Erinnerungen an die Spiele der Generation Commodore 64

Veröffentlicht in Videospielgeschichten
Mit Kommentaren von Karlo, Torsten, Stefan.K, Jörg, Michael Löchter, Peter, Sven Hinze, Stefan, christian, A-Jey, Tobi, Axel, Torsten S., Marco F., Jericho2K3, Carsten, page6, Nerd Wiki, @derfuchsi, Michael, Superingo, kraftw33rk, Toddy, Micronomic, lars dauke, CB, Toddy S., DoenerBarney, Stephan, RasterMaster, Hähnchen, André Eymann, Sonny Crockett, thomy, Deniz Sunter

The Last Ninja, Summer Games, Turrican … Na, wird euch da warm ums Herz? Es ist nicht einfach Außenstehenden zu erklären, was viele von uns in den 1980er Jahren mit Computerspielen erlebt haben. Noch schwieriger wird es, wenn man die Gefühle beschreiben möchte, die uns beim Spielen mit den großartigen Videospielklassikern geleitet haben. So werden mir die meisten wohl zustimmen, wenn ich behaupte, dass man diese Erfahrungen einfach selbst gemacht haben muss.

Der Autor der nun folgenden autobiographischen Geschichte ermöglicht es uns in die goldene Ära der Videospiele zurückzureisen. Der Zeitgeist des Commodore 64, legendärer Spiele und Firmen wird dabei wieder lebendig. Tauchen wir also ein in die Vergangenheit und bedenken dabei: Videospiele werden niemals alt, sie werden höchstens Retro.

Vorwort von André Eymann. Es folgt der Originaltext von Torsten.

Wie alles anfing… Ein Erklärungsversuch

Meine allerersten virtuellen Kontakte hatte ich mit Pong. Wann genau das war? So genau weiß ich das schon gar nicht mehr. Ein genaues Alter habe ich auch nicht vor Augen.

Ich (Baujahr 1972) war noch ein ganz kleiner Bub. Wir hatten doch früher nix… Meine Nachbarn hatten dieses Telespiel. So nannte man es früher noch. Die Kinder der Nachbarn hatten eh immer jeden neuen Kram zuerst. Irgendwie war es faszinierend – auch heute noch – dass man so viele Stunden an ein solch primitives Spiel „vergeuden“ konnte. Null Grafik, keine ROMs, keine Mikroprozessoren (es gab nur simple Schaltkreise im Inneren der Systeme) und eigentlich gar keinen Sound. Dennoch hatte es einen Klang, welches das Spiel seinen Namen gab. Dieses Geräusch, das halt nach „Pong“ klingt. Wir nannten es aber gar nicht Pong, sondern Tennis, Fußball, Hockey… und weiß der Geier.

Das Telespiel Pong wurde 1972 von Atari veröffentlicht. (Bild: Atari)
Das Telespiel Pong wurde 1972 von Atari veröffentlicht. (Bild: Atari)
Kurze Zeit später schossen ungezählte Home-Pong-Konsolen wie Pilze aus dem Boden. (Bild: Atari)
Kurze Zeit später schossen ungezählte Home-Pong-Konsolen wie Pilze aus dem Boden. (Bild: Atari)

Meinen zweiten virtuellen Kontakt hatte ich mit Daddelautomaten in der Kneipe. Damals ließ man die Kids noch dran zocken. Es störte niemanden. Kein Mensch kümmerte sich um den Kinder-/Jugendschutz… es hat ja auch nicht geschadet. Später dachte ich immer, dass ich in meinem Dorf – was Arcade-Automaten betrifft – zu kurz gekommen bin. Aber eigentlich waren alle Kultgeräte in meinem damaligen Dorf vorhanden.

Ich weiß noch, als ich als kleiner Bub vor so einem Pac-Man Tisch-Daddelautomaten (Cocktail Cabinet) saß.

So genannte Cocktail Tables mit verschiedenen Videospielen wurden in den Achtziger Jahren vom amerikanischen Hersteller Bally Co. vertrieben. (Bild: André Eymann)
So genannte Cocktail Tables mit verschiedenen Videospielen wurden in den Achtziger Jahren vom amerikanischen Hersteller Bally Co. vertrieben. (Bild: André Eymann)

Man saß also dran und schaute von oben auf den Bildschirm. Jedenfalls war ich verdammt jung und raffte noch nicht ganz, was das Spiel eigentlich von mir will. Und als kleiner Bub musste man erstmal an die ein oder andere Mark herankommen, die einem das Spielen ermöglichte. Ab dieser Zeit ging es recht flott… immer mehr Automaten kamen auf den Markt, aber dazu später mehr.

Der Hype der Heimkonsolen

Im Heimsektor ging es für mich eher schleppend voran. Später, so ab der 5. Klasse in 1982 hatte man dann auch schon Schulkameraden, die eine Atari-Spielkonsole (VCS 2600) besaßen. Man sagte aber immer noch „Telespiel“ dazu.

Der Nachfolger Atari 7800 erschien hierzulande in 1985/1986. An die Joysticks vom Atari 7800 kann ich mich jedenfalls noch sehr gut erinnern. Spiele wie Pole Position, Q-Bert, Frogger, Jungle Hunt usw. waren schon damalige Meilensteine.

Die Atari VCS 2600 Konsole wurde 1977 in den USA und drei Jahre später, also 1980 in Europa veröffentlicht. Insgesamt wurde ca. 30 Millionen Geräte von diesem Modell verkauft. (Bild: Atari)
Die Atari VCS 2600 Konsole wurde 1977 in den USA und drei Jahre später, also 1980 in Europa veröffentlicht. Insgesamt wurde ca. 30 Millionen Geräte von diesem Modell verkauft. (Bild: Atari)
Das System Atari 7800 gab es bei uns ab 1986. Diese Konsole konkurrierte auf dem Markt mit dem Nintendo NES und Sega Master System. Der Vorgänger des 7800 war das Modell 5200. (Bild: Atari)
Das System Atari 7800 gab es bei uns ab 1986. Diese Konsole konkurrierte auf dem Markt mit dem Nintendo NES und Sega Master System. Der Vorgänger des 7800 war das Modell 5200. (Bild: Atari)
Werbung für das Atari 2600 System in einem OTTO-Katalog der 80er Jahre. (Bild: Christian Klein, www.thelegacy.de)
Werbung für das Atari 2600 System in einem OTTO-Katalog der 80er Jahre. (Bild: Christian Klein, www.thelegacy.de)

Der Hype der Heimkonsolen erwischte mich jedoch nicht. Zumal ich mir die Konsole eh nicht vom schmalen Taschengeld hätte leisten können. Wie hätte ich da auch ansatzweise Steckmodule bezahlen sollen? Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, meine Eltern damit genervt zu haben. Im Gegenteil: meine Computer habe ich mir immer selbst zusammengespart.

Auf dem Weg zum C64

Meinen ersten Kontakt mit einem Heimcomputer hatte ich Mitte/Ende der 80er. Zu meinem eigenen Erstaunen war das gar nicht die Anfangszeit des C64. Der erschien ja bereits 1982. Quasi als Teenager – also mit 13 Jahren – lernte ich diesen erst kennen und das war so um 1985/86. Ich hatte zwar schon des öfteren einen im Kaufhaus gesehen und bewundert, aber nie war mal einer eingeschaltet. Bis dato kannte ich auch niemanden, der einen C64 sein eigen nannte. Das sollte sich jedoch rapide und schlagartig ändern.

Durch eine Jugendgruppe lernte ich Manfred („Garfield“) kennen. Manni war ein Jahr älter und hatte was ganz Feines bei sich daheim stehen: Einen Commodore 128 D!

Der Commodore C128D wurde ab 1985 gebaut und war der Nachfolger des Commodore 64. Er enthielt einen C64-Modus, in dem der Rechner nahezu vollständig kompatibel mit seinem Vorgänger war. (Bild: Mika Ojutkangas)
Der Commodore C128D wurde ab 1985 gebaut und war der Nachfolger des Commodore 64. Er enthielt einen C64-Modus, in dem der Rechner nahezu vollständig kompatibel mit seinem Vorgänger war. (Bild: Mika Ojutkangas)

Der sah schon echt edel aus und wirkte mit der abgesetzten Tastatur, sowie dem integrierten Disketten-Laufwerk, wie ein Büro-PC. Der Computer wurde aber hauptsächlich im C64-Modus betrieben, obwohl noch zwei weitere Betriebssysteme im inneren schlummerten.

Der C128 vereint drei Computer in einem: er ist ein (fast) vollständig kompatibler C64, ein 8-Bit-Computer mit 128 KByte RAM und dem wirklich komfortablen Basic 7.0 und – dank seines zusätzlich eingebauten Z80-Prozessors – ein vollwertiger CP/M-Rechner.

GO 64 - Ein Kommando das in die Geschichte der Heimcomputer einging. (Bild: Commodore)
GO 64 – Ein Kommando das in die Geschichte der Heimcomputer einging. (Bild: Commodore)

Der 128er-Modus war wohl nur zum Angeben, ich kenne keinen, der ihn damals nutze. Wer erinnert sich da nicht an den meist genutzten Befehl im 128er-Modus:

GO 64
ARE YOU SURE (Y/N)

Kurz darauf erschien wieder der C64-Startbildschirm. So wurde der C128 grundsätzlich mit dem Finger auf der „C=“-Taste gestartet. Anfangs lief der 128er bei Manni noch an einem Schwarz-Weiß Bildschirm. Mir war das egal. Viel später war dann auch Geld für einen Farbfernseher da. Die Spiele wirkten doch gleich viel besser und man dachte, man hat einen neuen Rechner. Durch Manni lernte ich auch viel über den C64: sei es die Eingabebefehle, als Ahnungsloser würde man überhaupt kein Spiel laden können:

LOAD "$",8
LOAD "*",8,1
OPEN 1,8,15,"N:Test,22":CLOSE1

oder das kleine BASIC-Einmaleins..

Manni hatte alle erdenklichen Programme und Games für den C64. Häufig wurden Gamesessions mit den Klassikern Winter-, Summer-, World- oder California-Games von Epyx vollzogen. Seine Bude war immer gut gefüllt.

Summer Games für den Commodore 64. (Bild: Epyx, 1984)
Summer Games für den Commodore 64. (Bild: Epyx, 1984)
Winter Games für den Commodore 64. (Bild: Epyx, 1986)
Winter Games für den Commodore 64. (Bild: Epyx, 1986)
World Games für den Commodore 64. (Bild: Epyx, 1986)
World Games für den Commodore 64. (Bild: Epyx, 1986)
California Games für den Commodore 64. (Bild: Epyx, 1987)
California Games für den Commodore 64. (Bild: Epyx, 1987)

Durch Manni lernte dessen Klassenkameraden Uwe „Grufti“ kennen. Er war im Besitz des „Real Thing“ – des legendären Commodore 64.

Der Commodore 64 wurde von 1982 bis 1994 gebaut und ist mit über 30 Millionen verkauften Einheiten der erfolgreichste Heimcomputer aller Zeiten. (Bild: Toddy S)
Der Commodore 64 wurde von 1982 bis 1994 gebaut und ist mit über 30 Millionen verkauften Einheiten der erfolgreichste Heimcomputer aller Zeiten. (Bild: Toddy S)

Den Commodore 64 kannte ich bis dato nur aus dem Quelle- oder dem OTTO-Katalog beziehungsweise vom Kaufhof. Es folgen einige Auszüge aus den damaligen Katalogen. Man achte auf die Preise… Und eine Warnung an die Jüngeren: es handelt sich natürlich um Angaben in DM (Deutsche Mark)!

Werbung für den Commodore 64 und passendes Zubehör in einem OTTO-Katalog der 80er Jahre. (Bild: OTTO GmbH & Co KG)
Werbung für den Commodore 64 und passendes Zubehör in einem OTTO-Katalog der 80er Jahre. (Bild: OTTO GmbH & Co KG)
Werbung für den Commodore 64 und passendes Zubehör in einem OTTO-Katalog der 80er Jahre. (Bild: OTTO GmbH & Co KG)
Werbung für den Commodore 64 und passendes Zubehör in einem OTTO-Katalog der 80er Jahre. (Bild: OTTO GmbH & Co KG)
Werbung für den Commodore 64 und passendes Zubehör in einem OTTO-Katalog der 80er Jahre. (Bild: OTTO GmbH & Co KG)
Werbung für den Commodore 64 und passendes Zubehör in einem OTTO-Katalog der 80er Jahre. (Bild: OTTO GmbH & Co KG)
Werbung für den C64 II, C128D und passendes Zubehör in einem OTTO-Katalog der 80er Jahre. (Bild: Christian Klein, www.thelegacy.de)
Werbung für den C64 II, C128D und passendes Zubehör in einem OTTO-Katalog der 80er Jahre. (Bild: Christian Klein, www.thelegacy.de)

Es geht los… PRESS PLAY ON TAPE

Der Startbildschirm des C64. (Bild: Commodore)
Der Startbildschirm des C64. (Bild: Commodore)

„Grufti“ hatte ein eigenes großes Zimmer und nannte einen Fernseher mit einer 70er-Röhre sein Eigentum. Er schaltete also den C64 und Fernseher ein und zum ersten Mal sah ich den eigentlichen Startbildschirm – jetzt zur Abwechslung in Farbe.

Ich war etwas verwundert, als er eine normale Audiokassette nahm und diese in einen augenscheinlich handelsüblichen Kassettenrekorder steckte, auf dem „Commodore“ stand.

Ein Floppy-Laufwerk konnte ich nirgendwo sehen. Offensichtlich war dieser Rekorder mit dem C64 verbunden.

Die Datasette war ein kleines Bandlaufwerk von Commodore, auf dem der C64 seine Daten speichern konnte. Als Medien kamen handelsübliche Compact Cassetten zum Einsatz. (Bild: André Eymann)
Die Datasette war ein kleines Bandlaufwerk von Commodore, auf dem der C64 seine Daten speichern konnte. Als Medien kamen handelsübliche Compact Cassetten zum Einsatz. (Bild: André Eymann)
Mit dem C64 BASIC-Kommando LOAD wurde der Ladevorgang von der Datasette gestartet. Der C64 gab daraufhin die Meldung PRESS PLAY ON TAPE aus. (Bild: Commodore)
Mit dem C64 BASIC-Kommando LOAD wurde der Ladevorgang von der Datasette gestartet. Der C64 gab daraufhin die Meldung PRESS PLAY ON TAPE aus. (Bild: Commodore)

„Grufti“ tippte also etwas auf der Tastatur ein. Anschließend drückte er auf dem Rekorder die „Play“-Taste. Der Bildschirm wurde hellblau und das Laufband des Rekorders lief. Nach einer Weile (mir kam es für damalige Verhältnisse wirklich nicht lange vor) erschien dann das Spiel, dass mich auf dem C64 in seinen Bann zog.

International Karate von System 3/Epyx aus 1986. Die zwei Kämpfer stehen vor einem malerischen Hintergrund. Sie sind wunderbar animiert... (Bild: System 3/Epyx)
International Karate von System 3/Epyx aus 1986. Die zwei Kämpfer stehen vor einem malerischen Hintergrund. Sie sind wunderbar animiert… (Bild: System 3/Epyx)
...und der Hintergrund bietet eine gute Abwechslung mit einigen bekannten Schauplätzen. Etwas hinter den Kämpfern steht der Schiedsrichter der in kleinen Sprechblasen seine Kommentare abgibt. (Bild: System 3/Epyx)
…und der Hintergrund bietet eine gute Abwechslung mit einigen bekannten Schauplätzen. Etwas hinter den Kämpfern steht der Schiedsrichter der in kleinen Sprechblasen seine Kommentare abgibt. (Bild: System 3/Epyx)

Angetan hatte es mir vor allem die Grafik des Spiels von Archer Maclean und die passende Musik vom C64-Musik-Giganten der ersten Stunde: Rob Hubbard. Ok ok, manch einer von euch wird jetzt lachen… Pixelgrafik und Mono-Piep-Sound. Denkste… Damals in den 80ern war das eben das Non-Plus-Ultra. Der Sound meiner Jugend stammt vom C64. Ich wäre am liebsten gar nicht mehr nach Hause gefahren. Bis zur Abenddämmerung spielten wir noch diverse andere Games wie beispielsweise Beach Head oder Ghosts ‘n Goblins.

Durchgezockte Nächte

Durch Manni lernte ich dessen Kumpel „Cosowi“ kennen, der ebenfalls im Besitz eines eigenen C64 war. Letztendlich wohnten wir alle in unmittelbarer Nachbarschaft. Durch „Cosowi“ habe ich dann kurze Zeit später einen Faible für die Demoszene bekommen und interessierte mich für Grafiken/Sounds und sämtlichen Kram, die der C64er konnte.

Legendär sind auch die durchgezockten Nächte mit „Cosowi“ und Hans-Jürgen mit dem Spiel Kaiser auf dem C64.

Kaiser war eine der ersten Wirtschaftssimulationen. Das Spiel wurde 1984 von Creative Computer Design entwickelt und von Ariolasoft vertrieben. Der erfolgreiche Titel wurde ursprünglich für den Atari 400/800 programmiert und erst danach für den Commodore 64 portiert. (Bild: Creative Computer Design)
Kaiser war eine der ersten Wirtschaftssimulationen. Das Spiel wurde 1984 von Creative Computer Design entwickelt und von Ariolasoft vertrieben. Der erfolgreiche Titel wurde ursprünglich für den Atari 400/800 programmiert und erst danach für den Commodore 64 portiert. (Bild: Creative Computer Design)

Ebenso legendär waren die sehr langen Abende/Nächte ein wenig später auf dem Amiga mit Ports of Call und Defender of the Crown.

Bei Ports of Call handelt es sich um eine Handelssimulation. Das Spiel wurde von Rolf-Dieter Klein und Martin Ulrich entwickelt. Rolf-Dieter Klein wurde ebenfalls durch den NDR-Klein-Computer bekannt. (Bild: Aegis Interactive Software)
Bei Ports of Call handelt es sich um eine Handelssimulation. Das Spiel wurde von Rolf-Dieter Klein und Martin Ulrich entwickelt. Rolf-Dieter Klein wurde ebenfalls durch den NDR-Klein-Computer bekannt. (Bild: Aegis Interactive Software)

Irgendwann, es muss ebenfalls in 1987 gewesen sein, brannte dann mal der 64er von „Cosowi“ durch. Er gab ihn mir und ich ließ ihn für damalige wahnsinnige schlappe 170 DM (!) reparieren. Tja, woher nehmen und nicht stehlen? Aber das Geld – wenn es nicht gerade von den Eltern kam – verdiente man sich damals als „Paperboy“. Durch Manni vermittelt verteilte ich im Dorf das so genannte Wochenblatt und verdiente dadurch ca. 40 bis 50,- DM.

Das mit der Reparatur des C64 war auch so eine Geschichte, weil sie sich über zig Wochen streckte. Ich bin da also jedes Mal mit dem Fahrrad 6 km hingeradelt und habe nachgefragt… und immer kam der Satz: „Nein, noch nicht fertig“.

Ich habe schon gar nicht mehr mit der Fertigstellung gerechnet bzw. gedacht die haben keine Ahnung und halten mich hin. Aber damals meckerte man nicht, man drehte sich um und verließ den Laden. Und wieder 6 km zurück mit dem Fahrrad. Doch eines Tages und mehrere (!) Wochen später, als ich nicht im Traum mehr dran gedacht habe, war er dann endlich fertig. So kam ich zu meinem ersten eigenen 64er und hatte 164,- DM weniger auf der Bank. Wenn das kein gutes Omen war.

„Brotkasten“ oder lieber futuristisch?

Viele damalige und heutige C64-User schwören ja auf die alte „Brotkastenform“. Ich fand das flache Design irgendwie moderner und die Gehäusefarbe angenehmer. Letztendlich war für mich nur wichtig, dass der alte SID-Soundchip 6581 (engl. Sound Interface Device) drin war. Warum? Er konnte digitalisierte Musik/Samples besser wiedergeben!

Der Commodore 64 (ab 1982) in seiner ursprünglichen Form. Wegen des bauchigen Designs wurde dieses Modell liebevoll als Brotkasten bezeichnet. (Bild: André Eymann)
Der Commodore 64 (ab 1982) in seiner ursprünglichen Form. Wegen des bauchigen Designs wurde dieses Modell liebevoll als Brotkasten bezeichnet. (Bild: André Eymann)
Das Modell Commodore 64 C oder auch C64 II (ab 1986) hatte ein neues Gehäuse und eine kleinere Hauptplatine. Technisch ist der mit dem Original identisch. (Bild: Toddy S)
Das Modell Commodore 64 C oder auch C64 II (ab 1986) hatte ein neues Gehäuse und eine kleinere Hauptplatine. Technisch ist der mit dem Original identisch. (Bild: Toddy S)

Stolz wie Oskar fuhr ich also nach Hause, den „Cevie“ im Originalkarton festgeschnallt auf dem Gepäckträger. Daheim wurde alles schnell im Esszimmer angestöpselt.

Anfangs noch mit Datasette, welchen ich damals bei „Grufti“ als Kassettenrekorder bezeichnete und die auch aus dem Besitz von ihm stammte. Wer diese Computeranfänge mitgemacht hat und nicht viel Moos in der Tasche hatte, der musste einfach zur Datasette greifen. Die Programme wurden hier von einer handelüblichen Audiokassette geladen. Das konnte schon manchmal eine halbe Ewigkeit dauern. Aber dank V3-Turbooder Turbo-Tape 64 ging das auch schneller. Das erste Spiel, das ich damit in den Speicher des C64 lud war… Na? Röööchtiiiig!

Das Spiel The Last Ninja wurde 1987 von der britischen Softwareschmiede System 3 ins Leben gerufen. (Bild: System 3)
Das Spiel The Last Ninja wurde 1987 von der britischen Softwareschmiede System 3 ins Leben gerufen. (Bild: System 3)
Es handelt sich um ein Action-Adenture, in dem sich der Spieler durch insgesamt sechs Level kämpfen muss, mit dem Ziel den Endgegner Kunitoki zu vernichten. (Bild: System 3)
Es handelt sich um ein Action-Adenture, in dem sich der Spieler durch insgesamt sechs Level kämpfen muss, mit dem Ziel den Endgegner Kunitoki zu vernichten. (Bild: System 3)

Ok, nicht lachen: mit der Datasette war es mir nur möglich den 1. Level zu spielen. Ich konnte mir ja nur den ersten Level auf Kassette kopieren und nachladen war dann nicht, da es ja eine Diskettenversion des Spiels war. Ich fand es trotzdem großartig. Besonders den SID-Sound vom 1. Level.

Der SID-Sound meiner Jugend

Meine Eltern und meine Geschwister (ich habe fünf Brüder) hatten null Verständnis für den Brotkasten und konnten den ganzen Hype nicht nachvollziehen. Keiner interessierte sich für die Spiele, keiner wollte mal mitzocken. Unvorstellbar, aber so war es. Im Gegenteil, es hieß immer nur: „Mach das Gedudel aus“ wenn ich mal wieder den Titelsong von Skate or Die! (Digisound von Rob Hubbard) voll aufdrehte.

Skate or Die! wurde 1987 von Electronic Arts (heute nur noch als EA bekannt) veröffentlicht. Das Spiel kannte fünf Disziplinen und ähnelte vom Spielprinzip Summer Games von Epyx. (Bild: EA)
Skate or Die! wurde 1987 von Electronic Arts (heute nur noch als EA bekannt) veröffentlicht. Das Spiel kannte fünf Disziplinen und ähnelte vom Spielprinzip Summer Games von Epyx. (Bild: EA)

Der Sound meiner Jugend stammt nun einmal vom SID des C64, wofür mich heute auch viele auslachen würden. Für die Tonausgabe wurde der „Cevie“ mit einem alten Plattenspieler (als solcher defekt) verbunden, der als Verstärker fungierte. Die zwei Lautsprecher wurden über Kreuz an den Plattenspieler angeschlossen, so dass der Sound aus beiden Boxen kam.

Auf der Rückseite des Commodore 64 konnte ein Video/Audio-Kabel angeschlossen werden. (Bild: Toddy S)
Auf der Rückseite des Commodore 64 konnte ein Video/Audio-Kabel angeschlossen werden. (Bild: Toddy S)
Mit einem handelsüblichen Kabel, konnte der Klang des Commodore Heimcomputers an einen Verstärker weitergegeben werden. (Bild: Toddy S)
Mit einem handelsüblichen Kabel, konnte der Klang des Commodore Heimcomputers an einen Verstärker weitergegeben werden. (Bild: Toddy S)

Ich denke dabei immer wieder gern an den Titelsounds von beispielsweise Skate or Die!, Intro von Bad Cat oder Ricochet (Rob Hubbard as its best), die zum Leidwesen meiner Brüder, mehr als laut über die Anlage liefen. Das führte des öfteren dazu, dass einer von den undankbaren Brüdern die Sicherungen herausdrehte. Sie sahen keinen Sinn in einem Heimcomputer. Im übrigen bis heute nicht.

Die SIDs höre ich heute noch in voller Lautstärke, was bei meiner Frau für Kopfschütteln sorgt. Den SID-Sound mochte ich immer schon… Der lief schon damals nebenbei während man Hausaufgaben machte. Meine Idole diesbezüglich waren die Computerspiel-Musiker Rob Hubbard, David Whittaker, Ben Daglish und etwas später Jeroen Tel, Chris Huelsbeck oder JCH.

Die legendäre Datenschleuder „VC 1541“

Ein wenig später wurde dann die Disk-Floppy VC 1541 angeschafft. Leider kann ich mich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, wie ich das finanziell auf die Reihe bekommen habe. Jedenfalls war es dieses Modell:

Das 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerk VC 1541 kam 1982 in die Geschäfte und ermöglichte dem C64 Daten auf Disketten zu speichern. Die Ladezeiten wurden im Vergleich zur Datasette erheblich beschleunigt. (Bild: Toddy S)
Das 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerk VC 1541 kam 1982 in die Geschäfte und ermöglichte dem C64 Daten auf Disketten zu speichern. Die Ladezeiten wurden im Vergleich zur Datasette erheblich beschleunigt. (Bild: Toddy S)

Die gute alte 1541 die ich (so glaube ich) aus 2. Hand erworben habe. Es war noch die alte Form, dessen Größe schon selber fast an einen Computer erinnert. An dem Öffnungsmechanismus konnte man sich schon mal die Finger einklemmen. Und klobig war das Teil… Später hatte ich dann noch ein Zweitlaufwerk, um Disketten einfacher und schneller kopieren zu können. Das war die 1541c. Dieses Modell hatte einen praktischen Hebel zum Verschließen und passte farblich gesehen besser zum Rechner.

Die zweite Generation der 1541 wurde erst 1986 eingeführt und hatte einen Knebelverschluss an der Vorderseite. Eine eingebaute Lichtschranke zur Spur-0-Erkennung schickte das charakteristische Rattern, das aufgrund des Zurückziehens des Schreib-/Lesekopfes bis zum Anschlag entstand, in den Ruhestand. (Bild: André Eymann)
Die zweite Generation der 1541 wurde erst 1986 eingeführt und hatte einen Knebelverschluss an der Vorderseite. Eine eingebaute Lichtschranke zur Spur-0-Erkennung schickte das charakteristische Rattern, das aufgrund des Zurückziehens des Schreib-/Lesekopfes bis zum Anschlag entstand, in den Ruhestand. (Bild: André Eymann)

Nach einiger Zeit hatte ich auch eine recht ansehnliche Sammlung von Programmen und Spielen, die der von Manni nicht im geringsten Nachstand. Das waren an die 300 Stück 5,25-Zoll-Disketten. Allerdings war Manni zu dieser Zeit schon Amiga 500-User.

Woher kam die Software?

Die verschiedenen Speichermedien für den Commodore 64. Die Diskette ließ sich mit geringem Aufwand auch doppelseitig bespielen. Der Speicherplatz lag dann bei 2 x 165 KB. Heute kaum noch vorstellbar. (Bild: Toddy S)
Die verschiedenen Speichermedien für den Commodore 64. Die Diskette ließ sich mit geringem Aufwand auch doppelseitig bespielen. Der Speicherplatz lag dann bei 2 x 165 KB. Heute kaum noch vorstellbar. (Bild: Toddy S)

Eigentlich sollte ich Mannis C64 Disketten „erben“. Jedoch aus vermutlich finanziellen Gründen verkaufte er diese zusammen mit seinem Commodore 128D. Schließlich musste er ja auch seinen neuen Amiga 500 finanzieren. Manni sei nicht sauer, ich hätte es genauso gemacht. War halt nur schade, da deine Gameliste so umfangreich war und wieder von vorne anfangen musste.

Damals verkaufte man das damals ganz legal in 2. Hand. Eine Anzeige sah dann ungefähr so aus: „Verkaufe C128D mit drei Diskettenboxen randvoll mit Spielen und Programmen, sowie diverser Joysticks.“ Durch „Cosowi“ wurde ich jedoch sehr gut mit neuem Stuff versorgt. Vor allen Dingen mit Demos. „Cosowi“ ist nach seiner Schulzeit gegen Ende der 80er nach Winnenden (Stuttgart) gezogen und hatte mittlerweile zusätzlich noch einen Amiga 500 in seinem Besitz. Es war natürlich was ganz Besonderes als ich erstmalig an einem Amiga 500 mit TV-Modulator bei „Cosowis“ Eltern am heimischen TV saß.

Das erste Spiel war Giganoid (ein Arkanoid-Klone), was mich natürlich nicht vom Hocker riss. Ok, man merkte schon, dass der Amiga soundtechnisch mehr auf dem Kasten hatte. Aber Barbarian, Ports of Call, IK+ hauten mich audiovisuell schon mehr vom Hocker.

Erstaunlicherweise hielt der Kontakt zu „Cosowi“ extrem lange und ich bekam regelmäßig „Stuff“ nach Hause geschickt oder wenn er zu Feiertagen mal wieder bei uns war. Ich erinnere mich noch an das Spiel The Last Ninja II, dass ich als erster in meiner damaligen Ortschaft besaß.

The Last Ninja II: Back With A Vengeance war ab 1988 erhältlich. Ab sofort gab es mehr Gegner als bisher. Unter den Widersachern befanden sich sogar Krokodile! (Bild: System 3)
The Last Ninja II: Back With A Vengeance war ab 1988 erhältlich. Ab sofort gab es mehr Gegner als bisher. Unter den Widersachern befanden sich sogar Krokodile! (Bild: System 3)

Das Spiel wurde am 19. Oktober 1988 gecrackt und ungefähr 14 Tage später hatte ich es schon. Das Ganze ohne Internet. Nur auf dem Postweg. Das war damals schon was. Ich wollte jetzt aber niemanden langweilen…

The Last Ninja II hatte es mir – wie auch der Vorgänger – sehr angetan. Damals musste man noch bei einem Spiel so weit zocken, wie man halt kam. Einen Spielstand konnte man bei sehr vielen Spielen nicht ohne weiteres einfach abspeichern. Entweder gab man irgendwann auf, schaltete den Computer aus und musste beim nächsten Mal von vorne anfangen; oder aber man ließ den Rechner über Nacht laufen und spielte am nächsten Tag dort weiter.

Das Netzteil des C64, welches bei mir unter dem Tisch stand, wurde ohnehin recht warm und diente mir oft als Fußwärmer.

Unten die jeweiligen Netzteile für den C64 und C64 II. Auf das linke Netzteil passte genau mein Fuß; von der Ergonomie wie ein Gaspedal. Ich besaß zwar den C64 II bzw. C, aber das keilförmige Netzteil von dem Brotkasten. Die erste Serie des 2. C64-Modells wurde noch mit dem Keil ausgeliefert. Der C64 G hatte den eckigen Klotz.

Das Netzteil mit dem abgeschrägten Gehäuse ist das bekannteste und wurde mit dem ersten Modell des Commodore 64 verkauft. (Bild: André Eymann)
Das Netzteil mit dem abgeschrägten Gehäuse ist das bekannteste und wurde mit dem ersten Modell des Commodore 64 verkauft. (Bild: André Eymann)
Dieses Netzteil hat eine eckigere Form und wurde später mit den Nachfolgemodellen C64 C und C64 G ausgeliefert. (Bild: Toddy S)
Dieses Netzteil hat eine eckigere Form und wurde später mit den Nachfolgemodellen C64 C und C64 G ausgeliefert. (Bild: Toddy S)

Ein (kurzer) Ausflug nach Assembler

Durch die Demoszene bekam ich selber Lust ein wenig in Assembler zu „programmieren“. So richtig fit wurde ich aber nie. Lag wahrscheinlich daran, dass ich damals der Einzige in meinem Ort war, der dafür Interesse zeigte. Mal abgesehen vom Ändern von Sprites, Grafiken und Scrollschriften machte ich nicht viel. Gut, meinen Klassenkameraden konnte ich damit teilweise imponieren. Bei dem Spiel California Games änderte ich beispielsweise via Smon (ein Maschinensprache-Editor) die Einblendschrift im Titelscreen.

Mit einem Maschinensprache-Editor konnte man den Quellcode der Programme laden und verändern, um zum Beispiel Textpassagen zu modifizieren. (Bild: Epyx)
Mit einem Maschinensprache-Editor konnte man den Quellcode der Programme laden und verändern, um zum Beispiel Textpassagen zu modifizieren. (Bild: Epyx)

Ja ja… ich war schon ein Held!

Aber zum eigentlichen Programmieren hat es nie so richtig gereicht. Mit anderen Worten: erste Versuche in Assembler scheiterten kläglich, außer dem Rumgehacke mit Smon. Apropos: wer erinnert sich noch an SYS 49152? Ich war ein Einäugiger unter den ganzen Noobs. Schade eigentlich. Man tauschte also weiter mit Schulkameraden auf dem Schulhof oder hatte plötzlich ein Päckchen mit einer PLK-Nummer (Anmerkung: so genannte PLK-Postfächer waren anonyme Postfächer. Gegen Vorlage einer Postlagerkarte konnte man auf diesem Weg Software anonym bei der Post abholen) als Absender im Briefkasten. Meine Eltern konnten damit nix anfangen und fragten auch nie nach. Es war schon eine abgefahrene Zeit damals.

Decathlon: „Keine Schmerzen, du kennst keine Schmerzen!“

Der Commodore 64, Copyparties bei Freunden am Wochenende mit Übernachtung, viele Chips, Flips, Salzstangen, fettige Pfoten von Erdnüssen, beschmierte Joysticks und Tastaturen. Es wurde kopiert und gezockt, als gäbe es kein Morgen.

Und was wohl alle Gamer von damals kennen: diverse Summer-/Winter-/World-Games Turniere. Und dann, beim 1500 Meter Lauf von Decathlon, als beiden Kontrahenten schon die Puste ausging und hier einfach nur noch pure Verzweiflung und Krampf das Geschehen ausmachte und man schon aufgeben wollte.

Dann lief im Hintergrund Hearts on Fire aus dem Rocky IV-Soundtrack und die anderen Mitspieler feuerten einem mit den Worten aus dem Film an: „Keine Schmerzen, du kennst keine Schmerzen, keine Schmerzen!“ und wenn man den anderen wieder einholte und siegte kam ein „du hast es geschafft, siehst du, hast du gesehen, er ist keine Maschine, er ist ein Mensch!“ Das einem danach der Arm vom vielen Rütteln fast abfiel war dann nebensächlich… Im Grunde genommen war es eine echt geile Zeit…

Meine C64-Kultgames

Um wirklich nur einige zu nennen, folgt eine unvollständige Übersicht. Die Liste wäre ansonsten unendlich lang. 

  • Die Epyx-Reihe (Winter-/Summer-/World-/California-Games): definitiv KULT!
  • The Last Ninja 1 und 2: für mich die besten nostalgischen Erinnerungen an die damalige Zeit.
  • International Karate und IK+: zwischendurch immer gern gezockt.
  • Maniac Mansion: optimal an Tagen, wo man krank daheim lag oder kein Bock auf Schule hatte.
  • Caveman Ugh-Lympics: ungewohnt, dennoch sehr lustig und eine sehr gute Steuerung.
  • Combat School: der Joystick-Killer nach Decathlon.
  • Ghosts’n Goblins: die ersten Zombies in einem Videospiel…
  • Kaiser: die ganze Nacht gezockt, um mal Kaiser zu werden. Ein Top BASIC-Spiel war das damals.
  • Vermeer: habe ich auch nur gezockt, wenn ich krank oder gelangweilt im Bett lag.
  • The Great Giana Sisters: da ich Super Mario Bros.so gut wie nie gespielt habe, ist The Great Giana Sistersfür mich KULT!
  • Bubble Bobble: man, ich war wohl oft krank… auch so ein „ich-bleib-im-Bett-liegen“-Spiel.
  • Blue Max: ein toller Shooter, was hat man da stundenlang dran gezockt.
  • Raid over Moscow: Krieg spielen im „Kalten Krieg“ und immer gegen die Russen!
  • Commando: war zwar nicht gegen die Russen, aber dennoch gut und hatte ein Sound, den man einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommt.
  • Apollo 18: komisch, irgendwie ein Spiel das mich fesselte, obwohl ich vom Boden nie abheben konnte. Aber eine geniale Sprachausgabe auf dem C64.

Informatikunterricht mit dem C64

Die Programme und Spiele für den C64 bekam man auf dem Schulhof oder per Post. Erinnert sich noch jemand an „stampcheating“? Jeder tauschte mit jedem, keiner zahlte etwas dafür. Nehmen und geben hieß die Devise, ohne über die Begriffe wie „Copyright“ oder „Raubkopie“ nachzudenken. Es war normal. Jeder tat es, also fühlte man sich echt auf der legalen Seite. Die Bedeutung der Wörter legal/illegal waren einem im wahrsten Sinne egal. Den Gedanken, etwas Kriminelles zu machen, hatte man nicht. Ich hatte damals kein einziges Originalspiel. Die, die welche hatten, wurden auch noch belächelt, weil sie ja nicht mal eine Trainerversion vom Spiel hatten.

In der 9. Klasse in 1987 kam dann als Wahlpflichtkurs Informatik auf den Stundenplan. Dort saßen dann eigentlich nur C64-User. Es gab 12 Tische die jeweils mit einem Rechner bestückt waren. Darunter acht C64er und vier VC 20. Wohl dem, der am C64 saß (war halt kultiger).

Allerdings steckte der Informatik-Unterricht noch in den Kinderschuhen. Der Lehrer wusste auch nicht wirklich, was er uns beibringen sollte. Die meisten Jungs (Mädels waren gar nicht anwesend) dachten wohl, dass hier auch gezockt wird.

Letztendlich brachte man uns BASIC bei:

FOR NEXT Schleifen
GOSUB / RETURN
DATA

Programme wie Das Streichholz-Zieh-Spiel oder der Vokabeltrainer. Schlecht fand ich das nicht. Jedoch baute unser Lehrer jedem auf Wunsch ein SPEEDDOS in seine Floppy. Im Selbstbau wurde mal eben aus einer Art Wäscheklammer der Userport-Reset gebastelt (das waren so die ersten Löt-Erfahrungen) und im Gegensatz zu vielen anderen brannte der C64 dabei bei mir nicht durch.

Ein Jahr später verschwanden die 64er und MS-DOS-Computer von Siemens wurden angeschafft. Auch hier wurde wieder BASIC gelehrt. In einer Ecke war noch ein C64 aufgebaut. An dem saß ich. Das Vokabeltrainer-Programm entstand ebenfalls auf dem C64. In den Pausen spielte ich dort des öfteren mal ein paar Demos ab oder – damals üblich – man schmökerte in einer Computerzeitschrift.

Heimcomputerzeitschriften und Listings

Die typischen Computerzeitschriften kaufte ich mir auch nicht. 6,50 DM fand ich schon recht happig. Ich lieh sie mir immer von Schulkameraden für mehrere Tage aus. In der ASM gefiel mir immer der Feedback-Teil der Leser.

Die Computerzeitschrift Power Play war eine der ersten Zeitschriften über Computerspiele in Deutschland. Das Magazin wurde von Heinrich Lenhardt und Boris Schneider geleitet. (Bild: Future Verlag)
Die Computerzeitschrift Power Play war eine der ersten Zeitschriften über Computerspiele in Deutschland. Das Magazin wurde von Heinrich Lenhardt und Boris Schneider geleitet. (Bild: Future Verlag)
Das Heft ASM (Aktueller Software Markt) gab es ab März 1986. Chefredakteur war Manfred Kleimann. (Bild: Tronic Verlag)
Das Heft ASM (Aktueller Software Markt) gab es ab März 1986. Chefredakteur war Manfred Kleimann. (Bild: Tronic Verlag)

Mit Listings aus den Computerzeitschriften der damaligen Zeit (ASM, Power Play oder 64er) hatte ich nicht viel mit am Hut. Ich lese im Internet sehr oft von Usern, die sich damals die Finger wundgetippt haben. Ich weiß nicht, ich habe es – so glaube ich – ein bis zweimal gemacht. Beim ersten Mal war ich vom Game enttäuscht (war halt nur in BASIC) und beim zweiten Mal startete das Spiel nicht. Die Fehlersuche dauerte ewig… so ließ ich es sein.

Dennoch zockte ich nicht nur gern an Heimcomputern. Meine Leidenschaft galt auch den Spielautomaten, die man immer wieder in einer Kneipe um die Ecke fand. Diese Leidenschaft, die sehr früh anfing, hält bis heute an.

Die meisten Arcade-Automaten der 80er basierten auf dem 8-Bit-System. Der C64 ist zwar ebenfalls ein 8-Bit Computer, jedoch grafisch (für mich) längst nicht so anspruchsvoll. Was nicht heißen soll, dass die C64-Games minderwertig sind. Ich spreche hier vom direkten Vergleich der Game-Konvertierungen.

Die Ära der Videospielautomaten: Wonder Boy und Co.

Die Firmennamen SEGA, KONAMI, NAMCO sollte jeder schon einmal gehört haben. Allerdings waren die Grafiken beim Automaten besser und saß halt auf einem Barhocker vor einem richtigem Cab. Angetan hatte es mir vor allem Wonder Boy. Zum Vergleich folgen unten die Screenshots der Automatenversion und der C64-Variante. Der Unterschied war für mich ein herber Schock. Die Fassung des Spielautomatens kannte ich zuerst.

Die Spielhallenversion von Wonder Boy von SEGA aus 1986. Abenteuer in Höhlen oder Waldlandschaften. (Bild: SEGA)
Die Spielhallenversion von Wonder Boy von SEGA aus 1986. Abenteuer in Höhlen oder Waldlandschaften. (Bild: SEGA)
Die C64-Version von Wonder Boy wurde von Activision umgesetzt und kann grafisch mit dem Original nicht mithalten. (Bild: Activision)
Die C64-Version von Wonder Boy wurde von Activision umgesetzt und kann grafisch mit dem Original nicht mithalten. (Bild: Activision)

Wenn man bedenkt, dass ich bei der Automatenversion bis Level/Area 8, Round 3 gekommen bin ohne auch nur bis dahin ein Leben zu verlieren, um dann an einer blöden Stelle alle 15 (!) gesammelten Leben zu verlieren. Dann hat mich dieses Spiel schon geprägt. Es fehlte nur noch eine Runde. Zu diesem Zeitpunkt hockte ich schon über eine Stunde an dem Automaten. Der Punktestand war bereits über 1.000.000 (eine Million) gestiegen und das letztendlich für nur 1,- DM. Das nenne ich mal Preis-Leistungsverhältnis.

Ich weiß jetzt gar nicht, ob mein damaliger Schulkamerad Torsten das Spiel durchgezockt hat. Der Automat erschien bei uns 1986 und ich habe oft dran gezockt und war fast schon süchtig. Später wurde er durch einen anderen Automaten ersetzt. Letztmalig habe ich die Automatenversion in einer Spielhalle im Hauptbahnhof Hannover gezockt. Das war 1990. Allerdings war ich da schon völlig aus der Übung und# die Game-Platine war auf „schwer“ eingestellt, so dass nach ein paar Runden (genau genommen in der zweiten Runde) schon das „Game Over“ erschien. Danach habe ich nie wieder einen Wonder Boy-Automaten gesehen. Keine Ahnung, wie viel Geld ich damals in das Spiel investierte, um es ohne Lebensverlust (fast ganz) durchzuspielen.

Ansonsten erinnere ich mich noch an folgende Arcade-Klassiker…

Mr. Do! (Universal/Taito, 1982)

Mr. Do! ist ein Videospiel der Firma Universal, das 1982 in den Spielhallen auftauchte. Bei uns so ca. 1984. Der gleichnamige Held dieses Spiels ist ein blauhaariger Clown. Ziel des Spieles ist es, Szene für Szene, alle Kirschen zu essen und seine Gegner mit einem Gummiball auszuschalten. Das Spiel erinnert ein bisschen an Dig Dug das im selben Jahr von Atari veröffentlicht wurde, ist aber grafisch und spielwitzmäßig ausgereifter. Dieser Automat stand bei uns gleich neben Wonder Boy. Hier fiel auch so manche Mark.

Mr. Do! (Bild: Universal/Taito, 1982)
Mr. Do! (Bild: Universal/Taito, 1982)

Do! Run Run (Universal/Taito, 1984)

Das war so um 1985. Für diesen Automaten musste man bei uns im Dorf schon etwas weiter fahren. Der stand in einer anderen Kneipe. Dieser Automat hatte oben links auf dem Gehäuse einen Ein-/Aus-Schalter. Wenn man diesen ständig Ein-/Aus schaltete, wurde das nach einer Weile mit einem Credit „belohnt“ und man konnte umsonst zocken. Ob das für den Automaten schädlich war? Keine Ahnung… uns Kids war das egal. Letztmalig habe ich diesen Automaten 1990 in der Diskothek UFO in Westrhauderfehn gesehen. Wo auch gleich ein paar Münzen fielen… 

Time Pilot (Konami, 1982)

Auf dem jährlichen Mai/Herbst-Kirmes stand das Teil immer in einem als Spielhalle umfunktionierten Bauwagen. Anstatt Autoscooter zu fahren oder Zuckerwatte zu kaufen, verzockte ich mein Taschengeld in diesem Bauwagen. Etwas später stand er auch in unserer Kneipe. Weichen musste „mein“ Wonder Boy-Automat.

Time Pilot. (Bild: Konami, 1982)
Time Pilot. (Bild: Konami, 1982)

Hyper Olympic/Track & Field (Konami, 1983)

Stand ebenfalls in diesem Bauwagen und wenig später auch bei uns in der Kneipe. Mit diesem Automaten konnten sich sogar meine älteren Brüder anfreunden. Dank 4-Player-Modus und „Wer ist der Beste“-Sucht-Faktor war Fun ohne Ende angesagt. Zuerst wurde noch versucht die Sprinttasten einzeln zu drücken, um Geschwindigkeit aufzubauen. Später wurde ein Schweißband oder ein Pulloverärmel um die Faust gewickelt und dann wurde über die Tasten gerubbelt. Ein zweiter Mitspieler übernahm dann die Absprungtaste. Das war immer verdammt eng an diesem Automaten, wenn vier Personen sich an den Tasten zu schaffen machten. 

1984 kam dann der Nachfolger Hyper Sports. Eigentlich das Gleiche wie Hyper Olympic nur dass mal andere Events vorhanden waren. Dieser Automat stand ein Jahr später bei uns in der Kneipe.

Hyper Olympic/Track & Field. (Bild: Konami, 1983)
Hyper Olympic/Track & Field. (Bild: Konami, 1983)

Phoenix (Centuri, 1980)

Ein Evergreen! Irgendwann konnte ich sogar pfeifen (obwohl es eher ein flöten ist) und zwar so, wie der Sound vom Schutzschild. War einer meiner ersten Shooter. Fand ich sogar besser als Galaga.

Phoenix. (Bild: Centuri, 1980)
Phoenix. (Bild: Centuri, 1980)

Pooyan (Konami, 1982)

Habe damals Pooyan mit so manchem Taschengeld gefüttert. Umso erfreut war ich, als es eine Version für den C64 erschien. Leider ist, ähnlich wie bei der C64-Umsetzung von Wonder Boy, nicht viel vom Flair des Arcadegame übrig geblieben. Und es erinnerte mich immer an Schweinchen Dick.

Moon Patrol (Irem, 1982)

In den 80ern war es ja noch erlaubt, das Jugendliche an Spielautomaten zocken durften. Jedenfalls gab es auf unserem Rummel immer diesen Bauwagen, in dem 6-8 Spielautomaten standen. Darunter Phoenix, Moon Patrol und irgendeinen Fussballsimulator. Ich habe diese Kisten geliebt und ordentlich Geld reingesteckt. Moon Patrol war schon ein geiler Shooter. Allein schon die Musik dödödiddededeleded – Grandios! Aber beim Mienenfeld war regelmäßig Schluss. Nur zu zweit haben wir es mal durchgespielt. Mittlerweile gibt es ja unzählige Klone.

Moon Patrol. (Bild: Irem, 1982)
Moon Patrol. (Bild: Irem, 1982)

Karate Champ (Technos Japan Corporation/Data East, 1984)

Die Video-Prügelei Karate Champ war mein erster Kontakt mit einem Beat ’em up Arcade-Automaten. Das Spiel kommt zwar nicht an die Güte von The Way of the Exploding Fist oder IK+ heran, allerdings muss man sagen, dass Karate Champ so etwas wie der Wegbereiter für die beiden anderen Spiele war, denn es erschien ein paar Jahre vorher und etwas älteres in Sachen Beat ’em up kenne ich nicht.

Ach ja: dieser Automat kommt auch in dem Kinofilm Bloodsport vor. Frank Dux (Jean-Claude Van Damme) und Ray Jackson (Donald Gibb) zocken daran in der Hotellobby.

Karate Champ. (Bild: Technos Japan Corporation/Data East, 1984)
Karate Champ. (Bild: Technos Japan Corporation/Data East, 1984)
Karate Champ. (Bild: Cannon Films)
Karate Champ. (Bild: Cannon Films)

Amiga 500 – The next level!

Irgendwann legte sich einer nach dem anderen einen Amiga 500 zu. Ich „erbte“ mal wieder den ausrangierten Amiga 500 von „Cosowi“. Das war glaube ich so um 1989/1990.

Um den Amiga finanzieren zu können, musste ich meinen C64 verkaufen, was ich aufgrund der Vielzahl der Disketten und vielen Demos sehr bereut habe. Der Erlös deckte zwar die Finanzierung des Amiga, aber der fade Beigeschmack blieb. Zumal der Amiga nur am TV via eines Modulators betrieben wurde.

Der Amiga 500 kam 1987 auf den Markt und kostete damals 1.098 DM. Die 32-Bit-Architektur des Amiga war zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung herausragend. (Bild: Toddy S)
Der Amiga 500 kam 1987 auf den Markt und kostete damals 1.098 DM. Die 32-Bit-Architektur des Amiga war zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung herausragend. (Bild: Toddy S)
Der Amiga 500 Video-Adapter A520 (Bild: Toddy S)
Der Amiga 500 Video-Adapter A520 (Bild: Toddy S)

Mit dem A520 Video-Adapter von Commodore kann man den Amiga 500 an ein TV-Gerät oder einen Videomonitor anschließen. Diese Zusatzhardware wandelt das Videosignal des Amiga (RGB) in ein HF-Videosignal um, das vom Fernseher oder Monitor interpretiert werden kann. Zum Lieferumfang gehörten ein TV-Anschlußkabel, sowie ein Y-Audiokabel. Der Adapter wurde zusammen mit dem Amiga 500 ausgeliefert und musste nicht gesondert gekauft werden.

Auch hier war „Cosowi“ mein bester Game- und Demo-Swapper. Die Spiele wurden grafisch besser und auch ein wenig schneller. Jedoch war das „Programmieren“ für mich beendet. Mit der Amiga Workbench und Co. setzte ich mich nicht mehr auseinander. Eigentlich habe ich den Amiga nur zum Spielen und Demos anschauen genutzt. Ab und zu versuchte ich mal via Soundtracker ein paar Musikstücke zu komponieren. War schon lustig mit den Samples rumzubasteln. Ansonsten war man auch hier wieder Jäger und Sammler. Ich besaß zwar sehr viele Games, aber ich vermisste schon den 64er.

1991 zog ich beruflich nach Berlin. Ich legte mir wieder einen C64 zu und blieb diesem bis 1995 treu. Danach fristete er sein Leben, bis auf ein paar Revivals, im Keller. Den Amiga hatte ich noch in meinem Wohnzimmer aufgebaut. Bis 1997 nutze ich ihn als bessere Schreibmaschine und spielte mal ein paar Games drauf.

Meine „Best of Amiga“-Liste

Obwohl mir eigentlich spontan kein Amigaspiel einfällt, dass bei mir einen Kultstatus hat. Allerdings, wenn ich so richtig drüber nachdenke… 

  • Lemmings: alle Teile hatten waren gut; mal was anderes und kultig.
  • Ports of Call: nette Simulation, die Stunden gingen dahin und ich lernte den Geschmack von Kaffee kennen.
  • Winter Games: perfekte C64-Umsetzung.
  • World Games: war auch noch eine gute C64-Umsetzung.
  • Shadow of the Beast: super Grafik, geiler Sound. Es gab zwar keinen Sinn im Spiel, but who cares.
  • Another World: Spitzenaufmachung (Intro), geile Ingame-Grafik, hat mir sehr gefallen.
  • Flashback: der Nachfolger von Another World. Noch bessere Grafik!
  • Monkey Island 1 und 2: muss man dazu noch was sagen? Absolut KULTIG!
  • Desert Strike: großartiger Shooter, schöne Missionen, nette Sprachausgaben.
  • Persian Gulf Inferno: war ungefähr wie Impossible Missionauf dem C64.
  • Zak McKracken.
  • Indiana Jones-Reihe.
  • Turrican 1 bis 3.
  • Blood Money.
  • R-Type.
  • Xenon 2.
  • Battle Squadron.
  • Silkworm.

Das Schöne an Berlin waren die großen Spielotheken. Wie beispielsweise am Ku’damm-Eck. Dort gab es sogar zwei eine im Keller und eine im 2. OG.

Aber im Rahmen der Berlin-Sanierung und Modernisierung gibt es diese Kultstätten schon lange nicht mehr. Heute gibt es noch eine große Spielothek am Adenauer-Platz. Allerdings gibt es dort mehr Geldspielgeräte als Arcade-Geräte. Schade, aber der Markt will es wohl so. Jedenfalls bekam ich dann zu dieser Zeit auch einen Faible für Flipperautomaten, Rollergames, Terminator 2, Fun House, Earthshaker, Whirlwind, Jurassic Park, Black Knight, um nur einige zu nennen. Auch hier war es natürlich wieder die Sprachausgabe der Geräte, die mich in ihren Bann zog. Von der Atmosphäre einmal ganz zu schweigen.

Komischerweise musste ich irgendwann feststellen, dass ich insgesamt zwei Amiga plus Drucker und zwei 64er plus Drucker besaß. Keine Ahnung, wie die dazu gekommen sind. Wahrscheinlich verliert man irgendwann doch den Überblick. Einen Amiga verkaufte ich noch mal an „Grufti“, den Rest behielt ich. Gegen Ende 1997 brachte ich meine beiden Computer zu meinen Eltern, wo sie bis heute zur Erheiterung meiner Neffen beitragen.

Die Commodore-Giganten auf einen Blick. Links der C64 und rechts davon der Amiga 500. (Bild: Toddy S)
Die Commodore-Giganten auf einen Blick. Links der C64 und rechts davon der Amiga 500. (Bild: Toddy S)

Die Disketten laufen nach fast 20 Jahren immer noch auf beiden Systemen einwandfrei. Erstaunlich, wie ich finde. Meine Generation hätte sich damals ein Loch in den Bauch gefreut, diese beiden „Giganten“ parallel zu betreiben. Aber nun, wir leben halt im PC und Konsolenzeitalter.

Konsolen 2.0 und die PC-Ära

Wo wir gerade von Konsolen sprechen. Mitte 1997 legte ich mir eine PlayStation zu. Und damit meine ich das erste Modell, dass erstmals 1995 in Europa verkauft wurde. Übrigens war die PlayStation meine erste gekaufte Konsole. Ein Kollege hatte mal seine Konsole zur Arbeit mitgebracht. Nur mit der Demo-CD. Als ich die Demo von Tekken 2 und Tomb Raider sah, war es um mich geschehen… Diese Konsole musste ich auch haben. Ich habe 449.- DM bezahlt. Ohne ein zusätzliches Spiel.

Die Herstellung der PlayStation von SONY wurde erst 2006 eingestellt. Insgesamt wurde die Konsole zwölf Jahre produziert und es wurden ca. 100 Millionen Geräte von diesem Modell verkauft. (Bild: Toddy S)
Die Herstellung der PlayStation von SONY wurde erst 2006 eingestellt. Insgesamt wurde die Konsole zwölf Jahre produziert und es wurden ca. 100 Millionen Geräte von diesem Modell verkauft. (Bild: Toddy S)

Das war ebenfalls eine schöne Zeit. Rückblickend sind folgende Spiele für mich die Klassiker:

  • Tomb Raider II: im Durchspielduell mit André.
  • Tekken 2 und 3.
  • Abe’s Oddysee Exodus.
  • Resident Evil 1 und 2.
  • V-Ralley: auf Hi-Score Jagd mit André und Piwi.
  • Worms.
  • FIFA-Serie.

Diese Ära hielt jedoch nur 2 1/2 Jahre. Richtig, bis zur Anschaffung meines ersten PC.

Von da an beschäftigte ich mit dem Kasten und dem Medium Internet. So richtig gezockt habe ich aber nie auf dem PC. Eines meiner ersten Multiplayer-Spiele war Duke Nukem 3D, aber das ist ne ganz andere Geschichte. Ab und zu zockten wir im Kollegenkreis Medal of Honor im Online-Multiplayer, aber das war’s dann auch schon.

Obwohl ich erinnere mich noch an meinen ersten PC von 1998. Es war ein AMD 350, mit wahnsinniger 8GB Festplatte und 64 MB RAM. Bis dato diente noch der Amiga 500 (mittlerweile mit Monitor) als elektronische Schreibmaschine. Und wenn es mich wieder einmal jährlich packte, dann spielte ich Monkey Island 2 durch. Was für ein Ritual. War auch eine schöne Zeit, aber das hat ja nichts mit den Anfängen des Zockens zu tun.

Irgendwann saugte ich mal diverse Emulatoren des C64, Amiga und MAME (Arcade Emulator) und zocke seitdem, sofern ich die Zeit habe, damalige Arcade-Klassiker (darunter auch Wonder Boy, Time Pilot, Moon Patrol, Mr. Do!, Do! Run Run) und schwelge in nostalgischen Erinnerungen.

Die „Neuzeit“ kommt

Seit 2005 bin ich im Besitz einer gemoddeten Xbox mit einer 200 GB-Festplatte, die ich als Allround-Konsole nutze. Auf ihr sind alle gängigen Emulatoren (vom Gameboy über MAME bis zum N64) installiert. Die Games laufen auch alle.

Sicher, beim C64 oder Amiga 500 ist das nicht „the real thing“ aber irgendwie ist es pure Nostalgie den Startscreen des C64 wieder auf dem Fernseher zu sehen. Jedoch spiele ich ab und zu mal die zuvor genannten Arcade-Games. Alles via Xbox-Pad. Irgendwie ist das schon Fun, aber auch hier nicht wie im Original.

Konsolen der 5. und 6. Generation: Microsoft Xbox, SONY PlayStation und PlayStation 2. Hier wird noch auf richtigen Röhrenfernsehern gezockt. (Bild: Toddy S)
Konsolen der 5. und 6. Generation: Microsoft Xbox, SONY PlayStation und PlayStation 2. Hier wird noch auf richtigen Röhrenfernsehern gezockt. (Bild: Toddy S)

Ich besitze zwar auch diverse Xbox-Spiele, aber wenn ehrlich bin, habe ich noch kein Spiel durchgezockt. Oftmals ging es über ein Anspielen nicht hinaus. Ok, die Grafik ist schon fein, aber irgendwie fehlt mir immer etwas und wenn es nur das Gameplay ist. Es ist schwer zu beschreiben. Ich weiß nicht, ob das jemand nachvollziehen kann.

Leider habe ich keinen Menschen im Freundes- oder Bekanntenkreis der auch nur annähernd dafür Begeisterung zeigt. Eigentlich sehr schade, denn ich würde gerne mal so einen Revival-Retro-Abend veranstalten. Erstaunlich können sich die wenigsten meiner Freunde an die damaligen Spiele erinnern, während ich noch die Programmierer, Hersteller, Sounddesigner mit Namen zu fast jedem Spiel benennen kann. Zum anderen kann ich die Spielmusik pfeifen. Ob das nicht einmal eine Wette für Wetten, dass… ? wäre?

Bin ich der Letzte meiner Art?

Tja, das zu meinem Zocker-Lebenslauf beziehungsweise meine Computeranfänge und Zocker-Ära. Rückblickend war die C64-Zeit die wohl schönste Zeit. Jeder im Freundeskreis hatte einen. Alle hatten die gleiche Hardware und alles war kompatibel. Der einzige Unterschied war immer der Fernseher. Ich fing ja noch mit einem 37er-Bildschirm in Schwarz-Weiß an. Andere zockten auf einem 70er-Bildschirm. Wieder andere hatten einen Monitor. In der Schule wurde wie wahnsinnig geswapped und kopiert (im Informatikkurs), den Paukern gab man ebenfalls die Games und Programme. Die Arcade-Zeit der 80er möchte ich jedoch auch nicht missen.

Die kleine C64-Daddelecke auf dem Dachboden. Idealer Rückzugsort für eine kleine Partie R-Type. (Bild: Toddy S)
Die kleine C64-Daddelecke auf dem Dachboden. Idealer Rückzugsort für eine kleine Partie R-Type. (Bild: Toddy S)

Die Amiga-Zeit hatte auch was. Aber die meisten Erinnerungen habe ich an den C64 oder Arkaden (was das Zocken in den 80ern betrifft). Beim Amiga 500 gab es dann schon wieder Hardware-Unterschiede. Die einen hatten eine eingebaute Festplatte (20 MB) und spielten ihre Spiele wie Monkey Island 2 von der Festplatte. So ersparte man sich den lästigen Diskettenwechsel beim Spielen. Oder hatte mehr oder weniger Arbeitsspeicher (RAM). Von Hause aus hatte der Amiga 500 ja nur 512 KB RAM. Folglich musste eine Erweiterung auf 1 MB her. Wenn ich bedenke, wie groß diese Hardwareerweiterung in meinem Fall war…

Nur ist es halt schade, dass man Gleichgesinnte oftmals nur im Netz findet. Leute, die dieselbe Zeit wie ich erlebt haben, mit denen man über die selbe Sache reden, lachen und fachsimpeln kann. Selbst mit Freunden, die die damalige Dorfkneipe ebenfalls ihr zweites Zuhause nannten, ist heute nix mehr los. Sie scheinen alles vergessen oder verdrängt zu haben. Oder aber, sie sind halt einfach nicht so nostalgisch veranlagt. Stattdessen muss es, wenn überhaupt, immer der aktuellste PC Ego-Shooter sein.

Man muss bedenken zu welcher Computer-Zeit ich mit den genannten Spielen aufgewachsen bin. Meine Generation hatte das Glück die Anfänge der Videospiele mitzuerleben. Wir haben die Spiele mit ganz anderen Augen gesehen. Den Satz „ganz schön pixelig“ gab es bei uns nicht. Seinerzeit wurde das Maximum aus der Hardware wie dem VCS, C64 oder dem Amiga herrausgekitzelt. Heutzutage gibt es irgendwie kein Ende. Man muss ständig Grafikkarte, Prozessor usw. updaten.

Hinzu kommt, dass die C64-Ära (und die 8-Bitter im Allgemeinen) lange anhielt. Keiner musste aufrüsten. Erst 1987/1988 wechselten die meisten Spieler ins Lager der 16-Bitter und kauften sich einen Amiga oder Atari ST. Durch die politische Wende in 1989 erlebte der C64 – wohl auch durch den Osten – noch einmal einen Boom. Die Zeit von 1985-1989 kommt mir gefühlt richtig lange vor. Es sind so viele Erinnerungen, obwohl es eigentlich nur fünf Jahre sind.

Sicherlich frage ich mich nach über 20 Jahren, wie man dieses und jenes Spiel nur spielen konnte und abgöttisch geliebt hat. Bei einigen genannten Games sind es halt die persönlichen Dinge, pure Nostalgie halt. Erinnerungen, die mir keiner nehmen kann. Und wenn es nur die Tatsache ist, dass man sich an den Arcadeautomaten täglich in der Highscoreliste verewigte, um anderen zu signalisieren: „Ahh… der Toddy war schon hier und steht schon auf Platz 1.“ Ich will nicht sagen, dass man sich damit Respekt verschaffte, aber eine Form von Anerkennung war damals das Highscore-Ranking auf jeden Fall.

Und viele Spiele hatten einfach so etwas wie eine Seele. Man spielte mit mehreren Leuten und zwar nicht in einem lokalen Netzwerk oder über das Internet. Es wurde ein C64 oder Amiga aufgebaut und man daddelte an einer Hardware gegeneinander. Besonders bei den genannten Sportspielen war das Wettkampf pur. Alle hatten die gleichen Bedingungen, obwohl es auch Freaks gab, die ihre eigenen Joysticks mitbrachten. Bei mir musste es ja immer der Competition Pro sein.

Der Retro-Power-Tower: Amiga 500, C128D und C64. Für Zwischendurch liegen Rubiks Cube und MAD-Magazin bereit. (Bild: Toddy S)
Der Retro-Power-Tower: Amiga 500, C128D und C64. Für Zwischendurch liegen Rubiks Cube und MAD-Magazin bereit. (Bild: Toddy S)
Mein eigenes Arcade-Cabinet, Wumpus, siehe homecomputermuseum-xanten.de, sei Dank. (Bild: Toddy S)
Mein eigenes Arcade-Cabinet, Wumpus, siehe homecomputermuseum-xanten.de, sei Dank. (Bild: Toddy S)

Meine Kids (7 und 10) bekamen 2007 einen Gameboy und spielten oft das Namco-Museum (enthält die Spiele Galaga, Galaxian, Dig Dug, Pac Man) welches ich ihnen geschenkt habe.

Dann kam mein Cab und ich konnte mit ihnen am Cab eine Zeitreise in die 80er unternehmen. Da konnte ich ihnen noch etwas beibringen und ihnen erzählen, dass ich das auch schon als kleiner Junge gespielt habe und wie ich einen Haufen Taschengeld investierte. Dann staunen sie und versuchen meinen Highscore zu brechen. Da wird einem schon warm ums Herz.

Back to the 80s

Ich weiß es nicht, ist manchmal ein komisches Gefühl, der eigenen Frau, den Freunden und Bekannten oder den Kollegen nicht vermitteln zu können, was man damals alles erlebt hat.

Sie nehmen es zwar zur Kenntnis aber verstanden haben Sie es nie. Es ist komisch, als hätten Sie damals in den 80ern in einem Parallel-Universum gelebt. Oder war ich derjenige? Oftmals denke ich, die halten mich für verrückt. Dabei habe ich jetzt nicht einmal zig Sammlerstücke zu Hause herumliegen. Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr wünsche ich mir, dass Doc Emmet Brown mit dem De Lorean um die Ecke kommt und mich mitnimmt – „Back to the 80s“.

Im Anhang und letzten Teil des Artikels findet ihr verschiedene Screenshots und Bilder vom legendären Commodore 64.

Impressionen vom Commodore 64

Hier sind zum Abschluss des Artikels noch ein paar Bilder aus vergangen Tagen von Spielen, die mir spontan eingefallen sind. Man achte auf die Grafik, gerade bei Film-Umsetzungen. Bei allen Abbildungen handelt es sich um C64-Grafiken.

Herzlichen Dank an René Achter von 3DPeek für das Aufmacherbild zum Beitrag!

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Kommentare56

  1. Hi,

    ein super Beitrag, der mich an meine Kindheit erinnerte. Ich bin 1982 geboren, hatte jedoch ältere Brüder, welche zeitig einen C64 kauften. Ich habe alles miterlebt, die Kopierorgien, die Zockabende mit mehreren Jungs. Es gab in meinem Nachbarort sogar einen Pfarrheim, wo acht C64 aufgebaut waren. Am Wochenende war dort die Hölle los. Ein irre Zeit!

    Ich habe mit dem Gaming nie aufgehört. Nach dem C64 kam der Nintendo NES, der 386 PC, X-Wing, Lucasarts-Games der feinsten Sorte i

    Bis heute zocke ich u. a. moderne Games. 1 bis 2 mal im Jahr treffen wir uns mit Gleichgesinnten zu einer “großen” LAN-Party (18 Personen). Da wird ein Haus gemietet, gezockt (Retro-Games als auch Aktuelles), getrunken, 80er Jahre Filme usw. Der absolute Nostaglie-Nerd-Trip! Danke C64

    Tobi
    1. Danke für die Blumen und Danke fürs Lesen (ist ja nicht grad wenig).
      Ich habe eigentlich nur ältere Brüder.
      Aber sie haben sich nie für die Anfänge in den 70ern (Pong, Atari 2600) oder die Hochzeit der Arcades bzw. Homecomputer (C64/Amiga) interessiert. Sie wollten nicht mal mitspielen.
      Ich habe das bis heute nicht begriffen, dass sie so “anders” waren/sind, oder war/bin ich das nur einfach “anders”?
      Woher kam meine Begeisterung für den Stuff?

      Gibt es unter euch ähnliche “Fällle”? Wo eure Geschwister keinen Faible dafür hatten?

      Tobi
      1. Für mich ist das Zocken definitiv eine Typ-Sache. Man muss schon gewisse Charakterezüge mitbringen, um für dieses Hobby “geeignet” zu sein. Auch langfristig… Früher wurde man ja komisch angeschaut, wenn man ein solches Hobby hatte. Heute ist das völlig anders! Das deine Brüder nicht fasziniert davon waren, lag womöglich am Alter und dem gewissen Nerd-Technik-Fable, das man mitbringen muss…

        Der C64 ist eng mit den Kindheits- bzw. Jugenderinnerungen verbunden. Eine Zeit voller Freiheiten, Weltentdeckungen… Sturm und Drang. Dieses Geschmäckle haftet dem Gerät für immer an. Wenn ich heute z. B. Maniac Mansion auf dem Emulator (sorry!) zocke, dann kommen diese Gefühle wieder. Und man will sie unbedingt behalten, immer wieder erleben. Wenn man ehrlich ist, dann gelingt das nur zum Teil – wenn überhaupt. Es ist einfach vorbei bzw. wird nie wieder so sein, wie das kindliche bzw. jugendliche Gehirn es erfahren hat. Damit muss man sich einfach abfinden.

        Da draußen gibt es Videospieltechnisch noch so viel zu entdecken! Wir leben in einem absoluten Paradies, was Gaming betrifft.

  2. Hi Toddy,

    Dein Beitrag ist echt Spitze, Ich (Bj.67) habe diese Zeit ebenfalls voll genossen. Als meine Eltern damals im Urlaub waren, habe ich mit Kumpels mal eine ganze Nacht auf dem C64 dieses Spiel mit dem Steinzeitmensch auf dem Rad (Cave Man ?) durchgespielt.Um 4:00 Uhr früh gabs dann Bratwürstchen vom Elektrogrill.

    Meine Zeit fing auch mit Pong an, dass ich von meinen Eltern als 10Jähriger zu Weihnachten geschenkt bekam.Dann habe ich 1982 an einem Schüleraustausch in England teilgenommen. Mein Austauschschüler Paul hatte einen ZX-81 mit 16 KB Speicher. Wir programmierten in Basic und war total begeistert. 1983 bekam ich zu Weihnachten einen Oric-1. Das war ne klasse Maschine mit eingebautem Lautsprecher und Basic.Ich hatte dann noch ein Speekeasy Sprachmodul angeschlossen und übers Telefon Leute „vera….“. Ja , halt lauter Blödsinn gemacht. Bin dann allerdings auch recht bald (1984) zum Brotkasten übergegangen. Wollte auch halt zocken. Dann kam später der Atari 1024 ST ,die Playstation 1 usw. In der Kneipe in Stapelmoor ( direkt neben uns) hatten Sie Donkey Kong und Mr.Do. Ich habe Sie geliebt! Also ich hab diese Zeit genauso intensiv gelebt und bin heute noch davon begeistert.

    Also: Es gibt uns noch! Die ewigen Nostalgiker! Und ich glaube, noch recht Viele!

    André EymannTobi
    1. Danke für die Blumen, Stefan.

      Dein Caveman war bestimmt “Quest for Tyres” oder der Nachfolger “Grog’s Revenge”. Caveman im Comicstyle.
      Auch ein Klassiker, den wir auch oft gespielt haben.

      Ja, es gibt viele von uns nur selten -ich wiederhole mich- selten im eigenen Bekanntenkreis.
      Aber ich bin auch nur von der alten Technik begeistert. Sagen wir so, alles bis zur PS1. Wobei mich NES, MD und Co echt kalt gelassen haben, weil ich zu lange auf dem Amiga unterwegs war.

      Derzeit spiele ich wieder an der PS1…🤭Tomb Raider….was für ein Flashback. Teil 1 durch, Teil 2 fast…..der krasse Tempel, wo man gefühlt alle 3m speichern sollte.
      Ich vermute, bei mir ist es wirklich das Ewiggestrige, was mich reizt.
      Ich mag neue Technik….sehr gerne sogar….aber nicht, was das Zocken betrifft.

      André EymannTobi
  3. Alter Schwede, das hat mich gefühlt um 100 Jahre zurück katapultiert. Habe in den 1980wr Jahren meinen ersten Computer, einen ZX 80 noch selbst zusammen gelötet und bin dann über den VC20 zum C64 gekommen. Raid over Moscow und Karateka sind mir noch gut in Erinnerung. Aber auch QBert und LCP. War schon ne dolle Zeit. Bin jetzt 58 und denke noch gerne an diese so wichtigen Anfänge zurück.

  4. Hallo Torsten,

    Erstmal… du stehst da sicher nicht alleine!
    Sehr schöne Geschichte, die man einfach von Anfang bis Ende lesen MUSS. 🙂
    Wie die meisten hier hab ich auch einen ähnlichen Verlauf oder fast identischen gehabt.
    Bin 69er Baujahr und fand als erstes mit eines dieser “Telespiele” Zugang zur Videospiel-Welt. Eines mit Modulen wo es Tennis, Fußball, ein Motorrad-Spiel, Panzer-Spiel etc gab, Dann kams zu einem Atari 2600 (das komplett schwarze wenn ich mich noch richtig erinnere) so zwischendurch gabs auch diese “seltsamen” Handheld wie z.b Game&Watch um dann so ungefähr wie du 86-87 zur damaligen-für mich “Königsklasse” dem C64er zu kommen. Es war ein C64C mit modernem Gehäuse, Datasette an einem 15″ Farb-TV (Röhre klarerweise) gestöpselt gings los, Floppy kam erst später. Dieser Rechner hat mich gleich in sein Bann gezogen bis heutige Zeiten. Für mich ist schon die Tatsache die Software/Spiele von Tape zu laden Kultsache in sich!, obwohl es auch andere Rechner mit Tape gab. Danach folgte ein Amiga 500 der für mich persönlich fast die gleiche Stufe wie der C64er hatte. Danach wechselte ich noch zu einem Amiga2000 mit ein paar Erweiterungskarten wie Turbo-Karte/Picasso, SCSI-Controller mit 120MB HD, video/audio-digitalisierer usw.
    Den Amiga 2000 verkaufte ich dann, den Amiga500 hatte ich zuvor einem Verwandten geschenkt dann wieder zurückgeholt. Dann habe ich und ein Kumpel uns noch das Amiga CD32 geholt und dabei nicht so richtig mitgekriegt daß Commodore vor der Pleite war. Ich konnte es damals wirklich nicht fassen ….mit Commodore war Schluss.
    Der Kumpel wollte das CD32 unbedingt loswerden und bekam dafür nur mehr ein paar Kröten, Das war bei mir nicht Thema, das CD32 gehört heute noch zu meiner Sammlung.
    Ich lass mal den Rest meiner Sammlung weg sonst sprengt das hier gleich den Rahmen 🙂
    Kurz und bündig gehört heute noch mein damaliger C64C mit 1541II Floppy und Datasette, 2 Amigas 500, und das Amiga CD32 unter anderem zu meiner Sammlung. Ich bastle auch noch viel rum damit, einige Erweiterungen sind dabei z.b , ein Amiga500 hat das Gotek eingebaut, C64 mit 1541Ultimate und noch weitere Feinheiten…
    Eine PS1 kam dann auch , sowie davor noch kurzzeitig ein SNES und ein Megadrive die ich aber nicht lange hatte und eine XBOX(1).
    Im Gegensatz zu einigen Leuten hier hat bei mir der Amiga einen grossen nostalgischen Wert so wie der C64. Der C64 war bei mir “leider” immer nur die Daddelkiste hab damit in Basic ein wenig rumgebastelt was mir auch Spaß gemacht hat aber wollte dann mal auch Assembler versuchen, als ich dann merkte, um größeres zu schreiben, z.b kleine Demos mit Bild und Sid-Tune reichte der Speicher nicht mehr wenn gleichzeitig das Assembler-Programm auch noch lief. Man benötigte eine Speichererweiterung oder man musste noch einen C64 mit dem ersten verbinden der dann als externer Speicher diente. Das hielt mich dann ab weiter zu machen. Beim Amiga war das dann kein Problem dort bastelte ich dann mit Assembler weiter, Bilder mit Soundtrackermodulen, extra Fonts usw war dann kein Problem mehr, Ram reichte immer aus. Es reichte nicht für den Assemblerprofi aber so kleine Demos, Disketten-Lademenüs und kleine Sachen bekam ich gut hin und machte auch voll Spaß.
    Ich werfe auch heute noch regelmässig den C64 und den Amiga an , zocke damit oder sehe mir die Profi-Demos von damals an hole mir auch neue aus dem Netz. Sieht sich einer nur das Oxyron Coma Light Demo 13 für den C64 an.. was da noch aus der Kiste rausgequetscht wird… ist bald unheimlich und steht manchen Amiga-Demos in nichts nach..
    Link: https://www.youtube.com/watch?v=SGJ1Mpqp94w
    Ich könnte hier noch weiter erzählen und “nostalgen” z.b über meine Lieblingsspiele etc… aber ich sehe grad ich hab schon einen halben Roman hinter mir…ich hoffe das geht ok..

    Gruß
    Peter

    1. Danke für dein langes Statement.
      Ich lese lieber ein wenig mehr….passt schon.

      Ja, die Lebensläufe ähneln sich bei vielen sehr stark.
      Wobei es damals auch nur Spieler gab.
      Also die, die sich für den Rest (Basic/Assembler/Demos etc) überhaupt nicht interessierten.
      Wie ich in einer anderen Antwort schon mal sagte, fand ich den Amiga Klasse…..aber er hat für mich den Charme eines C64.
      Lag wahrscheinlich daran, dass ich dann dort nix mit “coding” versuchte.
      Plus die Tatsache, dass ich kurz danach meine Lehre anfing und auch mehr Zeit für Mädels drauf ging.
      Zu der Zeit interessierten sich eine Minderheit der Mädels für Heimcomputer/Konsolen.

      Den Amiga nutze ich hauptsächlich nur zum Daddeln, quasi zum Zeit totschlagen
      Einen C64 besorgte ich mir 1992/93 wieder. Aber auch nur, weil ein Kumpel mich immer noch auf dem Postweg mit dem “Stuff” versorgte.
      Das waren zu 100% nur Demos/Tools. Keine Games mehr.
      Ab 1996 schlief commodoretechnisch alles ein wenig ein.
      Die PSX dominierte und hatte wieder den “Charme der alten Tage”….weil man wieder Games tauschte oder “kopierte”.
      C64 und Amiga kamen erst im neuen Jahrtausend (ab Mitte 1999) wieder als Emulator bei mir in Mode..
      Dadurch (durch Emulation) auch wieder das Interesse an Arcade
      Fast 10 Jahre später baute ich das wieder in meinem Keller bzw. Dachboden auf.
      Mit Konsolen bzw. meine beiden “Commodores”.
      Aber mehr C64-lastig mit der Ultimate….und bin seit dem über die neusten Demos/Games/Tools immer mit dabei.
      Wenn auch nicht ständig. Verpasste Jahre hole ich meist nach.
      Das Gotek habe ich zwar auch für den Amiga……lach…aber das habe ich nicht mal verbaut. ich wollte es mal, der Amiga war auch schon aufgeschraubt, aber dann geschah wochenlang nichts, bis ich ihn wieder unverrichteter Dinge zusammenschraubte 🙂 .
      Vor kurzem habe ich meinen Keller umgebaut…..und diverse Stunden/Tage wieder am C64 verbracht.
      Es ist halt ein “Jungbrunnen”…
      Genauso wie das Flippern und bissl am Arcadeautomat zocken…
      Nicht regelmäßig….aber manchmal brauche ich das einfach.
      ich fühle mich dann echt wieder diverse Jahrzehnte jünger…..
      Frei nach Peter Lustig: “Klingt komisch, ist aber so”

  5. Hallo!
    Es machte Spaß das zu lesen, mein “Krankheitsverlauf” lief ganz ähnlich ab… nur das es bei mir noch früher anfing… Es begann 1976 (ich bin Baujahr 69), mit dem ersten “Telespiel”, sprich PONG am heimischen Fernseher. Ihm folgten dann das Atari VCS 2600 (mit der tollen Holzoptik Front 🙂 ). Der erste Computer war ein Thomson TO-7 (den ich erschreckenderweise immer noch, zwar gut verpackt, aber funktionstüchtig, im Keller aufbewahre.. Genau wie sein Nachfolger, der TO-7-70.. 🙂 Ich wohnte damals in Süd Frankreich und dort war die Firma sehr beliebt (neben ORIC und Sinclair). Den VC-20 habe ich übersprungen, der C64 war der erste Commodore. Da ich bereits recht gut in der Basic Programmierung war, war ich erst einmal enttäuscht, das Commodore Basic V2 war ja mehr als…übersichtlich. Dafür wurde man mit Spielen zugeworfen… Nicht nur in der Schule, wir trafen uns sogar in der Kaufhof Technik Abteilung in Bonn und gingen da unserer “Arbeit” nach… So lange man still blieb, sagte niemand etwas.. Das war schon irre, wenn man drüber nachdenkt… Ich machte dann irgendwann meine Sucht zum Beruf, bin mittlerweile seit über 25 in der IT Branche. Und in einer Ecke steht immer noch ein kompletter C128D (Metalgehäuse!) mit MPS 803 und 1702 Monitor. Und dann und wann spiele ich noch mal ne Runde Krackout, Giana Sisters opder Katakis… 🙂

    1. Hallo Michael,

      danke für deinen Kommentar.

      Ja, “Kranheitsverlauf” passt ganz gut.
      Meine Frau schüttelt auch meist nur mit dem Kopf.
      Wobei sie es eigentlich ganz gut findet. Sie hat zwar kein Faible dafür, aber sie “versteht” es halbwegs.
      Leider kenne ich solche “Kaufhausaktionen” überhaupt nicht, obwohl ich oft in solchen Läden war.
      Na ja, als Dorfkind war man ja auch nicht fast jeden Tag dort.
      Ja, es war eine verrückte Zeit…….die ich aber nicht missen möchte…

      1. Hallo Torsten!
        Schön zu sehen, das die Beiträge noch gelesen werden, das freut mich sehr! Das mit dem “Kopfschütteln” kenne ich nur zu gut.. 🙂 Aber das K.O. Argument ist am Ende immer: “Gut, sammel ich halt nicht mehr! Ich kann es ja wie der Rest der Dorfjugend machen und meine Kohle in die Dorfkneipe tragen..”. Ok, das tat ich hin und wieder, einige Jahre später.. Aber nicht übertrieben. Und so sollte die Sammelei auch nicht sein. Ich trenne mich in Kürze von einem Teil meiner Controller & Joystick Sammlung (die ersten der PC Ära). Habe da auch eine kleine Geschichte verfasst, die sich um den einzigen Joystick dreht, den ich seit mittlerweile 33 Jahren besitze und immer noch verwende.. Ich poste die hier mal, wenn sie fertig ist. Dürfte dir gefallen.. 🙂

        1. Hi Micha..
          nun ja, dank André wird man ja drauf hingewiesen, wenn ein neuer Kommentar hinzugekommen ist.
          Finde es dann nur angemessen, wenn man das auch “vertieft”.
          Ich hatte da nicht immer Zeit zu, aber hin und wieder nehme ich sie mir.

          Dorfkneipe:
          Ja, kenne ich ja auch nur aus den 80ern.
          Warum? Weil da halt die Flipper und Arcadeautomaten standen. Ich habe mein ganzes Taschengeld oftmals “verpulvert”
          Ich bin echt ein Ewiggestriger, weil die alten Zeiten oft wie ein Film vor meinem geistigen Auge ablaufen.
          Oft nach der Schule rein zum Daddeln, Highscore für den Rest des Tages abgeliefert und ab zum Mittag nach Hause…. 🙂
          Leider hat man nach der Schulzeit den Kontakt zu den damaligen Spielgefährten verloren und einige haben diese Zeiten wohl auch vergessen.

          Joysticks:
          ich kenne ja einige, aber ohne dass es einen Hype damals gab, fand ich immer nur den Competition Pro ausgezeichnet. Mit allen anderen kam ich nicht klar. Der Stick ist halt arcade-like
          Interessante Randbemerkung ist allerdings:
          Am Arcade-Cab steuere ich den Stick mit der linken Hand und die Buttons mit der rechten Hand.
          Der Competition liegt in der linken Hand und die Steuerung mit der rechten Hand (Button mit dem linken Daumen).
          Also genau andersrum und für mich völlig normals
          Am Cab kann ich nicht mit der rechten Hand steuern, am Joystick schon 🙂
          Und was die Controller angeht, da war für mich erst der PS1 Controller “State of the Art”.
          Schlicht, lag perfekt in den Händen und alles war intuitiv…ist heute noch so.

  6. Ich hab den Text mit Freude gelesen und kann mich an vieles in gleicher weise erinnern.
    Allerdings hab ich auch Freude an neuen Konsolen und PC´s. Ich hab noch einen C64 und Amiga 500 sowie 1200 auch mit Turbokarten, aber eigentlich spiele ich damit nur selten und wenn das meist per Emulator am PC.
    Mir fehlt der Platz die Retro Geräte aufgebaut zu lassen. Im privaten Freundeskreis teilt das Interesse auch niemand, so bleiben mir da auch nur Internet Bekanntschaften, die aber teils schon über 10 Jahre anhalten.

    1. Danke für deinen Kommentar.
      Ist ja nicht so, als würde ich den “neueren” Konsolen nicht hin und wieder eine Chance geben, abber oftmals fehlt schon die Lust oder ist es der Reiz?
      Virtual Reality: HTC Vive, Oculus Rift sind auch technische Dinge, die mich begeistern, wenn ich sie mal bei nem Kumpel nutze. Ich finde die Technik unheimlich interessant ….da wird noch einiges auf uns zu kommen.
      Bislang habe ich mir selber aber noch kein Teil gekauft.
      An mangelnder Zeit liegt es eigentlich auch nicht. Die Kids sind bereits aus dem Haus und die Arbeit engt mich auch nicht ein.
      Tja, keine Ahnung, woran es genau liegt, dass ich mich doch immer wieder zu den alten Kisten hingezogen fühle.
      Wenn ich Zeit totschlage will, dann meist an an den Flippern. Mensch gegen Maschine halt.

      Gewisse Dinge (meist den Amiga) emuliere ich….aber es wird weniger, dass ich den Amiga nutze.
      Den C64 werfe ich auch nur an, weil ich die Ultimate habe und so das Diskettensuchen entfällt.
      Wobei ich gerne auf dem Original die neusten Demos anschaue (statt auf Youtube).
      Aber auich hier wird es weniger.
      Vielleicht liegt es doch am Alter….somit mehr Zeit mit der Frau 🙂

  7. Hallo Torsten,

    super schöner Beitrag, mir kommen fast die Tränen und ich vermisse die Tage als ich als Kind an meinem C64 (gefühlt) meine komplette Kindheit verbrachte. … das war viel schöner als Heute.

    Dank eines Fehlkaufes meines Vaters, ihm wurde ein C64 1986 als Bürorechner verkauft, wurde es schnell mein Computer.

    Zu erwähnen gibt es noch die wöchentlich Zeitschriften wie Game’On, Golden oder Magic Disk.

    Sehr beeindruckend war auch GEOS!

    Ich nenne mal meine Games:

    Video Meanies von Datasette
    Mickey (Klassenzimmer)
    Bomb Jack
    FIST 2 (wow Was für ein unfassbar geiles Spiel)
    Die Dunkle Dimension (hatte jedoch einen Bug und man kam aus dem finalen Dungeon nicht mehr raus weil die Leiter weg war. Vor drei Jahren war ich zufällig mit dem Entwickler in Kontakt, er bot mir eine gefixte Version als D64 Download an)

    … und viele, viele mehr.

    Ich vermisse den Sound, das Feeling und Gaming Feuer, für mich unerreichbar.

    Tobi
    1. Danke für deinen Beitrag…
      Musste dabei an einem Kumpel denken, der mich letztens besucht hat und das bei mir liegende Retro-Bilderbuch “Mission 64” entdeckte.
      “Darf ich mal schmökern?”
      Und bei fast jedem Umblättern/Spiel in Erinnerung schwelgte.
      “Das hatte ich auch….sogar mit meiner jüngeren Schester gespielt”

      Hätte nie gedacht, dass jemand außer mir in dem Buch rumschmökert….
      Soll auch keine Schleichwerbung sein…

      Dennoch sind einige Games gut gealtert, andere leben mehr von den Erinnerungen.

      Tobi
  8. Ich versuche immer noch die Faszination für den C64 zu verstehen. Sind es wirklich die Spiele?
    1986 hatte ein Klassenkamerad solch einen zu Hause. Wir spielten damals
    ein Golfspiel und Summer Games. Danach habe ich meinen Eltern vergeblich in den Ohren gelegen.
    1987 hatte derselbe Klassenkamerad dann einen Amiga 500. Ab da interessierte mich der Wunsch nach einem C64 nicht mehr und wir spielten nur noch an seinem Amiga meist Adventures von Delphine und Lucasarts. Ich wollte natürlich auch einen Amiga 500. Erst Anfang der 90er bekam ich dann einen neuen Amiga 500, Kickstart 1.3, Workbench 1.3 mit FA18 Interceptor und dem Indiana Jones 3 Actiongame. Dazu bekam ich den 1084S, einen Drucker, 2 Luxus-Joysticks, einen Computertisch und mein Vater hatte bei einem Kollegen aus der Firma ca. 30 Spiele kopieren lassen. Auch eine Diskettenbox mit Schlüssel und ein paar Packungen mit Leerdisketten. Die Speichererweiterung kaufte ich ein halbes Jahr später.

    In meinem Viertel hatten derweil fast alle Jungs einen Amiga 500 und wir tauschten, tauschten und tauschten. xcopy war das wichtigste Programm. Festplatten oder Zweitlaufwerke hatte niemand. Hat aber, außer bei Monkey Island II (11 Disketten) auch niemand gestört. Mit dem Amiga bin ich auch in das Sound- und Videoediting eingestiegen und ich hatte auch eine Art Zeichentrickprogramm. Über die Chinchkabel war er an meiner Einzelkomponenten-Stereoanlage von Sony angeschlossen.
    Da lief dann stundenlang der Titelscreen von Agony. Der Amiga war auch inteeressant, um House- und Technomusik zu machen.

    Ich hatte dann nochmal ein Erlebnis mit dem C64 bei einem Nachbarsjungen, der immer bei mir saß, um Amigaspiele zu spielen. Kann mich noch erinnern, dass ich mir dachte “was sieht das k..e aus”. Für ihn waren Spiele wie Barbarian gute Spiele. Auf dem Amiga waren das nur Portierungen, Fußnoten zum C64. Die guten Spiele waren auf dem Amiga andere, komplexere Spiele. Auch viele Klassiker, die auf dem PC mit schlechtem Sound und schlechterer Gafik Spielegeschichte schrieben.

    Popoulus I+II, Another World, Cadaver, Lotus Turbo Challenge 1-3, Apidya, Agony, Battle Squadron, Elvira, Alien Breed, It Came From The Desert, Speedball II, Zak mcKracken (beste Version) etc. etc.

    Und viele Spiele, die es auf dem C64 später nochmal oder auch gab, waren auf dem Amiga einfach besser. Rick Dangerous I+II, Turrican II, Elvira, Barbarian II, Sim City, Lemmings (für mich das beste Spiel aller Zeiten) etc. etc.

    Mit Spielen wie Fate of Atlantis und Day of the Tentacle wollte ich dann einen PC. Mit Ausnahme des Gameboy sind Konsolen damals an mir vorübergezogen. Das führte dann auch dazu, dass ich Mitte der 90er den Amiga verkaufte. Einige meiner Freunde setzten da noch auf falsche Pferde wie den Amiga 1200. Man sah einfach, dass mit CD-Rom und Day of the Tentacle die Zeit um war.

    Für den Amiga habe ich heute keine nostalgischen Gefühle, was auch daran liegt, dass Nostalgie bei mir eher im Filmbereich oder Comicbereich aufkommt. Der Amiga hat aber mein Leben als späterer Grafiker gefördert. Der Amiga war ein Rechner für Kreative, wärend der C64 wohl eher für ITler und Programmierer den Weg geebnet hat.

    Der Amiga war auch einfach zu gut, um ihn nostalgisch zu betrachten. Die Spiele sehen teilweise heute noch so gut aus, dass sie ein aktuelles Pixelspiel sein könnten. Er war einfach seiner Zeit 10 Jahre voraus.

    Ich kann mir also dieses Gefühl für den C64er eigentlich nicht über die Spiele, mit Ausnahme des Sidchips war das doch schon 1982 ein 70er-Computer mit etwas besserer Leistung und etwas besserer Farbgrafik, sondern vielleicht eher mit den Geschichten, die man zu dieser Zeit erlebt hat, erklären und vom Design des Computers ist natürlich die Brotkastenform sehr retro. Der Amiga dagegen mit seinem Gehäuse ist zeitlos-modern und könnte so fast auch heute funktionieren, ohne retro zu wirken. Das gilt auch für das Gehäuse des C64C. Noch mehr retro ist der VIC 20. Wenn es nur nach Retrogefühlen und Gegäuse geht, finde ich, ist der VIC 20 in seiner Farbcombi schöner als der Brotkasten des C64.

    Habe mich aber in letzter Zeit intensiv mit den Spielen des C64 berschäftigt und etwa 200 nach Konsultation diverser Bestenlisten gespielt. Es gibt auch Fassungen und Spiele, die meiner Meinung nach, nur dort gut umgesetzt waren.

    1. Uridium (Rein vom Design, der Grafik, her die beste Version) Möglicherweise das schönste Spiel auf dem C64 .
    2. Maniac Mansion (Für mich ist die Urfassung auf dem C64 mit Competition Pro gespielt die optisch und spielerisch schönste Version)
    3. M.U.L.E (Rein von der Optik eines der rundesten Spiele und es ist spielerisch für mich auch heute noch interessant)
    4. Bubble Bobble ist die gelungenste Arcade-Portierung auf dem C64
    5. Paradroid (Mir gefällt das Design und die Spielidee. Kein Zufall, derselbe Typ wie bei Uridium)
    6. Turrican I (Diese Version gefällt mir heute besser als die Amigaversion nur aus einem Grund. Der einleitende Soundtrack von Chris Hülsbeck. Das Spiel selbst nervt mich hier genauso wie auf dem Amiga) Im Prinzip gilt Hülsbeck=bessere Version!
    7. Impossible Mission (Obwohl das für mich durch bessere Spiele wie Another World oder Flashback ersetzt wurde. Allerdings grafisch ein tolles Spiel)
    8. Project Firestart (Vielleicht das einzige C64-Spiel, das man so heute als Retrogame rausbringen könnte und dass niemandem als altes Spiel auffallen würde. Für mich das Another World des C64 und grafisch ähnlich, aber besser als Impossible Mission, das schlechter gealtert ist.)

    Und sicher, der lachende grüne Kobold in Barbarian 1 hat hier durch das Sidknacksen seinen besonderen Charme und dieses sehr dünne Spielchen wirkt in der Klötzchengrafik des C64 charmanter als in der den Amiga nicht ausreizenden Grafik. Der Schuh Amiga war für dieses Spiel zu groß. Am C64 sind die größenverhältnisse besser genutzt.

    Auch die Hexe aus Cauldron ist ein hübsches Sprite, auch, wenn das spieldesigntechnisch eine Qual ist.

    Es gibt aber auch Computererfahrungen, bei denen ich nostalgische Gefühle bekomme. Das sind Arcademaschinen wie Star Wars 1983, Pacman, Pong etc. etc. Das ist für mich Retro schlechthin.

    Der C64 war auch eine Maschine für Sportspiele. Diese waren aber weder auf dem Amiga noch sonstwo mein Ding. Summer Games, California Games, IK+ etc. finde ich auf dem Amiga genauso blöd wie auf dem C64. Und der C64 hat viele Klassiker hervorgebracht, die mich schon auf dem Amiga nicht interessiert haben.

    Vielleicht hätte ich 77er Baujahr schon früher einsteigen müssen, den C64er besitzen müssen, um diese Gefühle entwickeln zu können. Ich bin direkt mit dem 16-Bit Luxusgerät eingestiegen und da kann der 8-Bit-Rechner nur verlieren. Die Reienfolge hätte umgekehrt sein müssen.

    Ich kannte aber auch einfach mehr Leute mit einem Amiga. Und so ein reiches Viertel waren wir gar nicht. Da war der Amiga logistisch die klügere Wahl. Man will ja auch Spiele kopieren können.

    Außer den beiden Spielen, die damals meinem Amiga beilagen (Indy und FA18) habe ich nur Lemmings 2 und Lotus III gekauft. Letzteres auf einer Computerspielemesse in Köln.

    Das sollte jetzt kein Veriss des C64s sein. Weder der Amiga und noch der C64 erwecken heute bei mir nostalgische Gefühle. Der Amiga, weil er nie nostalgisch gedacht, sondern ein Scifi-Luxusgerät gewesen ist und der C64, weil ich diese Zeit damals so nicht durchlebt habe und viel draußen war :-).

    Als Designobjekt finde ich den ersten Brotkasten am besten. Wenn ich mir also einen Rechner in die Vitrine stellen würde, wäre das kein Amiga, sondern einen C64 mit orangen F-Tasten. Auch der blaue Bildschirm gefällt mir besser als die Workbench. Der C64 atmet optisch halt wie das BMX-Rad die 80er.

    Tobi
    1. Hallo Christian,
      danke für dieses ellenlange Statement.

      Die Faszination sind nicht die Spiele.
      Sie spielen im Gesamtkontext sicherlich eine Rolle, sind jedoch nicht unbedingt ausschlaggebend.
      Zum einen sind es die gemeinsam erlebten Dinge mit diesem Brotkasten und die Sachen, was man mit ihm machen konnte bzw. die Dinge, die drumherum entstanden/passierten.

      Bei mir waren die fünf Jahre 1985-1989 prägend, was den C64 betrifft.
      Es waren nicht NUR die Spiele. Es war mehr über die Spiele und über den „Brotkasten“.
      Man lernte neue Freundschaften kennen.
      Auch mit denen, mit denen man eigentlich nix zu tun haben wollte, aber dieses Hobby „vereinte“ einen. Es entstanden neue Geschichten des Alltags, wo der C64 eine Rolle spielte. Hier stand auch nicht immer der C64 im Mittelpunkt, sondern der damalige Lifestyle, aber kennengelernt hatte man sich über den C64.

      Mit anderen tauschte man nur Programme, mit wieder anderen zockte man nur gemeinsam mit zig weiteren Summer/Winter/World/etc-Games.
      Genauso prägend die Arcade-Automaten, die wieder andere „Freundschaften“ hervorbrachte, die aber von Homecomputer nix wissen wollten.

      Erst 1988/1989 war der Wunsch einen Amiga zu besitzen ebenfalls vorhanden, aber nur, weil hier ab 1988 jeder auf den Amigazug aufsprang und man wollte irgendwie nicht der Letzte sein bzw. da fast keiner mehr einen C64 hatte, blieben die Games aus (räusper).
      Dennoch passierte das erst 1989 bei mir.

      Den C64, der ich dafür opferte, trauerte ich dennoch hinterher, weil ich mit ihm einfach mehr machen konnte. Auch wenn es nur 08/15 coden war, aber da waren die fünf prägende Jahre, die auf dem Amiga einfach nicht so wurden.
      Zum einen, weil ich 1990 meinen 18. Geburtstag hatte und 1991 mit der Lehre in Berlin anfing. Tja, und die Sache mit den Mädels auch alles interessanter wurde und ich für den Amiga gar nicht so viel Zeit hatte 🙂

      In Berlin hatten auch noch einige den Amiga und tauschen war angesagt. Andere zockten NES und Mega Drive. Die Kopierstation für das MegaDrive hatten dann auch einige am Start.
      Während wieder andere also auf den Konsolenzug sprangen, hing ich daheim immer noch am Amiga 500 und auf einen wiedergekauften C64. Hier versumpfte ich hin und wieder in der Vergangenheit mit alten aufbewahrten Disketten.

      Wie bei dir nutzte ich den Amiga oftmals nur zum Abspielen diverser Soundtracks von Spielen/Demos über die Soundanlage. Lach, ich hatte sie mir sogar auf Tape aufgenommen, so dass ich bei Kopieraktionen (hallo X-Copy) schön Amiga–Mucke hören konnte.

      Wie ich schon schrieb, habe ich diese richtigen nostalgischen Gefühle/Gedanken/Flashbacks aber nur beim C64 und nicht beim Amiga. Ebenso flammen diese Gefühle bei Arcadespielen/Flippergeräten aus den 80ern/90ern bei mir auf. Und lange dachte ich, dass ich ein Ewiggestriger bin und das alles bewusst steuere, aber das wird schon alles seinen Grund haben.

      Wie auch gesagt, die Playstation schaffte diese nostalgischen Gefühle ebenfalls bei mir.
      Ich habe sie immer noch und schon beim Anblick denke ich an die verrückten Zeiten von 1995-1999 (wieder fünf Jahre…mhhhh).
      Dann kam wieder ein neuer Lebensabschnitt, wo das Zocken weniger wurde…

      Ich weiß nicht, ob der Amiga zu gut war, um ihn nostalgisch zu betrachten. Ich fand ihn eher lieblos und nahezu seelenlos (Blasphemie???).
      Er hatte tolle Eigenschaften und war auf jeden Fall seiner Zeit voraus. Dennoch ist er bei mir nicht so präsent. Ich werfe eher den C64 an.
      Den Amiga emuliere ich eher. Aufgrund seiner Größe…wobei es ist eher die Tiefe ist, die ihm nicht auf jedem Schreibtisch Platz gewährt.
      Ich weiß noch, wie mein Kumpel ne Zeitlang in den End-90ern den Amiga unterm Arm hatte und in der U-Bahn stand (das Netzteil/Joystick und Disketten waren im Rucksack).
      Sorgte auch dafür, dass er von vielen angesprochen wurde.
      Müsste man heute mal machen 🙂

      Ich denke eher, dass es das so ist, dass bei mir und bei meinen Kumpels zuerst der C64 da war und am Amiga war halt noch gar nicht zu denken.
      Und letztendlich war der Amiga auch nur eine bessere „Spielkonsole“, denn mehr machte ich nicht (vom Soundtracker und Co mal abgesehen). Disk rein, Disk raus….(Amiga, Amiga, Control)
      Womit ich den Amiga aber nicht abwerten möchte. Den C64 „verstand“ ich einfach besser

      Kann sein, dass der Amiga mehr für kreative Köpfe war. Denn ich, als C64-Hauptnutzer, bin in der IT und Programmierung gelandet.

      Da ich damals nur den C64 C besaß, kommt auch nur bei der Kiste so etwas wie Retro bei mir auf. Den Brotkasten mochte ich nie sonderlich vom Aussehen.
      Wobei…lach…in der Vitrine habe einen Brotkasten stehen. Aufgebaut habe ich lieber den C64 C… 🙂

      Ob du früher hättest einsteigen sollen?
      Mhh…mein Retrobuddy, mit dem ich mich einmal im Monat treffe, ist ebenfalls Baujahr 1977.
      Komischerweise ist bei ihm alles so abgelaufen wie bei mir, obwohl er ganz woanders aufgewachsen ist. Auch komisch ist, dass er zum Amiga überhaupt keinen Bezug hat. Der Rest, Arcade, Playstation 1 und selbst die Flipperleidenschaft wie bei mir.

      Ich denke, bei jedem ist es so, mit welchen Begebenheiten er halt aufwächst.
      Als Verriss fasse ich deinen Kommentar auch überhaupt nicht auf. Eher als interessante Sichtweise.
      Aber damals klappte echt noch alles gleichzeitig:
      zocken, davorhängen, was damit machen, dennoch draußen abhängen, stundenlang bolzen, Geländespiele, schwimmen gehen im Sommer, Eishockey im Winter (damals hatten wir ja noch Winter)…..bissl später Interesse für Mädels, was so gesehen am Zeitintensivsten war:
      Retroperspektiv betrachtet 🙂

      Tobi
  9. Ich hatte zwar keinen C64, sondern bin nach dem CPC6128 meines Vaters ins Amiga Lager übergelaufen und hab später ebenfalls mit der PlayStation weitergemacht, aber dieser Beitrag weckt grad so viel Schönes aus alten Tagen in mir, danke sehr ♥
    Die ganzen wundervollen Fotos und Screenshots, die Einzelseiten aus Zeitschrift und Quelle-Katalog, die PowerPlay und die ASM, an deren Titelbild ich mich von damals noch erinnern kann (ich fand den “angsteinflößenden” Wolf schon damals sehr merkwürdig, hat sich nichts geändert 😉 ), Wahnsinn! Das durchgebogene Unterhaltungstechnik-Regal mit der fetten Röhre oben drauf, wie viele Kids & Teenies hatten vermutlich ähnliche “Probleme” 😀
    Herzlichen Dank.

    1. Danke für deinen Kommentar.
      Hehehe….die fetten Röhren habe ich immer noch. Nur das ist halt oldskool.
      Zur ASM: oft schmöcker ich die heute noch durch.
      Ebenso die ganzen Playstation Magazine, die ich noch mein Eigen nenne.
      Da kommen so viele Erinnerungen hoch…

      Tobi
  10. Vielen Dank für diesen genialen und ausführlichen Blogpost.
    Wie sich so manche digitalen Lebensläufe doch ähneln.
    Ich bin Baujahr ’75 und bin auch über einen Freund an den Virus C64 gekommen. Direkt beim ersten Besuch in seinem kleinen Kellerraum war ich infiziert. Bei ihm stapelten sich die 1541 Laufwerke und quasi im Dauerlauf wurden Disketten kopiert. Nachschub gab es bei uns auch immer über die PLKs im Postamt.
    Ich habe damals erst mit dem C16 angefangen. (Muss wohl ein Missverständnis meiner Eltern gewesen sein.). Später gabs dann einen 64er, den ich anfangs auch nur mit Datasette betrieben habe. Die Diskettenlaufwerke waren einfach zu teuer, um sie mal eben mit zu kaufen. 😉
    Als ich dann später auf PCs umgestiegen, verkaufe ich meinen C64. Ich bin und inzwischen knapp 27 Jahre im IT-Business aktiv und seit etwa einem Jahr folge ich vielen Retrocomputing Kanäle auf Youtube. Und im Frühjahr war es dann bei mir soweit, dass ich mir zwei 64er kaufte und die nun nach und nach restauriere.
    Und es gibt auch hier Dinge, die sind wie das Fahrradfahren. Man verlernt es einfach nicht. Erinnerungen kommen wieder hoch und man gibt Befehle ein, die man 30 Jahre lang nicht mehr genutzt hat. Aber sie sind alle noch da…. naja, einige. 😉
    In diesem Sinne…

    Danke für diesen Bericht und weiterhin gutes Gelingen!
    Axel

    Tobi
    1. Danke für deinen Kommentar.
      Mein Nachbar hatte auch den C16, aber ich wurde damit überhaupt nicht warm.
      Im Informatikkurs hatten wir ja noch den VC20. Okay, für das Basic-einmals-eins reichte das früher aus.
      Auch lustig, das wir da 1988 noch Basic “lernten”.

      Hab mir grad eben deinen Restro-Blog angeschaut. Sehr nice…
      Soviel Mühe habe ich mir nie gegeben. Max. das Gehäuse in die Spielmaschine vor zig Jahren 🙂 .
      Oder das neue Retrobrighten ist ja einfach ein paar Tage in die Sonne legen.
      Da habe ich an meiner Datasette und einer C128D-Tastatur erstaunlich Ergebnisse erzielt.
      Von wirklich goldfarbend auf relativ “normal”
      Dazu gibt es im Forum64 ein Thread (https://www.forum64.de/index.php?thread/82879-bleichen-nur-durch-die-sonne/&postID=1424103#post1424103).
      Selbst am Innenleben (Kondensatoren) war ich noch nicht dabei. Noch laufen eigentlich alle, auch wenn sie lange nicht mehr intensiv benutzt wurden.
      Ich liebäugel noch mit einer/einem Ultimate64….mal gucken, vielleicht wird das noch was…

      1. Hi,

        Du hast sicher schon meinen Kommentar bei Caschy gelesen.

        Mein Werdegang war C16, C64 (der echte Brotkasten), Amiga 500 und dann PC.
        Am Amiga 500 habe ich das Musik Komponieren angefangen (mit der Software Oktalyzer) und das mache ich noch heute am PC (Cubase und viele VST).

        Der Amiga steht noch heute im Hobbykeller und hinzu gesellt hat sich ein C64, beides betrieben an meinem original Amiga-Monitor von damals.
        Ich betreibe übrigens das Ultimate II Modul am C64 und kann es nur empfehlen, im Amiga ist ein Gotek Drive verbaut. Ich arbeite somit komplett ohne Disketten.

        In Anlehnung an einen Kommentar hier, dass früher keiner an den Ataris stand…
        https://www.youtube.com/watch?v=efn8Hz6JSIQ
        Jede wette, an den können sich noch viele erinnern.

        Auch meine Original Technics-Anlage steht noch im Hobbykeller, der Verstärker und Plattenspieler werden auch genutzt, da ich noch meine alten LPs habe (+ einige zugekaufte).

        Als kleiner Junge war meine erste Begegnung auch Pong… und im Einkaufsmarkt der Arcade-Automat Asteroids von 1979.
        In der Dorfkneipe haben wir früher als jugendliche geflippert, Billard gespielt und Hyper Olympics am Automaten gezockt, in den Spielhallen war ich in den Jahren danach dann auch regelmäßig.
        In der Disco stand ein Galaga, daran kann ich mich auch noch gut erinnern.

        Das Ganze hat dazu geführt, dass ich später Vorsitzender eines Billardvereins war.

        Und seit 2016 stehen auch 3 echte Flipper im Hobbykeller, u.a. ein High Speed, den ich früher sehr sehr oft gespielt habe (mein damaliger Lieblingsflipper).
        Ich habe mittlerweile auch schon an Flipperturnieren teilgenommen.

        1. Hallo A-Jey,
          ja, dort
          https://stadt-bremerhaven.de/c-64-mein-erster-computer-war-ein-brotkasten/
          habe ich deinen Kommentar gelesen.
          Meinen C64 betreibe ich ich ebenfalls seit 2011 mit der Ultimate und wundere mich grad, dass dieses Stück Hardware noch gar nicht weitere Erwähnung auf der Seite von André gefunden hat (oder ich bin blind 🙂 )

          Das Gotek-Laufwerk für den Amiga besitze ich auch.
          Zu meiner Schande muss ich aber gestehen, dass mich noch nicht weiter damit auseinander gesetzt habe. Mir ist einfach der C1084 Monitor zu klein.
          Den C64 kann ich überall schnell anschließen, selbst an einem Beamer. Der Amiga 500 ist da schon ein wenig spezial, was TFT, LCD und Beamer betrifft.
          Daher eher ein Schattendasein.

          Lustig, einen Sampler für den Amiga hatte ich früher auch (der muss jedoch irgendwie beim Berlinumzug verschollen sein oder noch in einer Kiste ganz unten liegen “Stichwort Schattendasein”.
          mit dem habe ich auch einige Samples aufgenommen und in Oktalyzer, sowie im Soundtracker Pro “verwurschtet”.
          Aber ich war nie sonderlich musikalisch, so dass diese Stücke nie “Fame” einbracht hätten 🙂

          Meine Leidenschaft für Arcade und Flipper ist auch eher gewachsen, als geschrumpft.
          Ich habe heute so beim Autofahren darüber sinniert, dass allein das Thema “Wonderboy” ein Artikel hier wert wäre 🙂
          Über Flipper könnte ich auch mal ein Bericht erscheinen ..

          Wie ich aber auch immer sage….ich gehe nie zu Retrotreffen.
          Ich habe immer nur wegen des Spielen gespielt und wollte nie -egal ob Arcade, Homecomputer oder Flipper- “fachsimpeln”.
          Ich wollte immer nur zocken und meine Initialen verewigen bzw. mit “Gleichgesinnten” dussligquatschen…..jedoch nie fachsimpen.
          Ein schmaler Grat, den nicht viele beherrschen.

          Flipper fand ich immer schon faszinierend, Auch wenn ich als kleiner Bub nie wusste, was man da eigentlich machen muss, somit dauerten die Spiele oftmals nur ein paar Sekunden, so dass ich die bunten Kisten nice fand, aber mich dann eher zur Arcade hingezogen fühlte (Stichwort: mehr Spiel fürs Geld)
          Derzeit stehen bei mir sieben Flipper.
          Abgeschlossen ist das Projekt eh nie. Es sind Herdentiere.
          Angefangen habe ich damit Ende 2013.
          Man könnte jetzt sagen, statistisch gesehen zieht jedes Jahr einer ein.
          Ist aber nicht so. Vier Flipper sind schon wieder ausgezogen, getauscht oder einfach mit dem Thema durch.
          Den Black Knight 2000 habe ich sogar verkauft und ein wenig später erneut gekauft.

          Turniere habe ich auch schon mitgespielt, aber ich bin nicht gut genug und grad bei Turnieren oft gehemmter, weil dort viele echt gut spielen.
          Ich habe am Flipper so meine Momente….mal 30 Spiele am Stück unterirdisch und dann reißt das eine Spiel alles raus.

          Atari-Link
          Kleine Anekdote:
          Der Uploader hat das Video von mir geklaut 🙂
          Das Original
          https://www.youtube.com/watch?v=nrA4Kp9ASn4
          wer sich die Mühe macht, kann ja mal das Original Demo in den Amiga laden und wird feststellen, dass die Jungs (Mad Monks) damals “Looser” mit zwei “O” geschrieben haben.
          Oder hier ab 09.13 zu sehen
          https://www.youtube.com/watch?v=qyZd6rpN640
          Ich habe das doppelte “o” damals für meinen youtube-Upload (damals noch in der Flash Variante ) geändert
          Siehe auch der gleiche Soundfehler…bei 0:27
          Aber egal, wo ist schon copyright drauf 🙂

  11. Bin durch Zufall auf diesen Artikel gestoßen: großartig!!! Hatte viel Spaß beim lesen und fühlte mich selbst direkt in meine “wilde” Zeit am Amiga erinnert. Bin EZ 1/81 ,die Anfangszeit von C64 und co. konnte ich nicht miterleben, bei mir fing es Weihnachten 1989 oder ’90 an, da bekam ich einen Atari 7800 geschenkt, dazu – natürlich – Pacman. Ein Jahr später kaufte ich mir vom ersparten und vom Weihnachtsgeld einen Gameboy, direkt Super Marioland dazu gekauft und gezockt wie bekloppt. Mit einem Kumpel haben wir oft um die Wette gezockt, wer schneller durch war. Der Atari war da schon fast abgemeldet, hatte auch nie viele Spiele dafür, weil die für einen Neun- oder Zehnjährigen einfach fast unerreichbar teuer waren. Neben Pacman und dem mitgelieferten Spiel (was war das überhaupt noch?) hatte ich noch…. Jungle….. Jungle Bill oder sowas, wo man sich nur von Liane zu Liane hangelte.
    Für den Gameboy bekam ich später noch das Spiel von den Simpsons und F1-Race, dass erste Spiel meiner Erinnerung nach, wo man mit vier Leuten hätte zocken können. Bei dem Können ist es geblieben, der Adapter dafür blieb jungfräulich bei mir.
    Zum zwölften Geburtstag bekam ich dann den lange heiß ersehnten Amiga 500 geschenkt, mit der Maßgabe meiner Eltern “damit wird aber nicht nur gespielt, sondern auch was für die Schule getan”, natürlich…..😂 Geträumt hatte ich schon jahrelang von dem Teil,
    aber zu früh wollten mir meine Eltern keinen schenken. Aber, als er dann da war gabs kein halten mehr, Tag und Nacht wurde gezockt. Zur Erstausstattung – die ich mir schon weit vor meinem Geburtstag zusammengesammelt hatte – gehörten u. a. Ski or die, North & South, The Addams Family (das habe ich meiner Erinnerung nach auch als erstes gedaddelt)… der Rest meiner Erstausstattung will mir gerade nicht einfallen…🤔 Danach ging es aber auch Schlag auf Schlag, ständig trudelten neue Games ein, Firepower (Ziel des Spiels? War mir unbekannt. Bin mit dem Panzer einfach durch die Gegend gefahren, bis ich kaputt war), Lotus I – III, Persian Gulf Inferno (O-Ton eines Klassenkameraden: “Das musst du gesehen haben, da spritzt sogar Blut” 🤣göttlich), Hostages (hatte für mich die beste Musik aller meiner Spiele), Testdrive, Stunt car Racer, Super Cars I + II, Capone, Bundesliga-Manager, später noch als Hattrick (was hab ich da ganze WEs vor gehockt), Manchester United, Battle Chess, Flashback, dann dieses Air Hockey-Spiel gegen immer wieder andere Gegner, der Name fällt mir gerade nicht ein, desweiteren gab es noch viele, weitere Spiele in meiner Sammlung aber eines hat mich nie losgelassen, da hab ich die allerschönsten Erinnerungen dran: Sensible Soccer!!!! Bis heute ist das für mich das beste Soccergame ever! Das konnte ich jeden Tag mit wachsender Begeisterung zocken. Das lag vmtl an dem für mich relativ hohen Schwierigkeitsgrad, trotz jahrelangen spielens kam nie der Zeitpunkt, dass ich unbesiegbar war. Jeden Titel musste ich mir hart erkämpfen, meist auch in mehreren Anläufen. Umso stolzer war man, wenn es mal wieder geklappt hat. Das ist auch das Spiel, woran ich sofort denken muss, wenn ich an den Amiga denke.
    Bis 1998 war der Amiga bei mir aufgebaut, danach verschwand er im Schrank, irgendwann wurde er wieder aufgebaut und dann hab ich ihn abgegeben, weggeworfen… ich weiß es nicht mehr, dass Interesse war weg.
    1998 hatte ich mir eine PS1 gekauft, aber ein Jahr später wieder verkauft, irgendwie war das schon nicht mehr meine Welt. Über die Jahre wurden noch ein Gamecube, PS2 und Wii angeschafft, aber auch hier wurde kaum mitgespielt, der Funke wollte nicht mehr überspringen.
    2009 überkam es mich dann wieder und ich habe mir wieder einen Amiga 500 samt dem Monitor, den ich einst schon hatte (Commodore 1084S) gekauft. Viele Spiele dazu gekauft, diesmal natürlich als Original, Kopien selbst dieser uralten Spiele sind ja sowas von… unfassbar kriminell und Alcatraz-mäßig….. Inzwischen wird aber hauptsächlich mit dem Emulator am Laptop gespielt. Es ist einfach herrlich die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen.
    Ich kann dich schon verstehen, was diese “bestimmten Gefühle” angeht, dass kann wirklich nur jemand verstehen, der das selbst erlebt hat. Das sind Erinnerungen, die man nicht missen möchte und auch ich wünsche mir oft Doc Browns DeLorean vor der Tür, um diese Zeit nochmal live erleben zu können.
    Danke für diese tolle Zeitreise!!!!!

    Tobi
    1. Vielen Dank fürs Lesen und vielen Dank für diesen ellenlangen Kommentar.
      Ja, die Biographien ähneln sich sehr stark.
      Bei mir sprang der Funke zur PS1 jedoch noch rüber. Aber vermutlich auch nur, weil wieder jeder im Bekanntenkreis eine Playsie hatte. Selbst meinem Bruder musste ich eine gechipte kaufen. Na klar, für die Kids, aber ich denke, gezockt hat er auch. Ich habe bis heute immer noch nicht mit meinen Brüder jemals ein Spiel gezockt, aber das ist eine ganz andere Geschichte.
      Wie gesagt, jeder hatte damals eine PS1 und als es möglich war, die Games zu kopieren, war es wieder wie zur Homecomputerzeit: Jäger und Sammler. Auch mit dem gleichen Problem, dass man zuviel Auswahl im Schrank hatte und die Games oftmals nur “angezockt” hat.
      Die gekauften habe ich immer durchgespielt. Da war mehr Ehrgeiz.
      Erst am Wochenende habe ich durch einen Besuch mal wieder die XBox-Classic angeworfen (wenn es auch nur FIFA07 war, aber der Junior von meinem Kumpel wollte mal wissen, wie das damas so aussah). Positiv, ich hatte keinen Stich gegen ihn 🙂
      Ist eh immer lustig, wenn mein Kumpel (Hi Cosowi) vorbeischaut……..die Kids hängen dann an allen Flippern bzw. am Mame-Cab.

      Mein C64 ist zwar immer noch aufgebaut….ich komme aber nicht wirklich mehr dazu, ihn mal wieder anzuwerfen

      Tobi
  12. Ich bin gerade auf diese Perle gestoßen. Ich bin Dein Jahrgang und habe Vieles genauso erlebt. Das war eine großartige Zeit!

    Tobi
    1. Vielen Dank fürs Lesen.
      Ja, so erging es Vielen. Die Biographien unserer Baujahre ähneln sich wohl alle. Es war ja auch eine schöne Zeit.

      Tobi
    1. Ja, nach Seligenstadt will ich schon soooo lange mal hin. Immer schieb ich es auf die Entfernung und weil keiner meiner Kumpels mal mit möchte.
      Das müsste dort eigentlich mein EL Dorado sein. Pins und Arcade in Hülle und Fülle

  13. Sehr schoen geschriebener Artikel. Habe mich gleich in meine Jugendzeit verestzt gefuehlt.
    Bin 1969 geboren, Ich trieb mich Anfang der 80er stundenlang in den Kaufhaeusern rum, Karstadt und vor allem Horten, in den Computerabteilungen. Commodore VC20, C64, Atari 400 & 800, Schneider, ZX Spectrum… Zu Weihnachten bekam ich einen VC20, fuer damals um die 300 Mark. zwei Monate spaeter eine Datasette dazu. Ich programmierte in BASIC und der Speicher wurde zu klein. Da bekam ich ein Jahr spaeter einen C64 und eine 1541. Der C64 kostete ueber 600 Mark, die 1541 noch etwas mehr. Viel viel Geld damals.
    Ich hatte mir im Kaufhaus auch die Atari 400 und 800 angeschaut, aber die waren so 70er-Jahre-maessig. Wir Jugendlichen stritten uns um einen Platz an den C64ern oder an einem Spectrum, die Ataris waren meist frei.
    Klar fiel meine Wahl auf einen C64, wer in meinem Freundeskreis einen Computer hatte besass auch einen C64. Auf dem Schulhof und bei Treffen wurde immer software getauscht. Das ging ins Taschengeld. Eine Packung mit 10 5,25″ Disketten kostete damals 20 DM. Auch DFUe haben wir mit dem C64 gemacht, mit einem Akustikkoppler in Mailboxen eingewaehlt.
    Vom C64 ging es zu Intel 286, 386, 486, dann Pentium. Ein Pentium mit 266MHz war mein letzter PC. 286 und 386 liefen mit DOS, ab 486 nutzte ich Linux. AUf dem 266 lief Debian mit afterstep windowmanager. 2002 wechselte ich komplett zum Mac, als OS X 10.2 rauskam, ein Unix mit sehr schoener Nutzeroberflaeche.
    Seit letzten Jahres gehe ich wieder back to the roots. Nutze zum Arbeiten OpenBSD und programmiere just for fun Assembler auf einem Atari 800xe, der mir zugelaufen ist. Aufregende Zeiten waren das damals. Ich erinnere mich noch, wie wir damals an unseren C64 Kisten sassen, programmierten, schraubten, zockten und dabei Die Platte Computerwelt von Kraftwerk rauf und runter hoerten. WIr waren der festen Ueberzeugung: die Welt wird bald uns gehoeren!

    Tobi
  14. Oh mann… danke für diese Zeitreise. Ich bin komplett in einem Strudel der Nostalgie gefangen… auch danke für die ausgewählten Fotos! (Die ASM mit dem Werwolf vorne drauf hatte ich auch :))

    Meine präzisesten Erinnerungen an “die gute alte Zeit” bestehen in erster Linie aus Amiga 500 und moderneren Arcade-Titels wie NBA Jam, Mortal Kombat, Time Crisis etc. Aber Brotkasten, Galaga und MOON PATROL (das hatte ich total vergessen <3) habe ich als Hosenscheißer auch noch mitbekommen. Und tatsächlich löst die Erinnerung an die „C64-Zeit“ die mit Abstand nostalgischsten Gefühle bei mir aus. Wahrscheinlich, weil da die Kindheit noch "heiler" war. Mit Last Ninja, Ahoi-Brause, Panini-Sammelbildchen, Masters of the Universe, Star Wars und meinem Sega Master System… Ist komisch, ich kenne das Gefühl, was du beschreibst auch sehr gut, aber kann es ebenfalls nicht in Worte fassen. Es gibt eine Straße, in dem Stadtteil, in dem ich als Kind gewohnt habe, die ich immer hochgelatscht bin, um zu meinen besten Freunden zu gelangen, die den ersten C64 hatten. Ich habe das neulich nochmal gemacht und hätte fast angefangen zu heulen vor Rührung. Die ganzen Erinnerungen die dann hochkamen, waren mehr als überwältigend. Ich glaube, es fühlt sich rückblickend so magisch an, weil es das auch war! Als Kind nimmt man die Welt ja ohnehin viel wundersamer wahr und grübelt noch nicht so viel über sinnloses Zeug. Die 80er waren deswegen für mich sowas wie ein wunderschöner, leicht verschwommener Tagtraum…

    1. Danke für die Blumen und Danke, dass sich im heutigen Durchscroll-Zeitalter überhaupt noch jemand die Zeit nimmt, einen solch langen Text zu lesen.
      Bin ebenfalls oft in meinem Heimatortdorf, wobei es dort viele “Kultstätten” einfach nicht mehr gibt. Die Kneipen, wo früher die Arcades standen, ehemalige Freunde sind alle verzogen und die noch dort wohnen, scheinen halt mehr im “hier und jetzt zu leben” (verständlich, hehehe)

  15. Zufällig durch Google hier drüber gestolpert. Danke für den Beitrag. Da kommen Erinnerungen hoch *seufz*.

    Bin Baujahr ’73 und die Geschichte kommt mir (ohne Geschwister und Konsolen) sehr bekannt vor, könnte von mir sein.

    Hatte wohl ab 1987 einen C64 II samt 1541 II als ersten Rechner zuhause. Jaja das Geld… sonst hätte ich evtl schon früher was gehabt. Aber der Rechner ist schon teuer genug, die Floppy war noch teurer glaube ich und ein Monitor musste auch noch her (Fernseher im Kinderzimmer? Ha!). Das haut finanztechnisch rein. Habe aber nicht mehr im Kopf was das damals gekostet hat. Die Hardware musste dann leider auch zu Geld gemacht werden für den Amiga….

  16. Hi

    Durch Zufall hier gelandet. Und musst mir deine Geschichte einfach durchlesen. Bin bin JG 74 und hatte ähnliche Geschichte. Nur dass ich mir dem Schneider CPC 6128 mit Grünmonitor angefangen habe. Das war spassig. Keiner hatte so ein Teil. Aber mir gefiel der. Irgendwann kam aber der Amiga500 und das war das ultimative Teil: Die Szene , die Disk kopieren. Mit dem Diskdoctor das letzte Byte retten. Ach das waren Zeiten. Bis der PC dann kam. Mit 266MHz, 150 MB Festplatte und ner Vodoo Karte….

    Ach ja. Spiele heute noch viele Games. Auch auf Emulatoren wie du. Mir gefällt das. Spiele nun viele Spiele durch. Mit Snapshots geht das viel besser als damals.

    Und ich habe sogar angefangen selbst zu programmieren. Weil mir das taugt. Hab einen R-Type Clone für Windows gemacht. Eine Remake für Android und momentan mache ich einen Turrican Clone für Android…

    Danke für den tollen Artikel.

    Gruß Michael

  17. Wieder mal ein sehr schöner Bericht, bei dem man verdammt viele Parallelen zu sich selber entdeckt. Noch bevor ich das erste mal einen C64 überhaupt nur live sah, hatte ich von einem Kumpel eine Kassette kopiert auf der Musik vom C64 aufgenommen war. Diese wurde rauf und runtergehört.

    Leider war der C64 so teuer das ich nichteinmal wagte meine eltern danach zu fragen. Fast täglich wurden Versandhauskataloge angesehen und man stellate sich vor wie toll es ware so ein Gerät zu besitzen.

    Irgendwann gab es den C16 bei Aldi für 149 DM und als das erste eigene Geld kam ginge es über einen gebrauchten C64 zum Amiga 500.

    Irgendwann hatte ich mal wieder Sehnsucht Winter Olympiade zu spielen und es wurde mittlerweile eine kleine Sammlung aufgebaut.

    Auch ein Arcadeautomat musste her etc.

    Tatsächlich wundere ich mich ebenfalls das alle meine Freunde von damals so überhaupt kein Interesse mehr haben… und scheinbar alles Vergessen haben was uns damals unendlich viel Freude machte.

  18. Ach herrlich. Nach meinem Intellivision bekam ich auch einen C64 (Brotkasten-Version). Gedaddelt gedaddelt und nochmals gedaddelt. Zwischendurch irgendwelche nicht lauffähigen Listings stundenlang in den Kasten gehackt und dann wieder gedaddelt 🙂

    LOAD “$”,8

    LOAD “*”,8,1

    Hach schon vergessen. Toll! 🙂 🙂

  19. Danke für die Blumen.

    Ich denke, die “8-Bit-Geschichten/Erinnerungen” unserer Jahrgänge werden sich alle in etwa so abgespielt haben. Irgendwie bin ich froh, alles miterlebt zu haben….von den Anfängen bis zum High-End. Wobei mich Letzteres absolut nicht fesseln kann. Immer wieder lande ich bei den Titeln, mit denen ich aufgewachsen oder erwachsen wurde. Derzeit sind es vermehrt die Flipper der End-80er bis Mitte der 90er. Aktuellen Modelle reizen mich nicht. Ich mag die Pins, an denen ich früher in der Spielothek gespielt habe.

    Im Übrigen habe ich erst Anfang des Jahres ein Jugendtraum/Trauma erfüllt. Ich habe Wonderboy (Arcade) an der Original-PCB an einem Arcade-Cab (no MAME) mit einer Mark durchgespielt. Wo ich als 14/15 jähriger Bengel immer kurz vor Schluss verkackt bin. Was für ein epischer Moment und ich fühlte mich wie ein Teenie. Zwar nicht das perfekte Spiel (one life – one goal)….aber das war ein geiler Moment.

    Normalsterbliche können das nicht verstehen.

  20. Hi,

    bin Jahrgang 79, also wohl noch ein paar Jahre jünger wie du.

    Allerdings finde auch ich mich in diesem Artikel sehr wieder. Und es ist rührend so nostalgisch an die alten Zeiten erinnert zu werden.

    Wie du schon so schön beschrieben hast, wir waren eine Generation die die Anfangszeiten der Videospielgeschichte miterlebt hat, und dies kann einem niemand mehr nehmen !

    Letztendlich fand ich hatte jede Zeit etwas für sich. Angefangen mit den alten Ataris, über C64, Amiga. Später die Konsolenzeit mit Nintendo NES bis 64/Sega Master System, etc. etc. Die Zeiten als die ersten brauchbaren PC´s auf den Markt kamen, die Anfänge des Internetzeitalters, Onlinge Gaming bis hin zur bald kommenden Virtual Reality.

    Computer und Videospiele haben mich schon immer gefesselt. Ein Nerd war ich nie, hatte auch immer andere Interessen. Aber wer diesen Faible hat, der hat ihn wohl für immer !

    Ein wirklich schöner Artikel ! Danke !

  21. Du bist nicht der letzte deiner Art ich hab noch diverse Programme viele copierprogramme und Programmierer selber – wenn mal die Zeit ist …

  22. Ja die alten Games haben mich auch geprägt ich bin Baujahr 1970.

    DIG DUG auf der Atari 2600

    Kaiser und Elite auf dem C64

    North und Süd und Populos auf dem AMIGA

    und viele weitere Monate Lebenszeit im Traumland.

    Mein alter Freund mit dem ich die Abende durchgespielt habe will heutzutage leider nicht mehr. Wir haben immer AMIGA-Duelle durchgespielt
    Supercars II, Turbo Challenge, IK+ Mit der PC – Zeit ging auch die Spielezeit zuende, *seufz*

    Die Familiengründung erledigte den Rest.

  23. In der Tat…nur schade, dass man niemanden im unmittelbaren Bekanntenkreis hat, die es nachvollziehen können. Die einen nur so mal besuchen und nebenbei erwähnen “Ey Toddy, scheiß drauf, bau mal eben den C64 auf, ich habe tierisch Bock dir in IK+ mal die Fresse zu polieren, du schuldest mir noch von 1988 eine Revange”. So in der Art oder einfach nur zu spielen, der alten Zeiten willen, als würde man sich einen Film aus den 80ern reinpfeiffen

  24. Danke! Jeder kann schreiben, einfach mal anfangen. Dieser Text stand mal auf meiner Webseite, die ich in allen Foren verlinkt hatte. Irgendwie hat mich Andre gefunden und um Erlaubnis gebeten, sie veröffentlichen zu dürfen.

    Beim Kopieren lass man auch immer gerne die ASM und fachsimpelte über Spiele.

    Man, jetzt könnte ich schon wieder Romane schreiben oder meinen Artikel komplett überarbeiten. Als Kommentar sind ja nur 1000 Zeichen erlaubt :-(…. *g*

  25. So sieht es aus. Emulieren ist schön und gut, um mal schnell was zu schauen oder zu testen. Mit der echten Hardware fühle ich mich wirklich wieder wie damals. Klingt doof, aber irgendwie ist das eine Art Jungbrunnen, auch wenn ich den Competition Pro in den Händen halte. Irgendwie klinkt das total bekloppt….ist aber so.

  26. Leider wohne ich nicht mehr in Berlin.

    Die meisten Nostalgiker “kenne” ich nur aus dem Netz und nur die “verstehen einen”. Alle Anderen können damit nichts anfangen. So dass man sein “Hobby” bzw. sein “Retrolastig-Sein” für sich behält, damit keiner die Nase rümpfen kann.

    Dabei bin ich nicht mal ein Voll-Nerd. Es war nur eine geile Zeit damals und eigentlich immer noch.
    Mich interessieren einfach die moderen Games und Konsolen nicht.

    Meine Sammlung hat sich um zwei Flipper (Rollergames/Terminator 2) erweitert.

    Seit einem Jahr habe ich mir diesen Jugendtraum mal erfüllt.

    Ist auch wie eine Zeitmaschine, wenn man an den Pins steht.

    Damals – du als Berliner wirst es noch kennen – im Ku´damm Eck. Die beiden Spielos. Oben im 2. Stock (Arcade, Flipper, Billiard) und im Basement waren auch noch sehr viele Arcade-Automaten.
    Leider kann ich die Bilder nur im Kopf aufrufen.

    Google spuckt dazu auch nur eine Außenaufnahme der Spielothek aus

    Schade, dass es keine öfftentlichen Arcades mehr gibt.

  27. Ich kenne das Phänomen, dass kein Mensch die leuchtenden Nostalgie Augen verstehen kann, wenn man vor seiner Sammlung steht. Solltest du also immer noch in Berlin wohnen und nen gleichgesinnten zum in Erinnerung schwelgen suchen, sag Bescheid. Bin übrigens Jahrgang 74, meine Historie ist aber ähnlich wie Deine.

  28. Toller Artikel, bringt einem die schöne Zeit inmitten der 80er wieder ins Gedächtnis.

    Natürlich habe auch ich gegen Mitte der 90er Jahre und bis in die 2000er hinein mit C64-Emulatoren rumgespielt. Aber kein Emulator der Welt bringt einem das Rattern der 1541 oder das mühselige Laden von der Datasette nahe. Wenn mich das Retrofieber heutzutage packt, hole ich meinen Brotkasten und das Diskettenlaufwerk oder die gute alte Datasette aus dem Retrozimmer und genieße das Gefühl der 80er. Hat schon fast etwas von Archäologie. Es ist höchst erstaunlich, wie viele der alten Disketten und Kassetten heute noch funktionieren! Diese Erkenntnis ist mit das Größte am Retrohobby mit dem C64. 🙂

  29. Auch ich gerate immer wieder in Verzückung, wenn ich an die alte Zeit mit meinem C64 (später dann Amiga) zurückdenke. Ohne jetzt glorifizieren zu wollen: Die beste Zeit meines Lebens – auch dank des Brotkastens. Ich erinnere mich an viele Spiele, die mich über Jahre und hunderte von Stunden begleiteten (Last Ninja, R-Type, Turrican, Giana Sister, Summer Games, Winter Games, Das Drachental, Guild of Thieves, Test-Drive, Leader Board, Zack McCracken, Maniac Mansion und und und…) und die vielen damit verknüpften positiven Gefühle. Gerne habe ich programmiert, erst in Basic, dann in Assembler. Z. B. habe ich in Assembler einen Zeichensatz-Editor programmiert und ein Demo mit einer Laufschrift hinter der Rasterstreifen schillerten. Manchmal wünschte ich mir, die Zeit damals hätte bis in die Ewigkeit gedauert. Auch heute sitze ich gerne am PC und genieße moderne Spiele. Grafisch sind sie viel PC, aber eben anders, wenn auch nicht schlechter. Ab und zu kram ich noch mal den Emulator raus!!!

  30. “Bagitman” ja super, habe mir gerade mal ein paar Bilder angeschaut und in Erinnerungen geschwelgt 🙂 aber Sau schwierig, als ich es vor ein paar Jahren nochmal zockte.

  31. @Hähnchen: das Spiel mit dem Bankräuber im Bergwerk heißt “Bagitman”. Das habe ich damals auch sehr oft gespielt. Ein wundervolles C64-Game, für das mich meine Freunde immer belächelt haben. Ich habe es trotzdem mit größter Leidenschaft gespielt. Damals habe ich sogar versucht, das Bergwerk auf meinem ZX81 nachzubauen. Natürlich konnte ich so gut wie gar nicht programmieren. Ich wäre also nicht weit gekommen, was mich aber nicht im Eifer gebremst hatte 🙂

  32. Basic hat auf dem C64 zu programmieren Spaß gemacht, dann kam der Amiga 500 und in die Workbench hat man mal reingeschaut, aber nie wirklich was gemacht, war irgendwie anders und komplizierter!

    “Phönix” war ein super geiles Game. Hatte ich zuerst auf dem Atari und dann auf´m C64 gehabt. Ich meine da waren unterschiede vorhanden, bei der Grafik und bei den Levels, ich kann mich natürlich auch irren?!? Das Mutterschiff war immer das beste.

    “Moon Patrol” habe ich gerne in der Spielhalle gezockt und dann auch dem Brotkasten. Auf der Dreamcast von Sega gab es eine Retro CD mit jenen Game und ich habe noch nicht mal den 1 Level geschafft 🙁 unglaublich, dachte ich, wie schwierig die Games früher waren! Genau so schwierig war auch das Game, wo man als Bankräuber im Bergwerk die vollen Geldsäcke in die Schubkarre legen musste. Ich komme gerade nur nicht auf den Namen…

    Mein erstes Game auf Disk, was eine ganze Diskette (Vorder und Rückseite) brauchte war “Space Taxi” Einfach Super

  33. Super, einfach super!

    Könnte auch meine Zeitreise sein, nur ich kann nicht so gut schreiben 😉

    Highscore im Kaufhaus, in Northeim, beim “Burning Rubber”, habe ich meistens Platz 1 als “ZZZ” gemeistert, da ja leider nur 3 Buchstaben in die Highscore passten 🙂

    Als 13 jähriger hatte ich ca 1000 Games auf´m C64 gehabt und die älteren ca 20-25 jährigen kamen vorbei mit dem Auto zu mir und besorgten sich die neusten Games, da ich irgendwie immer die neusten hatte. Hatte wohl ne gute Quelle gehabt, früher wusste man das noch nicht so.

    “Decathlon” 1500 Meter waren immer für schmerzen da. Kleine auswöbungen oder Beulen waren zwischen Finger und Hand immer vorhanden.

    Kopieren der Games wurde zuerst nur an einer Floppy durchgeführt und wir hatten totale langeweile dabei zu zu schauen. Später wurde eine zweite Floppy mitgebracht und miteinander verbunden, das ging dann schneller und als der zweite C64 kam, war alles gut. Dann konnten wir nebenbei zocken 🙂

  34. Dies ist mit Abstand die beste und schönste (Bilder!) Zusammenfassung unserer 1980er Computerjugend! Bei mir sind zahllose Erinnerungen wachgeworden. Wie viel Spaß hatten wir nur mit den Klötzchengrafiken. Dabei fallen mir spontan noch so viele weitere Perlen ein. Zum Beispiel das Abenteuerspiel Mask of the Sun für den 64er oder das legendäre Bruce Lee mit dem grünen Yamo! Ich glaub ich könnte die Liste endlos fortführen… DANKE!!!

  35. Hallo ich kenne diese Zeit auch.

    Ich fühle genauso wie du, man kann diese Erlebnisse einfach nicht wirklich weitervermitteln. Weder der Frau noch der Familie. Es liegt daran das man eigene Erinnerungen damit verknüpft denke ich. Es sind die eigenen Erlebnisse welche man zu dieser Zeit erlebt hat.

    Das Gefühl dabei war großartig.

  36. Oh Mann Fette zeitreise gehabt bei deiner Geschichte hab es fast genauso erlebt Danke!!! 😉 Mein lieblingsspiel war übrigens Project Firestart!!!