergt. Die romantischen Motive von Caspar David Friedrich (“Wanderer über dem Nebelmeer”, 1818) oder Philipp Otto Runge (“Die Ruhe auf der Flucht”, 1805) haben sich in meinem Gedächtnis verewigt und sind dort sesshaft geworden. Als zeitlose Erinnerungen leben sie für immer in mir fort.

Warum aber überdauern diese Werke? Weshalb werden sie nicht unter den Unmengen neuer Motive, die ständig auf mich einwirken, begraben?

Kunst berührt uns im Innersten. Für mich liegt der Grund in der Metapher. Im Gleichnis der Kunst mit ihrem Kontext. Mal sind es technische Fertigkeiten, mal die Aussagen der Motive, die mich berühren und von vergangenen Zeiten erzählen, als wäre es gestern gewesen. Die Gegenständlichkeit der Bilder von Carl Spitzweg, Ludwig Richter oder Johan Christian Clausen Dahl übt Ehrfurcht auf mich aus. Vor allem, weil sie unwiederbringliche Momente für immer festgehalten haben.

Natürlich sind Kunstwerke im Kontext ihrer Zeit zu bewerten. Und genau so ist es mit Videospielen. Jedes Spiel hat seine Zeit. Und in diesem zeitlichen Kontext “lebt” es.

Am digitalen Strand

Meine Erinnerungen an die “Strandspaziergänge” in Half-Life 2 haben sich ebenfalls in meinem Gedächtnis verewigt. Ich habe Holzwippen mit Steinen beschwert, auf Hügeln Ausschau gehalten und immer wieder aufs Meer geschaut. Ähnlich wie der “Wanderer” von Caspar David Friedrich.

Das Spiel und mein primäres Erlebnis damit liegen viele Jahre zurück. Half-Life 2 ist von 2004 und ich habe es noch vor Weihnachten des gleichen Jahres durchgespielt. Dennoch kann ich mich noch heute an jede Szene und jeden Ort im Spiel erinnern.

Damals hatte der Entwickler des Spiels eine episodenhafte Fortschreibung der Geschichte angekündigt. Nach Episode 2 im Jahre 2007 war allerdings Schluss. Seither warten viele Liebhaber auf eine Fortsetzung, oder ein neues Hauptspiel, das im Internet oft als “Half-Life 3” betitelt wird.

Tatsächlich aber brauchen wir aus meiner Sicht kein Half-Life 3.

Was Valve uns mit Half-Life 2 gegeben hat, ist einmalig und lebt im Kontext seiner Zeit. Und was sich viele Freunde der Serie durch ein neues Spiel erhoffen, ist die Wiederholung oder Wiederbelebung des großartigen Erlebnisses von damals. Aus Sicht der Kunst ist das aber überflüssig, denn das Erlebte steht bereits auf festem Boden. Es gehört in seine Zeit und wird dort überdauern.

Sophia Henning hat in ihrem Beitrag Früher war alles besser auf diesem Blog behandelt, wie mit den Emotionen und Erwartungen der Spielenden “gespielt” wird, wenn es um das Thema Remakes geht. Dabei macht Sophia deutlich, wie schwierig es ist, einem einmal erlebten Moment durch eine “Renaissance” gerecht zu werden.

Genau das ist der Grund, warum ich vom einem möglichen neuen Half-Life Spiel keine Fortsetzung des Erlebten erwarte. Was vor 15 Jahren passierte, ist perfekt und braucht keine Erneuerung. Der Wunsch danach ist nachvollziehbar, aber die Ehrfurcht vor dem Erlebten ist für mich persönlich wichtiger. Sie ist wie eine Ikone für mich. Wie ein Abbild, das ich verehre und in meinem Innersten bewahre.

Für mich steht deshalb fest: wir brauchen kein Half-Life 3. Die Bilder von Half-Life 2 aber gehören in die Hamburger Kunsthalle.

Wie denkst Du darüber? Wie stehst Du zu Fortsetzungen, Remakes oder Reboots und eventuellen Enttäuschungen? Kennst Du auch Videospiele, die für Dich zeitlose Kunst sind und lieber für sich allein stehen sollten? Haben Videospiele für Dich den gleichen Stellenwert wie “richtige” Kunstwerke?

Tobi

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Kommentare17

  1. Es wird wohl kein Half-Life 3 als standalone Spiel geben. Gabe Newell nennt die zwei veröffentlichten Episoden “Half-Life 3”, eine dritte Episode sollte zu Weihnachten 2007 erscheinen, aber existiert bis heute nicht.

    Mich wundern die Kommentare, die wissen wollen, wie die Story weitergeht, denn das kann man seit 2017 auf der Webseite des Autors von Half-Life 1 und 2 nachlesen:
    http://www.marclaidlaw.com/epistle-3/

    1. Ich denke, dass ist den Kommentatoren bekannt. Ich für meinen Teil möchte nicht nur wissen, wie die Geschichte zu Ende geht, sondern sie erspielen, sprich erleben und nicht einfach nur eine Script-Zusammenfassung lesen.

  2. Ich kann dir nur zustimmen, für Half Life 3 ist es zu spät. Half Life 2 war, wie wahrscheinlich bei Vielen, mein erstes Steam-Spiel und der Auslöser für das Anlegen des Accounts.
    Sogar wo und in welcher Filiale ich HL2 gekauft habe weiß ich noch. Es war bewölkt und kühl. Ich glaube ein Samstag. Sicherheitshalber kontrollierte ich gleich nach dem Verlassen der Libro Filiale, ob die Verkäuferin auch die richtige Disc in die Hülle gesteckt hat. Ich kann mich noch erinnern, dass Half-Life 2 ebenfalls eine Disc von Counter-Strike Source beilag und ich mir dachte “Ist die doof, die hat mir versehentlich zwei Spiele in die Hülle gepackt.”. Am Ende wars glaube ich ohnehin nur eine Demo…

    Aber genau diese Faszination, das Neue, das in dieser Form noch nicht Dagewesene – das fehlt heute. Die Story und das Storytelling sind nicht mehr außergewöhnlich und in Sachen Grafik kann man heutzutage nur noch schwer verblüffen. Ganz ehrlich: Nach so vielen Jahren habe ich auch das Interesse an einem dritten Teil verloren. Übrig bleiben die hart gesottenen Fans und die nach einer so langen Zeit zufrieden zu stellen ist unglaublich schwierig. Zu hoch ist die Erwartungshaltung und zu groß ist die Gefahr aufgrund Grafik, fehlender Neuerungen oder dem Ausgang der Story zu enttäuschen. Wobei – Mir hat auch Duke Nukem Forever Spaß gemacht 😉

  3. Dem kann man nur zustimmen! Die Neugier spricht für #HalfLife3, aber die Zeiten (Erstmals brillante Physik entdecken etc.) war eine Klasse für sich. Das Game hätte es schwer – und würde wahrscheinlich enttäuschen. Vielleicht ist es gut so – wenn es am schönsten ist?

  4. Mein Lieber André, Deine Zweifel, ob der Beitrag „veröffentlichungswürdig“ sei, waren – wie Du siehst – völlig unbegründet. Im Gegenteil, Deine Gedanken haben eine interessante Diskussion angestoßen und zu tollen Kommentare geführt.

    Über Half Life ist hier ja schon sehr viel geschrieben worden, aber offenbar noch nicht genug.

    Half Life 2 steht für sich – ein Gesamtkunstwerk. Das Erlebnis hat sich unter die Gehirnrinde eingebrannt – für immer. Wir brauchen also kein Half Life 3.

    Brauchen wir ein Half Life 2 Episode 3? Ja, ich schon. Warum?

    Die Antwort ist hier schon mehrfach gefallen. Weil die Geschichte noch nicht auserzählt ist. Episode 2 endete mit einem unerträglichen Cliffhanger. Zu viele Fragen sind offen geblieben. Auch wenn gerade dadurch rund um Half Life 2 eine Art Mythos entstanden ist – eine Legende. Es fehlt etwas.

    Von diesem letzten Teil erwarte ich auch kein neues Spielewunder mit High-End-Engine, dass die hohen Erwartungen ohnehin nicht erfüllen könnte. Sondern eine simple Fortsetzung, sprich eine letzte Episode zu HL 2, die einfach nur die Geschichte zu Ende erzählt. Vor mir aus auch gerne mit der uralten Source-Engine. Denn, ich möchte nicht nur wissen, wie die Geschichte zu Ende geht, sondern sie erspielen, sprich erleben.

    1. Lieber Ferdi,

      Du bringst noch einmal eine ganz andere Perspektive in die Diskussion. Denn Deine Betrachtung nähert sich dem Thema aus Sicht der Erzählung und der Tatsache, dass Dir die Vervollständigung DIESER wichtig ist. Das kann ich gut nachempfinden. Tatsächlich ist natürlich der Cliffhanger der letzten Episode nicht zufriedenstellend, so wie es auch schon Robert Reiche in seinem Beitrag “Half-Life 2: Episode 2 – Von Credits und Tränen” erzählte.

      Ich habe in meinem Text in der Tat das “Gesamterlebnis Half-Life 2” betrachtet und brauche dafür keine Fortsetzung. Denn HL2 war in sich (zumindest für mich) ein abgeschlossenes Spiel.

      Was mir aber sehr gefällt in Deinem Feedback ist das Gleichnis von Spiel und Buch. Herzlichen Dank für Deinen interessanten Kommentar!

  5. Ich muss gestehen, dass ein HL3 nicht gerade weit oben auf meiner Wishlist steht (gebt mir lieber Unreal 3!) und mir persönlich die Charaktere auch nicht besonders ans Herz gewachsen sind. Dennoch kann ich gut verstehen, dass so viele eine Fortsetzung wollen. Half-Life ist eben auch ein ganz spezieller Fall. Die Serie hat ja nicht einfach nur ein offenes Ende, sondern es war immer klar, dass wir Spieler nur einen weiteren Zwischenschritt auf dem Weg zum großen Finale gesehen haben. Statt in irgendeiner Form dem Flehen der Fans nachzugeben, kümmert sich Valve aber lieber über ein Jahrzehnt lang um ganz andere Dinge. Sie hatten aber nicht nur mehr als genug Zeit für eine Fortführung, im Gegensatz zu den Machern von Duke Nukem Forever schwimmen sie auch noch im Geld und haben eine ebenso große wie treue Fangemeinde, die das Franchise sogar mit unzähligen eigenen Projekten im Gedächtnis der Spieler hält. Von außen betrachtet gibt es einfach keinen vernünftigen Grund dafür und darum kann man noch viel schwerer akzeptieren, dass die Geschichte vielleicht nie aufgelöst wird.

  6. Ich will aber! Ich findes es sehr bedauerlich, dass es bisher keine Fortsetzung gibt. Denn das Ende ist definitiv ein offenes Ende, welches auf eine Fortsetzung zielt, die es nun mal nicht gibt. Und dies ist eine absolute Frechheit, dass die Spieler derart vor den Kopf gestoßen worden sind.

    Aber wie heißt es so schön, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Entweder dies oder die Spieler, die mit Half Life groß geworden sind.

    Mag

    Tobias

  7. Aus ähnlichen Gründen brauche zumindest ich auch kein Remake von Final Fantasy VII. Das Spiel war/ist für mich perfekt, so wie es war/ist. Ein Remake wird meine besondere damalige Zeit mit dem Spiel nicht zurückbringen. Und im Gegensatz zu Half-Life ist die Geschichte von Final Fantasy VII schon lange fertig erzählt.

  8. Hätte Picasso seine blaue Periode nach dem zweiten Bild beenden sollen, damit das dritte gar nicht erst schlecht werden konnte? Ist “Flatout 2” ein schlechteres Spiel, nur weil “Flatout 3” eine absolute Gurke ist? Ich schließe mich der vorherrschenden Meinung an:

    Generell muss man erstmal feststellen, dass überhaupt niemand irgendein Videospiel wirklich “braucht”. Wie bei den von Dir erwähnten Kunstwerken ist es natürlich schön, dass es sie gibt, aber sie sind ebenso wenig essenziell wie die Malereien oder Kompositionen bekannter Künstler. Videospiele WILL man erleben, genau so wie man Kunst erleben will, wenn man in ein Museum geht.

    Auf so einem Museumsrundgang wird man viel sehen, was einen begeistert, aber auch zwangsläufig auf Werke stoßen, die einem weniger oder vielleicht sogar gar nicht gefallen. Unter Umständen sind diese sogar von gleichen Künstler. Aber machen diese “schwarzen Schafe” die persönlichen Favoriten deswegen schlechter, trüben sie die Begeisterung für das, was diese Werke in unseren Augen besonders macht? Nein, im schlimmsten Fall lassen sie uns kalt, im besten Fall steigern sie sogar noch die Wertschätzung für die anderen Ausstellungsstücke, die uns besonders gefallen. Es ist also völlig egal, ob Half-Life²: EP3 oder HL³ ein gutes Spiel werden würde, es ändert nichts daran das alles davor bereits ein Meisterwerk ist. Und das wird es auch bleiben!

    Und ich würde auch nicht wollen, dass das neue Half-Life einfach genau so wäre wie sein Vorgänger, ich würde keine einfache Wiederbelebung erwarten, sondern etwas neues, etwas anderes, etwas weiter entwickeltes, etwas gewachsenes. Denn auch das war ein Markenzeichen der Reihe, dass sie sich stetig verbesserte und weiter entwickelte, sowohl grafisch als auch spielerisch.

    Wenn wir bei der Kunst als Analogie bleiben, könnte man Half-Life² wohl am ehesten als nie vollendete Werkreihe betrachten. Alleine aus dem Grund, die endlich vollendet zu sehen, WILL ich ein weitere Half-Life, egal ob es nur noch eine weitere Episode in der Source-Engine oder ein neues Spiel in völlig neuem Look sein wird. Ja, es könnte eine Gurke werden, es könnte aber auch ein Meisterwerk werden, dass selbst den Vorgänger in den Schatten stellt. Aber die Geschichte wäre endlich weiter, vielleicht sogar fertig erzählt, das Thema abgeschlossen. Und die Chance, das zu erreichen, hat Half-Life² allemal verdient, finde ich. Und die Fans auch.

    1. Danke für Deinen interessanten Kommentar!

      Seit Jahren lese ich im Internet immer wieder nach, dass ein Verlangen nach Half-Life 3 existiert. Viele Fans wünschen sich eine Fortsetzung der Geschichte um Black Mesa. Zweifelsohne hätten die bisherigen Spiele diese “verdient”. Aber das war nicht mein Punkt.

      Uns unterscheidet vermutlich, dass ich eine Vollendung der Geschichte nicht BRAUCHE bzw. nicht zwingend WILL. Es ist mir tatsächlich nicht wichtig, da aus meiner Sicht jedes Spiel (in diesem Fall HL2) für sich selbst steht. Es braucht kein “Update” in welchem Sinne auch immer.

      Das mag freigeistig betrachtet als wenig offen klingen, ist es aber aus meiner Sicht nicht. Du schreibst: “…egal, ob Half-Life²: EP3 oder HL³ ein gutes Spiel werden würde, es ändert nichts daran das alles davor bereits ein Meisterwerk ist”. Das finde ich auch und so kann es für mich eben auch bleiben.

      Falls HL3 eines Tages kommt, werde ich es mir natürlich ansehen. Und vielleicht wird es “mind blown”. Vielleicht wird es aber auch das nächste Duke Nukem Forever. Wir werden sehen. Aber bis dahin sage ich: wir brauchen kein Half-Life 3.

      1. Aber wir wollen es! 🙂

        Da unterscheiden wir uns definitiv. 😉 Ich WLL den G-Man wieder treffen, evtl. sein Geheimnis lüften. Ich WILL wissen was es mit der Borealis auf sich hat, und ich HOFFE dass ich irgendwann auch mit Gordon mal eine Portal Gun schwingen darf. Ich WILL nochmal mit DOG Ball spielen und ich WILL das Alyx Rache für ihren Vater nehmen kann. Und ich WILL wissen, was genau die Combine sind.

        Es sind weniger die Technik, die Grafik, die Spielmechaniken oder der Flair des Spiels, die ich unbedingt wieder haben wöllte. Das sind Teile des Spiels, die, wie Du sagst, auch gerne für sich stehen bleiben könnten. Aber die Story finde ich einfach zu spannend, als dass ich einen ewigen Cliffhanger einfach akzeptieren könnte. Da ist mir zu viel offen geblieben, vom Potenzial das darin steckt ganz zu schweigen.

        Es ist ein bisschen wie bei Alf damals. Wir erinnern uns: Am Ende der 4. Staffel wurde Alf schlussendlich doch noch vom Militär gefangen genommen und – Schnitt. Wie es weiter ging wusste lange Zeit niemand. Erst sechs Jahre später wurde zumindest ALFs Geschichte in einem eher mäßigen TV-Film beendet. Und auch wenn der Film weder besonders gut war, noch klären konnte, was z.B. aus den Tanners wurde, so wusste man doch zumindest dass der Protagonist und Star der Serie ein gutes Ende gefunden hatte.

        So einen Abschluss wünsche ich mir einfach auch für Half-Life. Auch auf die Gefahr hin, dass das Spiel an sich mich nicht mehr so begeistern könnte wie die Vorgänger, ich WILL die Geschichte beendet wissen.

        P.S.: Ich fand “Duke Nukem Forever” übrigens gar nicht so übel. 😉

        1. Jetzt kommen wir der Sache näher 🙂

          Es begeistert mich, wie Du für Half-Life brennst! Man kann in Deinen Zeilen lesen, wie leidenschaftlich Dich das Spiel begeistert hat und wie sehr Du Dir eine Fortsetzung wünscht. Das ist wundervoll! Das Interessante daran ist, das es mir ja sehr ähnlich geht. Ich liebe das HL-Universum, DOG, Alyx und Barney. Meine Leidenschaft gehört dem Spiel ebenso von ganzem Herzen. Wir reagieren nur sehr unterschiedlich auf das Stichwort “Half-Life 3”.

          Vielleicht es ist ja eine stille Angst in mir, dass eine Fortsetzung meinem Erlebten nicht gerecht werden würde. Ziemlich sicher denke ich das. Binary Scroll’s Kommentar hat mir noch einmal deutlich gemacht, dass ich tatsächlich immer den Terminus “Remake” im Hinterkopf habe, wenn ich an HL3 denke. Warum nur? Ein neuer Teil müsste ja gar nicht das Remake von HL2 sein. Aus Sicht meiner Gefühle aber, denke ich immer in diese Richtung. Ich weiß nicht genau, ob Du mich verstehst, aber aus diesem Grunde brauche ich es halt nicht.

          “Duke Nukem Forever” war faktisch gesehen kein schlechtes Spiel. Es hat aber leider im Vergleich zu meinen Erlebnissen mit Duke Nukem 3D nicht im Ansatz standgehalten. Es konnte die “damalige Zeit nicht zurückbringen” und hat mich deshalb enttäuscht.

          Vielleicht bin ich ja einfach viel mehr “retro” als Du, oder als ich selbst dachte.

          Auf jeden Fall danke ich Dir für eine unglaublichen Kommentare von Herzen!

  9. Muss da widersprechen.
    Alleine um zu wissen wie die Story weitergeht und sich alles auflöst würde ich liebend gerne eine Half-Life 3 haben.
    Aber nach all den Jahren bei denen viele wichtige Köpfe Valve verließen habe ich wenig Hoffnung, das dort etwas sinnvolles bei herumkommen würde.
    Problematischer wird hingegen sogar die Erwartungen der Fans zu erfüllen, da Half-Life bisher immer neue Standards in Sachen Storytelling, Interaktivität, KI und Physik gesetzt hat und wie will man heutzutage diese Erwartungen einhalten?

    Dass man aber einer alten Serie/IP (wie auch immer man es nennen mag) einen komplett frischen Wind verpassen kann, sodass man die selben Gefühle empfindet wie damals, hat Zelda mit BOTW wunderbar bewiesen. Man fühlt sich zurückgesetzt wie zu Kindestagen, als alles neu und unbekannt war.
    Und jede Generation an Spielern hat (irgendwo) das Recht solche Erlebnisse zu haben, was mit über 10 Jahre alten Spielen, nicht zu erreichen ist. Innovationen von damals sind halt nun mal Standards von heute. Das gilt für die Physik-Spielereien eines Half-Life 2 oder die Horror-Tropes eines “The Shining”.

    Was ich sagen will: Ein HL3 ist nicht notwendig, aber wäre wünschenswert und jede Generation soll Spiele bekommen, bei denen sie das erleben können was jeder von uns irgendwann erlebte und hier beschrieben wird.

    1. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass jede Generation von Spielenden wundervolle und persönliche Erlebnisse mit “ihren” Videospielen hat.

      Dein Widerspruch, oder sagen wir lieber Dein Wunsch nach Half-Life 3, existiert bei mir ebenso. Dennoch betrachte ich das bereits Erlebte als “einmalig” und reihe es deshalb in meine persönliche “Kunstgalerie” ein. Nach einem Half-Life 3 “verlange” ich deshalb nicht.

      Wie im Beitrag schon beschrieben ist die Ehrfurcht vor dem was war bei mir größer als das Verlangen nach einem neuen Teil. Natürlich wäre es toll wenn Valve (und ja, leider sind fast alle Künstler von damals nicht mehr dort) die Geschichte fortschreibt. Aber wenn nicht, dann ist es eben auch ok. So wird ein mögliches Ende oder eine Fortsetzung durch meine Fantasie fortgeschrieben. Das ist mir lieber, als ein möglicherweise enttäuschendes Sequel.

  10. Ich finde das etwas zu kurz gedacht. Es gibt immer neue Generationen von Gamern und die möchten dies vielleicht ja auch erleben. Schlussendlich scheint Half Life 2 schon 15 Jahre alt zu sein. Damals war ich 8 …

    1. Danke für Deinen Kommentar!

      Ich verstehe was Du meinst und widerspreche dem keineswegs. Neue Generationen können HL2 am besten mit Half-Life 2: Update (https://store.steampowered.com/app/290930/HalfLife_2_Update/?l=german) erleben.

      Tatsächlich ging es mir um etwas anderes. Ich denke, dass die Kids von heute “ihr eigenes Half-Life 2” haben und ihr Spiel ggf. auch als eigenständiges Kunstwerk verehren. Die Frage ist eben, ob eine Fortsetzung, in meinem Fall HL3, jemals an das bisher Erlebte heranreicht. Da bin ich skeptisch.